Innerhalb des Konzepts des Global Change nimmt die Untersuchung des weltweiten Ressourcenmanagements eine zentrale Rolle ein. Hierbei lassen sich auf den ersten Blick einige scheinbar einfache und logische Unterteilungen vornehmen: Ressourcen sind entweder erneuerbar oder endlich. Doch ist bei genauerem Hinsehen eine eindeutige Zuteilung und isolierte Betrachtung gar nicht möglich. Aber nicht nur die theoretische Klassifikation ist schwierig, sondern in noch stärkerem Maße einerseits die ökologische Abschätzung über die für die Natur, und damit auch für den Menschen, unproblematische Nutzung der vorhandenen Ressourcen und andererseits die ökonomisch sinnvollste Nutzung.
Letzteres ist insbesondere das Thema der neoklassischen Theorie, ersteres versucht der Ansatz des „sustainable development“ innerhalb von ökonomischen Begebenheiten zu integrieren und legt dabei den Fokus auf die inter- und intragenerative Gerechtigkeit. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ist also ein interdisziplinäres Konzept welches auch ethische Aspekte berücksichtigt.
Im Rahmen dieser zwei miteinander konkurrierenden und sich wechselseitig beeinflussenden Theorien soll in Laufe der vorliegenden Arbeit untersucht werden, wie der aktuelle Bestand an Ressourcen ist, wie er sich in näherer und ferner Zukunft unter unterschiedlichen Annahmen entwickeln wird und welche Gefahren bei einer zu schnellen oder auch zu langsamen Nutzung der Ressourcen drohen.
Zuerst werden also die beiden genannten Theorien vorgestellt, diskutiert (Kapitel II) und durch einige Begriffs- und Abgrenzungsklärungen für die weitere Verwendung nutzbar gemacht (Kapitel III). Danach werden die Gefahren der Nutzung von erneuerbaren (Kapitel IV) und nicht erneuerbaren Ressourcen (Kapitel V) im Lichte der zwei Konzepte behandelt. Ein oft vernachlässigter Aspekt hierbei ist die Problematik der Ressourcensenken, hierauf weist speziell die ökologische Ökonomie hin (Kapitel VI). Anhand von drei möglichen Modellen und der GAIA Hypothese soll analysiert werden, wie und warum die Frage der Auswirkungen von Ressourcennutzung und Senken nicht nur wichtig, sondern existenziell für den Menschen ist (Kapitel VII).
Abschließend soll eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse, ein Ausblick auf die zukünftig wahrscheinlichste Entwicklung und ein Verweis auf noch ausstehende Probleme gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Ansätze
1. Neoklassische Theorie
2. Ökologische Ökonomie
III. Abgrenzungen und Begriffsklärungen
IV. Erneuerbare Ressourcen
1. Unbedingt erneuerbare Ressourcen
1.1. Windenergie
1.2. Sonnenenergie
1.3. Wasserkraft
1.4. Erdwärme
1.5. Zusammenfassung
2. Bedingt erneuerbare Ressourcen
V. Nicht erneuerbare Ressourcen
1. Fossile Energieträger
2. Mineralische Ressourcen
3. Boden
4. Wasser
5. Biodiversität
6. Raum
7. Luft
VI. Strategien zur Abfallverwertung
1. Abfallvermeidung
2. Kreislaufwirtschaft/ Recycling
3. Thermische Behandlung
4. Deponierung
VII. Ausblick
1. Lineare Verschlechterung
2. Zyklische Veränderung
3. Wiederanstieg
4. GAIA- Hypothese
VIII. Résumé
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht im Kontext des „Global Change“ die Auswirkungen des weltweiten Ressourcenmanagements. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich der aktuelle Ressourcenbestand entwickelt, welche Gefahren bei einer unkontrollierten Nutzung bestehen und wie ökologische sowie ökonomische Theorien – insbesondere die neoklassische Theorie und die ökologische Ökonomie – diese Problematik bewerten.
- Vergleichende Analyse der neoklassischen Theorie und der ökologischen Ökonomie
- Untersuchung von erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen unter Berücksichtigung thermodynamischer Gesetze
- Analyse der Problematik von Ressourcensenken und Abfallverwertungsstrategien
- Diskussion zukünftiger Entwicklungsmodelle wie die GAIA-Hypothese
Auszug aus dem Buch
1. Neoklassische Theorie
Zumindest in Ansätzen ist jedermann mit der neoklassischen Theorie vertraut; wer hat noch nicht den Namen Malthus, Ricardo oder Mill gehört? Aufbauend von diesen „klassischen“ Ökonomen hat sich die neoklassische Theorie zur dominanten und vorherrschenden Theorie entwickelt. Insbesondere durch ihr sehr breites Anwendungsgebiet kann sie auf viele Themenbereiche (erfolgreich) angewendet werden, es stehen zahlreiche Modelle und Formeln zur Verfügung welche eine Abschätzung gemäß der Theorie ermöglichen. Jedoch wurde die Ressourcenproblematik erst relativ spät, in der Folge des Ölpreisschocks, dem Brundtland Bericht und anderen einschneidenden Ereignissen unter der Lupe der neoklassischen Theorie untersucht. Basis hierfür bildet die von Hotelling verfasste Schrift „Optimalverhalten eines ressourcenabbauenden Unternehmens“ von 1931, welche den optimalen Abbau- und Preispfad einer nicht- erneuerbaren Ressource zum Gegenstand hat. Wichtige Eckpunkte der neoklassischen Theorie sind für unser Anliegen vor allem die Annahme, dass das Wachstum a priori nicht beschränkt ist, im Hinblick auf die Ressourcenproblematik heißt das: Ressourcen sind substituierbar, einerseits durch Kapital und andererseits durch steigende Skalenerträge. Des Weiteren auch über erhöhte technische Effizienz, „resource augmenting technical progress“ wie Dasgupta/ Heal es ausdrücken, wobei man diesen auch als einen Ausdruck des erhöhten Kapitaleinsatzes fassen könnte. Ersteres wird allgemein als „Hartwick- Regel“ bezeichnet.
Als Folge dieser grundsätzlichen Modelle nimmt Solow an, dass “[t]he world can, in effect, get along without natural resources, so exhaustion is just an event, not a catastrophe”, was natürlich sehr kontrovers (und leider zum Teil auch außerhalb von Solows Kontext) diskutiert wird. Damit ist offensichtlich, dass für ein öko- oder auch biozentrisches Weltbild kein Platz ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Darstellung der Relevanz des Ressourcenmanagements im Global Change und Vorstellung der konkurrierenden theoretischen Konzepte.
II. Ansätze: Diskussion der neoklassischen Theorie und der ökologischen Ökonomie als theoretisches Fundament der Arbeit.
III. Abgrenzungen und Begriffsklärungen: Definition und Kategorisierung der verschiedenen Ressourcenarten sowie Erläuterung wissenschaftlicher Modelle.
IV. Erneuerbare Ressourcen: Analyse von Wind-, Sonnen-, Wasserenergie und Erdwärme sowie deren Potential und ökologische Einordnung.
V. Nicht erneuerbare Ressourcen: Betrachtung fossiler Brennstoffe, mineralischer Ressourcen, Boden, Wasser, Biodiversität, Raum und Luft hinsichtlich ihrer Endlichkeit.
VI. Strategien zur Abfallverwertung: Untersuchung thermodynamischer Grenzen und verschiedener Methoden der Abfallbewirtschaftung.
VII. Ausblick: Gegenüberstellung verschiedener Zukunftsmodelle wie lineare Verschlechterung, zyklische Veränderung und die GAIA-Hypothese.
VIII. Résumé: Abschließende Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine nachhaltige, durch aktive Politik gesteuerte Ressourcennutzung.
Schlüsselwörter
Global Change, Ressourcenmanagement, Neoklassische Theorie, Ökologische Ökonomie, Erneuerbare Ressourcen, Nicht erneuerbare Ressourcen, Nachhaltigkeit, Thermodynamik, Entropiesatz, Abfallverwertung, Biodiversität, GAIA-Hypothese, Ressourcensenken, Wirtschaftswachstum, Intergenerative Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des weltweiten Ressourcenverbrauchs und diskutiert die theoretischen sowie praktischen Lösungsansätze unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung von Ressourcen, der ökologischen Bewertung ihrer Nutzung, den Strategien der Abfallentsorgung und der kritischen Reflexion ökonomischer Theorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Ressourcenverbrauch und ökologischer Tragfähigkeit aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer nachhaltigen, politisch gesteuerten Wirtschaftsweise zu begründen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden existierende theoretische Modelle (wie die neoklassische Theorie und die ökologische Ökonomie) sowie physikalische Gesetze (Thermodynamik) zur Analyse herangezogen und in einen Gesamtzusammenhang gestellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung erneuerbarer und nicht erneuerbarer Ressourcen sowie die Analyse von Abfallverwertungsstrategien und Modellen der zukünftigen Umweltentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Global Change, Ressourcenmanagement, Nachhaltigkeit, ökologische Ökonomie und die Konzepte der Ressourcensenken und Substituierbarkeit.
Wie unterscheidet sich die ökologische Ökonomie von der neoklassischen Theorie laut Autor?
Während die Neoklassik auf Marktmechanismen und unendliche Substituierbarkeit vertraut, betont die ökologische Ökonomie die Einbettung der Wirtschaft in die natürliche Umwelt und die strikten Grenzen durch thermodynamische Gesetze.
Welche Rolle spielt die GAIA-Hypothese in dieser Arbeit?
Sie dient als Modell im Ausblick, um das Spektrum der Sichtweisen auf die Steuerung und Rückkopplungsprozesse innerhalb des Systems Erde zu veranschaulichen.
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- Johannes Ohnmacht (Author), 2005, Auswirkungen von Ressourcenverbrauch und Senken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84282