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Wirtschaftspädagogik: Zwischen Aufbruch und Untergang

Oder: Verdrängen Master und Bachelor einen etablierten Diplomstudiengang?

Title: Wirtschaftspädagogik: Zwischen Aufbruch und Untergang

Diploma Thesis , 2006 , 123 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marlies Franzen (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Die Güte des kaufmännischen Berufsausbildungsniveaus wird entscheidend durch die Qualität und Eignung der inländischen Handelslehrer und Handelslehrerinnen beeinflusst. Die Besonderheit dieses Berufsbildes liegt dabei vor allem in seiner zweiphasigen Ausbildungsstruktur verborgen.
Die erste, universitäre Phase steht zunächst ausdrücklich im Kontext der Wissenschaft. Sie ist als gewichtete Kombination fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer sowie wirtschaftspädagogischer Komponenten ausgestaltet, die zusätzlich um schulpraktische Anteile ergänzt werden. Der Ausbildungsschwerpunkt wird demnach nahezu ausschließlich auf die Erfassung und Beherrschung der theoretischen Grundlagen, die sowohl den Bereich der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre als auch den der Wirtschaftspädagogik und eines weiteren Schulfaches umfassen, gelegt . Durch diese Ausgestaltung des Studiums sollen die Studenten ein solides wissenschaftliches Fundament in einem oder mehreren Fächern ihres späteren Berufsfeldes erhalten . Der anschließende Vorbereitungsdienst beschäftigt sich im Gegensatz dazu vornehmlich mit dem Erleben des Schulalltages und soll durch die Agglomeration von praxisspezifischen Erfahrungen den Ausbau einer souveränen Unterrichtskompetenz ermöglichen.
Innerhalb der letzten Jahre geriet dieses auf Dauer gewachsene Ausbildungssystem jedoch wiederholt in die Diskussion. Dazu wurden unzählige Reformen und Umgestaltungen konzipiert und vorgeschlagen.Besonders aktuell ist derzeit die Debatte um die angestrebte internationale Angleichung der deutschen Studiengänge. Somit steht insbesondere die erste Ausbildungsphase der Diplom-Handelslehrer aufgrund der Sorbonne-Erklärung 1998 oder den Bologna-Beschlüssen 1999 landesweit auf ’unsicheren Beinen’.
Im Vordergrund dieser Reform steht eindeutig die Tendenz weg vom herkömmlichen und anerkannten deutschen Diplom hin zu den jeweiligen Varianten der Bachelor- und Masterstudiengänge. Diese Bemühungen werden dabei nahezu bedenkenlos als Inkarnation einer Neugestaltung eines ’offenbar’ unzeitgemäßen Hochschulwesens angepriesen und hauptsächlich aus den Reihen der Politik vorangetrieben . Doch zu dem jetzigen Zeitpunkt scheint es sich bei diesen Anstrengungen vielmehr um unübersichtliche Umstrukturierungs- und Umbruchsprozesse zu handeln, die eher einen experimentellen Charakter aufweisen und daher bis zum heutigen Tage keinen eindeutigen Ausgang versprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 DIE GESCHICHTE DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

2.1 DIE ANFÄNGE DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

2.1.1 Ökonomie, Wirtschaft, Pädagogik, Erziehung

2.2 DIE VERANKERUNG DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

2.2.1 Friedrich Schlieper

2.2.2 Alfons Dörschel

2.3 AUFKOMMENDE ZWEIFEL AN DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

2.3.1 Wolfgang Ritzel

2.3.2 Jürgen Zabeck

2.4 ZUR GEWISSHEIT DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK IN UNSICHERER MITTE

2.4.1 Ein Verhältnis als Struktur

3 DER VERMEINTLICHE UNTERGANG DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

3.1 BESTANDSAUFNAHME: DIE GEGENWÄRTIGE AUSBILDUNGSSTRUKTUR DER DIPLOM-HANDELSLEHRER

3.1.1 Allgemeine Sachverhalte und Regelungen

3.1.2 Das wirtschaftspädagogische Grundstudium

3.1.3 Das wirtschaftspädagogische Hauptstudium

3.1.4 Die Besonderheiten des wirtschaftspädagogischen Studiums

3.2 GRUNDLAGEN DER MASTER- UND BACHELORSTUDIENGÄNGE

3.2.1 Gründe für die Einführung einer konsekutiven Studienstruktur

3.2.2 Nationale und internationale Konferenzen im Zuge des Bologna-Prozesses

3.3.2.1 Die Sorbonne-Erklärung

3.3.2.2 Die Bologna-Erklärung

3.3.2.3 Das Prager Communique

3.3.2.4 Die Berlin-Konferenz

3.3.2.5 Die Konferenz in Bergen

3.3 DIE RECHTLICHE UMSETZUNG DES BOLOGNA-PROZESSES IN DEUTSCHLAND

3.3.1 Beschlüsse auf Basis des europäischen Rechts

3.3.2 Beschlüsse auf Basis des Bundesrechts

3.3.3 Beschlüsse auf Basis der Kultusministerkonferenz

3.4 CHARAKTERISTISCHE ELEMENTE DER MASTER- UND BACHELORSTUDIENGÄNGE

3.4.1 Die konsekutive Studienstruktur und die Abschlüsse Master und Bachelor

3.4.2 Die Modularisierung

3.4.2.1 Allgemeine Kritik an der Modularisierung

3.4.2.2 Die Modularisierung der Studieninhalte aus dem Blickwinkel der Komplementarität

3.4.2.3 Komplementarität als unverzichtbares Prinzip im tertiären Bildungssektor – Ein Exkurs

3.4.3 Das Leistungspunktesystem

3.4.3.1 Allgemeine Kritik am Leistungspunktesystem

3.5 EINE ABSCHLIEßENDE GEGENÜBERSTELLUNG DER DIPLOM- UND BACHELOR- / MASTER-STUDIENGÄNGE

4 DIE ZUKUNFT DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

4.1 DIE FOLGEN DER MODULARISIERUNG AUF DIE HANDELSLEHRERAUSBILDUNG

4.2 DER VERFALL DER BERUFLICHEN IDENTITÄT DER HANDELSLEHRER

4.3 KONKRETE UMSETZUNGEN DER NEUEN STUDIENSTRUKTUR

4.4 DER MASTERSTUDIENGANG WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

4.5 DER VERLUST DER POLYVALENZ DURCH DIE EINFÜHRUNG DER KONSEKUTIVEN STUDIENSTRUKTUR

4.6 DIE ZUKÜNFTIGE EINGLIEDERUNG UND GEHALTGRUPPIERUNG DER BERUFSSCHULLEHRER

5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht kritisch die Auswirkungen der Hochschulreform, insbesondere der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen gemäß des Bologna-Prozesses, auf das etablierte deutsche Diplom-Handelslehramt. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob durch diese Umstrukturierung die wissenschaftliche und fachliche Integrität der Wirtschaftspädagogik gefährdet wird und ob sie in ihrem Bestand als eigenständige Disziplin bedroht ist.

  • Historische Entwicklung der Wirtschaftspädagogik und ihre disziplinäre Verankerung
  • Strukturanalyse des bisherigen Diplom-Studiengangs und seiner Polyvalenz
  • Kritische Bewertung der Modularisierung und des Leistungspunktesystems
  • Untersuchung der Konsequenzen der konsekutiven Studienstruktur auf die Qualität der Lehrerausbildung
  • Bewertung der beruflichen Identität und der zukünftigen Gehaltsgruppierung von Berufsschullehrern

Auszug aus dem Buch

Die Anfänge der Wirtschaftspädagogik

Da die Anfänge der Wirtschaftspädagogik kaum bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurückreichen, handelt es sich um eine noch sehr junge Hochschuldisziplin. Überdies wird Sie allzu häufig lediglich als eine Teildisziplin der Erziehungswissenschaft angesehen.

Um dieser Fehleinschätzung entgegenzuwirken, befindet sich die Wirtschaftspädagogik seit ihrem Aufbruch auf der Suche nach Legitimation, Autonomie und Anerkennung als eigenständige Disziplin.

Nichtsdestoweniger kann die Frage, ob die Wirtschaftspädagogik faktisch als eigenständige Fachrichtung betrieben werden ’darf’, nicht ohne eingehende Betrachtung ihrer Tradition beantworten werden.

Dazu muss zunächst festgehalten werden, dass weder von ’der einen’ deutschen Erziehungswissenschaft gesprochen werden kann, sondern dass verschiedenartige „Lehrmeinungen“ innerhalb dieser Ausrichtung existieren und aus diesem Grunde genau so wenig von ’der einen’ Berufs- und Wirtschaftspädagogik die Rede sein kann. Vielmehr sind in letztgenannter Fachrichtung nahezu alle Strömungen, Ansätze und Einflüsse der Erziehungswissenschaft zu erkennen, sodass sich ihre gesamte Vielfalt deutlich in der Wirtschaftspädagogik widerspiegelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung der Qualität von Handelslehrern für das kaufmännische Bildungswesen und führt die Problematik der aktuellen Hochschulreform ein.

2 DIE GESCHICHTE DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die Suche nach disziplinärer Eigenständigkeit der Wirtschaftspädagogik nach.

3 DER VERMEINTLICHE UNTERGANG DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK: Eine detaillierte Bestandsaufnahme der Diplom-Studiengänge sowie eine Analyse der Auswirkungen von Bologna, Modularisierung und Leistungspunkten auf die wissenschaftliche Tiefe der Lehre.

4 DIE ZUKUNFT DER WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel diskutiert die konkreten Folgen der Umstellung für die Handelslehrerausbildung, einschließlich des Identitätsverlusts und berufsrechtlicher Aspekte.

5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die zentralen Kritikpunkte zusammen und bestätigt die Forschungsfrage, dass der eingeschlagene Reformweg den Untergang der traditionellen Wirtschaftspädagogik zur Folge hat.

Schlüsselwörter

Wirtschaftspädagogik, Diplom-Handelslehrer, Bologna-Prozess, Hochschulreform, Modularisierung, ECTS, Polyvalenz, Komplementarität, Masterstudiengang, Bachelorstudiengang, Fachdidaktik, Wissenschaftsfreiheit, Berufsqualifizierung, Lehrerbildung, Studienstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die Einführung konsekutiver Master- und Bachelorstudiengänge in der Wirtschaftspädagogik und deren Auswirkungen auf die Qualität der Handelslehrerausbildung in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Sie befasst sich mit der historischen disziplinären Entwicklung der Wirtschaftspädagogik, der Struktur des traditionellen Diplomstudiums, dem Bologna-Prozess sowie den Folgen von Modularisierung und Creditpoints auf die Lehrerausbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erforschen, ob durch die Umstrukturierung des Studiums eine faktische Verdrängung des etablierten Diplomstudiengangs erfolgt und ob die Wirtschaftspädagogik ihre Funktion als eigenständige Disziplin verliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle und kritische Analyse bestehender Rahmenordnungen, bildungspolitischer Beschlüsse sowie theoretischer Bildungskonzepte (insbesondere der Komplementaritätstheorie), um die Auswirkungen der Reform zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Fachgeschichte, eine Bestandsaufnahme des bestehenden Diplomstudiums, eine rechtliche Einordnung des Bologna-Prozesses und eine kritische Analyse der Modularisierung und konsekutiven Studienstruktur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Wirtschaftspädagogik, Bologna-Prozess, Modularisierung, Polyvalenz, Komplementarität und die Qualitätssicherung in der Lehrerausbildung.

Inwiefern gefährdet die Modularisierung die Qualität der Ausbildung?

Die Arbeit argumentiert, dass die Auflösung von inhaltlich zusammenhängenden Fächern in modulare Einheiten das wissenschaftliche Fundament schwächt und die ganzheitliche Ausbildung von Handelslehrern erschwert.

Was bedeutet der „Verlust der Polyvalenz“ in diesem Kontext?

Es beschreibt, dass die Flexibilität und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Absolventen durch eine zu frühe und einseitige Spezialisierung im neuen Studiensystem verloren gehen.

Wird die Einführung des Bachelor-/Mastersystems als definitiv negativ bewertet?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die durch die Reform erzeugten Beeinträchtigungen und die Zerstörung des bewährten Fundaments in der Fachausbildung eine eindeutige Verschlechterung der Qualität bedeuten.

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Details

Title
Wirtschaftspädagogik: Zwischen Aufbruch und Untergang
Subtitle
Oder: Verdrängen Master und Bachelor einen etablierten Diplomstudiengang?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,0
Author
Marlies Franzen (Author)
Publication Year
2006
Pages
123
Catalog Number
V84195
ISBN (eBook)
9783638033619
ISBN (Book)
9783638930376
Language
German
Tags
Wirtschaftspädagogik Zwischen Aufbruch Untergang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlies Franzen (Author), 2006, Wirtschaftspädagogik: Zwischen Aufbruch und Untergang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84195
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