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Der Krieg und die Metaphern: Wie die britische und die US-amerikanische Regierung den Krieg gegen den Irak begründen

Title: Der Krieg und die Metaphern: Wie die britische und die US-amerikanische Regierung den Krieg gegen den Irak begründen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Stricharz (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit den Metaphern, die die Führungspersonen der britischen und der US-amerikanischen Regierung zur Er-klärung und Rechtfertigung des Krieges gegen den Irak im Jahre 2003 in ihren Ansprachen, Reden, Interviews etc. vorgebracht haben.

Die zwei zentralen Erkenntnisinteressen der nachstehenden Ausführungen lassen sich folgendermaßen umreißen: Erstens sollen diejenigen Bilder aufgezeigt werden, die häufig genutzt wurden, um den Krieg „begreifbar“ zu machen und ihn zu legitimieren. Zweitens werden diese Bilder besprochen und auf ihre Wirkung bei den Rezipienten hin untersucht.

Um der Wirkung und dem Wesen der Metapher näher zu kommen, hätte es sich in einer Arbeit von größerem Umfang angeboten, auch Aspekte wie die Pragmatik und die Semantik in die Untersuchung mit einzubeziehen. Dies ist in dieser Arbeit jedoch aufgrund der großen Menge von zu bearbeitenden Beispielen nicht erfolgt.

Im ersten Hauptteil meiner Arbeit gebe ich einen einführenden Überblick über Auslegungen und Definitionen des Begriffs der Metapher einiger ausgewählter Linguisten und gängiger Nachschlagewerke und beziehe mich dann explizit auf Metaphern in politischen Reden, Presseveröffentlichungen und Pressekonferenzen und auf die politische Metapher. Hiernach erläutere ich die Methodik, mit der ich beim Sammeln und Untersuchen meiner Quellen vorgegangen bin.

Weitergehend unterteile ich im zweiten Hauptteil die Metaphern zur Rechtfertigung und Erklärung des Krieges, die ich untersucht habe, in drei Hauptthematiken: Metaphern aus dem Bereich der Familie und Freundschaft bzw. Staat als „Person“, Metaphern aus dem Bereich des Krieges und Metaphern mit den Merkmalen niedrig/unten und hoch/oben, die jeweils noch weiter untergliedert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die Metapher

1.1 Metaphern in politischen Reden, Presseveröffentlichungen und Pressekonferenzen

1.2 Die politische Metapher

1.3 Methodik

2. Metaphern zur Rechtfertigung und Erklärung des Krieges

2.1 Metaphern aus dem Bereich der Familie und der Freundschaft / Staat als Person

2.1.1 Staat als Familie

2.1.2 Staat als Person

2.1.2.1 Freunde

2.1.2.2 Verantwortung und Verpflichtung

2.1.2.3 Nachbarschaft

2.1.2.4 Körper

2.1.2.5 Krankheit

2.1.2.6 Charakter und Charakterzüge

2.2 Metaphern aus dem Bereich des Krieges

2.2.1 Bedrohung und Kampf

2.2.2 „Gut“ und „Böse“

2.3 Metaphern mit den Merkmalen niedrig/unten und hoch/oben

2.3.1 Metaphern mit den Merkmalen niedrig/unten

2.3.1.1 Beherrscht werden

2.3.1.2 Zerstören / Stürzen

2.3.1.3 Das „Böse”

2.3.2 Metaphern mit den Merkmalen hoch/oben

2.3.2.1 Aufbruch / Bewegung nach oben

2.3.2.2 Das „Gute”

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert, wie die britische und die US-amerikanische Regierung im Jahr 2003 mithilfe spezifischer Metaphern den Krieg gegen den Irak in der Öffentlichkeit legitimierten und erklärten. Ziel ist es, die zentralen Bildwelten aufzuzeigen, ihre rhetorische Funktion zu diskutieren und ihre Wirkung auf die Rezipienten zu untersuchen.

  • Analyse politischer Metaphorik in Reden und Pressekonferenzen
  • Konzeptualisierung von Staaten als Personen und Familien
  • Militärische Metaphorik zur moralischen Rechtfertigung
  • Orientierung an räumlichen Merkmalen wie oben/unten
  • Rolle der Sprache bei der Identitätsbildung und Feindbildkonstruktion

Auszug aus dem Buch

2.1 Metaphern aus dem Bereich der Familie und der Freundschaft / Staat als Person

Staatsmänner oder politische Redner, die Metaphern aus dem Bereich der Familie und der Freundschaft nutzen, zielen auf die reflexhafte Anerkennung der in diesen Metaphern immanenten urmenschlichen Wertmaßstäbe durch ihre Rezipienten. Bei diesen Wertmaßstäben handelt es sich um Faktoren wie Zusammenhalt, Geborgenheit, jedoch auch um Ausgrenzung von Fremdem. Es geht im Wesentlichen darum, „(...) Bestandteile eines politischen, nationalen oder internationalen Systems mit einzelnen Familienmitgliedern gleichzusetzen und die im Inneren dieses Systems bestehenden Beziehungen als Verwandtschaftsverhältnisse zu begreifen.“ Die Beziehungen, die Familienmitglieder untereinander pflegen sollten, werden also in die Sphäre des Politischen transportiert. George Lakoff schreibt dazu: „Part of our conceptual systems, (...) is a common metaphorical conception of the Nation As Family, with the government, (...) seen as an older male authority figure, typically a father.” Dies geschieht in der Erwartung, dass sich der Rezipient, oder konkreter, der angesprochene Bürger, verstärkt mit seinem Staate verbunden fühlt und dass der Staat wiederum als Hort der Eintracht und der Verbundenheit gelten kann.

Lakoff sieht das ähnlich, nur engt er in Metaphor and War die Wahrnehmung des Staates durch den Rezipienten auf die Wahrnehmung einer Person ein und klassifiziert diese Art der Metapher als ontological metaphor. Abstrakte Kategorien werden mit konkrete Erfahrungen gleichgesetzt und tragen daher zum Verständnis des abstrakten Konzepts bei: „Personification is a special type of ontological metaphor, as it attributes characteristics of living creatures to abstract concepts.“ Diese Person hat soziale Beziehungen, Freundschaften und Feindschaften und fügt sich mehr oder weniger gut in ein soziales Netz einer „world community“ ein. Auch hat sie Launen und Stimmungsschwankungen, die für Aufruhr in der Gemeinschaft sorgen. Weitergehend setzt er das gute Funktionieren eines Staates mit Gesundheit gleich.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Definition der Forschungsinteressen, die sich auf die Legitimierung des Irak-Krieges 2003 durch Metaphern konzentrieren.

1. Die Metapher: Theoretische Grundlagen und linguistische Definitionen sowie die Einordnung der Metapher als Mittel politischer Rhetorik.

2. Metaphern zur Rechtfertigung und Erklärung des Krieges: Untersuchung der verschiedenen Metaphernfelder, die von der US- und britischen Regierung verwendet wurden, um den Krieg moralisch zu begründen.

3. Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse, wobei die Dominanz der „Staat als Person“-Metapher hervorgehoben wird, ergänzt durch ein kritisches Schlusszitat.

Schlüsselwörter

Metaphern, Irak-Krieg, politische Rhetorik, George W. Bush, Tony Blair, Staat als Person, conceptual metaphor, Kriegslegitimierung, politische Sprache, Familie, Feindbilder, Militärmetaphorik, framing, politische Kommunikation, Diskursanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Strategie der britischen und US-amerikanischen Regierung während des Irak-Krieges 2003, insbesondere die Verwendung von Metaphern in öffentlichen Reden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf Metaphern aus dem Familien- und Freundschaftsbereich, den „Staat als Person“-Vergleich sowie kriegerische und räumliche Metaphern (oben/unten).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll aufgezeigt werden, wie diese Bilder genutzt wurden, um den Krieg für die Bevölkerung moralisch „begreifbar“ und legitim zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin analysiert ein Korpus aus Reden, Interviews und Pressemitteilungen von Politikern im Zeitraum vom 07.10.2002 bis 07.09.2003 und wertet diese linguistisch aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in das Wesen der Metapher und die detaillierte Klassifizierung und Analyse der im Irak-Konflikt genutzten Metaphernfelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Metapher, politische Rhetorik, Kriegslegitimierung, Staats-Personifizierung und framing.

Warum wird der „Staat als Person“-Vergleich so prominent behandelt?

Laut der Analyse ist dies das am häufigsten auftretende Metaphernfeld, da es die Komplexität internationaler Politik auf verständliche, menschliche Kategorien wie „Freund“ oder „Feind“ reduziert.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen „Gut“ und „Böse“ in der Arbeit?

Diese binäre Einteilung dient laut Autorin dazu, Kritik an der Politik des Irak-Krieges durch moralischen Druck zu verhindern und die Solidarität mit der eigenen Regierung zu stärken.

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Details

Title
Der Krieg und die Metaphern: Wie die britische und die US-amerikanische Regierung den Krieg gegen den Irak begründen
College
University of Hamburg  (Institut für Anglistik)
Course
Metaphor and Metonymy
Grade
1,0
Author
Katharina Stricharz (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V84063
ISBN (eBook)
9783638004671
ISBN (Book)
9783638912372
Language
German
Tags
Krieg Metaphern US-amerikanische Regierung Krieg Irak Metaphor Metonymy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Stricharz (Author), 2003, Der Krieg und die Metaphern: Wie die britische und die US-amerikanische Regierung den Krieg gegen den Irak begründen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84063
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