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Hospizarbeit in Deutschland- Gespräche mit Schwerkranken und Sterbenden

Titel: Hospizarbeit in Deutschland- Gespräche mit Schwerkranken und Sterbenden

Diplomarbeit , 2002 , 96 Seiten , Note: 2

Autor:in: Kati Franke (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie auch im Sterben zu achten und zu schützen,
ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(Artikel 1 - Verfassung des Freistaates Thüringen)

880.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland, davon 220.000 an Krebs (Herrlein, 1999). In den Industriestaaten wird häufig der soziale vor dem physischen Tod aus Einsamkeit und Isolierung gestorben. Denn das soziale Umfeld verkleinert sich, die soziale Versorgung lässt nach. Aus diesem vorprogrammierten Sterben versuchen Menschen auszubrechen. Sie wollen nicht um ihren eigenen Tod betrogen werden (Lugton, 1995). Der Betrug erfolgt in den Krankenhäusern - Sterbeort für fast die Hälfte aller Bundesbürger. In den meisten Kliniken ereignet sich der Tod ohne Rücksicht auf psychosoziale Bedürfnisse von bedeutenden Ereignissen wie dem Sterben trotz Sozialdienst mehr oder weniger als "Unfall" (Orschott, 2000). Pflegepersonal, welches massiert, sich unterhält und damit den Verbrauch von Beruhigungsmitteln senkt, ist selten (Hennezel, 1996). Ärzte wenden derartige Methoden ebenfalls nicht an. Sie sind im Studium wie am Arbeitsplatz in straffen hierarchischen Strukturen sozialisiert (Flender, 2001a). Unsere Leistungsgesellschaft hat keinen Platz für Schwächen und Absagen an Kraft und Gesundheit. Grund des Lebens ist aber die Erkenntnis der eigenen Bedürftigkeit und nicht Leistung (Knebel, 2001). Für Missachtung dessen sprechen die Anti-Aging-Bewegung mit prominenten Werbepartnern wie Iris Berben sowie Diäthinweise in Frauen- und Männerzeitschriften. Das Singleleben wird angepriesen. Ein-Personen-Haushalte nehmen zu. Seit 1900 hat sich die Zahl derer verfünffacht. Scheidungsraten steigen. Gesprochen wird von der Ersetzbarkeit des Menschen und der Kleinfamilie (Rest, 1998). Wie sind unsere Erfahrungen mit dem Verlust, Altwerden und dem Tod - der Großeltern beispielsweise? Durfte getrauert werden?

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Definitionen

3. Geschichte

4. Voraussetzungen der hospizlichen Arbeit

4.1 Bedürfnisse Sterbender

4.2 Vergleich mit den Prinzipien der Sozialarbeit

5. Aufgaben eines Sozialarbeiters im Hospiz

5.1 Kritische Lebensereignisse und Krisenintervention

5.2 Angehörigenarbeit und Trauerbegleitung

5.3 Verbale und non-verbale Kommunikation

5.3.1 Das erste Gespräch

5.3.2 Phasen des Sterbeprozesses: Fragen und Antworten

6. Hilfestellung für sozialarbeiterische Arbeit im Hospiz

6.1 Grenzen bei der Arbeit

6.2 Prävention von Burn- Out: Lösungsvorschläge

7. Finanzierung

8. Qualitätssicherung und Zukunftsperspektiven

8.1 Professionalisierung - ja oder nein

8.2 Reflexion

8.3 Ausbildung

9. Fazit & Ausblick: Wieviele Hospize braucht Deutschland?

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Aufgabenbereiche von Sozialarbeitern in der Hospizbewegung, um ein ganzheitliches Verständnis von Sterbebegleitung und Palliativmedizin in Deutschland zu fördern und die Notwendigkeit psychosozialer Unterstützung in der letzten Lebensphase aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung und philosophische Grundlagen der Hospizbewegung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Rollenverständnis von Sozialarbeitern im Hospiz
  • Methoden der Krisenintervention und Trauerbegleitung
  • Herausforderungen in der Kommunikation mit Schwerkranken und Angehörigen
  • Qualitätssicherung, Finanzierung und Zukunftsperspektiven des Hospizwesens

Auszug aus dem Buch

5.3.2 Phasen des Sterbeprozesses: Fragen und Antworten

Über den eigentlichen Sterbeprozess liegen relativ wenig Befunde vor. Ein Nachlassen kognitiver Leistungsfähigkeit, stärkeres Ausgeprägtsein verschiedener Abwehrmechanismen und z.T. extreme Stimmungsschwankungen sind als Komponenten eines "präfinalen Syndroms" mit zunehmend geringerer zeitlicher Distanz zum eigenen Tode nachweisbar. Zusätzlich lässt sich oft noch eine gewisse Fixierung auf einzelne Persönlichkeitsbereiche und/oder Lebensthemen feststellen. Relativ sicher scheint, dass eine tief verankerte Akzeptanz des vorangegangenen Lebens die Akzeptanz des eigenen Sterbens nach sich ziehen kann (Munnichs, 1972).

Sterbeprozesse durchlaufen verschiedene Phasen. Sie ereignen sich parallel, in anderer Reihenfolge oder treten nicht auf (Kübler-Ross, 1982). Dabei ist die Wirkung von verabreichten Medikamenten zu beachten und folgende Fragen sind zu stellen: Wie würde er den besten Aspekt seiner selbst beschreiben, das höchste Potential, das er erreichen kann? Welche Schritte könnten getan werden, um dieses Potential zu verwirklichen. Kann derjenige sein Leiden als Katalysator nutzen, um Aspekte seines Lebens zu verändern, von denen er weiß, dass sie ohnehin verändert werden müssen (Longaker, 1997)? Die folgenden Phasen sind zu Beginn Heinrich Peras einschlägiger Literatur entnommen und werden um Phasen anderer Autoren mit den häufigsten Fragen von Sterbenden in diesen Zeiträumen ergänzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die aktuelle Situation des Sterbens in Deutschland und die Notwendigkeit einer menschlicheren Begleitung durch die Hospizbewegung.

2. Definitionen: Erläutert zentrale Begriffe wie Tod, Sterbebegleitung, Sterbehilfe und definiert, was eine Hospizeinrichtung ausmacht.

3. Geschichte: Skizziert die historischen Wurzeln der Hospizbewegung von den Anfängen des Christentums bis zur modernen Entwicklung in Deutschland.

4. Voraussetzungen der hospizlichen Arbeit: Beleuchtet die ethischen Grundlagen, Teamstrukturen und die spezifischen Bedürfnisse Sterbender.

5. Aufgaben eines Sozialarbeiters im Hospiz: Analysiert den Einsatz von Sozialarbeitern in der Kommunikation, Krisenintervention und Angehörigenarbeit.

6. Hilfestellung für sozialarbeiterische Arbeit im Hospiz: Diskutiert berufliche Grenzen und Maßnahmen zur Prävention von Burn-Out im Helferteam.

7. Finanzierung: Beschreibt die komplexen Strukturen der Kostenabsicherung und gesetzlichen Rahmenbedingungen für Hospize.

8. Qualitätssicherung und Zukunftsperspektiven: Setzt sich kritisch mit Standards, Professionalisierung und Ausbildungsanforderungen auseinander.

9. Fazit & Ausblick: Wieviele Hospize braucht Deutschland?: Bewertet den aktuellen Bedarf und plädiert für eine bessere Integration in das Gesundheitssystem.

10. Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Diplomarbeit zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Bewusstseinswandels.

Schlüsselwörter

Hospizarbeit, Sterbebegleitung, Sozialarbeit, Palliativmedizin, Trauerbegleitung, Krisenintervention, Symptomkontrolle, Lebensqualität, Ehrenamt, Berufsethik, Sterben, Tod, Patientenverfügung, Interdisziplinäres Team, Burn-Out-Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Beitrag der Sozialarbeit zur Hospizarbeit in Deutschland und der Unterstützung schwerkranker und sterbender Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Sterbebegleitung, der Kommunikation, dem interdisziplinären Teamgefüge, der Angehörigenarbeit sowie den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Rolle des Sozialarbeiters im Hospiz zu definieren und aufzuzeigen, wie ganzheitliche Sterbebegleitung unter Einbeziehung psychosozialer Aspekte gelingen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Praxisbeispielen sowie persönlichen Mitteilungen, um die Theorie mit dem realen Hospizalltag zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bedarfsanalyse, Aufgabenbereiche wie Gesprächsführung und Krisenintervention, die Abgrenzung zur professionellen Überlastung sowie Fragen der Qualitätssicherung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hospizbewegung, Sterbebegleitung, Sozialarbeit, Interdisziplinarität und Bedürfnisorientierung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Sozialarbeiters von der des medizinischen Personals?

Der Sozialarbeiter fokussiert sich primär auf die soziale, emotionale und biographische Dimension der Begleitung, während das medizinische Personal die symptomatische Schmerztherapie verantwortet.

Welche Bedeutung kommt der Trauerbegleitung zu?

Sie wird als fester Bestandteil der Sterbebegleitung verstanden, um Angehörigen bei der Bewältigung des Verlusts zu helfen und pathologische Trauerverläufe zu verhindern.

Warum ist die Abgrenzung für Sozialarbeiter im Hospiz so essenziell?

Aufgrund der emotionalen Belastung durch das Miterleben des Sterbens ist die professionelle Distanzierung notwendig, um Burn-Out zu vermeiden und langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hospizarbeit in Deutschland- Gespräche mit Schwerkranken und Sterbenden
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (FB Sozialwesen)
Note
2
Autor
Kati Franke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
96
Katalognummer
V8409
ISBN (eBook)
9783638153867
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hospizarbeit Deutschland- Gespräche Schwerkranken Sterbenden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kati Franke (Autor:in), 2002, Hospizarbeit in Deutschland- Gespräche mit Schwerkranken und Sterbenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8409
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Leseprobe aus  96  Seiten
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