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Die Jazz- und Swingjugend der Weimarer Republik

Title: Die Jazz- und Swingjugend der Weimarer Republik

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Studienrätin Sandra Müller (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Obwohl die Jazzmusik nicht zu den herausragendsten kulturellen Neuerungen und künstlerischen Errungenschaften in der Zeit der Weimarer Republik gehört, kommt ihr doch gerade in Bezug auf ihre Wirkung auf die Jugend ein besonderer Stellenwert zu.
Die Jugendlichen, die ihre Liebe zu dieser Musik entdeckt hatten, formierten sich sehr schnell zu einer ganz eigenen Jugendbewegung - die Jazz- und Swingjugend.
Die Entwicklung dieser Jugendbewegung in den 20er und 30er Jahren zeigt sich als Reaktion auf die äußeren Lebensumstände der Jugendlichen, die von der zunehmenden Politisierung des Lebens geprägt waren. In der Phase der relativen Stabilisierung entstanden, forcierte sie sich immer mehr am Ende der Weimarer Republik, als zunehmend konservative Kräfte den Handlungsspielraum und die Freiheit der Jugendlichen einschränkten.
Um die Bewegung in der Zeit der Weimarer Republik zu charakterisieren, die ihr Selbstverständnis und ihre Lebensformen von der neuen Musik aus Amerika ableitete und aus der sich später die Swingbewegung entwickelte, wird von dem Begriff der Jazz- und Swingjugend ausgegangen.
Im ersten Teil dieser Arbeit sollen, ausgehend von kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten im Bereich der Kultur und Gesellschaft dieser Zeit, die Gründe und Ursachen aufgezeigt werden, die zur Entstehung und Entwicklung der Jazz- und Swingbewegung führten.
Für die Konstituierung von Gruppen oder Bewegungen ist nicht nur die Identifikation mit einer Sache, sondern auch die Abgrenzung von bestimmten Dingen von entscheidender Bedeutung, um ihr Selbstverständnis und ihre Identität zu finden. In dieser Hinsicht werden kontroverse Meinungen über den Jazz berücksichtigt, von denen besonders die rechtskonservativen Aussagen Bedeutung für die Konstituierung der Jazz- und Swingjugend als Bewegung erlangten.
Wertvorstellungen, Auffassungen, äußere Erscheinung, die Struktur und die Trägerschaft einer Gruppe bedingen und beeinflussen sich maßgeblich, erst sie charakterisieren eine Bewegung als solche.
Im zweiten Teil dieser Arbeit soll hinsichtlich dieser gruppenspezifischen Kriterien das Wesen der Jazz- und Swingbewegung näher erläutert werden, um auf diese Weise die Sonderstellung, welche diese Bewegung innerhalb der Jugendbewegungen der Weimarer Republik einnimmt, zu verdeutlichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorbemerkungen

II. Forschungsstand

III. „Es kommt die neue Welt über’s Meer gefahren ...“

IV. „... sie (die Jugend) sieht die Gefahr nicht der Überschwemmung...“

V. Die Jazz und Swingjugend

V.I.Tangojünglinge

V.II. Jugendliche Musiker und Bands

V.III. Jazz- und Hotclubs

V.III.1 Die Trägerschaft

V.III.2 Wertvorstellungen und Ideale der Jazz- und Swingjugend

V.III.3 Das Auftreten und Erscheinungsbild

V.III.4 Die Struktur der Gruppen

VI. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Jazz- und Swingjugend während der Weimarer Republik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die politische, kulturelle und wirtschaftliche Lage der Zeit sowie die aufkommende Faszination für amerikanische Musik und Lebensformen zur Konstituierung dieser spezifischen Jugendbewegung beitrugen und wie sich diese in ihrem Selbstverständnis und Verhalten von anderen Jugendbewegungen unterschied.

  • Einfluss der Amerikanisierung und der neuen Musik auf die Jugendkultur.
  • Reaktionen konservativer Kreise auf den Jazz als kulturelle Bedrohung.
  • Die Rolle der Freizeit- und Vergnügungsindustrie bei der Entstehung subkultureller Freiräume.
  • Gruppenspezifische Merkmale wie Wertvorstellungen, Erscheinungsbild und Struktur.
  • Abgrenzung der Jazz- und Swingjugend gegenüber traditionellen Bünden.

Auszug aus dem Buch

V.III.3 Das Auftreten und Erscheinungsbild

„Mir persönlich schwebte als Ideal ein Leben voller Freiheit, ohne Zwang mit viel Abwechslung und Vergnügen vor. Ich hoffte, dieses nach vollendeten 18.Lebensjahr mit Hilfe meiner getroffenen Berufswahl als Exportkaufmann erreichen zu können. Um meiner Gedankenwelt entsprechend auftreten zu können, war ich bestrebt, mir Manieren englischer Art anzugewöhnen. Sie sollten mir für später den nötigen Schliff verleihen. Die übrigen zur Clique zählenden Jungen hatten wohl gleiche Gedankengänge“

In Anlehnung an ihre Musik wies die Jazz- und Swingbewegung insgesamt eine sehr anglophile Haltung auf.

Die Jugendlichen kopierten ihre Idole wie Louis Armstrong, Paul Whitemann, Sam Wooding etc., brachten sich, wie aus dem Zitat ersichtlich, englische Manieren bei und traten als „amerikanische Dandys“ in der Öffentlichkeit auf.

Sie gaben sich städtisch, mit einer gewissen Portion Arroganz. Die Körpersprache ihrer Tänze übertrugen sie auf den Alltag. Die Jugendlichen wollten enorm lässig wirken, sie ‚fleetzen’, statt gerade zu sitzen und schlurften’, anstatt zackig zu laufen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorbemerkungen: Einführung in die thematische Relevanz der Jazz- und Swingmusik für die Jugend der Weimarer Republik und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

II. Forschungsstand: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur, die sich primär auf die Zeit des Nationalsozialismus konzentriert, und Einordnung der begrenzten Quellenlage für die Weimarer Zeit.

III. „Es kommt die neue Welt über’s Meer gefahren ...“: Analyse der kulturellen und politischen Spannungsfelder durch den Einfluss des Amerikanismus und die Reaktionen konservativer Kreise auf diese Entwicklung.

IV. „... sie (die Jugend) sieht die Gefahr nicht der Überschwemmung...“: Untersuchung der Entstehung subkultureller Freiräume als Reaktion auf gesellschaftliche Zwänge und die wachsende Bedeutung des Freizeitkonsums.

V. Die Jazz und Swingjugend: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Gruppen innerhalb der Bewegung, ihrer Musiker, der Clubs sowie ihrer Wertvorstellungen und Erscheinungsbilder.

VI. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Einordnung der Jazz- und Swingjugend als distinkte Bewegung innerhalb der Weimarer Zeit und ihre Bedeutung als Vorläufer späterer Jugendsubkulturen.

Schlüsselwörter

Jazz, Swingjugend, Weimarer Republik, Jugendbewegung, Amerikanisierung, Freizeitindustrie, Subkultur, Musikgeschichte, Kulturgeschichte, Rebellion, Identitätsbildung, Konsumverhalten, Jugendliche, Widerstand, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt die Entstehung und Charakteristik der Jazz- und Swingjugend in der Weimarer Republik und analysiert, wie diese jungen Menschen durch Musik und Tanz ihren Wunsch nach Freiheit und Individualität ausdrückten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?

Zu den Schwerpunkten zählen die Einflüsse der US-amerikanischen Kultur, die Ablehnung durch rechtskonservative Kreise, die Funktion der Vergnügungsindustrie sowie die spezifischen Lebensstile und Strukturen dieser Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Sonderstellung der Jazz- und Swingbewegung innerhalb der Weimarer Jugendbewegungen aufzuzeigen und zu verstehen, wie sie sich über ihren eigenen Lebensstil definierte.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse, die sowohl zeitgenössische Presseberichte, Erinnerungen von Zeitzeugen als auch existierende Forschungsliteratur einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Untergruppen (Tangojünglinge, Musiker, Hotclubs), deren soziale Herkunft, ihre Ideale und ihr bewusst abweichendes äußeres Erscheinungsbild detailliert untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Jazz, Swing, Amerikanisierung, jugendliche Subkultur, Weimarer Republik, Rebellion gegen Konventionen und Identitätsentfaltung durch Musik.

Inwiefern unterschieden sich die Jazz- und Swingjugendlichen von der bündischen Jugend?

Im Gegensatz zur bündischen Jugendbewegung, die strenge Regeln und erzieherische Gemeinschaftsideale verfolgte, basierte die Jazz- und Swingbewegung auf einem individualistischen und unorganisierten Selbstzweck, bei dem die Musik die zentrale verbindende Rolle einnahm.

Welche Bedeutung hatten die sogenannten „Hotclubs“?

Die Hotclubs dienten als zentrale Orte des Austauschs für Gleichgesinnte, wo nicht nur Musik gehört, sondern auch ein gemeinsamer Lebensstil und Fachwissen über den Jazz kultiviert wurden.

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Details

Title
Die Jazz- und Swingjugend der Weimarer Republik
College
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Course
Die Jugendbewegung in der Weimarer Republik
Grade
1,7
Author
Studienrätin Sandra Müller (Author)
Publication Year
2001
Pages
30
Catalog Number
V83969
ISBN (eBook)
9783638004411
ISBN (Book)
9783638911955
Language
German
Tags
Jazz- Swingjugend Weimarer Republik Jugendbewegung Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Studienrätin Sandra Müller (Author), 2001, Die Jazz- und Swingjugend der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83969
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