Der Text gliedert sich insgesamt in vier große Kapitel, wobei das Erste der umfangreichste Teil ist, da es sich mit den Auswirkungen des GKV-Modernisierungsgesetzes auf die Patienten beschäftigt. Das zweite Kapitel listet die gesetzlichen Bestimmungen für die Ärzte auf. Im dritten Abschnitt werden die Änderungen für die Apotheken angesprochen und das letzte Kapitel enthält die Auswirkungen des Gesetzes für die Krankenkassen. Jedes Kapitel ist nach den einzelnen gesetzlichen Bestimmungen thematisch unterteilt, damit eine gewisse Übersichtlichkeit erreicht wird.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Problem im deutschen Gesundheitswesen
GKV-Modernisierungsgesetz
I Auswirkungen auf die Patienten bzw. Versicherten
Praxisgebühr von 10 Euro
Wahlrecht bei der Kostenerstattung
Kostenerstattung für Versicherte auch bei nicht zugelassenen Leistungserbringern
Eu-weite Erstattung von Lesitungen
Höhere Eigenbeteiligung (Zuzahlungen)
Neue Belastungsgrenzen bei den Zuzahlungen und der Praxisgebühr
Zahnersatz
Brillen und andere Sehhilfen
Weitere Leistungskürzungen
Nicht verschreibungspflichtige Medikamente
Arbeitnehmer müssen Beitrag für Zahnersatz und Krankengeld alleine tragen – Arbeitgeberanteil entfällt
Einführung von Patientenquittungen und Gesundheitskarte
Berücksichtigung von Patienteninteressen und Patientenrechte14
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit
II Auswirkungen auf die Ärzte
Hausärzte als Lotsen
Hausarztsystem
Fortbildungspflicht für Ärzte
III Auswirkungen auf die Apotheken
Neue Arzneimittelpreisverordnung
Rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel unterliegen nicht mehr der Arzneimittelpreisverordnung
Aufhebung des Mehrbesitzverbots
Erlaubnis für Versandhandel
IV Auswirkungen auf die Krankenkassen
Versicherungsfremde Leistungen aus Steuergeldern
Begrenzen der Verwaltungskosten
Versichertenbonus bzw. Bonusprogramme
Fazit
Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit gibt einen systematischen Überblick über das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz) und analysiert dessen Auswirkungen auf die verschiedenen Akteure im deutschen Gesundheitswesen. Ziel ist es, die komplexen gesetzlichen Neuregelungen für Patienten verständlich aufzubereiten und die daraus resultierenden Konsequenzen für Versicherte, Ärzte, Apotheken sowie Krankenkassen kritisch zu beleuchten.
- Struktur und Kernelemente des GKV-Modernisierungsgesetzes
- Konkrete Auswirkungen auf den Leistungsanspruch und die Zuzahlungspflichten der Patienten
- Veränderte Rahmenbedingungen für die vertragsärztliche Versorgung
- Neuerungen im Apothekenwesen und bei der Arzneimittelpreisbildung
- Reformschritte zur finanziellen Konsolidierung der Krankenkassen
Auszug aus dem Buch
Praxisgebühr von 10 Euro
Das GKV-Modernisierungsgesetz sieht vor, dass jeder Versicherungsnehmer seit dem 1. Januar 2004 bei einem Arzt- und Zahnarztbesuch eine Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal zu entrichten hat. Diese Regelung gilt nur für die erstmalige Inanspruchnahme einer ärztlichen Leistung in einem Vierteljahr. Wer mehrfach innerhalb eines Quartals die Dienste desselben Arztes in Anspruch nimmt, muss diese Pauschale nicht noch einmal bezahlen. Ist der Besuch eines Facharztes erforderlich, so kann sich der Patient eine Überweisung von jenem Arzt ausstellen lassen, bei dem er die Gebühr bereits gezahlt hat.
Eine solche zuzahlungsfreie Überweisung ist allerdings nur innerhalb desselben Kalendervierteljahres gültig. Erstreckt sich eine Behandlung bis in das folgende Quartal, so wird erneut die Praxisgebühr fällig. Künftig soll die Pauschale von 10 Euro auch bei ambulanten Krankenhausbehandlungen, bei ärztlichen Leistungen, die telephonisch in Anspruch genommen werden und auch bei der Versorgung in Notfällen erhoben werden. Diese Regelung gilt nicht für Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Schwangerenvorsorge, Untersuchungen zur Brustkrebs- oder Prostatakrebs-Früherkennung, Schutzimpfungen usw. Auch zähnärztliche Kontrolluntersuchungen zählen zu den Präventivmaßnahmen, bei denen keine Praxisgebühren erhoben werden dürfen. Damit soll die Selbstwirksamkeit der Versicherten gestärkt werden, so dass sie eigenverantwortlich mit ihrer Gesundheit umgehen und Handlungskompetenz in Bezug auf die eigene Gesundheit erwerben. Kinder und Jugendliche sind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von derartigen Zuzahlungen befreit. Chronisch kranke Patienten entrichten diese Pauschale ebenfalls, jedoch nur bis zu einer jährlichen Höchstgrenze von 1 % ihres Bruttoeinkommens.
Zusammenfassung der Kapitel
I Auswirkungen auf die Patienten bzw. Versicherten: Dieses Kapitel erläutert die umfangreichen Neuregelungen zur Eigenbeteiligung, wie die Praxisgebühr und veränderte Zuzahlungen, sowie neue Ansprüche wie die Kostenerstattung.
II Auswirkungen auf die Ärzte: Hier werden die Rolle der Hausärzte als Lotsen im Gesundheitssystem sowie die neue Fortbildungspflicht für Ärzte thematisiert.
III Auswirkungen auf die Apotheken: Dieser Abschnitt behandelt die Änderungen durch die neue Arzneimittelpreisverordnung, den Versandhandel und die Aufhebung des Mehrbesitzverbots für Apotheken.
IV Auswirkungen auf die Krankenkassen: Das Kapitel beschreibt Maßnahmen zur Begrenzung von Verwaltungskosten und die Einführung von Bonusprogrammen zur Förderung eines gesundheitsbewussten Verhaltens.
Schlüsselwörter
GKV-Modernisierungsgesetz, Gesundheitsreform, gesetzliche Krankenversicherung, Praxisgebühr, Zuzahlung, Patientenrechte, Hausarztmodell, Arzneimittelpreisverordnung, Solidaritätsprinzip, Eigenverantwortung, Kostenerstattung, Gesundheitskarte, Apothekenwesen, Krankenkassen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit bietet einen verständlichen Einblick in die rechtliche Materie des GKV-Modernisierungsgesetzes von 2004 und dessen Auswirkungen auf die deutsche Gesundheitslandschaft.
Welche Akteure stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Die Untersuchung beleuchtet die direkten Folgen der Reform für Patienten (Versicherte), Ärzteschaft, Apotheken und die gesetzlichen Krankenkassen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzern des Gesundheitssystems einen Überblick über die komplexen gesetzlichen Änderungen zu verschaffen, da diese für Patienten oft nur schwer zugänglich sind.
Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?
Die Autorin stützt sich primär auf eine intensive Auswertung von Gesetzestexten sowie Rechercheergebnisse aus dem Internet, ergänzt durch Fachgespräche.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Zuzahlungsregelungen, Leistungskürzungen, die Einführung der Praxisgebühr sowie strukturelle Anpassungen in der medizinischen Versorgung.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Zentrale Begriffe sind Gesundheitsreform, Solidaritätsprinzip, Eigenbeteiligung, Wirtschaftlichkeit und Patientenorientierung.
Wie wirkt sich die neue Praxisgebühr auf chronisch Kranke aus?
Chronisch Kranke müssen die Praxisgebühr ebenfalls entrichten, sind jedoch durch eine jährliche Belastungsgrenze von 1 % ihres Bruttoeinkommens geschützt.
Welche Kritik übt die Autorin am Fazit?
Die Autorin kritisiert, dass höhere Zuzahlungen die ärmere Bevölkerung vom Arztbesuch abhalten könnten und die Eigenbeteiligung dem solidarischen Versicherungsprinzip widerspricht.
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- Stefanie Karl (Author), 2006, Einblicke in das Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenkassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84008