Der Krieg zwischen Lydern und Persern (Herodot 1, 46 – 94)


Hausarbeit, 2006
17 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. erstes Weltreich

3. Geschichte nach Herodot

4. Quelleninterpretation u – kritik der Ereignisse nach Herodot

5. vergleichende Primärquellen

6. Schlussfolgerung

7. Quellenverzeichnis

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Geschichte der Welt gab es viele Kriege und Auseinandersetzungen, die zum Untergang ganzer Kulturen führten oder führen sollten. Bekannte Beispiele hierfür sind unter anderen die Vernichtung der Inka und Maya durch die spanischen Besatzer im 15. Jahrhundert oder die Massenvernichtung der Juden durch die deutschen Nationalsozialisten in den Jahren von 1933 bis 1945. Im Besonderen sollen jedoch einige Exempel der antiken Welt genannt werden, da dies die Epoche der Vergangenheit ist, die hier am meisten interessiert :

Bereits die Meder, die frühen Herrscher im späteren persischen Hoheitsgebiet, unterwarfen das feindliche Volk der Assyrer in der Mitte des 7. vorchristlichen Jahrhunderts unter ihrem Heerführer Phraortes. Nach den Perserkriegen im frühen 5. Jahrhundert v. Chr., aus welchen die Griechen als Sieger hervor gingen, wurde das persische Reich dem griechischen hinzugefügt. Dies vollendete Alexander der Große 150 Jahre später. Später verfolgten die Römer diese Art der Kriegsführung weiter. So veranlasste Caesar einen Völkermord in der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr., bei dem 1 Million Kelten getötet und 1 weitere Million versklavt wurden, das entspricht etwa 1/5 aller Angehörigen dieser Kultur in jener Zeit. Das Volk der Daker, welches im Gebiet zwischen Mittelmeer und Balkan angesiedelt war, erlitt ein ähnliches Schicksal : Kaiser Trajan löschte ihre gesamte Zivilisation im Jahr 101 aus, dargestellt und somit gerühmt wurde diese Gräueltat auf der Trajanssäule in Rom.

All diese Feldzüge geschahen meist aus wenigen, immer ähnlichen Anlässen : Häufig war es eine Art von Besessenheit, sei es aus Rache, aus Gier, zum Beispiel nach mittelamerikanischen oder entfernt europäischen Goldvorkommen, und meist zur Expansion des eigenen Hoheitsgebietes.

Der Beweggrund der Erweiterung eines Reiches, mit welchem sich hier beschäftigt werden soll, wird am Beispiel des Krieges zwischen dem Volk der Lyder und dem der Perser im Jahr 546 v. Chr. erörtert. Dieser Feldzug zählt zwar eher zu den unbekannten, ist aber dennoch nicht weniger bedeutend. Am ausführlichsten beschäftigte sich der bekannte griechische Geschichtsschreiber Herodot mit dieser Auseinandersetzung, und von ihm erhalten wir die meisten und detailliertesten Informationen.

Geboren wurde Herodot im Jahr 484 v. Chr. in Halikarnassos an der kleinasiatischen Mittelmeerküste. Er war der erste Geschichtsschreiber der Griechen, der seine Berufung darin fand, die Geschichte seines Volkes von ihren Anfängen bis zu seinen Lebzeiten, demnach bis zur Zeit der Perserkriege, objektiv und umfassend darzustellen, als „die großen Taten der Griechen und Barbaren“[1]. Zu diesem Zwecke reiste er den Großteil seines Lebens durch Ägypten, Mesopotamien, Kleinasien und um die Küste des schwarzen Meeres, also durch das griechische Hoheitsgebiet seiner Zeit. Sein Werk, die Historien, basieren demzufolge auf örtlichen Überlieferungen, Legenden und Anekdoten. Es wurde später in neun Teile gegliedert, benannt nach den Musen, den Göttinnen der Künste. Herodot starb im Jahr 430 v. Chr. in Athen.

Jener Teil seines Werkes, dem sich hier gewidmet werden soll, umfasst die Kapitel 46 bis 94. Jedoch, um eine Subjektivität durch die Darstellung nur eines einzelnen Dichters zu vermeiden, sollen auch Vergleichsbeispiele anderer Schreiber mehrerer Epochen der Antike angebracht und, soweit möglich, mit Erkenntnissen der modernen Archäologie und historischen Forschung ergänzt werden.

Zu den weiteren Verfassern werden folgende gehören : Bakchylides, welcher in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. lebte, war Chorlyriker am Hofe von Syrakus. Sein Werk besteht aus Oden, Lobliedern und Hymnen und den einzigen erhalten gebliebenen Exemplaren der Dithyrambe (Lobeshymne), einer Form der griechischen lyrischen Dichtung.

Des Weiteren auch Xenophanes, er lebte von 565 bis 470 v. Chr. und war Wanderphilosoph. Sein Werk „die Kolophonier“ zeichnet sich durch traditions- und gesellschaftskritische Verse aus. Diese verfasste er im Dienste der Aufklärung. Auch Hipponax soll in dieser Runde nicht fehlen, geboren 575 v. Chr. in Ephesos in einer armen Familie, konnte er die Verhältnisse seiner Kindheit niemals überwinden und setzte sie in Spott- und Schmähgedichten um. Für diese Opposition gegen die bestehende Tyrannis wurde er 545 v. Chr. verbannt. Im Exil verfasste er weiterhin satirisch betonte Gedichte, stets unzufrieden und verbittert, mit den Kehrseiten der Gesellschaft als Hintergrund. Dabei machte er das städtische Leben, Handwerker, Verbrecher, aber auch Aberglaube und Magie zum Thema. In der Verbannung erlebte er trotz allem seine persönliche Blütezeit ab 540 v. Chr. und bereiste währenddessen die Küste Kleinasiens. Er starb um 500 v. Chr. Erhalten sind nur 139 Fragmente seiner Werke in der „Bergkschen Sammlung“. Der große Xenophon soll auch seinen Anteil finden. Der griechische Historiker und Schriftsteller lebte um 430 bis 355 v. Chr. Er wurde als Angehöriger des Ritterstsandes geboren und war in seiner Jugend Schüler des Sokrates. 401 v. Chr. trat er in den Dienst des Perserkönigs Kyros des Jüngeren bis zu dessen Tod. Später nahm er an einem Feldzug Spartas gegen die Perser teil. Seinen Lebensabend verbracht er in Korinth und verfasste dort politische und historische Schriften

Am Ende wird ein tunlichst objektives Ergebnis über die Vorgänge und Hintergründe dieses geschichtlichen Ereignisses entstehen.

2. Erstes Weltreich

Die frühen Imperien der Geschichte, zu denen das Königreich der Babylonier in Mesopotamien sowie die ägyptischen Dynastien zählen, zeichnen sich durch einige festgelegte Regelungen aus. Das Hauptkriterium ist hierbei die Monokulturalität. Dabei entspricht der Machtbereich des jeweiligen Hoheitsgebietes auch dem dazugehörigen Kulturkreis. Das bedeutet, dass bei einer Ausdehnung des Gebietes die fremden, unterworfenen Völker gezwungen wurden, sich an die fremden Sitten sowie an die neue Religion anzupassen. Dies machte es natürlich umso schwieriger, die bezwungenen Völker auf Dauer an den neuen Staat zu binden und Aufstände zu umgehen, da sich eine unzufriedene Bevölkerung nicht dauerhaft mit ihrer Unterdrückung abfinden wird. Umso mehr, wenn nur das siegreiche auch gleichzeitig das Herrschervolk darstellt, mit der eigenen zentralen Staatsideologie, der alten Hauptstadt und dem althergebrachten Herrschaftsapparat. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass die ersten größeren Imperien nie zu wirklichen Weltreichen wurden. Denn wie soll sich ein großes Reich erhalten können ohne sich der Friedlichkeit der Bevölkerung und der Sicherung der eigenen Staatsoberhäupter sicher zu sein?

Dieses Problem erkannten die Gründer des ersten dauerhaften und länderübergreifenden Herrschaftsgebietes und nur dadurch konnte es bestehen : das Reich Persis.

Persien ist eine recht karge Landschaft im Süden des iranischen Hochlandes. Die frühen Völker aus diesem Gebiet, zu denen die Menschen des Reiches Elam, die Meder und die Syrer gehören, probierten sich bereits daran, ins Zweistromland vorzudringen und neue Ländereien in Anspruch zu nehmen. Allerdings erfolglos.

Wann das Volk der Perser erstmalig zum Staat wurde und unter welchen Umständen es dazu kam, ist unbekannt. Die Perser begannen ihr Hoheitsgebiet auszudehnen unter ihrem König Kyros dem Großen im 6. vorchristlichen Jahrhundert. Sie sind die ersten, die sich dabei dauerhaft bewähren können. Dabei ist das Volk der Lyder eines der gleich zu Anfang unterworfenen. Mit der Übernahme speziell dieses Gebietes soll sich aber später noch genauer beschäftigt werden. Die Perser jedoch absorbierten die neuen Untertanen bei ihren Eroberungsfeldzügen nicht, sondern behielten die einheimischen Traditionen in Politik, Religion und Gesellschaftsordnung bei, sowie auch die Hauptstädte der jeweiligen Satrapien. Ein bekanntes Beispiel für die persische Toleranz ist das so genannte „Judenedikt“ des Kyros aus dem Alten Testament. Dadurch gelang es ihnen, erfolgreich Mesopotamien, Kleinasien, Syrien, Ägypten und das zentralasiatische Tiefland bis hin zum Indus zu kontrollieren und zu halten. Daraus folgte ein kultureller und wirtschaftlicher Austausch, Menschen mit verschiedensten Herkünften lebten in den Metropolen des Reiches friedlich nebeneinander und lernten aus der neuen Situation heraus auch andere zu tolerieren oder sogar zu akzeptieren.

Auch das spätere Weltreich Alexanders des Großen basierte auf der Grundlage des persischen Imperiums.

Das Reich der Lyder ist dagegen nur ein kleines, weniger bedeutendes. Da es im späteren Verlauf jedoch eine wichtige Rolle spielen wird, soll hier kurz darauf eingegangen werden. Lydien ist der antike Name einer Landschaft im Westen Kleinasiens. Homer kannte das Land unter dem Namen Maionía. Es war berühmt wegen seines fruchtbaren Bodens, der reichen Gold- und Silbervorkommen und seiner prächtigen Hauptstadt Sardeis. Die Lyder sollen das erste Volk des abendländischen Kulturraumes gewesen sein, das im 8. Jahrhundert v. Chr. Münzen prägte. Diese bestanden aus einer Gold – Silber – Legierung und hatten ihr jeweiliges Gewicht aufgeprägt.

Das Volk der Hethiter lebte hier im 19. bis 12. vorchristlichen Jahrhundert. Es rang mit Ägypten um die Vormachtstellung im Nahen Osten und fiel zur selben Zeit wie die sagenumwobene Stadt Troja im nördlichen Anatolien. Die einfallenden Seevölker übernahmen nun die Vorherrschaft, ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. vor allem die Phryger. Den Höhepunkt seiner Macht erreichte Lydien nach 685 v. Chr. unter dem ersten historisch fassbaren König Gyges, welcher von 680 bis 652 v. Chr. herrschte, und der Dynastie der Mermnaden. Diese zählte als eine der ersten zum Volk der Lyder. Seine Nachfolger dehnten im 6. Jahrhundert v. Chr. die Grenzen des Reiches nach Westen und Osten aus und schufen ein Großreich. Unter König Krösus erlebte das Land eine Zeit des größten Wohlstandes.

Die einzige uns bekannte Darstellung dieses Königs ist eine griechische Statue. Sie als Bildnis eines Herrschers zu deklarieren erscheint jedoch übertrieben, da sie keinerlei königliche Merkmale an der Kleidung aufweist – denn sie ist nackt – und auch keine Symbole wie Krone oder Zepter. Wahrscheinlich hat sie diesen Namen also nur bekommen, um sie vor anderen Kuros – Darstellungen hervor zu heben, da diese alle dieselben Eigenschaften aufweisen.

Das Reich verlor mit der Einnahme von Sardeis durch den persischen Herrscher Kyros der Große im Jahre 546 v. Chr. seine Selbständigkeit und wurde als Provinz (Satrapie) in das Persische Großreich eingegliedert. Sardeis wurde daraufhin zum persischen Verwaltungszentrum im Westen und war durch die „Königsstraße“ und eine Poststrecke direkt mit der Hauptstadt Susa verbunden. Das lydische Volk musste dem persischen Großkönig von nun an Tribut zahlen, in Form von Getreide, Vieh und Münzen.

Durch die an der Küste zum Mittelmeer ansässigen griechischen Kolonien und den nahen Kontakt zum vorderen Orient durch ausgebaute Karawanenstraßen entstand eine Mischung aus diesen beiden Kulturen und damit auch ein beginnendes Verständnis über- und zueinander.

3. Geschichte nach Herodot

46 Ausgelöst wird der Krieg mit den Persern durch den Eroberungsdrang des Königs Kroisos von Lydien. Auch die Angst, er könne sein Reich verlieren, beherrschte seine Gedanken. Denn schließlich hatte er diesem seit seiner Thronbesteigung im Jahr 560 v. Chr. zu seiner größten Ausdehnung verholfen, nachdem sein Vorfahr Gyges es im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Hethitern übernommen hatte.

Nach zwei Jahren voller Trauer um seinen verstorbenen Sohn war es, da nun mit Kyros eine Gefahr aus dem persischen Reich drohte, an der Zeit, die Staatsgeschäfte wieder aufzunehmen.

46 – 56 Also wurden die Vorbereitungen für einen Krieg weitergeführt, nachdem sie bei Regierungsantritt des Kyros bereits begonnen wurden waren, als dieser Astyages, den Schwager Kroisos`, vom Thron gestoßen hatte. Das bekannte delphische Orakel wurde dreimal nach Rat gefragt zum bevorstehenden Krieg gegen die Perser. Die Antwort, dass, wenn er den Grenzfluss der beiden Reiche, den Halys, überschreite „[…] werde er ein großes Reich zerstören.“[2], legte er allerdings falsch aus, was zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemand ahnen konnte. Um sich Unterstützung für den Feldzug zu sichern, ließ er das Orakel auch die Wahl nach einem Bundesgenossen zwischen Athen und Sparta entscheiden.

57 – 58 Nach einem Exkurs über die Pelasger und einem Vergleich zwischen diesen und den Griechen, mit dem Herodot die Geschichte um ihrer Ausführlichkeit wegen ergänzte, folgt

59 – 64 ein weiterer Exkurs über die Parteikämpfe in Athen und das politische Engagement des Peisistratos, sowie

65 – 68 über die Verfassungsgeschichte Spartas.

69 – 70 Kroisos beschließt, nach dem Rat des Orakels von Delphi, ein Bündnis mit den Spartanern einzugehen. Mit den Worten : „Lakedaimonier, der Gott hat mir durch sein Orakel zu einem Bündnis mit den Griechen geraten und da ich höre, dass ihr in Griechenland die Ersten seid, so wende ich mich an euch und biete euch Freundschaft und Bündnis ohne List und Täuschung.“[3] Diese willigen ein.

71 – 72 Nun beginnt der lydische König seinen Feldzug und führt seine Armee zum Grenzfluss Halys.

[...]


[1] Hdt. 1,1

[2] Hdt. 1, 53

[3] Hdt. 1, 70

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Krieg zwischen Lydern und Persern (Herodot 1, 46 – 94)
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Altertumswissenschaften)
Veranstaltung
Griechen, Römer und Barbaren
Note
1,0
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V84171
ISBN (eBook)
9783638002233
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg, Lydern, Persern, Griechen, Römer, Barbaren
Arbeit zitieren
Anonym, 2006, Der Krieg zwischen Lydern und Persern (Herodot 1, 46 – 94), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84171

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