Die Arbeit behandelt das kulturwissenschaftliche Konzept des 'vernacular', wie es durch das Phänomen Internet manifestiert wird. Dabei dient das Internet gleichzeitig als Forschungsgegenstand und als Forschungsquelle. Zunächst wird das Konzept des 'vernacular' erläutert, wie es in verschiedenen Disziplinen wie der Linguistik, der Architektur u. a. gebraucht wird. Im Anschluß wird das Phänomen Internet in seinem Aufbau und im Hinblick auf seine Charakteristika als Manifestation des 'vernacular' untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitendes
2. Zur Etymologie von vernacular
3. Das Internet als Nachschlagewerk
4. Das Konzept vernacular in verschiedenen Disziplinen
4.1 Linguistik
4.2 Kultur
4.3 Architektur
4.4 Weitere Bereiche
5. Das Internet
5.1 Grundlagen: Aufbau und Dienste
5.2 Internet und Cyberspace - Manifestation des vernacular?
6. Schlußbemerkung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das vielschichtige Konzept des "vernacular" anhand des Internets als primärem Forschungsmedium zu explorieren und zu definieren. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob das Internet als Datenquelle für die Bedeutung dieses Begriffs fungieren kann und inwieweit das Internet selbst – in seiner Struktur und Nutzung – als eine moderne Manifestation des "vernacular" betrachtet werden kann.
- Etymologische Herleitung und semantische Analyse des Begriffs "vernacular"
- Untersuchung der Verwendung des Begriffs in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen wie Linguistik, Kulturwissenschaften und Architektur
- Analyse des Internets als Medium zur Wissensgenerierung und Dokumentation
- Diskussion des Internets als Raum für dezentrale, demokratische und kreative Ausdrucksformen
Auszug aus dem Buch
Internet und Cyberspace - Manifestation des vernacular?
Das Internet ist ein nur sehr schwer zu erfassender Komplex, so daß auch Definitionsansätze oder Versuche, einzelne Erklärungsaspekte darauf anzuwenden, unweigerlich nicht alles mit einbeziehen können. Daher sollen im folgenden einzelne Ansatzpunkte immer nur an ausgewählten Ausschnitten angesetzt werden und, soweit möglich, generalisiert werden. Diese Ansatzpunkte beruhen dabei auf jenen Charakteristika des vernacular, die aus den im Internet gesammelten Materialien extrahiert worden sind. Im weiteren Verlauf soll anhand von ihnen das Phänomen Internet „abgeklopft“ werden, inwieweit und an welchen Punkten es als vernacular bezeichnet werden kann.
Nehmen wir zunächst den Aspekt des Demokratischen, des Nicht-Elitären als Kennzeichen des vernacular, dann fällt mit Rücksicht auf die Entwicklungsgeschichte des Internets auf, daß sich in dieser Hinsicht ein starker Wandel vollzogen hat. War das Internet in seiner Urform ARPANET ein zugangsbeschränktes, akademisch-elitäres und auch militärisch-geheimes Medium, hat es im Laufe der Zeit einen offenen, demokratischen Charakter angenommen, der es prinzipiell jedem ermöglicht daran teilzunehmen. „Digital communication was once the province of computer specialists, ‘hackers’ [...] and computer professionals. Now, ordinary folks - ‘users’ - are corresponding with friends and family via ‘email’ (electronic mail [...]), participating in asynchrounous discussions on listserv lists and on Usenet [...], and chatting with others in synchronous chat fora.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitendes: Einführung in die Zielsetzung der Arbeit, das Internet als methodisches Werkzeug zu nutzen, um das Konzept des vernacular zu erschließen.
2. Zur Etymologie von vernacular: Untersuchung der sprachlichen Wurzeln und Bedeutungsnuancen des Begriffs in verschiedenen Sprachen, insbesondere im Englischen und Lateinischen.
3. Das Internet als Nachschlagewerk: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Nutzung von Suchmaschinen im World Wide Web zur inhaltlichen Annäherung an den Begriff.
4. Das Konzept vernacular in verschiedenen Disziplinen: Detaillierte Betrachtung, wie der Begriff in den Feldern Linguistik, Kultur, Architektur und Informatik jeweils spezifisch verwendet wird.
5. Das Internet: Darstellung der technischen Grundlagen des Internets und Analyse, inwieweit das Internet als manifeste Form des vernacular gelten kann.
6. Schlußbemerkung: Fazit zur Komplexität des Begriffs und Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Übertragbarkeit auf das Medium Internet.
Schlüsselwörter
Vernacular, Internet, World Wide Web, Linguistik, Soziolinguistik, African American Vernacular English, Architektur, Kulturwissenschaften, Kommunikation, Demokratisierung, Digitale Medien, Cyberspace, Fachsprache, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff "vernacular" und versucht, seine vielfältigen Bedeutungen durch eine Untersuchung im Internet zu definieren und zu systematisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die etymologische Herleitung des Begriffs, seine Verwendung in Disziplinen wie Linguistik und Architektur sowie das Internet als Forschungsgegenstand.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Begriff "vernacular" durch eine "Materialstudie" im Internet zu erfassen und zu prüfen, ob das Internet selbst als Ausdruck dieses Konzepts gesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine sichtende Materialstudie, die primär auf Suchergebnissen aus dem World Wide Web basiert, ergänzt durch Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachspezifische Analyse des Begriffsgebrauchs und eine anschließende Untersuchung des Internets auf seine "vernacular"-Eigenschaften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie "vernacular", "Internet", "Soziolinguistik" und "kulturelle Identität" geprägt.
Welche Rolle spielt die Linguistik bei der Definition von vernacular?
Die Linguistik bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung, da sie den Begriff primär für regional oder sozial begrenzte Sprachformen verwendet.
Warum wird das Internet als demokratisches Medium im Kontext von vernacular gesehen?
Weil es sich von einem elitären militärischen/akademischen Ursprung zu einem Medium gewandelt hat, das prinzipiell jedem Nutzer eine offene Teilhabe und kreative Gestaltung ermöglicht.
- Quote paper
- Anja Klein (Author), 1998, Vernacular im Internet und das Internet als Manifestation des vernacular, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8419