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Kants Kritik der reinen Vernunft

Erläuterung des dritten Hauptstücks der transzendentalen Dialektik

Title: Kants Kritik der reinen Vernunft

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Blank (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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In der Vorrede zu beiden Auflagen der Kritik reinen Vernunft spricht Immanuel Kant bereits im ersten Satz von der Untersuchung der Vernunft und der in diesem Zuge auftretenden Problematik. Erst einige hundert Seiten später jedoch wird er sich in seinem Werk genauer mit diesem Thema befassen.
Zunächst widmet er sich in der transzendentalen Ästhetik und der transzendentalen Analytik (als erster Abteilung der transzendentalen Logik) dem Verstand. Er erläutert, dass für den Menschen Erkenntnis durch sinnliche Anschauung in Raum und Zeit, Bildung von Begriffen und der Bildung von Urteilen anhand der Verbindung von Kategorien und Begriffen durch die Schemata möglich ist. In der transzendentalen Dialektik (als zweiter Abteilung der transzendentalen Logik) untersucht Kant dann die Vernunft, die im Gegensatz zum Verstand versucht, über die Welt der Erscheinungen hinauszugehen, um zu Erkenntnis zu gelangen, was zum Schein führt.
In der vorliegenden Arbeit wird das dritte Hauptstück der transzendentalen Dialektik erläutert und versucht die Gedankengänge Kants deutlich zu machen. Die Widerlegungen sowohl des ontologischen, des kosmologischen als auch des physikotheologischen Gottesbeweises bilden den Kern des dritten Hauptstücks und brachten dem Königsberger Philosophen unter Anderem Beinamen wie „Alleszermalmer“ und Vergleiche mit dem Revolutionär Robespierre ein.
Jeder Abschnitt des dritten Hauptstücks sowie der Anhang werden in dieser Arbeit in der von Kant angewandten Reihenfolge erklärt. Nachdem Kant in der Widerlegung der vierten Antinomie erläuterte, dass ein von der Zufälligkeit der Sinnenwelt befreiter und intelligibeler Grund der Erscheinungen denkbar ist, fragt er nun im dritten Hauptstück nach der Beweisbarkeit dieses Grundes bzw. Gottes. Bevor er die Widerlegung der Gottesbeweise in Angriff nimmt, rekonstruiert Kant jedoch zunächst den Weg und die Vorraussetzungen, die zur Schaffung des Begriffs „Gott“ nötig sind und beginnt dies im ersten Abschnitt, den er „Von dem Ideal überhaupt“ nennt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Von dem Ideal überhaupt

3 Von dem transzendentalen Ideal

4 Von den Beweisgründen der spekulativen Vernunft, auf das Dasein eines höchsten Wesens zu schließen

5 Von der Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises vom Dasein Gottes

6 Von der Unmöglichkeit eines kosmologischen Beweises vom Dasein Gottes

7 Von der Unmöglichkeit des physikotheologischen Beweises

8 Kritik aller Theologie aus spekulativen Prinzipien der Vernunft

9 Anhang zur transzendentalen Dialektik

10 Richard Dawkins: Gott als Mem-Produkt

11 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit erläutert das dritte Hauptstück der transzendentalen Dialektik aus Immanuel Kants "Kritik der reinen Vernunft" und verdeutlicht dessen Argumentationsgang gegen die spekulativen Gottesbeweise. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Kant die Unmöglichkeit aufzeigt, das Dasein eines höchsten Wesens rein theoretisch zu beweisen, während er gleichzeitig die Notwendigkeit dieses Begriffs als regulatives Prinzip für die menschliche Vernunft begründet.

  • Kritische Analyse der klassischen Gottesbeweise (ontologisch, kosmologisch, physikotheologisch).
  • Unterscheidung zwischen regulativem und konstitutivem Gebrauch der Vernunft.
  • Das "transzendentale Ideal" als notwendiger, aber nicht existentieller Begriff.
  • Vergleich der Kantischen Perspektive mit Richard Dawkins' moderner Theorie des "Gott-Mems".

Auszug aus dem Buch

Von der Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises vom Dasein Gottes

Kant argumentiert dagegen, dass, wenn man aus dieser Definition Gottes auf seine Existenz schließt, man lediglich eine Tautologie begeht. Die Schlussfolgerung „Gott existiert“ ist in der Prämisse, in den Vorraussetzungen schon angelegt. Der Fehler liegt außerdem darin, Existenz als eine Eigenschaft zu betrachten. Existenz bzw. Sein ist nach Kant jedoch keine Eigenschaft. Durch eine Eigenschaft kommt einem Gegenstand, einem Begriff etwas hinzu. Durch Existenz wird einem Gegenstand nichts hinzugefügt.

Kant liefert an dieser Stelle das berühmte Beispiel der Hundert Taler. Aus 99 gedachten Talern werden niemals 100 wirkliche. Existenz ist also kein Prädikat, das einem Ding eine neue Eigenschaft verleiht. Durch das Existieren kommt den vormals gedachten 99 Talern keine neue Eigenschaft hinzu.

Der Philosoph Gassendi (1592-1655) wies in seiner Kritik der Gottesbeweise bereits darauf hin, „dass es keineswegs selbstverständlich ist, Existenz als eine Eigenschaft aufzufassen.“

Wie später Kant erklärte Gassendi, dass Existenz keine Eigenschaft ist, die ein Ding unter anderen Eigenschaften hat, sondern die das Ding selbst hat. Existenz ist auch etwas, was alle der vollkommenen Eigenschaften enthalten.

„Doch es ist natürlich weder bei Gott noch bei irgendeinem anderem Dinge das Dasein eine Vollkommenheit, sondern das, ohne welches es keine Vollkommenheit gibt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Kantische Problemstellung der Vernunft und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2 Von dem Ideal überhaupt: Differenzierung zwischen Kategorien, Ideen und Idealen in Bezug auf ihre objektive Realität.

3 Von dem transzendentalen Ideal: Erläuterung der Grundsätze der Bestimmbarkeit und durchgängigen Bestimmung im Kontext eines höchsten Wesens.

4 Von den Beweisgründen der spekulativen Vernunft, auf das Dasein eines höchsten Wesens zu schließen: Beschreibung des natürlichen Drangs der Vernunft, nach einer ersten Ursache bzw. einem unbedingten Wesen zu fragen.

5 Von der Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises vom Dasein Gottes: Kritik der Existenz als bloßes Prädikat anhand des Beispiels der hundert Taler.

6 Von der Unmöglichkeit eines kosmologischen Beweises vom Dasein Gottes: Widerlegung des Schlusses von der Kausalität in der Erfahrungswelt auf ein notwendiges Wesen außerhalb dieser.

7 Von der Unmöglichkeit des physikotheologischen Beweises: Ablehnung der Zweckmäßigkeit der Natur als Beweis für einen intelligenten Weltbaumeister.

8 Kritik aller Theologie aus spekulativen Prinzipien der Vernunft: Zusammenfassung der Unmöglichkeit, Gott theoretisch zu beweisen, und Einführung des Postulats der praktischen Vernunft.

9 Anhang zur transzendentalen Dialektik: Erörterung der regulativen Funktion der Vernunftideen zur systematischen Einheit der Erkenntnis.

10 Richard Dawkins: Gott als Mem-Produkt: Diskussion eines modernen Gegenentwurfs, in dem Gott als kulturelles Mem zur psychologischen Stabilität fungiert.

11 Schlussbemerkung: Persönliche Reflexion des Verfassers über die Auseinandersetzung mit der Frage nach Gott.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Transzendentale Dialektik, Gottesbeweise, Ontologischer Gottesbeweis, Kosmologischer Gottesbeweis, Physikotheologie, Existenz, Prädikat, Regulative Prinzipien, Richard Dawkins, Meme, Vernunft, Erkenntnistheorie, Transzendentales Ideal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Argumente Immanuel Kants gegen den Versuch, die Existenz Gottes mit den Mitteln der reinen, spekulativen Vernunft zu beweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die transzendentale Dialektik, die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit sowie die Kritik an den klassischen ontologischen, kosmologischen und physikotheologischen Gottesbeweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Kants Beweisführung nachzuvollziehen, warum ein theoretischer Gottesbeweis unmöglich ist, während der Begriff Gottes als regulatives Prinzip dennoch unverzichtbar bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Rekonstruktion und Erläuterung von Primärtexten unter Einbeziehung einer komparativen Analyse mit modernen soziobiologischen Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Abschnitte des dritten Hauptstücks der transzendentalen Dialektik chronologisch erläutert, angefangen bei den Grundlagen des Ideals bis hin zur Kritik der Theologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transzendentale Dialektik, Existenz als Prädikat, regulative Vernunftprinzipien, Gottesbeweise und die Meme-Theorie von Richard Dawkins.

Warum verwendet Kant das Beispiel der "hundert Taler"?

Kant nutzt das Beispiel, um zu demonstrieren, dass Existenz kein reales Prädikat ist; ein gedachter Begriff verändert seinen Inhalt nicht durch die Zuschreibung von Existenz.

Wie ordnet die Arbeit Richard Dawkins in den Kontext ein?

Die Arbeit nutzt Dawkins' Theorie des "Gott-Mems", um zu zeigen, dass auch eine moderne, wissenschaftskritische Erklärung Gottes in der Tradition eines "gedachten" Produkts stehen kann, was mit Kants "Noumenon" korrespondiert.

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Details

Title
Kants Kritik der reinen Vernunft
Subtitle
Erläuterung des dritten Hauptstücks der transzendentalen Dialektik
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl für Philosophie)
Course
Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft
Grade
1,3
Author
Sebastian Blank (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V83983
ISBN (eBook)
9783638004480
ISBN (Book)
9783638912297
Language
German
Tags
Kants Kritik Vernunft Immanuel Kant Kritik Vernunft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Blank (Author), 2007, Kants Kritik der reinen Vernunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83983
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