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Humes Bündeltheorie des Selbst und das Problem der Einheit des Bewusstseins

Title: Humes Bündeltheorie des Selbst und das Problem der Einheit des Bewusstseins

Intermediate Examination Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Dolinsek (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Im ersten Buch des „Treatise of human understanding“ setzt sich Hume (u.a). mit dem Problem der personalen Identität auseinander. Personale Identität kann nach Hume auf zweierlei Arten verstanden werden. Einerseits kann es sich um personale Identität in Bezug auf unsere „thought and imagination“ handeln und andrerseits um personale Identität in Bezug auf unsere „passions and the concern we take in ourselves“ (T 253). Sowohl in dieser Arbeit als auch im „Of personal identity“ betitelten Paragraphen in Humes Treatise geht es bloß um erstere Auffassung, der zufolge Hume eine bestimmte Konzeption des Geistes liefert.
Ausgehend von der Kritik an die Konzeption eines einfachen und zeitübergreifend identischen Selbst, versucht Hume eine alternative Konzeption des Geistes zu liefern: die sogenannte Bündeltheorie des Selbst. Die Merkmale des Geistes als Bündel stehen in diametralen Gegensatz zu den Merkmalen der Einheit und Identität des von ihm kritisierten Selbst. Wenngleich sich Hume im Abschnitt zur personalen Identität vorwiegend mit dem Problem der Identität befasst, wird es in dieser Arbeit um das Problem der Einheit des Selbst gehen. Die zentrale Frage bei Hume ist, wie wir dazu kommen, dem Geist Einheit zuzuschreiben. Seine Perspektive ist, dem Vorhaben des Treatise gemäß, psychologisch. Hume wird aber die Einheit die wir unserem Geist bzw. unserem Bewusstsein zuschreiben nicht erklären können. Das ist mit einer besonderen Inkonsistenz seiner Theorie zu begründen. Gegenstand vorliegender Arbeit ist es, eine Darstellung und Diskussion der Thesen und Probleme, aber auch der möglichen Aussichten von Humes Bündeltheorie des Selbst – so wie sie im Abschnitt „Of personal identity“ dargestellt ist – zu liefern. Dabei wird gelegentlich Bezug auf zeitgenössische Rezeptionen von Humes These genommen.
Im ersten Teil (1) der Untersuchung wird Humes Kritik an die Substanztheorie des Selbst eingeführt. Dabei werden sowohl begriffliche Klärungen als auch Rekonstruktionen zentraler Argumente vorgenommen werden. Humes Argument wird ansatzweise kritisiert. Ferner wird eine Verbindung zwischen Humes Modell und dem object perception model aufgestellt. Im zweiten Teil (2) wird Humes positiver Vorschlag einer Theorie des Geistes, die als Alternative zu dem von ihm kritisierten Selbst aufgefasst wird, dargestellt. Die Frage, wie Hume diese Konzeption beweisen will, wird den Begriff der Introspektion einführen und den Weg für eine Verlagerung der Interpretation ermöglichen. Letztere wird im dritten und letzten Teil (3) erfolgen, um einerseits die Frage nach eine möglichen Subjekt in Humes Bündeltheorie zu stellen und andrerseits Humes Eingeständnis seines Scheiterns in Bezug auf die Erklärung der Einheit des Bewusstsein ausführlicher erörtern und erklären zu können. Ziel dieser Arbeit ist es, einerseits eine Erklärung, warum Humes Bündeltheorie an der Erklärung der Einheit des Bewusstseins scheitert, und andrerseits eine alternative Interpretation von Humes Theorie, die ein Subjekt und eine Einheit des Bewusstseins zulassen würde, zu liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Problem des Selbst

1.1 Der Einstieg in das Problem personaler Identität

1.2 Humes Argument gegen ein Selbst qua Substanz

1.3 Probleme in Humes Argument

1.4 Hume und das object perception model

2. Humes Bündeltheorie des Selbst

2.1 Die ontologische Unabhängigkeit der Perzeptionen

2.2 Geist als System von Perzeptionen

2.3 Hume und Introspektion

3. Probleme in Humes Theorie des Selbst

3.1 Die Verlagerung des Schwerpunkts auf das Objekt

3.2 Inkonsistenz der Bündeltheorie des Selbst

3.3 Das Problem der Einheit des Bewusstseins

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Humes Kritik an der Konzeption eines einfachen, substanziellen Selbst im "Treatise of human understanding" und analysiert die daraus resultierende Bündeltheorie. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie wir bei einer Bündelstruktur des Geistes überhaupt Einheit und Identität zuschreiben können und warum Humes psychologischer Erklärungsansatz an der Einheit des Bewusstseins scheitert.

  • Kritik an der klassischen Substanztheorie des Selbst
  • Analyse der Bündeltheorie als alternative Konzeption des Geistes
  • Untersuchung der Rolle von Introspektion und Wahrnehmung
  • Diskussion der Inkonsistenz bezüglich der Einheit des Bewusstseins
  • Verlagerung der Perspektive vom Objekt zum Subjekt der Erfahrung

Auszug aus dem Buch

Hume und das object perception model

Eine explizite Darstellung des object perception models liefert Shoemaker in seinen Vorlesungen „Self-knowledge and ‚inner sense‘“. Dieses Modell wird erörtert, um die Frage nach der Natur introspektiver Erkenntnis aus dieser Perspektive zu beantworten. Ausgehend von der Annahme, dass wir nur durch sinnliche Perzeption eines Gegenstandes eine Erkenntnis über einen Gegenstand bekommen, liefert Shoemaker eine Zusammenfassung der Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit wir nach diesem Modell etwas wahrnehmen und erkennen können. Diese Bedingungen liefern den Maßstab für die Antwort auf die Frage, ob es innere Wahrnehmung eines Selbst geben kann. Ohne ausführlich die einzelnen Bedingungen darzustellen, werden einige Grundzüge derselben erwähnt und insofern sie für den Gedankengang dieser Arbeit von Bedeutung sind.

Vorerst werden drei Bedingungen des object perceptions models erwähnt: (1) Die Perzeption eines Gegenstandes ist nur dann möglich, wenn es ein Organ gibt, das in einer wahrnehmenden Relation zum Gegenstand der Perzeption steht. (2) Perzeption der Sinne (sense perception) impliziert das Vorkommen von sinnlicher Erfahrung und von sinnlichen Eindrücken. In Humes Argument kommt die erste Bedingung zwar nicht explizit vor, sie ist aber dennoch im Argument implizit enthalten, da die Möglichkeit von Eindrücken und Sinneswahrnehmungen auf die Existenz von Sinnesorganen beruht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in Humes Kritik an der Substanztheorie ein und umreißt das Ziel, das Problem der Einheit des Selbst innerhalb der Bündeltheorie zu diskutieren.

1. Das Problem des Selbst: Dieses Kapitel rekonstruiert Humes Ablehnung eines einfachen, kontinuierlichen Selbst auf Basis seiner Wahrnehmungstheorie und diskutiert das "object perception model".

2. Humes Bündeltheorie des Selbst: Hier wird Humes positiver Entwurf des Geistes als System von Perzeptionen analysiert, die durch Assoziationsprinzipien verbunden sind, aber keine substantielle Einheit besitzen.

3. Probleme in Humes Theorie des Selbst: Das Kapitel befasst sich mit der methodischen Inkonsistenz von Humes introspektivem Ansatz und der Schwierigkeit, die Einheit des Bewusstseins zu erklären.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Humes Modell an der Erklärung der Einheit scheitert, da er notwendige Voraussetzungen seines empiristischen Projekts nicht mit der phänomenalen Erfahrung in Einklang bringen kann.

Schlüsselwörter

David Hume, Personale Identität, Bündeltheorie, Selbst, Bewusstsein, Einheit des Bewusstseins, Introspektion, Wahrnehmungstheorie, Substanztheorie, Perzeptionen, Assoziationsprinzipien, Objektperzeption, Erkenntnistheorie, Geist, Skeptizismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit David Humes philosophischer Untersuchung zur personalen Identität und der von ihm entwickelten Bündeltheorie des Selbst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Begriffe der Substanz, die Ontologie der Perzeptionen, die Natur der introspektiven Selbstbeobachtung und die Frage nach der Einheit des Geistes.

Welche zentrale Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Die Arbeit hinterfragt, wie Hume die Einheit des Bewusstseins erklären kann, wenn er gleichzeitig das Selbst als bloßes, unverbundenes Bündel von Perzeptionen definiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt eine rekonstruktive und kritische Analyse der Texte aus dem "Treatise of human understanding" unter Einbeziehung zeitgenössischer philosophischer Rezeptionen.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise Humes Kritik an der Substanztheorie, seine positive Bündeltheorie und die daraus resultierenden methodischen sowie theoretischen Inkonsistenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Neben Humes Bündeltheorie sind "Einheit des Bewusstseins", "Introspektion" und "epistemologischer Zugang" maßgebliche Begriffe.

Warum spielt das "object perception model" in der Argumentation eine Rolle?

Das Modell dient als Vergleichsmaßstab, um zu verdeutlichen, dass Humes introspektiver Zugang zu einem Selbst nur dann scheitern muss, wenn man das Selbst als äußeren Gegenstand der Wahrnehmung sucht.

Welche Rolle spielt der Appendix zum Treatise für die Argumentation des Autors?

Der Autor nutzt Humes eigene Eingeständnisse im Appendix, um die fundamentale Inkonsistenz zwischen dem Prinzip der ontologischen Unabhängigkeit der Perzeptionen und dem Wunsch nach einer Erklärung der Einheit des Bewusstseins aufzuzeigen.

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Details

Title
Humes Bündeltheorie des Selbst und das Problem der Einheit des Bewusstseins
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Sonja Dolinsek (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V84196
ISBN (eBook)
9783638002387
ISBN (Book)
9783638911023
Language
German
Tags
Humes Bündeltheorie Selbst Problem Einheit Bewusstseins
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Dolinsek (Author), 2007, Humes Bündeltheorie des Selbst und das Problem der Einheit des Bewusstseins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84196
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