Mit der weiten Verbreitung des World Wide Web1 (im weiteren Verlauf als WWW bezeichnet) als aktuelles in sich vernetztes Medium mit verschiedensten Darstellungsmöglichkeiten entstand ein schneller, unkomplizierter, überall verfügbarer Zugang zu einer Fülle von Information.
Auch traditionsreichen Wissensspeichern wie Lexika bietet dieses Medium neue Perspektiven zur Verbesserung und Weiterentwicklung. Schnell lassen sich erste Übereinstimmungen z.B. bei der Informationspräsentation in kurzen Einheiten und der Kombination von Text und Bild zur Erläuterung eines Gegenstands finden. So ist in der Fachwelt mittlerweile unbestritten, dass sich hier Chancen auftun von unbefriedigenden Strukturen wie der alphabetischen Ordnung und unhandlichen Verweissystemen zu neuen effizienteren Formen der Informationsspeicherung und -findung zu gelangen.
In wie weit sich die sogenannte Online-Lexikographie von traditionellen Verfahren und Strukturen der Print-Lexika bereits gelöst hat, um diese neuen Möglichkeiten wahrnehmen zu können, aber auch welche neuen Probleme und Hürden sich ihr in den Weg stellen, soll anhand des Beispiels Der Brockhaus in einem Band (im weiteren Verlauf als B1 bezeichnet), untersucht werden.
Vor den Darstellungen der konkreten Ziele der Ausarbeitung und ihrem Aufbau, erfolgen zunächst in den Kapiteln 1.1-1.3 Begriffsabgrenzungen aus der Lexikographie, ein Entwicklungsüberblick der durch den B1 als Beispiel gewählten Textgattung Enzyklopädie und Näheres zum Verlag F.A.Brockhaus (im weiteren Verlauf als FAB bezeichnet).
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Begriffsabgrenzungen
1.2 Geschichte der Enzyklopädie
1.3 Der Verlag F.A.Brockhaus
1.4 Zielsetzung
1.5 Aufbau und Strukturierung der Arbeit
1.6 Schreibweisen etc.
2 Der Brockhaus in einem Band als Beispiel für eine Enzyklopädie
2.1 Allgemeine Merkmale von einsprachigen Print-Lexika
2.1.1 Makrostruktur
2.1.2 Lemmaselektion
2.1.3 Linguistische Informationen
2.1.4 Mikrostruktur
2.1.5 Enzyklopädische Informationen
2.1.6 Verweisstruktur
2.1.7 Wörterbuchteile
2.2 Das Beispiel: Der Brockhaus in einem Band
2.2.1 Einleitung
2.2.2 Lexikalischer Aufbau und Strukturen
2.2.2.1 Makrostruktur
2.2.2.2 Lemmaselektion
2.2.2.3 Linguistische Informationen
2.2.2.4 Mikrostruktur
2.2.2.5 Enzyklopädische Informationen
2.2.2.6 Verweisstruktur
2.2.2.7 Wörterbuchteile
3 Die Umsetzung des Brockhaus in einem Band für das WWW als Beispiel für ein Online-Lexikon
3.1 Informationeller Mehrwert von Online-Lexika
3.1.1 Allgemeine Definition des Informationellen Mehrwerts
3.1.2 Mehrwert maschinellerstellter und elektronischpublizierter Produkte
3.1.3 Mehrwert durch Hypermedia
3.1.3.1 Integrativer Mehrwert durch Multimedia
3.1.3.2 Inhärenter Mehrwert durch die nicht-lineare Organisationsform des Hypertexts
3.1.3.3 Agglomerativer Mehrwert durch die Möglichkeit der externen Vernetzung verschiedener Informationsdienstleistungen im WWW
3.1.3.4 Inhärenter Mehrwert durch die Kommunikationsformen des WWW (Interaktivität)
3.1.3.5 Inhärenter Mehrwert durch die Möglichkeit der permanenten Aktualisierbarkeit einer Informationsdienstleistung im WWW
3.1.3.6 Komparativer Mehrwert durch den Wegfall von Umfangsbeschränkungen bei elektronischen Informationssystemen
3.2 Das Beispiel: Der Brockhaus in einem Band als Umsetzung für das WWW
3.2.1 Einleitung
3.2.2 Die Tanto Xipolis GmbH und Xipolis.NET
3.2.3 Technische Umsetzung
3.2.4 Untersuchungen zur Mehrwertentstehung durch Hypermedia Aspekte
3.2.4.1 Integrativer Mehrwert durch Multimedia
3.2.4.2 Inhärenter Mehrwert durch die nicht-lineare Organisationsform des Hypertexts
3.2.4.3 Agglomerativer Mehrwert durch die Möglichkeit der externen Vernetzung verschiedener Informationsdienstleistungen im WWW
3.2.4.4 Inhärenter Mehrwert durch die Kommunikationsformen des WWW (Interaktivität)
3.2.4.5 Inhärenter Mehrwert durch die Möglichkeit der permanenten Aktualisierbarkeit einer Informationsdienstleistung im WWW
3.2.4.6 Komparativer Mehrwert durch den Wegfall von Umfangsbeschränkungen bei elektronischen Informationssystemen
3.2.5 Untersuchungen zur Web Usability (Usability Evaluations)
3.2.5.1 Usability Inspektionen
3.2.5.1.1 Inspektion der gesamten Webseite von F.A.Brockhaus
3.2.5.1.2 Inspektion des B1-Online
3.2.5.2 Usability Tests
4 Fazit: Der Brockhaus in einem Band Print vs. Online
5 Ausblick: (Notwendige) Entwicklungen im Bereich der Online-Lexikographie
5.1 Blick auf F.A.Brockhaus
5.1.1 Die Zukunft des Brockhaus in einem Band – Online
5.1.2 Andere Projekte
5.2 Neue Aspekte für die (Online-)Lexikographie
5.3 Web Usability Kriterien für Online-Lexika (Richtlinienkatalog)
5.4 Schlusswort
6 Glossar
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Vergleich zwischen traditionellen Print-Lexika und modernen Online-Lexika am Beispiel des „Brockhaus in einem Band“. Dabei steht die Entstehung von informationellem Mehrwert durch die hypermediale Aufbereitung sowie die Analyse der Web Usability im Vordergrund, um ein Fazit über den aktuellen Stand und notwendige Entwicklungen abzuleiten.
- Vergleich von Print- und Online-Lexika
- Konzept des informationellen Mehrwerts im Web
- Analyse der Usability von Online-Lexika
- Entwicklung eines Richtlinienkatalogs für Online-Lexika
- Anwendung des Crossmedia-Publishing
Auszug aus dem Buch
Die Umsetzung des Brockhaus in einem Band für das WWW als Beispiel für ein Online-Lexikon
Dieser Abschnitt untersucht ausgehend vom Mehrwert von Online- gegenüber Print-Lexika, die Umsetzung des B1 zum B1-Online unter lexikographischen und medienspezifischen Gesichtspunkten.
Basierend auf den Darstellungen des Informationellen Mehrwerts von Kuhlen [vgl. KUHLEN 1995] soll dieser Begriff in den folgenden Punkten erst erläutert und dann auf elektronisch erstellte bis hin zu online verfügbaren Lexika angewandt werden.
Kuhlen definiert Informationellen Mehrwert so: „Informationeller Mehrwert entsteht nicht von selber, sondern ist auf Informationsarbeit angewiesen, die sich auf schon vorhandene Wissensobjekte bezieht.“[vgl. KUHLEN 1995, S.82]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Hinführung zum Thema, Definition der verwendeten Begriffe sowie Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Der Brockhaus in einem Band als Beispiel für eine Enzyklopädie: Theoretische Grundlagen zu Print-Lexika und detaillierte Untersuchung des gewählten Beispiels.
3 Die Umsetzung des Brockhaus in einem Band für das WWW als Beispiel für ein Online-Lexikon: Analyse des informationellen Mehrwerts und Untersuchung der Web Usability anhand von Inspektionen und Tests.
4 Fazit: Der Brockhaus in einem Band Print vs. Online: Kritische Gegenüberstellung der Printausgabe und der Online-Umsetzung unter Berücksichtigung der Mehrwertentstehung.
5 Ausblick: (Notwendige) Entwicklungen im Bereich der Online-Lexikographie: Diskussion zukünftiger Herausforderungen und Präsentation eines Richtlinienkatalogs.
6 Glossar: Definition zentraler Fachbegriffe aus den Bereichen Lexikographie und Informatik.
Schlüsselwörter
Lexikographie, Online-Lexikographie, Enzyklopädie, Brockhaus, Informationeller Mehrwert, Print-Lexika, Online-Lexika, Hypermedia, Hypertext, Web Usability, Usability Inspektion, Usability Test, Crossmedia-Publishing, Informationsportal, Datensubstanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die traditionelle Print-Version des „Brockhaus in einem Band“ mit seiner Online-Umsetzung, um zu bewerten, wie erfolgreich die Transformation in das digitale Medium gelungen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Entstehung von informationellem Mehrwert durch digitale Aufbereitung und der Benutzerfreundlichkeit (Usability) von Online-Lexika.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Vorteile das WWW bietet und wie diese genutzt werden können, um ein nutzerfreundliches Online-Lexikon zu gestalten, das über die bloße Digitalisierung hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse zum Thema Mehrwert sowie praktische Usability-Inspektionen und Nutzertests.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturtheoretische Analyse der Printausgabe, die Untersuchung von Mehrwertkriterien durch Hypermedia und eine detaillierte Usability-Evaluation des B1-Online.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Fachbegriffe sind Online-Lexikographie, informationeller Mehrwert, Hypermedia, Web Usability und Crossmedia-Publishing.
Warum wird der Begriff „Appetithappen“ für den B1-Online verwendet?
Der Begriff beschreibt die Marketingstrategie des Verlags: Der kostenlose Online-Zugang soll Nutzer an das Produkt heranführen und Interesse an den kostenpflichtigen Print- und Multimedia-Angeboten wecken.
Welche Schwächen des B1-Online werden im Fazit besonders hervorgehoben?
Besonders kritisiert werden die unzureichende Navigation, das Fehlen einer klaren visuellen Hierarchie und die mangelnde inhaltliche Aufbereitung, die den Potenzialen des Mediums WWW nicht gerecht wird.
- Quote paper
- Kay Hauser (Author), 2002, Möglichkeiten der Online-Lexikographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8411