1. Einleitung
Die Seminararbeit beschäftigt sich zunächst allgemein mit den Wundergeschichten in den Evangelien, mit dem zur Zeit der Evangelisten vorherrschenden Wunderverständnis und der damit zusammenhängenden Wunderterminologie.
Darauf aufbauend wird die Wundergeschichte des Blinden bei Jericho aus dem Markusevangelium analysiert und mit den entsprechenden Parallelen bei Matthäus und Lukas verglichen. Schließlich wird überlegt, wie man diese Thematik im Unterricht umsetzen könnte. Dies wird an zwei Beispielen aus dem Grundschulunterricht verdeutlicht.
2. Wundergeschichten in den Evangelien
2.1 verändertes Wunderverständnis
Ein großer Teil in den Evangelien sind Überlieferungen der Wunder Jesu.
Um einen ersten Einblick in die Wundergeschichten der Evangelisten zu bekommen, muss zwischen dem, was wir heute als Wunder bezeichnen und dem Wunderverständnis zur Zeit des neuen Testaments unterschieden werden.
Heute, in einer Zeit in der man versucht, alles durch die Naturwissenschaft zu erklären, wird ein Geschehen oft dann als Wunder bezeichnet, wenn ihm „[…] ohne Widerspruch zur Naturordnung das Moment des Überraschenden oder Erstaunlichen innewohnt.“ (Kollmann, 2002, S. 9)
Im Verständnis des Neuen Testaments hingegen spielt das Göttliche, das Übernatürliche bei der Erklärung von Wundern eine weitaus größere Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wundergeschichten in den Evangelien
2.1 verändertes Wunderverständnis
2.2 Wunderterminologie im Neuen Testament
3. Exegese anhand einer Wundergeschichte „die Heilung eines Blinden“ Mk10,46-52
3.1 Wundergeschichten im Markusevangelium
3.2 Systematisierung
3.3 Historische Beurteilung
3.4 Aufbau und Inhalt
3.5 Unterschiede des Wunders bei den Synoptikern
4. Didaktische Umsetzungsmöglichkeiten
4.1 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
4.2 Unterrichtsgestaltung
5. Eigene Bewertung
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Verständnis von Wundergeschichten in den Evangelien zu untersuchen und exemplarisch anhand der Heilung des Blinden bei Jericho (Mk 10,46-52) exegetisch zu analysieren. Dabei wird der Fokus darauf gelegt, wie diese biblischen Erzählungen didaktisch sinnvoll für den Religionsunterricht in der Grundschule aufbereitet und vermittelt werden können.
- Wunderverständnis und Terminologie im Neuen Testament
- Exegese der Wundergeschichte von Bartimäus (Markus 10,46-52)
- Synoptischer Vergleich der Heilungserzählung
- Religionspädagogische Einordnung nach dem Stufenmodell von Fowler
- Praktische Methoden zur Unterrichtsgestaltung (Taststraße, Sensibilisierung)
Auszug aus dem Buch
3.4 Aufbau und Inhalt
Wie alle Wundergeschichten besteht auch diese aus vier Teilen:
Einleitung (Situation und das Auftreten der Beteiligten):
- Jesus auf dem Weg von Jericho nach Jerusalem, Bartimaios, der Sohn von Timaios sitzt am Weg
Exposition (Darstellung der Not und Spannungsaufbau):
- er ist ein blinder Bettler und schreit nach Jesus, Menge gebietet ihm zu schweigen, es ist schwierig Jesus zu erreichen aber er gibt nicht auf und bittet Jesus um sein Erbarmen
Wunderhandlung (szenische Vorbereitung, Darstellung der Wundertechniken, Konstatierung des Wunders)
- Jesus bleibt stehen und ruft ihn zu sich, als Zeichen der Aufregung wirft Bartimäus seine Kleidung weg, Jesus fragt ihn was er tun soll, der Bettler wünscht sich wieder zu sehen, dank seines Glaubens sieht er wieder
Demonstration (Wirkung des Wunders auf die Anwesenden)
Bestätigung des Glaubens ersetzt die Reaktion der Volksmenge
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Seminararbeit führt in das Wunderverständnis der Evangelien ein und skizziert die Analyse der Bartimäus-Erzählung sowie deren didaktische Relevanz.
2. Wundergeschichten in den Evangelien: Das Kapitel differenziert zwischen modernem und neutestamentlichem Wunderverständnis und erläutert die zentrale biblische Wunderterminologie.
3. Exegese anhand einer Wundergeschichte „die Heilung eines Blinden“ Mk10,46-52: Dieser Hauptteil analysiert die Heilung des Blinden exegetisch, ordnet sie historisch ein und vergleicht die Fassungen bei den Synoptikern.
4. Didaktische Umsetzungsmöglichkeiten: Basierend auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen werden praktische Methoden wie Taststraßen zur Vermittlung biblischer Wundergeschichten im Unterricht vorgestellt.
5. Eigene Bewertung: Die Verfasserin reflektiert die exegetische Arbeit und bestätigt die Eignung der Bartimäus-Geschichte für den Grundschulunterricht.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Heilung des Blinden, Bartimäus, Markusevangelium, Wundergeschichten, Religionsunterricht, Exegese, Wunderverständnis, Synoptiker, Didaktik, religiöse Entwicklung, Wunderterminologie, Grundschule, Nachfolgegedanke, Glaubensgeschichte, Bibeldidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der exegetischen Untersuchung der Wundergeschichte der Heilung des Blinden bei Jericho und deren didaktischer Aufbereitung für den Grundschulbereich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt das Wunderverständnis des Neuen Testaments, die historisch-kritische Exegese sowie religionspädagogische Umsetzungsmöglichkeiten ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die neutestamentliche Erzählung von Bartimäus textgenau zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie Kinder diese Geschichte in ihrem religiösen Entwicklungsstand verstehen und erleben können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine exegetische Analyse durchgeführt, die durch einen synoptischen Vergleich sowie eine Einordnung in die Stufentheorie religiöser Entwicklung nach James W. Fowler ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Erschließung der Bartimäus-Geschichte, ihrer historischen Einordnung im Markusevangelium und den Unterschieden zu den Paralleltexten bei Matthäus und Lukas.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind das Wunderverständnis, der Nachfolgegedanke, die synoptischen Unterschiede sowie die entwicklungspsychologische Eignung für den Religionsunterricht.
Warum wird die Geschichte von Bartimäus für den Grundschulunterricht als besonders geeignet angesehen?
Die Autorin argumentiert, dass die Geschichte kindgemäß und spannend ist, eine klare Symbolik aufweist und ohne magische Elemente auskommt, was die Glaubwürdigkeit erhöht.
Wie gehen die didaktischen Ansätze konkret auf die Situation von Sehbehinderten ein?
Die Arbeit schlägt eine "Taststraße" und gezielte Sensibilisierungsübungen mit verbundenen Augen vor, um den Schülern die Lebenswelt eines Blinden erfahrbar zu machen.
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- Karolina Wimmer (Author), 2006, Die Heilung des Blinden bei Jericho Mk 10,46-52 parr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84412