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EZB und Federal Reserve - Aufbau, Entscheidungsbefugnisse und Unabhängigkeit

Title: EZB und Federal Reserve - Aufbau, Entscheidungsbefugnisse und Unabhängigkeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jens Kennepohl (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Die Zentralbanken nehmen in der finanzwirtschaftlichen Welt eine elementare Stellung ein. Durch ihre geldpolitischen Instrumente steht es in ihrer Macht, die wirtschaftliche
Entwicklung in ihrem Einflussbereich zu lenken und somit für stabile Preise, Wachstum
sowie Beschäftigung zu sorgen. Gerade vor dem Hintergrund dieser Ziele ist es
entscheidend, wie eigenständig und losgelöst von etwaigen politischen Strömungen eine Zentralbank Geldpolitik betreiben kann und welche Bedeutung dies für die Verfolgung ihrer Ziele haben kann.
Im Rahmen dieser Arbeit werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den
beiden einflussreichsten Zentralbanksystemen der Welt, der amerikanischen Fed und der EZB, hinsichtlich ihres Aufbaus, ihrer Entscheidungsbefugnisse und ihrer jeweiligen
Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Begriff der Unabhängigkeit und deren Bedeutung für die Geldpolitik einer Zentralbank.
Hierbei stehen insbesondere die zentralbankspezifischen Formen der Unabhängigkeit im
Mittelpunkt. Weiterhin wird der Zusammenhang zwischen Unabhängigkeit, dem
Zeitinkonsistenzproblem bei Entscheidungen und der Inflation hergestellt. Gleichzeitig
werden aber auch Alternativen zum Unabhängigkeitsprinzip in Form von Regelbindungen und Verträgen vorgestellt. Denn noch ist die Fragestellung, ob eine unabhängige oder eine regelgebundene Zentralbank erfolgreicher das Ziel der Preisstabilität verfolgt bzw. dazu theoretisch eher qualifiziert ist, nicht erschöpfend geklärt. Es ist jedoch empirisch belegt, dass in Gebieten, in denen eine unabhängig agierende Zentralbank etabliert ist, im gesamten Nachkriegszeitraum eine vergleichsweise geringere Inflation vorzufinden ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau und institutioneller Rahmen

2.1 Europäische Zentralbank

2.2 Federal Reserve System

2.3 Vergleichende Analyse

3 Entscheidungsbefugnisse

3.1 Europäische Zentralbank

3.2 Federal Reserve System

3.3. Vergleichende Analyse

4 Unabhängigkeit

4.1 Begriff und Formen der Unabhängigkeit

4.2 Die Problematik der Zeitinkonsistenz

4.2.1 Das Zeitinkonsistenzproblem und Inflation

4.2.2 Unabhängigkeit als Lösungsansatz

4.2.3 Alternativen zur Unabhängigkeit

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Federal Reserve System hinsichtlich ihres institutionellen Aufbaus, ihrer Entscheidungsbefugnisse und ihrer Unabhängigkeit, um deren Eignung zur Wahrung der Preisstabilität zu evaluieren.

  • Vergleich der Organisationsstrukturen von EZB und Fed
  • Analyse der Entscheidungsbefugnisse und Kompetenzverteilung
  • Definition und Formen der zentralbankpolitischen Unabhängigkeit
  • Untersuchung des Zeitinkonsistenzproblems bei geldpolitischen Entscheidungen
  • Diskussion von Alternativen zur Unabhängigkeit durch Regelbindungen

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Das Zeitinkonsistenzproblem und Inflation

Bei der Durchführung der Geldpolitik kann eine Zentralbank ihre Entscheidungen immer nur auf der Basis von Daten der Gegenwart sowie Trends und Entwicklungen der Vergangenheit fällen. Auf Grund der Eintrittsverzögerung, der so genannten Lags, wirkt sich eine zum Zeitpunkt 0 getroffene Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt aus. Die Verzögerung kann zum einen daher rühren, dass bestimmte Richtlinien und Statuten erst mit einer gewissen Vorlaufzeit wirksam werden können, damit Wirtschaft, Politik und andere Adressen sich auf die Neuerungen einstellen können. Aber auch per sofort in Kraft getretene Gesetze werden die in sie implementierten Erwartungen erst nach einer gewissen Zeit eintreten lassen, da in der Praxis oftmals erst eine Kette von Wirkungen und Reaktionen in Gang gesetzt werden muss um am Ende das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Nicht zuletzt durch die zeitliche Inanspruchnahme bei der Erkennung eines Problems, der Alternativenauswahl zur Lösung und der Entscheidungsfindung sind gewisse Verzögerungen bei der geldpolitische Aufgabenerfüllung unvermeidlich.

Die Theorie des Zeitinkonsistenzproblems beschäftigt sich mit dem zeitlichen Auseinanderfallen von Problem und Entscheidung, bezieht nun aber auch Erwartungen der Wirtschaftsubjekte mit ein. Denn auch deren Erwartungen müssen bei der Entscheidung seitens der Zentralbank für eine erst in der Zukunft greifende Maßnahme mit berücksichtigt werden. Dabei gilt eine Geldpolitik als zeitkonsistent, wenn eine zum Zeitpunkt 0 getroffene Entscheidung für den Zeitpunkt 1 in eben diesem Zeitpunkt sich als immer noch optimal darstellt. Analog ist Geldpolitik inkonsistent, wenn eine in 0 gefällte Entscheidung zum Eintrittszeitpunkt sich als nicht optimal herausstellt. Hierbei fließen nun die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte nicht nur bezüglich der derzeitigen Zentralbankerlasse mit ein, sondern auch die Erwartungen bezüglich zukünftig zu erwartender Erlasse. Nicht nur die Wirtschaftssubjekte lassen in ihre Entscheidungen die Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik der Zentralbank einfließen, auch die Zentralbank muss ihrerseits Erwartungen im Hinblick auf die Erwartungshaltung der Wirtschaftssubjekte bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Bedeutung von Zentralbanken für die wirtschaftliche Stabilität ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Vergleichs von EZB und Fed im Kontext ihrer Unabhängigkeit.

2 Aufbau und institutioneller Rahmen: Hier werden die organisatorischen Strukturen, die Entstehungsgeschichte und die Gremien der EZB sowie des Federal Reserve Systems detailliert beschrieben und einander gegenübergestellt.

3 Entscheidungsbefugnisse: Dieser Abschnitt analysiert die geldpolitische Verfügungsgewalt, die zugrunde liegenden Instrumente und die Hierarchien innerhalb beider Zentralbanksysteme.

4 Unabhängigkeit: Hier werden die verschiedenen Dimensionen der Unabhängigkeit sowie die theoretischen Zusammenhänge zwischen Zeitinkonsistenz, Inflationserwartungen und alternativen Regelbindungen erörtert.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die institutionelle Ausgestaltung der EZB und der Fed im Hinblick auf ihre Eignung zur Erreichung von Preisstabilität.

Schlüsselwörter

Zentralbank, EZB, Federal Reserve, Geldpolitik, Preisstabilität, Unabhängigkeit, Institutioneller Rahmen, Entscheidungsbefugnisse, Zeitinkonsistenz, Inflation, Geldmengenausweitung, Regelbindung, Phillips-Kurve, Überraschungsinflation, Notenbanker.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die geldpolitische Rolle, den institutionellen Aufbau und das Prinzip der Unabhängigkeit der EZB im Vergleich zum amerikanischen Federal Reserve System.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die institutionelle Organisation, die Kompetenzen der Entscheidungsorgane sowie die theoretische Notwendigkeit einer unabhängigen Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Eignung der jeweiligen Strukturen von EZB und Fed für eine verfassungsgemäße Preisstabilität kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf theoretischen Grundlagen der Monetären Ökonomik und Literatur zur Geldtheorie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Aufbau der Zentralbanksysteme, deren Entscheidungsbefugnisse sowie das Problem der Zeitinkonsistenz und mögliche Lösungsansätze wie Unabhängigkeit oder Regelbindungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie EZB, Fed, Geldpolitik, Preisstabilität, Zeitinkonsistenz und Unabhängigkeit charakterisieren.

Warum ist die personelle Unabhängigkeit bei der EZB besonders hervorgehoben?

Die personelle Unabhängigkeit ist entscheidend, da sie durch lange Amtszeiten und Tätigkeitsverbote Interessenkonflikte minimiert und so die Kontinuität der Geldpolitik gegenüber politischen Einflüssen absichert.

Welche Rolle spielt das Zeitinkonsistenzproblem für die Geldpolitik?

Das Zeitinkonsistenzproblem zeigt auf, dass eine zum Zeitpunkt 0 getroffene Entscheidung zum Eintrittszeitpunkt suboptimal sein kann, was insbesondere durch die Erwartungshaltung der Wirtschaftssubjekte zu einer unerwünschten Überraschungsinflation führen kann.

Warum gilt die Unabhängigkeit der Zentralbank als Lösungsansatz gegen Inflation?

Eine unabhängige Zentralbank ist weniger anfällig für politische Druckmittel, die kurzfristige Vollbeschäftigungsziele zulasten der langfristigen Preisstabilität priorisieren würden.

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Details

Title
EZB und Federal Reserve - Aufbau, Entscheidungsbefugnisse und Unabhängigkeit
College
University of Duisburg-Essen  (Mercator School of Management)
Grade
2,0
Author
Jens Kennepohl (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V83870
ISBN (eBook)
9783638040174
ISBN (Book)
9783638936668
Language
German
Tags
Federal Reserve Aufbau Entscheidungsbefugnisse Unabhängigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Kennepohl (Author), 2007, EZB und Federal Reserve - Aufbau, Entscheidungsbefugnisse und Unabhängigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83870
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