Das Essay befaßt sich mit der amerikanischen Außenpolitik in den letzten Jahren kurz vor dem zweiten Weltkrieg bis zum Eintritt der USA in denselben. Diese Politik schwankte, wie schon des öfteren in der amerikanischen Geschichte zwischen Isolationismus und Interventionismus. Es wird ein kurzer Verlauf über bisherige Isolations- und Interventionsphasen aufgezeigt und anschließend beschrieben, wie und warum sich die USA gegen Ende der dreißiger Jahre vom Isolationismus abkehrten und dem Interventionismus zuwanden. Hierbei stützt sich die Arbeit hauptsächlich auf die Quarantänerede Roosevelts von 1937 und einen Artikel des angesehenen Historikers Charles A. Beard. Es werden Für und Wider gegenübergestellt, und herausgearbeitet, mit der heutigen Möglichkeit eines historischen Rückblicks, inwieweit richtig gehandelt wurde. Zum Ende wird auf die folgende Außenpolitik der USA eingegangen, inwieweit sich Isolationismus oder Interventionismus durchgesetzt haben und warum. Letztendlich soll auch noch kurz auf die Problematik der aktuellen amerikanischen Außenpolitik eingegangen werden und welche Rolle die Europäer in Zukunft spielen müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entwicklung vom Isolationismus zum Interventionismus vor dem Zweiten Weltkrieg
2.1 Die außenpolitische Position der USA vor dem Zweiten Weltkrieg
2.2 Die Quarantäne-Rede von Franklin D. Roosevelt
2.3 Die Gegenposition von Charles A. Beard
3. Analyse und Bewertung der historischen Positionen
3.1 Kritik und Stärken der Argumentation Roosevelts
3.2 Kritik und Stärken der Position Beards
4. Der Übergang in den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegsordnung
5. Aktuelle Herausforderungen der amerikanischen Außenpolitik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Essay untersucht den historischen Spannungsbogen der amerikanischen Außenpolitik zwischen Isolationismus und Interventionismus im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges. Dabei wird die wissenschaftliche Forschungsfrage verfolgt, inwiefern Roosevelts interventionistische Argumentation, insbesondere gestützt durch die "Quarantäne-Rede", im Lichte der zeitgenössischen Kritik des Historikers Charles A. Beard und des historischen Rückblicks als begründet und strategisch korrekt bewertet werden kann.
- Historische Analyse der US-Außenpolitik zwischen 1930 und 1941.
- Gegenüberstellung der Quarantäne-Rede von 1937 und der Antwortnote von Charles A. Beard.
- Bewertung von wirtschaftlichen versus ideologischen Motiven in der amerikanischen Außenpolitik.
- Untersuchung der langfristigen Auswirkungen von Interventionen auf globale Stabilität und demokratische Entwicklungen.
- Diskussion über die Rolle der USA und Europas bei der Prävention zukünftiger Konflikte.
Auszug aus dem Buch
Die Kontroverse um die Quarantäne-Rede
Beard sieht in Roosevelts Rede den Versuch, mit einer sentimentalen Berichtserstattung von der schlechten wirtschaftlichen Lage im Inland ablenken zu wollen. Durch diese Rede würden zudem die Interessen seiner Administration im fernen Osten offenbar.
Um nun einen berechtigten Kriegsgrund für diese Gegenden zu erhalten versuche er sein Volk nun mit drohenden Gefahren zu verängstigen.
Für Beard ist klar, daß der Präsident Japan, Deutschland und Italien meint und daß es ihm in Wahrheit nur um wirtschaftliche Gründe, der Sicherung des Standard-Oil Geschäfts im fernen Osten ginge.
Zudem prangert Beard an, daß Roosevelts These nur auf einer Anzahl Annahmen beruhten, nämlich:
- daß dieses Zahlenspiel von 90% friedfertigen Menschen und 10% Tyrannen wirklich vorhanden ist und wenn ja, ob diese 10% einem Embargo wirklich erlägen und nicht in purer Verzweiflung heraus zurück schlügen.
- Des weiteren, daß die Verteilung der Ressourcen und die Staatsgrenzen unwiderruflich erhalten blieben.
- Eine weitere Annahme wäre, daß es unter den 10% selbst keine Krisenherde gäbe, die nicht friedlich beigelegt werden könnten.
- Weiter müßten die Regierungen der 90% zumindest in ihrer Mehrheit von ihrer demokratischen Ideologie und nicht von der Handhabung ihrer außenpolitischen Beziehungen geleitet werden.
- Letztlich müßten in einem neuen Krieg für Demokratie die demokratischen Elemente in den „Verbrecher-Staaten“ gefördert werden und es müßte eine Politik geführt werden, die jedes wirtschaftlichen Einflusses entbehrt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Spannungsfeld zwischen Isolationismus und Interventionismus der amerikanischen Außenpolitik vor dem Zweiten Weltkrieg ein und erläutert die methodische Herangehensweise.
2. Die Entwicklung vom Isolationismus zum Interventionismus vor dem Zweiten Weltkrieg: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel der US-Politik und analysiert die zentrale Debatte zwischen Roosevelt und Beard.
3. Analyse und Bewertung der historischen Positionen: Hier werden die Argumente der Quarantäne-Rede sowie die isolationistische Kritik Beards auf ihre Stichhaltigkeit hin geprüft.
4. Der Übergang in den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegsordnung: Das Kapitel beleuchtet den tatsächlichen Kriegseintritt der USA und die daraus resultierende Etablierung einer neuen globalen Ordnung.
5. Aktuelle Herausforderungen der amerikanischen Außenpolitik: Es wird der Bogen zur modernen Sicherheitspolitik geschlagen, insbesondere im Kontext von Terrorismus und globaler Verantwortung.
6. Fazit: Die Arbeit zieht eine abschließende Bilanz über die historischen Lehren und die Rolle der USA als globale Supermacht.
Schlüsselwörter
Isolationismus, Interventionismus, USA, Außenpolitik, Franklin D. Roosevelt, Charles A. Beard, Quarantäne-Rede, Zweiter Weltkrieg, Weltmacht, Neutralitätsgesetze, Demokratie, Faschismus, Internationale Anarchie, Wirtschaftspolitik, Sicherheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay primär?
Das Essay analysiert den Wandel der amerikanischen Außenpolitik in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und beleuchtet den Konflikt zwischen isolationistischen und interventionistischen Strömungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die diplomatische Geschichte der USA, die historische Debatte um Präsident Roosevelts Strategie sowie die wirtschaftlichen und ideologischen Beweggründe nationaler Politik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Berechtigung von Roosevelts außenpolitischem Kurs gegen die Kritik des Historikers Charles A. Beard abzuwägen und historische Lehren für die moderne Außenpolitik zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Primärquellen (Quarantäne-Rede, Antwortnote von Beard) und ordnet diese im Kontext der zeitgenössischen Literatur und des historischen Rückblicks ein.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung der Argumentationen von Roosevelt und Beard sowie der kritischen Prüfung der Annahmen hinter der US-Interventionspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die zentralen Begriffe umfassen Isolationismus, Interventionismus, Roosevelt, Quarantäne-Rede, Weltmachtstreben und die kritische Bewertung historischer Entscheidungen.
Wie bewertet der Autor Roosevelts Quarantäne-Rede?
Der Autor erkennt an, dass Roosevelts Analyse der Bedrohung durch den Faschismus historisch korrekt war, kritisiert jedoch die ideologische Verbrämung und den Mangel an konkreter Evidenz in der Rede.
Inwieweit sieht der Autor Parallelen zur aktuellen Außenpolitik?
Der Autor zieht Parallelen zum Umgang der USA mit Krisenregionen und warnt davor, durch Unterstützung bestimmter Oppositionen langfristig antidemokratische Strukturen ungewollt zu fördern.
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- Stephan-Pierre Mentsches (Author), 2007, Interventionismus vs. Isolationismus - Ein Essay zur Diplomatiegeschichte der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84226