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J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ - Komödie oder Tragödie?

Title: J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ - Komödie oder Tragödie?

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nelli Winter (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Arbeit soll auf Grundlage zweier Primärtexte untersucht
werden, welcher Gattung das Drama J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ zugeordnet
werden kann. Dabei ist für die Herangehensweise und das Vorgehen bei der
Analyse entscheidend, was Lenz für eine Auffassung vom Wesen des Dramas
hatte. In seiner Schrift „Anmerkungen übers Theater“ modernisiert er das
Theater quasi nach seinen Vorstellungen, in denen sich die Ideen der Sturmund-
Drang-Bewegung wiederfinden. Deshalb erfolgt eine entsprechend
ausführliche Abhandlung zu der theoretischen Schrift. Weil jene aber auf
Grundlage der alten griechischen Dramentheorie erdacht wurde und dort
teilweise Elemente entnommen und neu bewertet wurden, findet zuerst dazu
ein knapper Exkurs statt. Die anschließende Untersuchung nutzt deshalb
sowohl die lenzschen als auch die althergebrachten Vorstellungen,
insbesondere über die Komödie, um Zuordnungen und Deutungen
vorzunehmen. Die verwendete Sekundärliteratur unterstützt hierbei die Analyse dahingehend, dass einzelne Aspekte, die relativ einhellig von der Forschung beurteilt worden sind, aufgegriffen werden. Eine Gegenüberstellung verschiedener Positionen
soll hingegen nicht erfolgen, da dies zum einen der Umfang der Arbeit nicht
hergeben würde und zum anderen die abschließende Einschätzung die eigene Position deutlich machen soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes für die Analyse

2.1 Das griechische Drama

2.2 Die „Anmerkungen übers Theater“

3. Die gattungsspezifische Untersuchung des Stückes

3.1 Die komischen Elemente im Stück

3.2 Die tragischen Elemente des Stückes

3.3 Abschließende Betrachtung

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama „Die Soldaten“ von J.M.R. Lenz im Kontext seiner dramentheoretischen Schrift „Anmerkungen übers Theater“, um zu klären, welcher literarischen Gattung – Komödie oder Tragödie – das Werk zuzuordnen ist.

  • Analyse der dramentheoretischen Grundlagen von J.M.R. Lenz
  • Untersuchung der griechischen Dramentheorie als Bezugspunkt
  • Gattungsspezifische Untersuchung komischer und tragischer Elemente in „Die Soldaten“
  • Hinterfragung der gesellschaftlichen Determinierung der Figuren
  • Reflexion über die Intention von Lenz bezüglich der modernen Komödienform

Auszug aus dem Buch

3.1 Die komischen Elemente im Stück

Das Schauspiel „Die Soldaten“ trägt im Untertitel die Bezeichnung Komödie. Mit dieser Zuordnung zur Gattung wird beim Zuschauer eine Erwartungshaltung hervorgerufen und in Zusammenhang mit dem Titel nimmt der Zuschauer an, dass es sich wohl um eine lustige Darstellung des Militärs handle. Doch allein die Bezeichnung macht „Die Soldaten“ nicht zur Komödie.

Bereits die erste Szene scheint die Erwartung, zumindest was die Art des Schauspiels betrifft, zu erfüllen. Dargestellt sind Marie, wie sie einen Brief schreibt, und ihre Schwester. Die Bemühung Maries um einen gehobenen Sprachstil hat komische Züge und offenbart ihre Anstrengung, sich aus ihrer gewohnten gesellschaftlichen Position heraus zu bewegen.

In der nächsten Szene wird der Adressat und Verehrer Maries, Stolzius, im Gespräch mit seiner Mutter gezeigt. Während sie an die Erledigung der Geschäfte denkt, hängt Stolzius in Gedanken bei Marie. Die Verliebtheit des Sohnes ist für die Tuchhändlerin hinderlich und lenkt nur von der Arbeit ab: „Hans Narr, ich rede vom Tuch, das der Obrist bestellt hat für die Regimenter. Kommt denn-“ Britta Hempel weist in ihrer Arbeit darauf hin, dass vor allem die Mutterfiguren, mit Ausnahme der Gräfin, in gewisser Hinsicht lächerlich gezeichnet sind. Sie werden als resolute und bestimmende Damen präsentiert und könnten somit ein Gegengewicht zu dem üblicherweise im bürgerlichen Trauerspiel dargestellten patriarchalischen Mächteverhältnis sein. Ihre Führungsqualitäten erweisen sich im Laufe des Geschehens aber als hinfällig. Diese Darstellung ist eine Karikatur der Mutterrolle und wäre so in keiner Tragödie zu finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Zeit des Sturm und Drang ein und legt den Fokus auf die theoretischen Ambitionen von J.M.R. Lenz sowie die Forschungsfrage zur Gattungszuordnung von „Die Soldaten“.

2. Grundlegendes für die Analyse: Dieses Kapitel erläutert die antiken Ursprünge des griechischen Dramas und analysiert Lenz' theoretische Schrift „Anmerkungen übers Theater“ als Fundament seiner Dramenkonzeption.

3. Die gattungsspezifische Untersuchung des Stückes: Das Kernkapitel untersucht anhand komischer und tragischer Elemente, wie Lenz seine theoretischen Vorstellungen in „Die Soldaten“ praktisch umsetzt.

4. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass Lenz' „Soldaten“ eine moderne Komödie mit tragischen Tendenzen darstellen, die den Zuschauer zum gesellschaftlichen Umdenken anregen soll.

Schlüsselwörter

J.M.R. Lenz, Die Soldaten, Komödie, Tragödie, Sturm und Drang, Anmerkungen übers Theater, Aristoteles, Gattungstheorie, Gesellschaftskritik, Bürgerliches Trauerspiel, Marie Wesener, Stolzius, Dramentheorie, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Gattungsfrage des Dramas „Die Soldaten“ von J.M.R. Lenz und prüft, ob es eher als Komödie oder Tragödie einzustufen ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die dramentheoretischen Ansichten von Lenz, die Abgrenzung zur griechischen Antike und die Analyse der gesellschaftlichen Determination der Figuren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welcher Gattung das Drama „Die Soldaten“ vor dem Hintergrund von Lenz' theoretischen Schriften zugeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es erfolgt eine textbasierte, gattungsspezifische Untersuchung unter Einbeziehung von Lenz' „Anmerkungen übers Theater“ und relevanter Forschungsliteratur.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Analyse der komischen sowie tragischen Elemente im Stück und eine abschließende Bewertung der Gattungszuordnung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Sturm und Drang, die gesellschaftliche Ständeproblematik, der Begriff des modernen Schauspiels und das Ringen um literarische Einordnung.

Warum ordnet Lenz das Stück selbst so schwer ein?

Lenz wollte sich den starren Konventionen der damaligen Gattungsbegriffe entziehen und das Publikum nicht durch festgefahrene Erwartungshaltungen in die Irre führen.

Welche Rolle spielt die Figur der Marie Wesener im Hinblick auf die Gattungsfrage?

Marie Wesener ist zwar durch gesellschaftliche Zwänge determiniert, zeigt jedoch individuelle Autonomiebestrebungen, die eine Tendenz in Richtung einer tragischen Entwicklung aufweisen.

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Details

Title
J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ - Komödie oder Tragödie?
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II)
Course
1b-Seminar
Grade
1,3
Author
Nelli Winter (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V84252
ISBN (eBook)
9783638004923
Language
German
Tags
Lenz’ Soldaten“ Komödie Tragödie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nelli Winter (Author), 2007, J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ - Komödie oder Tragödie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84252
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