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Die Revolution 1989/1990

Ihre Behandlung und Bewertung in Schulgeschichtsbüchern

Title: Die Revolution 1989/1990

Term Paper , 2002 , 34 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Studienrätin Sandra Müller (Author)

Didactics - History
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Seit Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre hatte sich die deutsche Frage, bei deren Lösung bis zu diesem Zeitpunkt nur ein geeintes Deutschland in Betracht gezogen wurde, insofern geändert, als dass nun im Zuge einer Annäherung der BRD an die DDR, von einer Zweistaatlichkeit Deutschlands und damit verbunden einer Anerkennung der DDR ausgegangen wurde.
Die beiden deutschen Staaten entwickelten sich zunehmend auseinander, so dass bei der jeweiligen Bevölkerung das Bewusstsein einer allgemein deutschen Identität vor dem des jeweiligen Staates zurücktrat.
Erst als 1989 immer mehr DDR-Bürger aufgrund der schlechten Lebensverhältnisse ihr Land verließen und in die BRD flohen, Teile der Bevölkerung ihren Unmut und ihre Unzufriedenheit auf Demonstrationen öffentlich äußerten und in Folge dessen am 9. November 1989 die Mauer fiel, wandelte sich mit dem Ruf „Wie sind ein Volk.“ auch die deutsche Frage. Der Prozess der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war eingeleitet.
Die Bezeichnungen für diese grundlegende Veränderung der gesamten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ordnung der DDR bis hin zur Wiedervereinigung sind bis heute umstritten. Begriffe wie „Wende“, „Zusammenbruch“, „Implosion“ oder „Revolution“ charakterisieren und bewerten diesen historischen Sachverhalt jeweils anders.
In dieser Arbeit wird, ausgehend von einer Definition des Revolutionsbegriffs der revolutionäre Charakter dieses Umbruchs untersucht, wobei verschiedene Variationen der Benennung hinsichtlich ihrer historischen Deutung und Wertung der Ereignisse einbezogen werden.
Besonders im Schulgeschichtsbuch spielt die gewählte Begrifflichkeit und die damit verbundene Bewertung historischer Sachverhalte eine wichtige Rolle. Sie wird erstens nur all zu oft ohne die nötige Skepsis von den SchülerInnen übernommen, so dass sich zweitens darauf aufbauend nur ein einseitiges Geschichtsbild und Geschichtsbewusstsein entwickeln kann. Demzufolge ist es wichtig, verschiedene historische Deutungen und Bewertungen als solche, sowie deren Hintergründe, den SchülerInnen deutlich und nachvollziehbar zu machen. Aus diesem Grund wird im zweiten Teil dieser Arbeit in drei ausgewählten Schulgeschichtsbüchern die Verwendung des Revolutionsbegriffes im Rahmen des Prozesses der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten, basierend auf Jörn Rüsens Modell des Idealen Schulbuchs, untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorbemerkungen

II. Versuch einer Definition des Revolutionsbegriffes

III. Die Deutung der Ereignisse 1989/90 in Ostdeutschland

III.I Die Herbstrevolution

III.II Die nationale Revolution

III.III Die Revolution von oben

IV. Revolution vs.Wende

V. Die Darstellung der Revolution von 1989/90 in ausgewählten Schulgeschichtsbüchern bzw. Unterrichtsmaterialien

V.I Brauchbarkeit zur historischen Wahrnehmung

V.II Brauchbarkeit zur historischen Deutung

V.III Brauchbarkeit zur historischen Orientierung

VI. Fazit

VII. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Schulgeschichtsbücher die Ereignisse der Jahre 1989/90 in der ehemaligen DDR bewerten und bezeichnen, wobei der Fokus auf dem umstrittenen Revolutionsbegriff liegt. Ziel ist es, auf Basis von Jörn Rüsens Modell des "idealen Schulbuchs" zu analysieren, ob diese Lehrmittel durch Multiperspektivität dazu beitragen, bei Schülern ein kritisches Geschichtsbewusstsein sowie ein begründetes historisches Urteilsvermögen zu fördern.

  • Analyse des Revolutionsbegriffs im Kontext der DDR-Geschichte
  • Untersuchung der Phasen: Herbstrevolution, nationale Revolution und Revolution von oben
  • Kritische Gegenüberstellung der Begriffe "Revolution" und "Wende"
  • Evaluation von Schulgeschichtsbüchern hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit zur historischen Wahrnehmung, Deutung und Orientierung

Auszug aus dem Buch

III.III Die Revolution von oben

Immer größer werdende Teile der DDR Bevölkerung sahen in Helmut Kohl den Hoffnungsträger für eine deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Mit seinem Zehn-Punkte-Plan machte er den ersten entscheidenden Schritt in Richtung Wiedervereinigung, die kontrolliert und gelenkt von der bundesrepublikanischen Regierung unter seiner Führung realisiert werden sollte. Kohl setzte sich bewusst an die Spitze jener Revolution, die im Oktober 1989 begonnen hatte, formte sie und brachte sie zu Ende. Die tragende Rolle ging von der Bevölkerung an ihn, zum Zwecke einer möglichst schnellen Wiedervereinigung, über.

Diese „Revolution von oben“ kennzeichnet daher jene Aspekte und Ereignisse, die die Revolution und ihr Ideengut in geordnete, kontrollierbare Bahnen brachten und beendeten.

„Die Politiker der Bundesrepublik und ihre kaum noch eigenmächtigen DDR-Vertreter entpuppten sich als die von der DDR-Bevölkerung in Dienst genommenen Gestalter einer typisch deutschen Revolution per Gesetz und Ordnung“

Mit den Wahlen vom 18.März 1990 und den Sieg der „Allianz für Deutschland“ forcierte die Bevölkerung der DDR ihr Verlangen nach einer möglichst schnellen Wiedervereinigung in Form eines Beitrittes der DDR nach Artikel 23 Grundgesetz und dem damit verbundenen sichersten Weg zu Freiheit und Wohlstand.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorbemerkungen: Einleitung in die deutsche Frage und die problematische begriffliche Einordnung des Umbruchs von 1989/90.

II. Versuch einer Definition des Revolutionsbegriffes: Diskussion wissenschaftlicher Ansätze zur Definition von Revolutionen unter Berücksichtigung von Kriterien wie Gewalt und Utopie.

III. Die Deutung der Ereignisse 1989/90 in Ostdeutschland: Analyse der Ereignisse anhand der Phasen Herbstrevolution, nationale Revolution und Revolution von oben.

IV. Revolution vs.Wende: Kritische Auseinandersetzung mit der begrifflichen Abgrenzung zwischen einer Revolution und einer bloßen "Wende".

V. Die Darstellung der Revolution von 1989/90 in ausgewählten Schulgeschichtsbüchern bzw. Unterrichtsmaterialien: Empirische Untersuchung der Vermittlung des Themas in Lehrmitteln anhand von Rüsens Analysemodell.

VI. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Defizite in aktuellen Schulbüchern und Forderung nach mehr Multiperspektivität.

VII. Schlussbemerkungen: Resümee der Arbeit mit Fokus auf die Notwendigkeit einer inneren Wiedervereinigung durch ein kritisches Geschichtsbewusstsein.

Schlüsselwörter

Revolution 1989/90, Wende, DDR, deutsche Einheit, Schulgeschichtsbuch, Geschichtsbewusstsein, historisches Lernen, Jörn Rüsen, Multiperspektivität, historische Wahrnehmung, historische Deutung, historische Orientierung, Wiedervereinigung, Herbstrevolution, Revolution von oben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die Ereignisse der Jahre 1989/90 in der DDR in deutschen Schulgeschichtsbüchern terminologisch und inhaltlich dargestellt und bewertet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Revolutionsbegriff, die unterschiedlichen Deutungsmuster des DDR-Umbruchs sowie die didaktische Aufbereitung dieser Prozesse in schulischen Lehrmitteln.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu prüfen, inwieweit aktuelle Schulbücher Schülern ein umfassendes Verständnis für den komplexen Prozess der Wiedervereinigung vermitteln und sie zur kritischen Urteilsbildung anregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt das Modell des "idealen Schulbuchs" von Jörn Rüsen, um die Eignung der Bücher für historisches Lernen in den Kategorien Wahrnehmung, Deutung und Orientierung zu bewerten.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Revolutionsbegriffs, die historische Deutung der DDR-Ereignisse (unterteilt in Herbstrevolution, nationale Phase und Revolution von oben) sowie die konkrete Analyse von drei ausgewählten Schulbüchern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Revolution", "Wende", "Multiperspektivität", "historisches Urteil" und "Geschichtsbewusstsein".

Inwiefern unterscheiden sich die untersuchten Schulbücher in ihrer Darstellung?

Einige Bücher, wie das "Kursbuch Geschichte", arbeiten normativ und monoperspektivisch, während andere, wie "Eine getrennte Geschichte", durch ein breiteres Materialangebot eher zur eigenen Deutung anregen, auch wenn sie den Begriff "Wende" bevorzugen.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der inneren Wiedervereinigung?

Die Autorin folgert, dass die "äußere" Einigung der Staaten die "innere" (mentale) Einigung überholte und dass eine anhaltende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nötig bleibt, um Vorurteile zwischen West- und Ostdeutschen abzubauen.

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Details

Title
Die Revolution 1989/1990
Subtitle
Ihre Behandlung und Bewertung in Schulgeschichtsbüchern
College
University of Leipzig
Grade
1,4
Author
Studienrätin Sandra Müller (Author)
Publication Year
2002
Pages
34
Catalog Number
V83967
ISBN (eBook)
9783638004398
ISBN (Book)
9783638912273
Language
German
Tags
Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Studienrätin Sandra Müller (Author), 2002, Die Revolution 1989/1990 , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83967
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