Grundidee des Gesetzes zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REITG) ist es, einen Teil des toten Anlagekapitals dritter Unternehmen – nämlich Immobilien – in fungibler Form, nämlich als Aktien auf den Markt zu bringen, und so den Verkäufern Gewinn und Anlegern eine für Deutschland neue international akzeptierte Anlageform zu bieten. Ob dies gelingen wird, ist noch nicht abzusehen. Nach den jüngsten Turbulenzen am US Immobilienmarkt wird man Vorsicht der Anleger erwarten müssen.
In dieser Arbeit geht es darum, Anlegern eine erste Handreichung zu geben, die die steuerlichen, juristischen und vor allem wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der neuen Anlageform vor Augen führt. Neben der Erfüllung wissenschaftlicher Ansprüche geht es also um Allgemeinverständlichkeit, die es dem Anleger ermöglichen soll, diese Darstellung als Referenz zu nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die G-REIT-AG
2.1 Wesentliche Merkmale der REIT-Aktiengesellschaft
2.1.1 Rechtlicher Rahmen
2.1.2 Unternehmensgegenstand
2.1.3 Vorgaben zum Aktionärskreis
2.1.4 Börsennotierung
2.1.5 Anforderungen an die Geschäftstätigkeit
2.1.5.1 Ausschüttungsverpflichtung
2.1.5.2 Vermögens- und Ertragsanforderungen
2.1.5.3 Ausschluss des Immobilienhandels
2.2 Besteuerung der G-REIT-AG
2.2.1 Steuerbefreiung der G-REIT-AG
2.2.2 Die Exit-Tax
2.2.2.1 Hälftige Steuerbefreiung
2.2.2.2 Rückwirkender Entfall der Steuerbefreiung
2.2.2.3 Sale-and-lease-back-Konstruktionen
2.2.2.4 Veräußerung von Immobilien an eine G-REIT-AG: für wen ist die Veräußerung von Vorteil?
3 Aktionäre der G-REIT-AG
3.1 Natürliche Personen als Anteilseigner
3.1.1 Inländische natürliche Personen als Anteilseigner
3.1.1.1 Besteuerung der Einkünfte inländischer natürlicher Personen als Anteilseigner
3.1.1.2 Investitionsanalyse: wann lohnt sich die Investition für inländische natürliche Personen in eine G-REIT-AG?
3.1.2 Ausländische natürliche Personen als Anteilseigner
3.1.2.1 Besteuerung der Einkünfte ausländischer natürlicher Personen als Anteilseigner
3.1.2.2 Investitionsanalyse: wann lohnt sich die Investition für ausländische natürliche Personen in eine G-REIT-AG?
3.2 Juristische Personen als Anteilseigner
3.2.1 Personengesellschaften
3.2.1.1 Besteuerung von Personengesellschaften
3.2.1.2 Investitionsanalyse: wann lohnt sich die Investition für eine Personengesellschaft in eine G-REIT-AG?
3.2.2 Institutionelle Anleger
3.2.2.1 Inländische institutioneller Anleger
3.2.2.1.1 Besteuerung inländischer institutioneller Anleger
3.2.2.1.2 Aufsichtsrecht für inländische institutionelle Anleger
3.2.2.1.3 Investitionsanalyse: wann lohnt sich die Investition für inländische institutionelle Anleger in eine G-REIT-AG?
3.2.2.2 Ausländische institutionelle Anleger
3.2.2.2.1 Besteuerung ausländischer institutioneller Anleger
3.2.2.2.2 Investitionsanalyse: wann lohnt sich die Investition für ausländische institutionelle Anleger in eine G-REIT-AG?
3.2.3 Immobilienfonds-Gesellschaften als Anteilseigner
3.2.3.1 Offene Immobilienfonds-Gesellschaften in Deutschland
3.2.3.1.1 Besteuerung Offener Immobilienfonds-Gesellschaften in Deutschland
3.2.3.1.2 Investitionsanalyse: wann lohnt sich die Investition für inländische Offene Immobilienfonds-Gesellschaften in eine G-REIT-AG?
3.2.3.2 Geschlossene Immobilienfonds-Gesellschaften in Deutschland
3.2.3.2.1 Besteuerung geschlossener Immobilienfonds-Gesellschaften in Deutschland
4 Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den deutschen Real Estate Investment Trust (G-REIT-AG) als neues Finanzinstrument für Kapitalanlagen, analysiert dessen steuerliche Struktur sowie die Rahmenbedingungen für potentielle Investoren, um eine fundierte Investitionsentscheidung zu ermöglichen.
- Strukturelle Analyse der G-REIT-AG als Anlagevehikel
- Untersuchung der steuerlichen Aspekte, insbesondere der Exit-Tax und Steuerbefreiung
- Differenzierte Investitionsanalyse für natürliche und institutionelle Anleger
- Vergleich der G-REIT-AG mit alternativen Anlageformen wie Immobilien-AGs und Offenen Immobilienfonds
- Evaluierung von Rendite, Risiko, Fungibilität und Diversifizierungseffekten
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Unternehmensgegenstand
In § 1 REITG sind die zulässigen Geschäftsaktivitäten einer G-REIT-AG geregelt. Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b REITG muss sich der Unternehmensgegenstand einer REIT-AG darauf beschränken, in- und ausländisches unbewegliches Vermögen zu erwerben, zu halten, im Rahmen der Vermietung, der Verpachtung und des Leasings einschließlich notwendiger immobiliennaher Hilfstätigkeiten zu verwalten sowie Immobilien zu veräußern. Bei Veräußerungsgeschäften darf die Grenze zum Immobilienhandel i.S.d. § 14 REITG nicht überschritten werden (siehe später Kapitel 2.1.5.3). Unter „unbeweglichem Vermögen“ versteht das Gesetz „Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte sowie vergleichbare Rechte nach dem Recht anderer Staaten“ (§ 3 Abs. 8 REITG). Zum inländischen unbeweglichen Vermögen zählt demnach Eigentum oder dingliche Nutzungsrechte an inländischen Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten mit Ausnahme sogenannter Bestandsmietwohnimmobilien (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a REITG). Bestandsmietwohnimmobilien sind gemäß § 3 Abs. 9 REITG inländische Immobilien, die überwiegend Wohnzwecken dienen und vor dem 1. Januar 2007 erbaut wurden. Der Gesetzgeber schloss die Einbringung solcher Immobilien in eine REIT-AG zum Schutz der Mieter aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation für das REIT-Gesetz dar und umreißt die Struktur sowie die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Analyse der G-REIT-AG und ihrer Anteilseigner.
2 Die G-REIT-AG: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen rechtlichen Merkmale, den Unternehmensgegenstand, die Anforderungen an die Geschäftstätigkeit sowie die steuerlichen Regelungen, inklusive der Exit-Tax, für eine G-REIT-AG.
3 Aktionäre der G-REIT-AG: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte steuerliche Untersuchung und Investitionsanalyse für verschiedene Anlegergruppen, von natürlichen Personen über institutionelle Anleger bis hin zu Immobilienfonds.
4 Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die Attraktivität der G-REIT-AG für spezifische Investoren zusammen und bewertet die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Anlageform für den deutschen Immobilienmarkt.
Schlüsselwörter
G-REIT-AG, REIT-Gesetz, Immobilienanlage, Kapitalanlage, Besteuerung, Exit-Tax, Investitionsanalyse, Anteilseigner, Steuerbefreiung, Immobilien-AG, Offene Immobilienfonds, Institutionelle Anleger, Rendite, Risiko, Diversifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die G-REIT-AG als neues deutsches Finanzinstrument für Immobilienanlagen und bewertet deren Attraktivität und Bedeutung für verschiedene Investorengruppen aus steuerlicher und wirtschaftlicher Sicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die strukturellen Voraussetzungen der G-REIT-AG, die steuerlichen Besonderheiten (insbesondere Exit-Tax), eine detaillierte Investitionsanalyse für verschiedene Anlegergruppen sowie den Vergleich mit alternativen indirekten Immobilienanlagevehikeln.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Anlegern eine Handreichung zu geben, die die steuerlichen, juristischen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der G-REIT-AG aufzeigt, um fundierte Investitionsentscheidungen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine strukturierte Darstellung und Analyse des REIT-Gesetzes sowie eine investitionstheoretische Analyse, basierend auf Literaturhinweisen, Gesetzesmaterialien und bestehenden Vergleichsstudien zur Nach-Steuer-Rendite.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im ersten Teil wird die rechtliche Struktur der G-REIT-AG erläutert. Der zweite Teil widmet sich den verschiedenen Anlegergruppen, beleuchtet deren spezifische Besteuerung und führt eine Investitionsanalyse im Vergleich zu Immobilien-AGs und Offenen Immobilienfonds durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind G-REIT-AG, REIT-Gesetz, steuerliche Rahmenbedingungen, Exit-Tax, Investitionsanalyse, Portfoliodiversifikation und Immobilieninvestitionen.
Welches steuerliche Risiko wird bei der Veräußerung von Immobilien an eine G-REIT-AG hervorgehoben?
Ein zentrales Risiko ist der rückwirkende Entfall der steuerlichen Vergünstigungen (Exit-Tax), sofern bestimmte gesetzliche Anforderungen, wie beispielsweise Haltefristen oder die Nutzung als G-REIT-AG innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums, nicht eingehalten werden.
Warum schneidet die G-REIT-AG im Belastungsvergleich teilweise schlechter ab als die Immobilien-AG?
Das schlechtere Abschneiden wird primär auf die erweiterte Gewerbesteuerkürzung zurückgeführt, die nur Immobilien-AGs, nicht aber G-REIT-AGs, bei der Verwaltung eigenen Grundbesitzes nutzen können, was die Rendite für Investoren in Immobilien-AGs erhöht.
- Quote paper
- Dipl.-Kffr., MBA Anna Carolina Geier (Author), 2007, Der German Real Estate Investment Trust (G-REIT) als neues Instrument für Kapitalanlagen und seine Bedeutung für Investoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83991