Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund. Wenn man in der heutigen Zeit von Migration spricht, ist gleichzeitig der Begriff der Integration naheliegend. Bereits seit den 60er Jahren erfolgte in Deutschland ein großer Ansturm seitens ausländischer Bürger. Grund dafür war der Mangel an Arbeitskräften, die aufgrund der fluktuierenden Wirtschaft benötigt wurden und Deutschland aufgrund des II. Weltkrieges bevölkerungsmäßig noch geschwächt war. Aber auch durch weltpolitische Änderungen in den folgenden Jahren und Jahrzehnten sollte sich der Zuwanderungsstrom nach Deutschland noch verstärken. Das mit den Migranten gleichzeitig ihre Familien und somit vor allem auch deren Kinder mit in die Bundesrepublik einreisten, ist naheliegend. Bereits damals erfolgte der Versuch die Kinder in das deutsche Bildungswesen zu integrieren, aber die Diskussion war weniger intensiv, wie sie zur heutigen Zeit geführt wird. Im Laufe der Arbeit soll versucht werden die Entwicklung der Migration in Deutschland zu erläutern und die Bildungspolitik der Bundesrepublik und speziell des Freistaates Sachsen darzulegen. Weiterhin wird auf die Beteiligung der Migrationsschüler an Bildung anhand der PISA-Studie eingegangen und versucht die Bildungsbeteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund näher zu erläutern. Im zweiten Teil soll dann auf mögliche Lösungsansätze zur Beseitigung der Benachteiligung eingegangen werden. Die Literatur zum Thema der Hausarbeit ist sehr umfangreich und umfasst soziologische sowie auch pädagogische Werke. Aufgrund dieser Tatsache wird auch meine Hausarbeit soziologische als auch pädagogische Elemente beinhalten.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund
II.1 Entwicklung der Migration in Deutschland
II.1.1 Gastarbeiter
II.1.2 Asylanten und das Asylrecht, Flüchtlinge
II.1.3 Aussiedler und Spätaussiedler
II.1.4 Integration
II.2 Die Bildungspolitische Situation für ausländische Schüler allgemein und am Beispiel von Sachsen
II.3 Schüler mit Migrationshintergrund im Blickpunkt der PISA-Studie von 2003
III Lösungsansätze zur Minderung von Bildungsbenachteiligung
III.1 Sonderschulen für Schüler mit Migrationshintergrund – Eine Lösung?
III.2 Bilingualität, Interkulturelle Erziehung und Fördermaßnahmen zur Minderung von Bildungsbenachteiligung
IV Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland und analysiert dabei sowohl historische Entwicklungslinien als auch bildungspolitische Rahmenbedingungen. Ziel ist es, die Diskrepanzen in der Bildungsbeteiligung aufzuzeigen und Ansätze zu deren Minderung zu erörtern.
- Historische und soziologische Grundlagen der Migration in Deutschland
- Analyse der bildungspolitischen Situation unter besonderer Berücksichtigung des Freistaates Sachsen
- Untersuchung der Leistungsunterschiede von Migrationsschülern anhand der PISA-Studie 2003
- Kritische Bewertung von Sonderschulüberweisungen und Diskriminierungsprozessen
- Diskussion pädagogischer Lösungsansätze wie Bilingualität und interkulturelle Erziehung
Auszug aus dem Buch
II.1.1 Gastarbeiter
Aufgrund der bereits erwähnten Situation der Nachkriegszeit, sowie dem damit resultierenden Problem des Arbeitskräftemangels während der Expansion der Weltwirtschaft kam es zu Verträgen zwischen Deutschland und verschiedenen südeuropäischen, aber auch außereuropäischen Staaten. Ziel hierbei war es, Arbeitskräfte für die Bundesrepublik zu gewinnen, ihnen spezifische Qualifikationen zukommen zu lassen, damit sie später der Industrie in ihren Heimatländern dienlich werden konnten. Ursprünglich war dabei eine Aufenthaltsdauer von einem Jahr vorgesehen. Da sich dieser Aufenthalt jedoch verlängerte, holten die Gastarbeiter ihre Familien nach, die von der Politik gewollten Billigarbeiter entwickelten sich langsam aber stetig zu Einwanderungsfamilien, denen es fern lag Deutschland wieder zu verlassen.
Damit erhöhte sich auch der Familiennachzug ständig. Vor allem ein Nachzug von Kindern war durch die Bundesregierung nicht geplant. Durch die Ölkrise 1973 kündigte man seitens der Bundesregierung die Anwerbeverträge. Zwischenzeitlich waren jedoch auch die wirtschaftlichen Verhältnisse in den Heimatländern der Gastarbeiter desolat und Deutschland konnte es sich ebenso nicht erlauben einen Großteil von ihnen auszuweisen, da viele Wirtschaftszweige mit ausländischen Arbeitskräften überrepräsentiert waren.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament der Untersuchung, indem sie die historische Notwendigkeit der Migration nach Deutschland und die daraus resultierenden bildungspolitischen Herausforderungen für Migrantenkinder skizziert.
II Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Migrationsgruppen, die aktuelle Bildungspolitik in Sachsen sowie die PISA-Ergebnisse, um die Faktoren für schulische Benachteiligung zu identifizieren.
III Lösungsansätze zur Minderung von Bildungsbenachteiligung: Hier werden kritische Fragen zum Sonderschulsystem gestellt und Lösungsstrategien wie die Förderung von Bilingualität und interkultureller Pädagogik diskutiert.
IV Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation zwischen Politik, Bildungseinrichtungen und Elternhäusern zusammen, um die Bildungsbenachteiligung nachhaltig zu reduzieren.
Schlüsselwörter
Bildungsbenachteiligung, Migration, PISA-Studie, Integration, Gastarbeiter, Schulpflicht, Bilingualität, Interkulturelle Erziehung, Sonderschule, Sprachkompetenz, Schulerfolg, Bildungspolitik, Deutschland, soziale Herkunft, Sprachförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund und untersucht, warum diese Gruppe häufiger schlechtere Bildungsabschlüsse erzielt als ihre deutschen Mitschüler.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die bildungspolitische Situation in den Bundesländern, die Auswertung von PISA-Daten sowie Ansätze zur Förderung der sprachlichen und interkulturellen Kompetenz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen für den schulischen Misserfolg von Migrationsschülern zu ergründen und darzulegen, welche Maßnahmen notwendig sind, um diese Benachteiligung abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische sowie pädagogische Fachliteratur und Berichte auswertet, um eine umfassende Darstellung der Problematik zu leisten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Migrationsformen (Gastarbeiter, Asyl, Aussiedler) betrachtet, dann die Situation in Sachsen beleuchtet und schließlich die Ergebnisse der PISA-Studie 2003 sowie mögliche Lösungsansätze diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bildungsbenachteiligung, PISA-Studie, sprachliche Integration, Bilingualität und die Kritik am Sonderschulwesen.
Welche Rolle spielt die Sprache im Schulerfolg von Migranten?
Die Sprache wird als Schlüsselfaktor identifiziert; mangelnde Kenntnisse in der Unterrichtssprache Deutsch führen oft zu Problemen im Unterricht, die fälschlicherweise als Lernbehinderungen interpretiert werden können.
Warum wird die Überweisung auf Sonderschulen kritisch gesehen?
Der Autor hinterfragt, ob Migrationsschüler tatsächlich unter einer Lernbehinderung leiden oder ob die Überweisung eher auf Sprachbarrieren und ein starres, auf Homogenität ausgerichtetes Schulsystem zurückzuführen ist.
- Quote paper
- Peter Dähn (Author), 2007, Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84388