Egal ob Saturday Night Fever, Bodyguard oder Titanic, zu den erfolgreichsten Kinofilmen aller Zeiten gehören auch fast immer die meistverkauften Filmmusiken. Die Zuschauer lassen nicht nur die Kinokassen klingeln, sondern kaufen sich auch den Soundtrack zum Film, um zu Hause weiterträumen zu können. Diese Entwicklung zeigt, dass es einen großen Zusammenhang gibt zwischen dem Film und der Geschichte, die er erzählt und der dazugehörigen Filmmusik. Schon in den Anfängen des Films hatte Filmmusik eine wichtige Funktion. In der Epoche des Tonfilms wurde live während der Vorstellung Klavier- oder Orchestermusik gespielt, um wichtige Passagen in der Handlung auch auditiv untermalen zu können und um den ganzen Film etwas „aufzupeppen“. Seit der Entwicklung des Tonfilms wird die Filmmusik auf einer magnetischen Tonspur aufgezeichnet und wiedergegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Metafunktionen der Filmmusik
2.1 Rezeptionspsychologische Metafunktionen
2.2 Ökonomische Metafunktionen
3. Funktionen der Filmmusik im engeren Sinn
3.1 Dramaturgische Funktion
3.2 Narrative Funktion
3.3 Strukturelle Funktion
3.4 Persuasive Funktion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Rollen und Wirkungsmechanismen von Filmmusik. Ziel ist es, ein theoretisches Verständnis dafür zu entwickeln, wie Musik als zentraler Gestaltungsfaktor die dramaturgische Erzählung stützt, ökonomische Vermarktungsprozesse beeinflusst und die emotionale Rezeption beim Zuschauer gezielt steuert.
- Historische Entwicklung der Filmmusik vom Stummfilm zum Tonfilm
- Klassifizierung in Metafunktionen und Funktionen im engeren Sinne
- Rezeptionspsychologische Aspekte und Gemeinschaftsbildung im Kino
- Ökonomische Verflechtungen zwischen Filmindustrie und Musikmarkt
- Dramaturgische, narrative, strukturelle und persuasive Wirkweisen
Auszug aus dem Buch
Die Funktionen im engeren Sinn
Die Funktionen im engeren Sinn werden in vier Funktionskategorien eingeteilt: die dramaturgische, die narrative, die strukturelle und die persuasive Funktion (vgl. ebd., S. 69). Zur dramatischen Funktion gehört es, wenn die Musik Spannung in einem Film erzeugt. Außerdem gehört hierzu auch, „wenn sie die seelischen Zustände eines Akteurs verdeutlicht“ (Mikos 2003, S.232). Zu den narrativen oder epischen Funktionen zählt die Unterstützung der Erzählung durch Filmmusik, „um so eine kritische oder eine ironische Distanz zu den Bildern auszudrücken“ (ebd., S. 232). Durch verschiedene Musikgenre und –stile wird Filmmusik angewandt um die erzählte Zeit zu verdeutlichen. Wenn eine Filmszene z.B. in einem Jazzclub spielt, dann sollten die Zuschauer auch Jazzmusik hören können, um diese Situation als authentisch empfinden zu können.
Zu den strukturellen Funktionen gehört „die Verdeckung bzw. Betonung von Schnitten, sowie die Akzentuierung von Einzeleinstellungen und Bewegungen“ (Bullerjahn 2001, S. 71). Außerdem gehören auch Titel – und Nachspannmusik zu dieser Funktionsebene. „Die Titelmusik hat oft den Charakter einer spektakulären Eröffnung, […], kann aber auch zu einer gesonderten, spektakulären Filmszene ausgebaut werden“ (Hickethier 2001, S. 100f). Der Nachspann ist dann häufig nur die Wiederholung der Titelmelodie oder eine leichte Abwandlung davon.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung der Filmmusik ein und definiert Filmmusik als wesentlichen Gestaltungsfaktor innerhalb des filmischen Gesamtkontextes.
2. Metafunktionen der Filmmusik: Hier wird zwischen rezeptionspsychologischen Funktionen, wie der Überdeckung von Störgeräuschen und dem Aufbau eines Gemeinschaftsgefühls, sowie ökonomischen Funktionen, wie der Soundtrack-Vermarktung und dem US-Deal, unterschieden.
3. Funktionen der Filmmusik im engeren Sinn: Das Kapitel analysiert die spezifischen Wirkweisen von Filmmusik, unterteilt in die dramaturgische, narrative, strukturelle und persuasive Ebene, welche das Zuschauererleben direkt beeinflussen.
Schlüsselwörter
Filmmusik, Tonfilm, Metafunktionen, Rezeptionspsychologie, Filmmusikökonomie, US-Deal, Dramaturgie, Narration, Strukturelle Funktion, Persuasion, Soundtrack, Filmgestaltung, Musikwissenschaft, Medienanalyse, Zuschauerwirkung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Funktionen, die Musik in einem Film einnehmen kann, und wie diese die Wahrnehmung des Zuschauers beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Unterscheidung zwischen Metafunktionen (rezeptionspsychologisch und ökonomisch) und den Funktionen im engeren Sinne (dramaturgisch, narrativ, strukturell, persuasiv).
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, Filmmusik als funktionales Element zu begreifen, das weit über die bloße Untermalung hinausgeht und aktiv den Sinngehalt des Films mitgestaltet.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturanalytische Arbeit, die auf musikwissenschaftlichen und medienwissenschaftlichen Theorien von Autoren wie Bullerjahn, Hickethier und Mikos basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird systematisch dargelegt, wie Filmmusik ökonomisch vermarktet wird und welche spezifischen narrativen und dramaturgischen Aufgaben sie innerhalb einer Filmszene übernimmt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind Begriffe wie funktionale Musik, dramaturgische Unterstützung, ökonomische Metafunktionen und persuasive emotionale Wirkung.
Wie unterscheidet sich eine "Metafunktion" von einer Funktion im engeren Sinn?
Metafunktionen betreffen eher die allgemeinen Rahmenbedingungen wie Ökonomie oder psychologische Atmosphäre, während Funktionen im engeren Sinne direkt auf die innere Dramaturgie und Erzählstruktur des Films einwirken.
Welche Bedeutung hat der sogenannte "US-Deal" in diesem Kontext?
Der US-Deal beschreibt eine ökonomische Strategie, bei der gezielt Plätze in erfolgreichen Filmen oder Serien für die Vermarktung von Musikstücken freigehalten werden, um eine Synergie zwischen Film und Musikindustrie zu schaffen.
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- Bachelor of Arts in Social Science Christoph Tautz (Author), 2004, Funktionen von Filmmusik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84101