In dieser Hausarbeit sollen die wichtigsten Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken dargestellt werden. Da sich der Derivatemarkt, insbesondere der Kreditderivatemarkt, in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat, sollen hier die wichtigsten Instrumente in Bezug auf den Kreditderivate vorgestellt werden. Derivate bieten institutionellen Anleger neue Wege ihr Risiko abzusichern, zu diversifizieren und Arbitrage-Möglichkeiten zu nutzen. Durch die vielfältige Gestaltung der Produkte ergeben sich somit immer neue Wege, kostengünstiger und ertragserhöhender die Portfolien einer Bank zu managen. Besonders in Bezug auf die neuen Eigenkapitalvorschriften nach Basel II, bieten Kreditderivate eine Lösung um Klumpenrisiken abzubauen. Aus Platzmangel kann in dieser Hausarbeit nicht weiter auf die regulatorischen Vorschriften nach Basel II eingegangen werden. Die folgenden Kreditderivate werden alle als Produkte in Anlehnung an die Indizes an der EUREX gehandelt. Credit Default Swaps stellen die Grundbausteine der EUREX iTraxx Indizes dar. Diese Indizes etablierten sich in den letzten Jahren als Indikatoren für den europäischen Kreditmarkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kreditderivate und Kreditrisiko
2.1 Kreditderivate-Markt
2.2 Kreditrisiko
2.3 Kreditderivate
2.3.1 Credit Default Swaps, Grundbaustein der Kreditderivate
2.3.2 Credit Linked Notes
2.3.3 First to Default Basket
2.3.4 Synthetische Collateralized Dept Obligations
3. EUREX
3.1 Allgemeines zur EUREX
3.2 EUREX Clearing AG
4. iTraxx
4.1 Allgemeines zum iTraxx
4.2 iTraxx Indizes
4.2.1 iTraxx Europe Benchmark
4.2.2 iTraxx Europe Hi Vol
4.2.3 iTraxx Crossover
4.2.4 EUREX iTraxx Credit Futures
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die wesentlichen Instrumente für den Transfer von Kreditrisiken und analysiert deren Anwendung und Standardisierung im Umfeld der EUREX, um institutionellen Anlegern effiziente Methoden zum Risikomanagement und zur Portfolio-Optimierung aufzuzeigen.
- Grundlagen und Funktionsweise von Kreditderivaten
- Analyse verschiedener Instrumente wie CDS, CLN und CDOs
- Rolle der EUREX und der EUREX Clearing AG als Handelsplattform
- Struktur und Bedeutung der iTraxx-Indexfamilie für den Kreditmarkt
- Praktische Anwendung von EUREX iTraxx Credit Futures
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Credit Default Swaps, Grundbaustein der Kreditderivate
CDS ermöglichen, durch Abtrennung des Kreditausfallrisikos vom zugrunde liegenden Geschäft, die Absicherung dieses Risikos gegen Zahlung einer Prämie (CDS-Spread). Durch den Kauf eines CDS (Short Position) kann z.B. ein Kreditportfolio oder ein Corporate Bond (einzeln: Single-Name-CDS oder ein CDS- Portfolio) gegen das genannte Risiko abgesichert werden (hedging). Teilnehmer am CDS sind: Sicherungskäufer/Protection Buyer, Sicherungsverkäufer/Protection Seller, Referezaktivum.
Dies kann sinnvoll sein, wenn der kurzfristige Verkauf einzelner Engagements (Kredit/Forderung wird komplett verkauft und aus der Bilanz genommen (True Sale)) zu hohe Transaktionskosten verursachen würde. Der Verkauf (Long Position) von CDS kann zur Diversifikation über den Sekundärmarkt (Inter Banken Geschäft) des eigenen Portfolios führen und zur Ertragserhöhung beitragen.9 Für den Verkauf eines CDS bzw. den Kauf des Risikos erhält der Protection Seller eine periodische Prämie (in Basispunkten (bps)) auf den Nominalbetrag des Referenzaktivums vom Protection Buyer. Im Falle eines Credit Events leistet der Protection Seller eine vorher vereinbarte Versicherungssumme. Die Credit Events und viele weitere Punkte der Verträgen sind mittlerweile über die International Swap and Derivative Association (ISDA) genau definiert und standardisiert worden. Die Standardverträge tragen zu einer größeren Transparenz im CDS-Markt bei. Tritt kein Credit Event ein, zahlt der Protection Buyer seine Prämie bis zum Laufzeitende (s. Abb. 4 A). Die am häufigsten gehandelte Laufzeit von CDS Kontrakten beträgt 5 Jahre. Tritt ein Credit Event ein, wird der Wertverlust durch einen Barausgleich (Cash-Settlement) oder durch einen physikalischen Ausgleich (Physical Settlement) bedient.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit stellt die wichtigsten Instrumente des Kreditrisikotransfers vor und erläutert deren Bedeutung für das moderne Portfoliomanagement von Banken.
2. Kreditderivate und Kreditrisiko: Es werden die Grundlagen von Kreditderivaten sowie die Kategorisierung von Kreditrisiken und deren Transfermöglichkeiten detailliert beschrieben.
3. EUREX: Dieses Kapitel erläutert die Unternehmensstruktur, den technischen Handelsansatz und die Abrechnungsfunktionen der EUREX als zentrale Terminbörse.
4. iTraxx: Die iTraxx-Indexfamilie wird als Benchmark für den Kreditmarkt eingeführt, wobei der Fokus auf Indizes, deren Selektion sowie den handelbaren EUREX Credit Futures liegt.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Kreditderivate einen entscheidenden Beitrag zur Marktransparenz und Liquidität leisten und Kreditindizes künftig eine zentrale Rolle im europäischen Finanzmarkt einnehmen werden.
Schlüsselwörter
Kreditderivate, Kreditrisiko, EUREX, CDS, Credit Default Swaps, iTraxx, Kreditindex, Risikotransfer, Basel II, Portfolio-Management, Financial Futures, Clearing, synthetische CDOs, Credit Linked Notes, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Instrumente und Mechanismen des Kreditrisikotransfers im Kontext der Finanzmärkte, insbesondere unter Berücksichtigung der Handelsmöglichkeiten an der EUREX.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind Kreditrisikomodelle, die Funktionsweise von Kreditderivaten wie CDS und CLN, die Rolle der EUREX Clearing AG sowie die Anwendung von iTraxx-Indizes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Darstellung moderner Instrumente zur Absicherung und Diversifikation von Kreditrisiken sowie die Analyse ihrer Anwendung als standardisierte Produkte an einer Terminbörse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung marktüblicher Standards und Praxisbeispiele für Kreditderivate.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Risikokategorien, die Erläuterung der Produktgruppen (CDS, CLN, CDOs), die Vorstellung der EUREX-Infrastruktur und die detaillierte Analyse der iTraxx-Indizes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kreditderivate, CDS, iTraxx, Risikomanagement und EUREX geprägt.
Wie unterscheidet sich der synthetische CDO von anderen Kreditderivaten?
Bei einem synthetischen CDO wird das Ausfallrisiko ohne echten Verkauf der zugrunde liegenden Forderungen (kein "True Sale") über eine Special Purpose Vehicle (SPV) und die Ausgabe tranchierter Anleihen übertragen.
Welche Rolle spielen die "Credit Events" für die Abwicklung von CDS?
Ein "Credit Event" löst beim CDS die vertraglich vereinbarte Ausgleichszahlung aus, wobei zwischen Barausgleich (Cash-Settlement) und physischem Ausgleich (Physical Settlement) gewählt werden kann.
Warum sind die iTraxx-Indizes für den Markt von Bedeutung?
Die iTraxx-Indizes haben sich als maßgebliche Benchmarks für den europäischen Kreditmarkt etabliert, da sie Liquidität schaffen, Standards setzen und als Basis für handelbare Futures dienen.
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- Nicole Nahlik (Author), 2007, Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken an der EUREX, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83878