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Die militärische Intervention der USA und die Konfliktlösungskompetenz in Kolumbien

Die Auswirkungen der US-Intervention in Kolumbien auf die Konfliktlösungskompetenzen Kolumbiens

Title: Die militärische Intervention der USA und die Konfliktlösungskompetenz in Kolumbien

Project Report , 2007 , 50 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christof Mauersberger (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Summary Excerpt Details

In Kolumbien findet heute der blutigste und längste Bürgerkrieg Lateinamerikas statt. Dabei hat sich in dem Andenland auch außerhalb der politischen Auseinandersetzungen ein extremes Kriminalitäts- und Gewaltniveau entwickelt. Dennoch ist Kolumbien seit langer Zeit eine, wenn auch eingeschränkt funktionierende, Demokratie und kann seit über 100 Jahren formal demokratische Regierungswechsel vorweisen. Ein dritter Faktor, der Kolumbien zu einem besonderen Land macht, ist seine absolute Dominanz auf dem Weltmarkt für Kokainproduktion. Ist dieser Kontext allein schon sehr komplex, lassen sich die Rahmenbedingungen des Landes nicht ohne die USA, dem mit Abstand wichtigsten Abnehmer von Kokain, beschreiben. Offiziell nur motiviert, den Drogenanbau zu bekämpfen sowie den kolumbianischen Staat und seine Demokratie zu stärken, intervenieren die USA seit Jahrzehnten (mitlerweile fast ausschließlich) militärisch in dem Andenland und bauten ihr Engagement ab 2000 mit den Plan Colombia massiv aus.
Das Demokratien allgemein zugeschriebene vergleichsweise niedrigere interne Gewaltniveau lässt sich in Kolumbien offenbar kaum beobachten, die friedlichen Konfliktlösungskompetenzen sind nicht sehr ausgeprägt. Diese mangelnde Fähigkeit, Konflikte ohne Waffengewalt zu lösen gilt oft als Folge des Bürgerkriegs und als bedeutendes Hindernis in der Überwindung der Gewaltspiralen. Da die militärische Intervention der USA in den letzten Jahren enorm zunahm, widmet sich diese Arbeit den Auswirkungen der US-amerikanischen Intervention auf eben diese Fähigkeit der kolumbianischen Gesellschaft, Interessenunterschiede gewaltfrei auszutragen. Die zentrale Fragestellung lautet daher: Welchen Einfluss hat die militärische Intervention der USA in Kolumbien auf die Konfliktlösungskompetenzen der kolumbianischen Gesellschaft?
Es soll demnach nicht der Einfluss der Intervention etwa auf die Konfliktdauer oder die Drogenanbauflächen untersucht werden. Es geht auch nicht darum, wie die Militärhilfe der USA das Kräftegleichgewicht der Parteien verschiebt, sondern vielmehr um die Frage nach den tiefer gehenden Einflüssen der Intervention auf die Gesellschaft Kolumbiens und deren Kompetenz, innere Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Relevanz der Forschungsfrage

1.2. Theoretischer Hintergrund und methodisches Vorgehen

1.3. Forschungsstand

1.4. Quellen

2. Zivilisatorisches Hexagon und Konfliktlösungskompetenzen

2.1. Theoretische Annäherung und Operationalisierung: Senghaas’ zivilisatorisches Hexagon

2.2. Universalisierbarkeit und Kritik am zivilisatorischen Hexagon

2.3. Anwendbarkeit des Hexagons

3. Die Konfliktlösungskompetenzen in Kolumbien

3.1. Gewalt, Kriminalität und Bürgerkrieg

3.2. Das zivilisatorische Hexagon Kolumbiens

4. Die Intervention der USA

4.1. Interventionsbegriff

4.2. Ursachen und Entwicklung der Intervention in Kolumbien

4.3. Ziele der Intervention

4.4. Ausmaß und Aktionsradius der Intervention

5. Die Auswirkungen der Intervention auf die Konfliktlösungskompetenzen

5.1. Auswirkungen auf das Gewaltmonopol

5.2. Auswirkungen auf die Rechtsstaatlichkeit

5.3. Auswirkungen auf Interdependenzen und Affektkontrolle

5.4. Auswirkungen auf die demokratische Beteiligung

5.5. Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit

5.6. Auswirkungen auf eine konstruktive politische Konfliktkultur

5.7. Zwischenfazit: Die Auswirkungen der Intervention

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der militärischen US-Intervention in Kolumbien (Zeitraum 1998-2004) auf die Fähigkeit der kolumbianischen Gesellschaft, innerstaatliche Konflikte gewaltfrei zu lösen. Basierend auf dem theoretischen Modell des "zivilisatorischen Hexagons" von Dieter Senghaas analysiert der Autor, inwieweit die einseitige militärische Fokussierung der US-Politik strukturelle Voraussetzungen für einen friedlichen Interessenausgleich schwächt.

  • Analyse der Konfliktlösungskompetenzen in Kolumbien anhand des zivilisatorischen Hexagons
  • Untersuchung der Form, Ziele und des Ausmaßes der militärischen US-Intervention
  • Evaluierung der Auswirkungen des Plan Colombia auf staatliche Institutionen und gesellschaftliche Strukturen
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit von militärischen Ansätzen zur Drogenbekämpfung und Friedenssicherung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In Kolumbien findet heute der blutigste und längste Bürgerkrieg Lateinamerikas statt, bei dem es zumindest ursprünglich auch um sozialpolitische Forderungen ausgeschlossener Bevölkerungsschichten ging. Dabei hat sich in dem Andenland auch außerhalb der politischen Auseinandersetzungen ein extremes Kriminalitäts- und Gewaltniveau entwickelt. Gleichzeitig ist Kolumbien seit langer Zeit eine, wenn auch eingeschränkt funktionierende, Demokratie und kann seit über 100 Jahren formal demokratische Regierungswechsel vorweisen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Staaten Südamerikas fiel es in den 60er oder 70er Jahren nicht in eine Militärdiktatur und überstand auch die 80er Jahre ohne massive Wirtschafts- oder Schuldenkrise. Ein dritter Faktor, der Kolumbien zu einem besonderen Land macht, ist seine absolute Dominanz auf dem Weltmarkt für Kokainproduktion.

Ist dieser Kontext allein schon sehr komplex, lassen sich die Rahmenbedingungen des Landes nicht ohne die USA, dem mit Abstand wichtigsten Abnehmer von Kokain, beschreiben. Offiziell nur motiviert, den Drogenanbau zu bekämpfen sowie den kolumbianischen Staat und seine Demokratie zu stärken, intervenieren die USA seit Jahrzehnten militärisch in dem Andenland und bauten ihr Engagement ab 2000 mit den Plan Colombia massiv aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, des theoretischen Rahmens, des methodischen Vorgehens und der Relevanz des Themas.

2. Zivilisatorisches Hexagon und Konfliktlösungskompetenzen: Theoretische Herleitung der Konfliktlösungskompetenzen und Vorstellung des Modells von Senghaas zur Operationalisierung.

3. Die Konfliktlösungskompetenzen in Kolumbien: Analyse des Gewaltniveaus und Anwendung des Hexagon-Modells auf die kolumbianische Ausgangslage vor der verstärkten Intervention.

4. Die Intervention der USA: Darstellung der Ursachen, Ziele, des Interventionsbegriffs sowie des Ausmaßes und der Entwicklung der US-Politik in Kolumbien.

5. Die Auswirkungen der Intervention auf die Konfliktlösungskompetenzen: Detaillierte Analyse der negativen Folgen der US-Intervention auf die einzelnen Dimensionen des Hexagons, von Gewaltmonopol bis Konfliktkultur.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der destruktiven Wirkungsweise des US-Engagements und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.

Schlüsselwörter

Kolumbien, USA, Intervention, Plan Colombia, Bürgerkrieg, Konfliktlösungskompetenz, zivilisatorisches Hexagon, Drogenbekämpfung, Militär, Menschenrechte, Gewaltmonopol, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Paramilitärs, Guerilla.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die militärische Unterstützung der USA in Kolumbien auf die gesellschaftliche Fähigkeit auswirkt, innere Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Zentrum stehen die Konzepte des "zivilisatorischen Hexagons", die Analyse des bewaffneten Konflikts in Kolumbien sowie die Form, das Ausmaß und die Auswirkungen der militärischen US-Intervention.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Welchen Einfluss hat die militärische Intervention der USA in Kolumbien auf die Konfliktlösungskompetenzen der kolumbianischen Gesellschaft?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt das zivilisatorische Hexagon von Dieter Senghaas als analytische "Schablone", um die Auswirkungen der Intervention qualitativ auf verschiedene gesellschaftliche Dimensionen zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen der US-Intervention auf zentrale Bereiche wie das staatliche Gewaltmonopol, die Rechtsstaatlichkeit, Interdependenzen, demokratische Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und die politische Konfliktkultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Kolumbien und USA insbesondere Konfliktlösungskompetenz, Bürgerkrieg, Militarisierung, Drogenbekämpfung und das zivilisatorische Hexagon.

Wie bewertet der Autor die Rolle der privaten Sicherheitsfirmen (PSCs)?

Der Autor sieht in den PSCs eine problematische Komponente der Intervention, da ihr unklarer rechtlicher Status die Rechenschaftspflicht untergräbt und sie die Konfliktdynamik in intransparenter Weise beeinflussen.

Warum wird die "Eradication" der Koka-Felder kritisiert?

Die Besprühung der Felder mit Pflanzengiften wird kritisiert, da sie die Lebensgrundlage von Kleinbauern zerstört, zur Flucht in urbane Slums führt und damit die soziale Ungerechtigkeit verschärft.

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Details

Title
Die militärische Intervention der USA und die Konfliktlösungskompetenz in Kolumbien
Subtitle
Die Auswirkungen der US-Intervention in Kolumbien auf die Konfliktlösungskompetenzen Kolumbiens
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Projektkurs "Militärische und humanitäre Interventionen in der postnationalen Ordnung: Problemfelder – Erklärungsansätze – Zukunftsperspektiven"
Grade
1,3
Author
Christof Mauersberger (Author)
Publication Year
2007
Pages
50
Catalog Number
V84294
ISBN (eBook)
9783638002622
ISBN (Book)
9783638956208
Language
German
Tags
Intervention Konfliktlösungskompetenz Kolumbien Projektkurs Militärische Interventionen Ordnung Problemfelder Erklärungsansätze Zukunftsperspektiven
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christof Mauersberger (Author), 2007, Die militärische Intervention der USA und die Konfliktlösungskompetenz in Kolumbien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84294
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