Die Heilung des Blinden bei Jericho Mk 10,46-52 parr.


Hausarbeit, 2006

10 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wundergeschichten in den Evangelien
2.1 verändertes Wunderverständnis
2.2 Wunderterminologie im Neuen Testament

3. Exegese anhand einer Wundergeschichte „die Heilung eines Blinden“ Mk10,46-52
3.1 Wundergeschichten im Markusevangelium
3.2 Systematisierung
3.3 Historische Beurteilung
3.4 Aufbau und Inhalt
3.5 Unterschiede des Wunders bei den Synoptikern

4. Didaktische Umsetzungsmöglichkeiten
4.1 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
4.2 Unterrichtsgestaltung

5. Eigene Bewertung

6. Literatur

1. Einleitung

Die Seminararbeit beschäftigt sich zunächst allgemein mit den Wundergeschichten in den Evangelien, mit dem zur Zeit der Evangelisten vorherrschenden Wunder­verständnis und der damit zusammenhängenden Wunderterminologie.

Darauf aufbauend wird die Wundergeschichte des Blinden bei Jericho aus dem Markusevangelium analysiert und mit den entsprechenden Parallelen bei Matthäus und Lukas verglichen. Schließlich wird überlegt, wie man diese Thematik im Unterricht umsetzen könnte. Dies wird an zwei Beispielen aus dem Grundschul­unterricht verdeutlicht.

2. Wundergeschichten in den Evangelien

2.1 verändertes Wunderverständnis

Ein großer Teil in den Evangelien sind Überlieferungen der Wunder Jesu.

Um einen ersten Einblick in die Wundergeschichten der Evangelisten zu bekommen, muss zwischen dem, was wir heute als Wunder bezeichnen und dem Wunderverständnis zur Zeit des neuen Testaments unterschieden werden.

Heute, in einer Zeit in der man versucht, alles durch die Naturwissenschaft zu erklären, wird ein Geschehen oft dann als Wunder bezeichnet, wenn ihm „[…] ohne Widerspruch zur Naturordnung das Moment des Überraschenden oder Erstaunlichen innewohnt.“ (Kollmann, 2002, S. 9)

Im Verständnis des Neuen Testaments hingegen spielt das Göttliche, das Übernatürliche bei der Erklärung von Wundern eine weitaus größere Rolle.

Ein Wunder ist hier „[…] ein Aufsehen erregendes Geschehen […], das außerhalb des Gewohnten liegt und Hinweischarakter auf eine höhere Macht hat.“ (Kollmann,2002, S.10).

Diese Ansicht, die eine übernatürliche Macht hinter einem Wunder vermutet, zeigt sich auch in den griechischen Begriffen, die für das deutsche Wort Wunder verwendet werden.

2.2 Wunderterminologie im NT

Es werden im Neuen Testament hauptsächlich vier Begriffe benutzt:

- griech. Dynamis (Machttat):

Gilt für die Wundertaten Jesu, als Hinweis auf die Kraft Gottes

- griech. Semeion (Zeichen):

Wunder als „Zeichen“, dass etwas Größeres kommen wird. Hinweis auf die kommende Gottesherrschaft

- griech. Ergon (Tat):

Taten, die Jesus von Gott aufgetragen wurden, Zeichen für das Einvernehmen Jesu mit Gott

- griech. Teras (Wunder):

immer in Verbindung mit dem Wort Zeichen („Zeichen und Wunder“)

(vgl.Kollmann,2002, S.11).

3. Exegese anhand einer Wundergeschichte „die Heilung eines Blinden“

Mk 10,46-52

Eine weit verbreitete Wundergeschichte aus dem Neuen Testament ist „die Heilung des Blinden bei Jericho/die Geschichte von Bartimäus“. Sie findet sich neben Markus 10,46- 52 auch bei Matthäus 20,29- 34 und Lukas 18,35- 43.

3.1 Wundergeschichten im Markusevangelium

Nach dem heutigen Stand der Forschung ist das Markusevangelium das älteste aller Evangelien. Gibt es in den Quellen zuvor nur kurze Einsichten in das irdische Leben Jesu, ist Markus der erste der den Lebensweg Jesu – von der Taufe bis zur Auferstehung - niederschreibt. Hier schafft er eine neue Gattung: das Evangelium. In dieser Tradition folgen ihm Matthäus, Lukas und Johannes.

Es ist umstritten wer der Urheber des Markusevangeliums ist. Das Evangelium selbst nennt keinen Namen. Eine altkirchliche Überlieferung nennt Johannes Markus als Verfasser. Jener sei ein Begleiter des Apostel Paulus und habe das Evangelium nach mündlichen Erzählungen des Simon Petrus verfasst.

Galiläa ist als Verfassungsort unwahrscheinlich, mehrere ortstypische Hinweise deuten eher für Rom. Das Evangelium wird vermutlich zum Zeitpunkt des jüdischen Kriegs mit der Zerstörung des Tempels verfasst, ca. 70 n. Chr. (vgl. Gnilka, 1980, S.34-36)

Im Markus Evangelium nehmen die Wunder Jesu einen großen Raum ein. Auf seinem Lebensweg begeht Jesus immer wieder Wundertaten. Diese Wunder dienen im Sinne Markus der Beglaubigung der Lehre Jesu und Ausdruck der von Gott erteilten Vollmacht. Besonders Krankenheilungen nehmen eine wichtige Position bei ihm ein. Um Jesus nicht zu einem unbedeutenden Wunderheiler - wie es zu dieser Zeit viele gibt - werden zu lassen verändern Markus und die anderen Evangelisten die Wundergeschichten redaktionell. Nachdem diese Geschichten jahrzehntelang mündlich überliefert werden, kürzen und/ oder erweitern sie die Evangelisten. (vgl. Kollmann, 2002, S.117)

3.2 Systematisierung

Wundergeschichten sind hinsichtlich ihrer Motive und Themen in Exorzismen, Therapien, Normenwunder, Geschenkwunder, Rettungswunder und Epiphanien aufgeteilt. Diese Geschichte zählt man zu den Therapien, da in ihr eine heilende Kraftübertragung von Jesus auf den Blinden stattfindet und sich auch das für diese Gattung typische Glaubensmotiv finden lässt. Bartimäus glaubt an Jesus und wird dadurch von seiner Blindheit geheilt. (vgl. Kollmann, 2002, S. 78- 82)

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Heilung des Blinden bei Jericho Mk 10,46-52 parr.
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Department katholische Theologie)
Veranstaltung
Wundergeschichten im Religionsunterricht
Note
1,00
Autor
Jahr
2006
Seiten
10
Katalognummer
V84412
ISBN (eBook)
9783638005548
ISBN (Buch)
9783640392582
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heilung, Blinden, Jericho, Wundergeschichten, Religionsunterricht
Arbeit zitieren
Karolina Wimmer (Autor), 2006, Die Heilung des Blinden bei Jericho Mk 10,46-52 parr., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84412

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