Kant ist zweifelsohne als einer der bedeutendsten Philosophen der Neuzeit zu betrachten.
Als Vater der Aufklärung setzte er mit der „ Kritik der reinen Vernunft“ den Sockel für den Übergang zur modernen Philosophie. Wenn man die Frage nach Freiheit im Bezug auf Kant stellt und vom Werk Kants stellvertretend für den Autor eine Begriffsdefinition einfordert so ist die Betrachtung seiner Vier Fragen 1. Was kann ich Wissen? In seiner Erkenntnistheorie, 2. Was soll ich tun? In seiner Ethik, 3. Was darf ich hoffen? In seiner Religionsphilosophie und 4. Was ist der Mensch? In seiner Anthropologie unerlässlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Kants Freiheitsbegriff
2. Die eigene Freiheit als moralischer Maßstab
3. Rebellion und Revolution im Vergleich
4. Verfassung und Konstitution nach Arendt
5. Synthese des moralischen Freiheitsanspruchs
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Freiheit im Spannungsfeld von moralischen Anforderungen und historischen Kontexten, wobei insbesondere die Philosophien von Immanuel Kant und Hannah Arendt gegenübergestellt werden.
- Kants Verständnis von Freiheit als Unabhängigkeit von Kausalität.
- Die moralische Fundierung individueller Freiheitsentscheidungen.
- Differenzierung der Begriffe Rebellion und Revolution.
- Abgrenzung von Verfassung und Konstitution nach Arendt.
- Der moralische Gehalt des Freiheitsstrebens und Widerstandes.
Auszug aus dem Buch
Die Kantsche Freiheit
Kants Freiheit definiert er selbst als Unabhängigkeit von Kausalität d.h. dem Ursache Wirkungsprinzip. Er versteht Freiheit als einen Zustand welcher geprägt ist durch die Fixierung des Willens auf ein abstraktes Gesetz. Kennzeichen des Freien Willens ist die ausschließliche Bestimmung der Entscheidungen durch moralische Gesetze. „ Es hängen Freiheit und das moralische Gesetz voneinander ab oder weisen besser gesagt darauf zurück“
Die eigene Freiheit definiert sich als Bezugsquelle des eigenen Werte und Normensysthems. Kant setzt ein hohes Ideal im moralischen Bewusstsein voraus. Er selbst äußerte sich Erklärenderweise folgendermaßen „Niemand kann mich zwingen, auf seine Art glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem gleichem Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, nicht Abbruch tut.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kants Freiheitsbegriff: Dieses Kapitel erläutert die Verbindung von Freiheit und Kausalität bei Kant sowie die Notwendigkeit moralischer Gesetze als Bestimmungsgrund des freien Willens.
2. Die eigene Freiheit als moralischer Maßstab: Hier wird die Rolle des moralischen Bewusstseins und der individuellen Glückseligkeit unter Berücksichtigung der Freiheit anderer thematisiert.
3. Rebellion und Revolution im Vergleich: Dieser Abschnitt erörtert die theoretische Unterscheidung von Hannah Arendt zwischen dem rein protestierenden Charakter der Rebellion und der konstituierenden Kraft der Revolution.
4. Verfassung und Konstitution nach Arendt: Das Kapitel analysiert die begriffliche Trennung von Verfassung und Konstitution basierend auf dem revolutionären Ursprung und der Souveränität des Volkes.
5. Synthese des moralischen Freiheitsanspruchs: Abschließend werden die Ansätze von Kant und Arendt zusammengeführt, um aufzuzeigen, wie moralische Ansprüche den gemeinsamen Nenner ihrer Freiheitsbegriffe bilden.
Schlüsselwörter
Freiheit, Moral, Immanuel Kant, Hannah Arendt, Aufklärung, Kausalität, Willen, Rebellion, Revolution, Konstitution, Verfassung, Widerstand, Normensystem, Vernunft, Politische Theorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Freiheitsbegriff im Kontext moralischer Anforderungen und historischer Prozesse, basierend auf den Schriften von Kant und Arendt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der kantianischen Ethik, der Abgrenzung von Rebellion und Revolution sowie der rechtsphilosophischen Definition von Konstitution.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den moralischen Kern der Freiheitskonzepte beider Denker herauszuarbeiten und zu zeigen, wie Freiheit sowohl als innerer Zustand als auch als historisch-politischer Prozess verstanden wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische und politikwissenschaftliche Analyse, die primäre Quellen interpretiert und vergleichend gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kants Willensbegriff, Arendts Revolutionstheorie und den Vergleich ihrer moralischen Maßstäbe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Freiheit, Moral, Kant, Arendt, Rebellion, Revolution und Konstitution sind die maßgeblichen Begriffe.
Wie unterscheidet Arendt zwischen Rebellion und Revolution?
Die Rebellion gilt als Protestgebaren gegen bestehende Zustände, während die Revolution eine neue soziale und rechtliche Ordnung konstituiert.
Warum ist für Kant die Unabhängigkeit von Kausalität zentral?
Sie ermöglicht es, den Willen durch moralische Gesetze statt durch natürliche Notwendigkeiten zu bestimmen, was die Grundlage für ethisches Handeln bildet.
Was bedeutet der Begriff Konstitution laut Arendt?
Eine Konstitution ist für Arendt kein bloßer Verwaltungsakt, sondern muss durch einen revolutionären Prozess legitimiert sein, in dem das Volk seine eigene Regierung gründet.
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- Wendt-Dieter Freiherr v. Gemmingen (Author), 2007, Freiheit - Ein Begriff im Spannungsfeld von Moral und historischem Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83830