Menschen, die sich dazu entschließen, den Beruf des Sozialarbeiters/Sozial-pädagogen nachzugehen, begründen ihre Entscheidung oft damit, dass sie mit den Menschen, denen sie helfen wollen, gerne in direktem Kontakt stehen möchten. Das heißt, dass sie nicht über Dritte mit ihnen kommunizieren möchten, sondern von Angesicht zu Angesicht mit ihnen über ihre Anliegen, Probleme oder Wünsche sprechen möchten. Doch was macht es aus, eine erfolgreiche Interaktion, die erforderlich ist zur Konfliktlösung oder Problembewältigung, herzustellen? Inwiefern wirken Kommunikation und Interaktion dabei zusammen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kommunikative Handlungskompetenz
2.1 Annahmen der Berufsanfänger
2.2 Widersprüchliche Momente
3 Kommunikation
3.1 Grundvorstellung von Kommunikation
3.1.1 einfache, gradlinige Kommunikation
3.1.2 dynamische, fortlaufende Kommunikation
3.2 Sprache in der Kommunikation
4 Interaktion
4.1 Sozialpsychologie
4.2 Die Interaktion
4.3 Das Problem der persönlichen Eigenarten in der Interaktion
4.4 Das Problem der Eigendynamik in der Interaktion
4.5 Wahrnehmung von Personen
4.6 Ausdruckzeichen
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Kommunikation und Interaktion im professionellen Kontext der Sozialen Arbeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese beiden Prozesse zusammenwirken, welche Anforderungen an die kommunikative Handlungskompetenz gestellt werden und welche Faktoren die erfolgreiche Wahrnehmung und Interaktion mit Klienten beeinflussen.
- Kommunikative Handlungskompetenzen in der Sozialen Arbeit
- Grundlagen und Modelle der zwischenmenschlichen Kommunikation
- Interaktion als Wechselbeziehung von Aktion und Reaktion
- Die Bedeutung nonverbaler Kommunikation und Ausdruckszeichen
- Herausforderungen in der Personenwahrnehmung
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundvorstellung von Kommunikation
Unter Kommunikation „lat. communicare: teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation 2006: 1) verstehen wir zunächst ganz einfach den Austausch von Informationen zwischen zwei Menschen, die in einer sozialen Begegnung aufeinander treffen. Diese Art von Kommunikation bezeichnet man als „interpersonale Kommuni-kation“ (Forgas 1992: 106). Sprache spielt hier eine entscheidende Rolle. Findet Kommunikation statt, so werden Informationen von einem Sender zu einem Empfänger mittels eines bestimmten Kanals übermittelt. Man kann also sagen, dass der Kommunikationsprozess immer von vier Komponenten bestimmt wird, die alle vier besondere Eigenschaften haben, denen man sich stets bewusst sein sollte (vgl. Forgas 1992: 106).
Kanal: Wählt man als Übertragungsart beispielsweise das Telefon, so werden dem Empfänger weder visuelle Reize, noch Mimik und Gestik übermittelt, so dass uns physikalische Grenzen gesetzt sind und wir in den Strategien der Kommunikation eingeschränkt sind (vgl. Forgas 1992: 106).
Sender und Empfänger: Man sollte sich den Eigenschaften der Gesprächspartner bewusst sein, denn diese beeinflussen oft die Wahl der Kommunikationsstrategie. (Kommunikationsstrategie meint sprachliche Versuche der Beeinflussung, Präsentation und Kontrolle, wobei von Verhaltensmustern Gebrauch gemacht wird, die auf skriptbasierende Standardsituationen zurückzuführen sind (vgl. Piontkowski 1988: 137). Eigenschaften können beispielsweise Intelligenz, Fähigkeiten, Interessen, gemeinsame Hobbies etc. sein (vgl. Forgas 1992: 106).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Kommunikation und Interaktion für den Berufsalltag von Sozialarbeitern ein und stellt die zentrale Forschungsfrage.
2 Kommunikative Handlungskompetenz: Dieses Kapitel erläutert die Erwartungen von Berufsanfängern an soziale Kompetenzen und beleuchtet die inhärenten Widersprüche, denen Sozialarbeiter in ihrem Arbeitsfeld begegnen.
3 Kommunikation: Es werden grundlegende Modelle der Kommunikation, inklusive der Unterscheidung von einfachen und dynamischen Prozessen sowie der Bedeutung von Sprache, detailliert dargelegt.
4 Interaktion: Dieser Abschnitt verknüpft sozialpsychologische Grundlagen mit der Dynamik menschlicher Begegnungen und analysiert Herausforderungen wie Eigenarten, Wahrnehmung und Ausdruckszeichen.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gelungene Interaktion sowohl auf verbalen als auch nonverbalen Fähigkeiten basiert und eine kritische Reflexion des eigenen Beurteilungsprozesses erfordert.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Kommunikation, Interaktion, Handlungskompetenz, Empathie, Sozialpsychologie, Personenwahrnehmung, nonverbale Kommunikation, Ausdruckszeichen, Kommunikationsstörung, zwischenmenschliche Beziehung, Widersprüchlichkeit, Sender-Empfänger-Modell, Schulz von Thun, Dynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Mechanismen von Kommunikation und Interaktion und deren Bedeutung für die professionelle Ausübung der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören kommunikative Handlungskompetenzen, die Analyse des Kommunikationsprozesses, psychologische Aspekte der Interaktion sowie die Rolle nonverbaler Ausdrucksformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Kommunikation und Interaktion aufzuzeigen und zu verdeutlichen, warum beide für eine erfolgreiche professionelle Begegnung essenziell sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene Fachkonzepte (wie die von Schulz von Thun oder Forgas) zusammenführt und auf den Kontext der Sozialen Arbeit bezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: die kommunikative Handlungskompetenz, die theoretische Fundierung der Kommunikation und eine tiefgehende Analyse der sozialen Interaktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Soziale Arbeit, Kommunikation, Interaktion, Empathie und Personenwahrnehmung beschreiben.
Warum spielt die Unterscheidung von "einfacher" und "dynamischer" Kommunikation eine Rolle?
Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, dass Kommunikation nicht nur ein linearer Austausch ist, sondern ein komplexer, wechselseitiger Prozess, der vom sozialen Kontext beeinflusst wird.
Welche Bedeutung haben Ausdruckszeichen in der Interaktion?
Ausdruckszeichen (Symptom, Appell, Symbol) sind essenziell, da sie dem Gegenüber Gefühle oder Handlungsbereitschaften vermitteln und somit den Spielraum der Kommunikation erweitern.
Wie gehen Sozialarbeiter mit den beschriebenen "Widersprüchlichen Momenten" um?
Da Sozialarbeiter oft zwischen gegensätzlichen Polen (wie Nähe vs. Distanz) stehen, benötigen sie eine Vielzahl an Kommunikationstheorien, um in der jeweiligen Situation reflektiert entscheiden zu können.
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- Simone Böckem (Author), 2006, Zusammenhang zwischen Kommunikation und Interaktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84029