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Öffentlichkeit und öffentliche Meinung bei Habermas

Title: Öffentlichkeit und öffentliche Meinung bei Habermas

Seminar Paper , 2006 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Leonard Ameln (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Seminararbeit basiert auf einem Referat zum Öffentlichkeits-Begriff, wie Jürgen Habermas ihn in seiner Habilitationsschrift "Strukturwandel der Öffentlichkeit" entwickelt. Jedoch wird die Betrachtung nicht die gesamte Genese der Habermas'schen Begrifflichkeit und dessen Begründungen umfassen, sondern vielmehr die resümierenden Kapitel seines Werkes, in denen er sowohl eine "sozialpsychologische Auflösung des Begriffs" unternimmt, als auch einen "soziologischen Versuch der Klärung" wagt. Aufgrund der Übersichtlichkeit des zur Verfügung stehenden Platzes kann an dieser Stelle weder auf das Gesamtkonzept Habermas' eingegangen werden, noch können komplexe sachliche Verflechtungen und deren Argumentationen erschöpfend behandelt werden - neben einer knappen Beschreibung der von Habermas dargestellten Sachverhalte sollen daher ausschließlich einige ausgesuchte Details herausgenommen und tiefer hinterfragt werden.
Aus den genannten Gründen soll in diesem Rahmen insbesondere der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit die vorgestellte Problemlösung Habermas', die er auf den letzten Seiten der Schrift präsentiert, praktikabel ist und welche Möglichkeiten einer konkreten Ausgestaltung dieser Vorschlag haben könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Habermas' Begriff der Öffentlichkeit

2.1. Öffentliche Meinung aus sozialpsychologischer Perspektive

2.2. Öffentliche Meinung aus soziologischer Perspektive

3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit analysiert den Begriff der Öffentlichkeit und der öffentlichen Meinung im Werk von Jürgen Habermas, insbesondere mit Blick auf die in seiner Habilitationsschrift „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ entwickelten Thesen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit Habermas’ Vorschlag zur Reaktivierung öffentlicher Kommunikation in modernen Organisationen als praktikables Modell zur Stärkung der demokratischen Legitimation dienen kann.

  • Habermas' Konzept des Strukturwandels der Öffentlichkeit
  • Unterscheidung zwischen kritischer und manipulativer Publizität
  • Sozialpsychologische versus soziologische Perspektiven auf öffentliche Meinung
  • Analyse der Umsetzbarkeit von diskursiven Beteiligungsmodellen
  • Die Rolle der Partizipation für die moderne Demokratie

Auszug aus dem Buch

2. Habermas' Begriff der Öffentlichkeit

Öffentlichkeit ist nach Habermas "epochaltypische Kategorie"3, die als "grundlegendes gesellschaftliches Ordnungsprinzip fungiert"4. Reese-Schäfer sieht darin einen "Begriff zur Beschreibung des kommunikativen Raumes zwischen bürgerlicher Privatsphäre und dem Staat"5. Die "institutionalisierte Fiktion"6 einer öffentlichen Meinung ist für Habermas eine bedeutende demokratietheoretische Konstante, wenn nicht gar die Legitimationsgrundlage, und das heißt für die Legislative, dass sie "zur Materie von politisch relevanten Überlegungen, Entscheidungen und Maßnahmen gemacht wird"7. Gleichwohl gibt es auf die Frage, was öffentliche Meinung bedeutet, vielfältige Antworten, die Habermas zu beantworten sucht.

So nimmt dieser Begriff "eine andere Bedeutung an, je nachdem, ob sie als kritische Instanz im Verhältnis zur normativ gebotenen Publizität des Vollzugs politischer und sozialer Gewalt beansprucht oder als rezeptive Instanz im Verhältnis zur demonstrativ und manipulativ verbreiteten Publizität für Personen und Institutionen, Verbrauchsgüter und Programme in Dienst genommen wird"8.

Aus soziologischer Perspektive ist für Habermas eine Begriffsklärung jedoch zwingend mit einer entwicklungs-geschichtlichen Betrachtungsweise verknüpft: "Ein historisch sinnvoller, normativ den Ansprüchen sozialstaatlicher Verfassung genügender, theoretisch klarer und empirisch einlösbarer Begriff der öffentlichen Meinung ist nur aus dem Strukturwandel der Öffentlichkeit selber, und aus der Dimension ihrer Entwicklung zu gewinnen"9. Anhand Hemings Zuspitzung, nach der öffentliche Meinung als das "Filtrat von Öffentlichkeit als sozialem Kommunikationsraum"10 anzusehen ist, wird deutlich welch wichtige Rolle einer präzisen Klärung des Begriffes der Öffentlichkeit zuteil wird, will man, wie oben von Habermas ausgeführt, ein Theorem der öffentlichen Meinung vorlegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf ausgewählte resümierende Kapitel von Habermas' „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ konzentriert, um die Praktikabilität seiner Theorieansätze zu prüfen.

2. Habermas' Begriff der Öffentlichkeit: Dieses Kapitel arbeitet den Öffentlichkeitsbegriff theoretisch auf und kontrastiert die sozialpsychologische mit der soziologischen Sichtweise auf öffentliche Meinung sowie den Zerfall der bürgerlich-liberalen Öffentlichkeit.

2.1. Öffentliche Meinung aus sozialpsychologischer Perspektive: Der Abschnitt diskutiert die Unterscheidung zwischen kritischer und manipulativer Publizität und bewertet deren jeweilige Bedeutung für die demokratische Legitimation.

2.2. Öffentliche Meinung aus soziologischer Perspektive: Hier wird der soziologische Zugang dargelegt und Habermas' Lösungsvorschlag einer Ausweitung von Mitspracherechten innerhalb privatrechtlicher Organisationen kritisch hinterfragt.

3. Fazit: Das Fazit würdigt die normative Relevanz von Habermas’ Theorie für die moderne Demokratie, konstatiert jedoch, dass seine Lösungsvorschläge eher den Charakter eines idealistischen Entwurfs tragen.

Schlüsselwörter

Habermas, Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, Strukturwandel, Publizität, deliberative Demokratie, Partizipation, Sozialstaat, politische Kommunikation, kritische Publizität, manipulative Publizität, Legitimationsgrundlage, politische Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Öffentlichkeitsbegriff von Jürgen Habermas und analysiert insbesondere, wie öffentliche Meinung in modernen Gesellschaften als Legitimationsgrundlage politischer Herrschaft dienen kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Öffentlichkeit, die Unterscheidung zwischen kritischer und manipulativer Publizität sowie die Frage nach Möglichkeiten für demokratische Teilhabe innerhalb organisatorischer Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Habermas’ theoretischer Lösungsvorschlag, die „Reaktivierung“ öffentlicher Kommunikation innerhalb von Organisationen, unter heutigen Bedingungen praktisch umsetzbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der exegesischen Betrachtung der Habilitationsschrift von Jürgen Habermas sowie der Einbeziehung weiterführender wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil beleuchtet die Definitionen von Öffentlichkeit, differenziert zwischen sozialpsychologischen und soziologischen Perspektiven auf die öffentliche Meinung und hinterfragt die Realisierbarkeit von Habermas' radikaldemokratischen Ansätzen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die „kritische Publizität“, „Strukturwandel“, „sozialstaatliche Demokratie“ und der „diskursive Prozess“.

Warum bewertet Habermas die „manipulative Publizität“ als kritisch?

Habermas sieht in der manipulativen Publizität eine Gefahr, da sie die kritische Auseinandersetzung verdrängt und somit das demokratische System durch Intransparenz und Akklamation statt diskursiver Entscheidungsfindung untergräbt.

Warum hält der Autor die Umsetzung von Habermas' Vorschlägen für schwierig?

Der Autor führt an, dass Habermas’ Modell für Organisationen – wie Firmen oder Vereine – einen hohen Zeitaufwand bedeuten würde und die Effizienz der Entscheidungsprozesse schmälern könnte, was deren praktische Akzeptanz bei „Funktionären und Managern“ erschwert.

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Details

Title
Öffentlichkeit und öffentliche Meinung bei Habermas
College
Free University of Berlin  (Philosophisches Institut)
Grade
1,3
Author
Leonard Ameln (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V84414
ISBN (eBook)
9783638005555
ISBN (Book)
9783640751693
Language
German
Tags
Meinung Habermas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leonard Ameln (Author), 2006, Öffentlichkeit und öffentliche Meinung bei Habermas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84414
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