Tag der Arbeit in Zürich - Die Forderungen der Arbeiter am 1. Mai 1961


Seminararbeit, 2007
12 Seiten, Note: 9 (neun) Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Tages der Arbeit
2.1. Tag der Arbeit international
2.2. Schweizer 1. Mai-Tradition
2.3. Einfluss ausländischer Arbeiter auf den 1. Mai 1961

3. Der 1. Mai 1961 in Zürich

3.1. Die Vorbereitung der 1. Mai-Feier

3.2. Die Forderungen von 1961

3.3. Die NZZ über den 1. Mai 1961

4. Die Ergebnisse der Forderungen von 1961

5. Schlusswort

6. Bibliographie

Anhang

1. Einleitung

Infolge der gesellschaftlichen Entwicklung durch die Industrialisierung der Produktion und der damit verbundenen Entstehung der Arbeiterschicht kam es im 19. Jh. zu Demonstra-tionen, an welchen Arbeiter sowie ihre Parteien, Vereine und Gewerkschaften bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen forderten. Dadurch wurde eine weltweite Tradition ins Leben gerufen, bei welcher die Arbeiter und Angestellten jeweils am 1. Mai die Aufmerk-samkeit der Gesellschaft auf ihre aktuellen Bedürfnisse und Forderungen lenken.

Im Rahmen des Proseminars II des Geschichtsstudiums an der Universität Zürich wurde die Aufgabe gestellt, anhand einer Quellenanalyse eines bestimmten Aspektes der Tradition des 1. Mai - internationaler Tag der Arbeit - eine schriftliche Arbeit zu erstellen. Im vor-liegenden Schreiben werde ich meine Erkenntnisse über das folgende Thema darlegen: Forderungen der Arbeiter am 1. Mai 1961, Tag der Arbeit in Zürich.

Da meine Arbeit thematisch, zeitlich und örtlich eingegrenzt ist, werde ich mich auf die folgenden Fragestellungen konzentrieren:

Woher kommt die Tradition des 1. Mai?

Welches waren die Forderungen der Arbeiter von 1961 in Zürich?

Was sind die Ergebnisse dieser Forderungen nach 45 Jahren?

2. Die Geschichte des Tages der Arbeit

2.1. Tag der Arbeit, international

Im 19. Jh. führten Armut, schlechter Gesundheitszustand, mangelnde politische und soziale Rechte sowie prekäre Arbeitsbedingungen zu einem organisierten Widerstand, welcher als Arbeiterbewegung[1] bezeichnet wurde. Am 1. Mai 1896 („Moving Day“ - Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Arbeitsverträgen) organisierten die Gewerkschaften auf dem Heumarkt von Chicago einen Generalstreik und eine Kundgebung, an welcher sie den Achtstundentag forderten.

Im Verlauf dieser Veranstaltung, später als „Haymarket Riot“ („Heumarktaufstand“) bekannt, kam es zwischen den Arbeitern und der Polizei zu Auseinandersetzungen, wobei acht Polizisten und eine unbekannte Anzahl Arbeiter den Tod fanden.

Am Kongress der Zweiten Internationale in Paris stimmten die Delegierten der sozialis-tischen Parteien und Gewerkschaften 1889 der Resolution[2] des Franzosen Raymond Felix Lavigne zu - der 1. Mai wurde als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen: von nun an sollten an diesem Tag durch Gewerkschaftsumzüge und Kundgebungen die Forderungen der Arbeiter und somit die Prinzipien der Arbeiterbewegung in allen Ländern durchgesetzt werden.

2.2. Schweizer 1. Mai-Tradition

Am 1. Mai 1890 führten Arbeiter und ihre Gewerkschaften[3] zum ersten Mal eine Feier in Zürich sowie in anderen Schweizer Städten durch[4] – ihre Hauptforderung war der Achtstundentag. Die alljährliche Kundgebung erreichte 1919 ihre grösste Teilnehmerzahl, allein in Zürich demonstrierten 50’000 Arbeiter.[5] Danach nahm die Beteiligung ab – während des II. Weltkrieges wurden jegliche Forderungen, welche die Landesverteidigung erschweren könnten, zensiert.[6]

In der Nachkriegszeit führte die steigende Einwanderung aus Italien[7] zu einem Wieder-aufblühen der Tradition des 1. Mai, wobei die Veranstaltungen multikulturell und die Forderungen der Arbeiter vermehrt international wurden. Seit 1964 ist der internationale Tag der Arbeit in acht Schweizer Kantonen als Feiertag anerkannt.[8]

2.3. Einfluss ausländischer Arbeiter auf den 1. Mai 1961

In der blühenden Wirtschaft der Nachkriegszeit strömten italienische Arbeiter in die Schweiz, unter anderem auch als „Saisoniers“[9] nach Zürich. Im Vergleich zu den Einheimischen feierten sie den Tag der Arbeit etwas fröhlicher, leidenschaftlicher und temperamentvoller. An den Mai-Umzügen trugen sie italienisch beschriftete Transparente und sangen Lieder in ihrer Muttersprache, auch bekamen sie die Gelegenheit, am Schluss der Kundgebung eine kurze Rede in ihrer Muttersprache zu halten. Unter anderem forderten sie die Aufhebung der Saisonier-Visa, da diese es ihnen nicht ermöglichte, ihre Familien in die Schweiz zu bringen. Diese Idee gefiel vielen Schweizern nicht, was zu Versuchen führte, den multikulturellen Aspekt des 1. Mai nach Möglichkeiten zu vermeiden.[10]

[...]


[1] Arbeiterbewegung, Historisches Lexikon der Schweiz, http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D16479.php

Arbeiterbewegung, AEIOU - Österreich-Lexikon, http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.a/a645299.htm

[2] Geschichte des 1. Mai, vom Kampftag zum Feiertag, Deutscher Gewerkschaftsbund,

http://www.dgb.de/dgb/geschichte/erstermai/geschichte1mai/index_html

Lavigne, Raymond Felix (keine näheren Angaben), Paris, 14. bis 20. Juli 1889:

"Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine große internationale Manifestation zu organisieren, und zwar

dergestalt, dass gleichzeitig in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen

Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen (...). In Anbetracht der

Tatsache, dass eine solche Kundgebung bereits von dem amerikanischen Arbeiterbund (...) für den 1. Mai

1890 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen."

[3] Die Arbeitsgruppe für Geschichte der Arbeiterbewegung Zürich: Schweizerische Arbeiterbewegung, 1980.

Siehe auch: Gewerkschaften, Historisches Lexikon der Schweiz, http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D16481.php

[4] Degen, Bernard: Rückblicke auf die Geschichte der Maifeier in der Schweiz anlässlich ihres

hundertjährigen Bestehens, in: May Day Bulletin (Milano) , 1992, H. 7, S. 41–43.

[5] Aargauischer Gewerkschaftsbund,

http://www.agb.ch/fileadmin/user_upload/upload4agb/PDF/mai-gesch.pdf

[6] Erster Mai, Historisches Lexikon der Schweiz, http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17444.php, 3. Abschnitt

[7] Migrationsgeschichte der Italiener in der Schweiz

http://home.tiscalinet.ch/s.alcinkaya/italiener_migration.html

[8] Erster Mai, Historisches Lexikon der Schweiz, http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17444.php, 3. Abschnitt

[9] Auszüge nach: >http://www.sozialarchiv.ch/Webthema/2003/geschichte.html#Wirtschaftswunder < [Stand:

27.07.2007]

[10] Diese Fussnote bezieht sich auf den ganzen Absatz. Interview mit Roland Gretler, Zürich, 26.07.2007

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Tag der Arbeit in Zürich - Die Forderungen der Arbeiter am 1. Mai 1961
Hochschule
Universität Zürich  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Studium Geschichte
Note
9 (neun) Punkte
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V84151
ISBN (eBook)
9783638020145
ISBN (Buch)
9783640873890
Dateigröße
1635 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeit, Zürich, Forderungen, Arbeiter, Studium, Geschichte
Arbeit zitieren
Prof. für Volksverteidigung Gordana Rodic (Autor), 2007, Tag der Arbeit in Zürich - Die Forderungen der Arbeiter am 1. Mai 1961, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84151

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