Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Management und Fachlichkeit der Sozialen Arbeit in Konkurrenz zueinander stehen, sich sogar gegenseitig ausschließen oder ob Management die Fachlichkeit der Sozialen Arbeit unterstützen kann. Hierzu beschäftige ich mich zunächst mit den Gründen, die überhaupt dazu geführt haben, über Management in der Sozialen Arbeit nachzudenken. Im zweiten Teil suche ich nach Antworten auf die Frage was Management eigentlich ist und welche Gefahren für die Fachlichkeit der Sozialen Arbeit durch die Implementierung von Management und damit verbunden ökonomischer Rationalität bestehen. Im letzten Teil dieser Hausarbeit beschäftige ich mich, zunächst mit DER Fachlichkeit der Sozialen Arbeit, bevor ich Überlegungen dazu anstelle, an welchen Stellen und in welcher Form Management die Fachlichkeit der Sozialen Arbeit unterstützen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergründe der Managementdiskussion
3. Gefahr der Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit?
4. Unterstützung der Fachlichkeit der Sozialen Arbeit durch Management
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Hausarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Managementmethoden und der fachlichen Ausrichtung in der Sozialen Arbeit. Dabei wird analysiert, ob Managementkonzepte die Fachlichkeit gefährden oder diese durch eine zielorientierte und effiziente Strukturierung unterstützen können, um trotz ökonomischer Zwänge den sozialen Auftrag zu wahren.
- Historische und strukturelle Hintergründe der Managementdiskussion
- Risiken der Ökonomisierung und betriebswirtschaftlichen Instrumentalisierung
- Doppeltes Mandat der Sozialen Arbeit und professionelle Identität
- Potenziale von Sozialmanagement zur Stärkung der fachlichen Arbeit
- Bedeutung der Nutzerorientierung und Interessensausgleich
Auszug aus dem Buch
3. Gefahr der Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit?
Die Aufforderung zur Implementierung von Management und ökonomischen Rationalitätsmaßstäben wurde zunächst als Bedrohung wahrgenommen und löste bei weiten Teilen der Sozialen Arbeit Ängste und Irritationen aus, die durch eine vehemente Ablehnungs- und Verteidigungshaltung deutlich wurden. Grund hierfür war nicht zuletzt, der Hintergrund der Finanzkrise. Befürchtet wurde, „dass es gar nicht mehr um Wirtschaftlichkeit, sondern um Einsparungen um jeden Preis, nicht um Rationalisierung, sondern Rationierung geht“ (Finis- Siegler 1997, 148), sowie eine Ökonomisierung bzw. „„BWL-isierung“ der Sozialen Arbeit (Schmidt- Grunert 1996, 38) und ein damit einhergehender Identitätsverlust der Sozialen Arbeit.
Abgelehnt wurde hierbei vor allem die befürchtete ausschließliche Ausrichtung der Sozialen Arbeit auf Kosten- Nutzen- Relationen und die damit verbundene Gefahr, „dass die Logik der zwischenmenschlichen Hilfe sich letztlich der Logik einer vermeintlichen ökonomischen Vernunft unterordnen müsse.“ (Merchel 2006, 10), unrentable Dienstleistungen ausbleiben und somit nicht mehr das sozial Sinnvolle, sondern das wettbewerbsfähige Soziale angeboten wird.
Hintergrund dieser Ablehnung war ein technokratisch orientiertes Managementverständnis, dass die Soziale Arbeit mit Methoden und Strategien der Erwerbswirtschaft in den Griff bekommen und nach Effizienzkriterien ausrichten will und hierdurch die eigentlichen Ziele der Sozialen Arbeit – die Herstellung von Gerechtigkeit und mitmenschlicher Hilfe – verwässert oder sogar verhindert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Management und Fachlichkeit in der Sozialen Arbeit in Konkurrenz stehen oder sich ergänzen können.
2. Hintergründe der Managementdiskussion: Das Kapitel beleuchtet den historischen Wandel vom wohlfahrtsstaatlich geprägten Selbstverständnis hin zum modernen Druck, wirtschaftliche Managementkonzepte zu implementieren.
3. Gefahr der Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit?: Es wird diskutiert, warum Managementansätze zunächst als Bedrohung wahrgenommen wurden und welche Risiken ein rein technokratisches Verständnis für die soziale Zielsetzung birgt.
4. Unterstützung der Fachlichkeit der Sozialen Arbeit durch Management: Dieser Teil analysiert, wie Sozialmanagement als Strukturierungsfunktion dienen kann, um fachliches Handeln unter neuen Rahmenbedingungen zu optimieren und zu legitimieren.
Schlüsselwörter
Sozialmanagement, Soziale Arbeit, Fachlichkeit, Ökonomisierung, Effektivität, Effizienz, Sozialstaat, Wohlfahrtsverbände, Managementdiskussion, Strukturierung, Dienstleistung, Nutzerorientierung, Identitätsverlust, Finanzkrise, Handlungslogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen den Anforderungen des modernen Managements und der professionellen Fachlichkeit innerhalb der Sozialen Arbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Themen der Ökonomisierung, der Managementmethodik, der sozialen Legitimation und der Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und dem sozialen Auftrag.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob Managementansätze in der Sozialen Arbeit konkurrierend wirken oder ob sie als unterstützendes Werkzeug für eine fachliche Zielerreichung dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit Fachpublikationen zur Sozialökonomie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Hintergründe der Managementdiskussion, die Ängste vor einer reinen Ökonomisierung und zeigt auf, wie Managementkompetenzen zur Optimierung fachlicher Prozesse genutzt werden können.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Sozialmanagement, Effizienz, Fachlichkeit, Ökonomisierung und Nutzerorientierung sind die prägenden Begriffe des Dokuments.
Wie unterscheidet sich Soziale Arbeit von Wirtschaftsunternehmen?
Das Dokument betont, dass Sozialen Organisationen das Formalziel „Gewinn“ fehlt und sie stattdessen durch ein komplexes Sachziel und die Lösung sozialer Problemlagen definiert sind.
Was bedeutet das „doppelte Mandat“ im Kontext der Arbeit?
Das doppelte Mandat beschreibt die Vermittlungsaufgabe zwischen dem individuellen Bedarf des Hilfesuchenden und den Anforderungen der Gesellschaft als Finanzierer der Hilfen.
Welche Rolle spielt die „Subjektfinanzierung“?
Die Subjektfinanzierung wird als Beispiel für neue Finanzierungsformen angeführt, die, sofern fachlich korrekt gesteuert, eine stärkere Nutzerorientierung ermöglichen können.
- Quote paper
- Dipl. Soz. Päd. / Dipl. Soz. Arb. Torsten Schrodt (Author), 2007, Management und Fachlichkeit in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84235