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Der "Labeling Approach". Kriminalität nach Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack

Title: Der "Labeling Approach". Kriminalität nach Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Deml (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Der „Labeling Approach“ ist ein relativ neuer Ansatz der Soziologie abweichenden Verhaltens. Er beschreibt das Phänomen Kriminalität vor allem von den Reaktionen und Sanktionen der Gesellschaft her. Demnach ist Devianz keine im Handeln des betrachteten Täters auffindbare Qualität, sondern eine Konsequenz der Anwendung von Regeln und Sanktionen auf den Täter. Der Täter wird damit etikettiert, also „gelabelt". Beim „Labeling Approach" darf die Außenseiter-Theorie von Howard S. Becker natürlich nicht außen vor gelassen werden. Becker beschreibt abweichendes Verhalten am Beispiel von Außenseitern wie Marihuana-Raucher oder Tanzmusiker. Mit Siegfried Lamnek werden die Theorien, Gemeinsamkeiten und Variationen des „Labeling Approach" erklärt. Schließlich werden die vorgestellten Ausführungen mit den „Neuen Perspektiven in der Kriminologie" von Fritz Sack verglichen. Sack nennt zunächst die Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens und wendet sich dann den Wurzeln der Kriminalität zu. Er beschäftigt sich schließlich mit der Pluralität von Normensystemen.

Zur Autorin:
Sonja Deml, geboren 1977, studierte Diplom-Pädagogik an der Universität Regensburg. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation im Fach Soziologie mit dem Arbeitstitel „Die Rede von der Single-Gesellschaft. Eine kritische und empirische Betrachtung am Beispiel der Stadt Regensburg.“ bei Prof. Dr. Dr. Robert Hettlage an der Universität Regensburg. Daneben ist sie als Psychosozialberaterin mit dem Schwerpunkt „Singleberatung“ tätig.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der zentralen Begriffe „Labeling Approach“ und „abweichendes Verhalten“

2.1 Labeling Approach

2.2 Abweichendes Verhalten

3 Howard S. Becker: Außenseiter

3.1 Definition des Begriffs „Außenseiter“ nach Becker

3.2 Der Zusammenhang zwischen Außenseitern und abweichendem Verhalten

3.3 Verschiedene Arten abweichenden Verhaltens

3.4 Beispiele abweichenden Verhaltens

3.4.1 Der Marihuana-Raucher

3.4.2 Der Tanzmusiker

4 Siegfried Lamnek: Theorien abweichenden Verhaltens

4.1 Die Theorien des „Labeling Approach“

4.2 Siegfried Lamnek über abweichendes Verhalten nach Becker

4.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten im „Labeling Approach“

5 Fritz Sack: Neue Perspektiven in der Kriminologie

5.1 Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens

5.2 Die Wurzeln der Kriminologie

5.3 Die Pluralität von Normensystemen

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit setzt sich mit dem „Labeling Approach“ als soziologischem Ansatz zur Erklärung abweichenden Verhaltens auseinander. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieses Konzepts durch die Analyse der Werke von Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack systematisch aufzuarbeiten und miteinander zu vergleichen.

  • Grundlegende Begriffsbestimmungen von Labeling und abweichendem Verhalten.
  • Howard S. Beckers Perspektive auf „Außenseiter“ und das Etikettierungsmodell.
  • Die theoretische Systematisierung des Ansatzes durch Siegfried Lamnek.
  • Kriminologische Perspektiven und die Rolle der sozialen Kontrolle nach Fritz Sack.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Der Marihuana-Raucher

Drogenkonsum allgemein und Marihuana rauchen im speziellen beschäftigen nicht nur die Psychologie, das Rechtssystem und die Medizin, sondern auch die Soziologie. Denn Becker glaubt nicht, daß Marihuana rauchen nur ein psychisches Problem ist, bei dem der Raucher auf der Suche nach Phantasie und auf der Flucht vor seinen psychischen Problemen ist. Er hält das Rauchen von Marihuana für einen interessanten Fall von abweichendem Verhalten. Dabei beschreibt er zunächst das Erlernen der Technik, das Wahrnehmen und Genießen der Wirkungen, und geht schließlich auf das Thema Marihuana-Gebrauch und soziale Kontrolle ein.

Becker beschreibt dann das Erlernen der Technik. Der Neuling braucht mehrere Versuche, um in den gewünschten Bewußtseinszustand übertreten zu können. Außerdem lernt er, daß er keine gewöhnlichen Zigaretten raucht, sondern seine möglicherweise vorher gelernte Technik verändern muß. Als nächste Stufe nennt Becker das Wahrnehmen der Wirkung. Der Zustand des „High-Seins“ beruht demnach auf zwei Elementen: dem Vorhandensein von bestimmten Symptomen, die durch den Konsum verursacht werden und dem Anerkennen dieser Symptome in Verbindung mit dem Rauchen. In diesem Stadium kann der Marihuana-Raucher lernen, „high“ zu werden, aber er lernt erst später, diese Wirkung auch zu genießen. Dazu muß der Konsument lernen, eine möglicherweise anfangs unangenehme Wirkung als angenehm zu empfinden und Vergnügen daran finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit sowie ein kurzer Ausblick auf die behandelten Autoren.

2 Definition der zentralen Begriffe „Labeling Approach“ und „abweichendes Verhalten“: Klärung der grundlegenden soziologischen Termini als Basis für die weitere Untersuchung.

3 Howard S. Becker: Außenseiter: Darstellung von Beckers Verständnis des Außenseiters anhand der Beispiele des Marihuana-Rauchers und des Tanzmusikers.

4 Siegfried Lamnek: Theorien abweichenden Verhaltens: Systematisierung der Labeling-Ansätze und Diskussion der Unterscheidung zwischen abweichendem und regelverletzendem Verhalten.

5 Fritz Sack: Neue Perspektiven in der Kriminologie: Analyse des alternativen kriminologischen Bezugsrahmens und der Pluralität von Normensystemen.

6 Zusammenfassung: Resümee der zentralen theoretischen Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel.

Schlüsselwörter

Labeling Approach, abweichendes Verhalten, Außenseiter, Etikettierung, soziale Kontrolle, Normsetzung, Kriminologie, Devianz, Howard S. Becker, Siegfried Lamnek, Fritz Sack, symbolischer Interaktionismus, sekundäre Abweichung, Normensysteme, Stigmatisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den „Labeling Approach“, einen soziologischen Ansatz, der abweichendes Verhalten primär über gesellschaftliche Reaktions- und Etikettierungsprozesse definiert, anstatt es als Eigenschaft der handelnden Person zu betrachten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Devianz, die Rolle der sozialen Normsetzung, das Karrieremodell des Abweichers sowie die kriminologische Relevanz des Etikettierungsansatzes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Aufarbeitung und kritische Darstellung der Theorien von Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack, um ein fundiertes Verständnis über die Entstehung abweichenden Verhaltens zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse soziologischer Standardwerke, in denen die Kernkonzepte der behandelten Autoren vergleichend gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Begriffsdefinitionen, die Analyse der Außenseiter-Theorie nach Becker, die theoretische Systematisierung durch Lamnek und die kriminologischen Perspektiven Sacks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Labeling Approach, Etikettierung, soziale Kontrolle, Devianz und die drei genannten Theoretiker.

Warum betrachtet Becker den Tanzmusiker als Außenseiter?

Obwohl Tanzmusiker sich formal an Gesetze halten, weicht ihre Subkultur so stark von konventionellen Lebensweisen ab, dass sie von der Gesellschaft als Außenseiter stigmatisiert werden.

Welche Bedeutung hat die „Normanwendung“ für Lamnek?

Lamnek betont, dass die bloße Existenz von Regeln noch kein abweichendes Verhalten konstituiert; erst die Anwendung dieser Normen durch Instanzen macht aus einem Regelverletzer einen Abweicher.

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Details

Title
Der "Labeling Approach". Kriminalität nach Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack
College
University of Regensburg  (Soziologie)
Course
Hauptseminar: Soziale Probleme: Konformität und Abweichung
Grade
1,3
Author
Sonja Deml (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V8416
ISBN (eBook)
9783638153928
ISBN (Book)
9783638640404
Language
German
Tags
Labeling Approach Howard Becker Siegfried Lamnek Fritz Sack Hauptseminar Soziale Probleme Konformität Abweichung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Deml (Author), 2002, Der "Labeling Approach". Kriminalität nach Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8416
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