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"Hören, lauschen, lernen". Sinnvolles Trainingsprogramm zur Schulung der phonologischen Bewusstheit?

Title: "Hören, lauschen, lernen". Sinnvolles Trainingsprogramm zur Schulung der phonologischen Bewusstheit?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katrin Keller (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

Bis in die achtziger Jahre hinein war die Rechtschreibdidaktik der Auffassung, dass Kinder sich beim Schreiben- und Lesenlernen „Wortbilder“ bzw. zwei
Symbolsysteme (Laute und Buchstaben) einprägen und deren Zusammenhänge (Phonem-Graphem-Korrespondenzen) im Gedächtnis speichern würden. Aus diesem Grund achteten die Lehrer strikt darauf, dass die Kinder nichts schrieben, was der Norm nach falsch war. Hatten die Kinder Probleme beim Schriftspracherwerb, so wurde dies auf auditive und visuelle „Teilleistungsstörungen“
zurückgeführt. Heute weiß man, dass das Hauptproblem beim Schriftspracherwerb ein kognitives ist. Die Kinder müssen den Aufbau und die Funktion unserer alphabetischen
Schrift verstehen. Das Grundprinzip lässt sich darin sehen, dass die Schrift Informationen über die phonologische Gestalt der Wörter enthält. Den Phonemen
unserer Sprache sind Grapheme (dies können Buchstaben sein, aber auch Kombinationen von Buchstaben wie beim <sch> oder beim <ie>) zugeordnet. Um ein Wort schreiben zu können, müssen die Kinder lernen, von der Bedeutung des Worts zu abstrahieren und sich auf dessen Klang zu konzentrieren. Dies ist für die Kinder nicht einfach, da sie Wörter auf die Bedeutung und den Handlungszusammenhang beziehen: „Geburtstag heißt Geburtstag, weil man dann Geschenke bekommt“. Es bedarf einer hohen Abstraktionsleistung, vom Handlungs- und Bedeutungskontext abzusehen und sich auf die lautliche Gestalt eines Wortes zu konzentrieren. Schwierigkeiten bei der Einsicht in den Phonemaufbau von Wörtern und den analytischen Umgang mit Phonemen gelten heute unter dem Begriff „phonologische Bewusstheit“ als Kernproblem der Lese- Rechtschreibschwäche. Vor allem die kognitionspsychologisch orientierte Forschung
beschäftigt sich mit der Bedeutung von Teilleistungen, zu der die phonologische Bewusstheit zählt, für den Schriftspracherwerb. Es wird betont, dass ein frühes Training der phonologischen Bewusstheit, die als Vorläuferfähigkeit für den Schriftspracherwerb verstanden wird, positive Wirkungen auf die Lese- und Rechtschreibkompetenzen in der Grundschule hat. Auf dem Markt gibt es mittlerweile zahlreiche Trainingsprogramme, die das Ziel verfolgen, das phonologische Bewusstsein von Kindern zu verbessern. In dieser Arbeit wird das
Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen“ zur Förderung der phonologischen Bewusstheit für Kinder im Vorschulalter vorgestellt und kritisch
betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Phonologische Bewusstheit

3 Würzburger Trainingsprogramm

3.1 Teilbereiche des Würzburger Trainingsprogramms

4 Ideen-Kiste „Schrift-Sprache“

4.1 Die acht Lernfelder der „didaktischen Landkarte“

5 Schlussbetrachtung

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das "Würzburger Trainingsprogramm" zur Förderung der phonologischen Bewusstheit im Vorschulalter und stellt dieses der "Ideen-Kiste" nach Brügelmann und Brinkmann gegenüber, um die Eignung und den Nutzen beider Ansätze für den frühen Schriftspracherwerb zu bewerten.

  • Kritische Analyse des Würzburger Trainingsprogramms
  • Definition und Bedeutung der phonologischen Bewusstheit
  • Vergleich kognitionspsychologischer vs. entwicklungspsychologischer Ansätze
  • Diskussion zur Eignung spezifischer Trainingsübungen für Vorschulkinder
  • Vorstellung der "Ideen-Kiste" als differenzierter Ansatz im Anfangsunterricht

Auszug aus dem Buch

Die acht Lernfelder der „didaktischen Landkarte“

Aufbau der Schrift Ziel dieses Lernfeldes ist es, dass die Kinder erkennen, dass unsere Schrift keine Begriffsschrift ist, sondern dass sie etwas mit der Lautform unserer gesprochenen Sprache zu tun hat. Diese Erkenntnis stellt sich bei den Kindern nicht von heute auf morgen ein, sondern sie tasten sich langsam heran. Dabei entstehen oft so genannte „Skelettschreibungen“, bei denen die Kinder nur die markantesten Laute eines Worts abbilden, z.B. „LKMTWE“ für „Lokomotive“. Mit der Zeit hören die Kinder immer mehr Laute und werden immer sicherer darin, ein Wort möglichst vollständig abzuhören und zu verschriften.

Buchstabenkenntnis Für flüssiges Lesen ist es eine wichtige Voraussetzung, dass die Kinder die Buchstaben sicher unterscheiden und dem entsprechenden Laut zuordnen können. Auch beim Schreiben ist es nur vorteilhaft, wenn man nicht über die Form eines Buchstaben grübeln muss, sondern ihn sofort abrufen kann. Wichtig ist auch, dass die Kinder lernen, die wichtigen Elemente der Buchstaben zu erkennen, so dass sie „überflüssige“ grafische Details von den wichtigen Informationen (der Grundform) unterscheiden können, wie z.B. bei diesem Buchstaben: F.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Wandlung der Rechtschreibdidaktik ein und benennt die phonologische Bewusstheit als zentrales Element für den Schriftspracherwerb.

2 Phonologische Bewusstheit: Hier werden der Begriff der phonologischen Bewusstheit definiert und der aktuelle Forschungsstand zur Bedeutung für den Schriftspracherwerb dargelegt.

3 Würzburger Trainingsprogramm: Dieses Kapitel beschreibt den strukturellen Aufbau des Programms und dessen Zielsetzung als präventive Maßnahme für Vorschulkinder.

3.1 Teilbereiche des Würzburger Trainingsprogramms: Eine detaillierte Untersuchung der einzelnen Übungsbereiche wie Lauschspiele, Reime, Silbenanalyse und Phonemanalyse erfolgt in diesem Abschnitt.

4 Ideen-Kiste „Schrift-Sprache“: Dieser Teil stellt einen entwicklungspsychologisch orientierten Ansatz vor, der individuelle Aneignungswege des Kindes betont.

4.1 Die acht Lernfelder der „didaktischen Landkarte“: Eine Erläuterung der acht zentralen Lernfelder, die als Grundlage für die Arbeit mit der Ideen-Kiste dienen.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Kritik am Würzburger Programm zusammen und hebt den differenzierten Ansatz der Ideen-Kiste hervor.

6 Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Würzburger Trainingsprogramm, Ideen-Kiste, Vorschulalter, Rechtschreibdidaktik, Lautanalyse, Silbengliederung, Schriftverwendung, Legasthenie, Phonemanalyse, Lautsynthese, Anfangsunterricht, Didaktische Landkarte, Schriftsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit von Trainingsprogrammen zur Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Kindern im Vorschulalter.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Felder sind der Schriftspracherwerb, die phonologische Bewusstheit sowie die Methoden des Anfangsunterrichts.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Reflexion des "Würzburger Trainingsprogramms" und die Gegenüberstellung mit dem alternativen Konzept der "Ideen-Kiste".

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Fachliteratur sowie kognitions- und entwicklungspsychologische Ansätze kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung des Würzburger Programms samt seiner Schwächen und eine Vorstellung der "Ideen-Kiste" als differenziertes Lernangebot.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Kernbegriffe sind phonologische Bewusstheit, Prävention, Schriftspracherwerb, Didaktik und die kritische Analyse von Lernmethoden.

Warum kritisiert die Autorin die Lautierungsübungen im Würzburger Programm?

Die Autorin bemängelt, dass Wörter oft losgelöst von der lautlichen Alltagswirklichkeit der Kinder nach dem Schriftbild lautiert werden, was für Vorschulkinder ohne Schrifterfahrung keinen Sinn ergibt.

Was versteht man unter dem Begriff "Skelettschreibung"?

Es handelt sich um eine frühe Stufe des Schreiblernens, bei der Kinder nur die lautlich markantesten Konsonanten eines Wortes abbilden.

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Details

Title
"Hören, lauschen, lernen". Sinnvolles Trainingsprogramm zur Schulung der phonologischen Bewusstheit?
College
University of Wuppertal
Course
Legasthenie?
Grade
1,7
Author
Katrin Keller (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V84072
ISBN (eBook)
9783638004725
ISBN (Book)
9783638912402
Language
German
Tags
Hören Sinnvolles Trainingsprogramm Schulung Bewusstheit Legasthenie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Keller (Author), 2005, "Hören, lauschen, lernen". Sinnvolles Trainingsprogramm zur Schulung der phonologischen Bewusstheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84072
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