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Vom reziproken Einfluss betriebswirtschaftlichen Handelns und der Wissenschaft im Mittelalter

Title: Vom reziproken Einfluss betriebswirtschaftlichen Handelns und der Wissenschaft im Mittelalter

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janina Richts (Author)

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Das mittelalterliche Weltbild war tief von Kirche und Bibel geprägt. Gott wurde als der Erschaffer der Welt, der Natur und des Menschen angesehen und lenkte diese. Als Quelle der Erkenntnis war nur die Bibel erlaubt, das Studium weltlicher Dinge wurde als Sache des Teufels angesehen und war daher verboten.
Deswegen war das Mittelalter gekennzeichnet durch eine allgemeine Stagnation, zum Teil gingen sogar wissenschaftliche Erkenntnisse der Antike wieder verloren. Wissenschaftlich-technischen Fortschritt oder gesellschaftliche Veränderungen gab es von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht.
Erst im Spätmittelalter fand ein Umschwung statt. Die Kreuzzüge vertieften den Kontakt mit fremden Zivilisationen, besonders mit den Arabern, ohne die die zivilisatorische Entwicklung des lateinischen Westens seit dem 13. Jahrhundert nicht zu verstehen wäre. Die orientalischen Kulturen waren Europa wissenschaftlich weit überlegen, da sie sich bereits seit dem 7. Jahrhundert mit den aristotelischen Lehren auseinandersetzten. Die Europäer griffen dieses Wissen auf und begannen, die naturwissenschaftlichen Studien der Araber ins Lateinische zu übertragen. Gegen 1240 lag schließlich der gesamte Aristoteles in Lateinisch vor. „Die Aristoteles-Rezeption und die Begegnung mit der arabischen Philosophie und Wissenschaft veränderten im Lauf des 13. Jahrhunderts das intellektuelle Leben des christlichen Westens“ , da das Leben nun nicht mehr nur als unmittelbar göttlich gelenkt verstanden wurde, sondern zusätzlich als Ergebnis des eigenen Handelns und der Vernunft. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Verfügung über die aristotelische Naturwissenschaft so weit fortgeschritten, dass Wissenschaft zum ersten Mal zu einer anerkannten Institution wurde.

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Inhaltsverzeichnis

1. Geschichtlicher Hintergrund

2. Wissenschaftsverständnis

2.1 Aristoteles-Rezeption

2.2 Die scholastische Lehre des Spätmittelalters

2.2.1. Thomas von Aquin

2.2.1.1 Theologie als Wissenschaft

2.2.1.2 Allgemeiner Wissenschaftsbegriff

2.2.1.3 Auswirkungen

2.3 Weiterentwicklung des neuen Naturverständnisses

3. Auswirkungen des neuen Wissenschaftsverständnisses auf Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft

3.1. Auswirkungen auf die Wirtschaft

3.1.1 Das 13. Jahrhundert - Wirtschaft unter dem Duktus der kirchlichen Moral

3.1.2. Das 14. und 15. Jahrhundert - Der Wandel

3.1.2.1 Die abnehmende Bedeutung der Agrarwirtschaft.

3.1.2.2 Die Entstehung des Marktverkehrs

3.2. Wechselwirkungen von Wissenschaft und Wirtschaft

3.2.1. Leonardo da Vinci

3.2.2. Der Buchdruck

3.2.2.1 Grundlegende Erfindungen

3.2.2.2 Die Folgen

4. Zusammenfassende Darstellung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den reziproken Einfluss zwischen betriebswirtschaftlichem Handeln und dem wissenschaftlichen Fortschritt im Mittelalter. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich durch den Wandel des Wissenschaftsverständnisses – insbesondere geprägt durch die Scholastik und das Aufkommen neuer technischer Errungenschaften – die ökonomischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Strukturen maßgeblich veränderten.

  • Die Bedeutung der Aristoteles-Rezeption und scholastischen Lehre für die Etablierung eines neuen Wissenschaftsbegriffs.
  • Die Rolle von Thomas von Aquin bei der rationalen Fundierung der Theologie.
  • Der Wandel der Wirtschaft im 13. bis 15. Jahrhundert unter dem Einfluss kirchlicher Moral und zunehmender Rationalisierung.
  • Technologische Innovationsimpulse und deren Verbreitung durch Erfindungen wie die mechanische Uhr und den Buchdruck.
  • Die wechselseitige Bedingtheit von wissenschaftlichem Erkenntnisfortschritt und wirtschaftlicher Produktivitätssteigerung.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Der Buchdruck

Grundgedanke der Erfindung Johannes Gutenbergs war die Zerlegung des Textes in seine kleinsten Bestandteile, das heißt in die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets. Diese Einzelelemente wurden als seitenverkehrte Lettern in beliebiger Anzahl gegossen und schließlich zu Wörtern, Zeilen und Seiten zusammengefügt.

Die Erfindung und Ausbreitung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts hing mit verschiedenen Faktoren zusammen. Durch die neuen Handelswege, die im Spätmittelalter entstanden waren, gelangte das im 2. Jahrhundert in China entwickelte Papier nach Europa.1390 entstand die erste Papiermühle in Nürnberg. Durch den Einsatz der Wasserkraft bei der Papierherstellung wurde das Papier zudem deutlich billiger. Dies waren entscheidende Vorbedingungen für die Erfindung des Buchdrucks.

Weiterhin spielten die Erfindung des Spinnrades und des Webstuhls eine wichtige Rolle, die im 13. Jahrhundert nach Europa kamen. Durch die daraus resultierende erhöhte Garn- und Leinenproduktion gab es nun auch mehr Leinenlumpen, die den europäischen Rohstoff für Papier bildeten.

Dies hatte im Gegenzug wiederum Auswirkungen auf die Wirtschaft, da durch den Buchdruck ein starkes Wachstum der Tuch- und Leinenindustrie stattfand. Das trug dazu bei, dass die Bedeutung der Städte weiter wuchs, während die Agrarwirtschaft langsam zurückging.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichtlicher Hintergrund: Die Einleitung beleuchtet das von kirchlicher Dogmatik geprägte mittelalterliche Weltbild und den einsetzenden Wandel durch die Wiederentdeckung aristotelischen Wissens im Spätmittelalter.

2. Wissenschaftsverständnis: Dieses Kapitel analysiert die scholastische Lehre, die Bedeutung von Thomas von Aquin für die rationale Begründung der Theologie und den Übergang zu einem modernen, wissenschaftlichen Naturverständnis.

3. Auswirkungen des neuen Wissenschaftsverständnisses auf Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft: Der Hauptteil beschreibt die ökonomischen Wandlungsprozesse vom 13. bis 15. Jahrhundert, den Einfluss technischer Innovationen und die bahnbrechende Rolle des Buchdrucks für den Wissenstransfer.

4. Zusammenfassende Darstellung: Das Fazit resümiert die wechselseitige Abhängigkeit von wissenschaftlichem Fortschritt und wirtschaftlicher Entwicklung und hebt den Buchdruck als entscheidenden Wegbereiter für die Neuzeit hervor.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Scholastik, Thomas von Aquin, Wissenschaftsverständnis, Aristoteles, Wirtschaft, Geldwirtschaft, Rationalisierung, Buchdruck, Johannes Gutenberg, Technischer Fortschritt, Innovationsgeschichte, Frühkapitalismus, Wissensverbreitung, Mittelalterliche Technik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das reziproke Wechselverhältnis zwischen der Entwicklung wissenschaftlicher Prinzipien und dem betriebswirtschaftlichen Handeln im Spätmittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der scholastischen Wissenschaftstheorie, der kirchlichen Moral in der mittelalterlichen Wirtschaft, der Technisierung von Produktion und Handwerk sowie der Bedeutung des Buchdrucks.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Aufarbeitung, wie sich durch den Wandel von einem rein dogmatischen zu einem rational geprägten Wissenschaftsverständnis das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben im Spätmittelalter nachhaltig veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse mittelalterlicher Quellen und wirtschaftsgeschichtlicher Standardwerke, um den historischen Transformationsprozess nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auswirkungen der Wissenschaft auf die Wirtschaft, die Transformation der Agrargesellschaft hin zum Marktverkehr sowie eine detaillierte Analyse der Wechselwirkungen durch technologische Erfindungen wie Mühlen, Uhren und den Buchdruck.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Scholastik, Rationalität, Marktverkehr, Frühkapitalismus, Buchdruck, Transformation, Wissenschaft, Wirtschaft und Mittelalter.

Warum spielt Thomas von Aquin eine solch zentrale Rolle in der Arbeit?

Thomas von Aquin wird als der einflussreichste Vertreter der Scholastik identifiziert, der durch die rationale Integration aristotelischer Philosophie in die Theologie die Weichen für ein neues, systematisches Wissenschaftsverständnis stellte.

Inwiefern beeinflusste der Buchdruck den wirtschaftlichen Wandel?

Der Buchdruck ermöglichte nicht nur eine rasant beschleunigte Wissensverbreitung, die den technologischen Fortschritt förderte, sondern schuf selbst neue Wirtschaftszweige wie die Papierherstellung und Buchproduktion, was die Bedeutung der Städte gegenüber der Agrarwirtschaft stärkte.

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Details

Title
Vom reziproken Einfluss betriebswirtschaftlichen Handelns und der Wissenschaft im Mittelalter
College
University of Paderborn  (Institut für Marketing)
Course
Marketingphilosophie und -theorie
Grade
1,3
Author
Janina Richts (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V84349
ISBN (eBook)
9783638005319
ISBN (Book)
9783638912662
Language
German
Tags
Einfluss Handelns Wissenschaft Mittelalter Marketingphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Richts (Author), 2007, Vom reziproken Einfluss betriebswirtschaftlichen Handelns und der Wissenschaft im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84349
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