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Philosophie Heraklits und Hegels Rezeption

Title: Philosophie Heraklits und Hegels Rezeption

Seminar Paper , 2006 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Leonard Ameln (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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"Es ist kein Satz des Heraklit, den ich nicht in meine Logik aufgenommen" : mit diesem Ausspruch würdigt G.W.F. Hegel seinen philosophischen Vorgänger und Vordenker Heraklit von Ephesos, der zwischen 535 und 475 v. Chr. im vorsokratischen Griechenland in völliger Abgeschiedenheit lebte. Er wird gemeinhin als der erste dialektische Denker angesehen, indem er eine Einheit der Gegensätze lehrt - auch damit übt er auf die Philosophie Hegels nachweislich einen substantiellen Einfluss aus. Das allem zugrunde liegende Prinzip des Werdens findet sich bei Hegel ebenso wieder, wie ein Hang zu einer dunklen, verworren erscheinenden Sprache.
Gelegentlich wird behauptet, dass "Hegel zu verstehen, Mystik erfordert" - sein Anspruch, dass das Wahre nur in der Ganzheit repräsentiert sei, führte zu einer überaus komplexen, systematischen Abhandlung über nahezu alle sprachlich greifbaren geistigen und gegenständlichen Bereiche, oftmals resultierend in einer verwickelten Sprache an den Grenzen des syntaktisch Möglichen.
Als in seiner Wirkung auf die Philosophie und Philosophiegeschichte oft neben Größen wie Kant, Platon oder Aristoteles gestellter Denker erscheint es mir interessant die Herkunft und Inspirationsquelle der basalen Überzeugungen Hegels näher zu beleuchten. Dazu werde ich einige der Fragmente Heraklits gesondert betrachten, sowie Interpretationen anderer Denker zu Rate ziehen.
Dabei werde ich hauptsächlich der Frage nachgehen, inwiefern Hegels Sichtweise der Fragmente Heraklits plausibel erscheint, auch und gerade hinsichtlich differierender Interpretationsmöglichkeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE FRAGMENTE

2.1. QUELLENLAGE UND FORMALE ASPEKTE

2.2. DAS GRUNDPRINZIP UND DESSEN INTERPRETATIONEN

3. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Philosophie des vorsokratischen Denkers Heraklit von Ephesos, wobei ein besonderer Fokus auf der Rezeption seiner Lehren durch G.W.F. Hegel liegt. Ziel ist es, die Plausibilität von Hegels Heraklit-Interpretation vor dem Hintergrund unterschiedlicher wissenschaftlicher Sichtweisen kritisch zu analysieren.

  • Die Rekonstruktion und formale Analyse der heraklitischen Fragmente
  • Das Grundprinzip der heraklitischen Lehre und dessen philosophische Deutung
  • Die Rolle des "Logos" als ordnendes Gesetz der Welt
  • Hegels Verständnis von Werden, Sein und Nichtsein in Bezug auf Heraklit
  • Die Verbindung von sinnlicher Wahrnehmung, Vernunft und Erkenntnis

Auszug aus dem Buch

2.2. DAS GRUNDPRINZIP UND DESSEN INTERPRETATIONEN

Zunächst lässt einen die Lektüre der Fragmente ratlos zurück - nicht nur, dass einzelne Sätze oder Fragmente wenig Sinn machen, einige Aussagen erscheinen gar contraintuitiv. Auch sind einige widersprüchliche Sätze zu finden, die paradox erscheinen, sie sind "para doxan, 'wider die geläufige Meinung'", der tiefere Sinn erschließt sich erst bei Loslassen von gewohnten Ansichten und der Bereitschaft, die Aussage in der eigenen Lebenswelt praktisch zu erforschen.

Darüber hinaus wird der von Mansfeld angesprochene innere Zusammenhang prima facie nicht offensichtlich. Auffällig ist jedoch die scharfzungige Kritik Heraklits, die überaus häufig angebracht wird: "Andere Denker werden als Schwindler diffamiert, Dichter sollen verprügelt und vertrieben werden und ganze Stadtbevölkerungen werden zum Selbstmord aufgefordert. Niemand bleibt verschont: Menschen allgemein, die Menge, Dichter, Sänger, Denker, Naturforscher, Politiker, alle versagen in den Augen Heraklits". Dabei beschränkt er sich in seiner Kritik nicht auf einen Gegenstandsbereich, die Aussagen drehen sich um buchstäblich jeden denkbaren Bereich der damaligen Zeit. Diese fundamentale und universelle Kritik an der Falschheit, dem mangelhaften Wissen der Menschen sticht besonders ins Auge.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Der Autor führt in die Philosophie Heraklits ein und erläutert Hegels philosophische Wertschätzung sowie dessen teils komplexe Interpretation des vorsokratischen Vordenkers.

2. DIE FRAGMENTE: In diesem Kapitel werden die schwierige Quellenlage der Aphorismen sowie die zentralen Interpretationsansätze, insbesondere der Logos-Begriff und das Prinzip des Werdens, diskutiert.

3. FAZIT: Das Fazit fasst Hegels Sicht auf Heraklit zusammen, würdigt die spekulative Tiefe der heraklitischen Lehre und reflektiert kritisch über die Grenzen von Hegels Interpretation.

Schlüsselwörter

Heraklit, Hegel, Philosophie, Logos, Werden, Fragmente, Dialektik, Vorsokratiker, Sein, Nichtsein, Erkenntnis, Interpretation, Metaphysik, Zeit, Vernunft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Philosophie Heraklits und untersucht, wie G.W.F. Hegel dessen Lehren in seinem eigenen philosophischen System rezipiert und interpretiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse der heraklitischen Fragmente, der Begriff des Logos, die Dialektik von Sein und Werden sowie die Rolle der Vernunft bei der Erkenntnis des Naturprinzips.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern Hegels Sichtweise auf die Fragmente Heraklits im Kontext differierender wissenschaftlicher Interpretationsmöglichkeiten als plausibel eingestuft werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf dem Vergleich von Heraklits Originalfragmenten mit Hegels Auslegungen sowie der Einbeziehung zeitgenössischer wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine Untersuchung der Quellenlage der Fragmente sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Grundprinzipien der heraklitischen Lehre, wie sie von Hegel und anderen Interpreten ausgelegt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heraklit, Hegel, Logos, Werden, Dialektik und Erkenntnistheorie charakterisiert.

Warum bezeichnet Hegel Heraklit als dialektischen Denker?

Hegel sieht in Heraklits Lehre von der Einheit der Gegensätze und dem stetigen Prozess des Werdens den Ursprung des dialektischen Denkens, welches Sein und Nichtsein nicht isoliert, sondern als Einheit begreift.

Welche Rolle spielt das Element 'Feuer' bei Heraklit und Hegel?

Bei Heraklit dient das Feuer oft als Symbol für den Wandel, während Hegel es als die "reale Form" des Werdens identifiziert, die als "absolute Unruhe" die Einheit von Sein und Nichtsein verkörpert.

Wie bewertet der Autor Hegels Vernachlässigung des praktischen Aspekts?

Der Autor kritisiert, dass Hegel den bei Heraklit zentralen praktischen Aspekt der Erkenntnis und die Lebensführung nur am Rande behandelt und sich stattdessen stark auf einen hohen Abstraktionsgrad konzentriert.

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Details

Title
Philosophie Heraklits und Hegels Rezeption
College
University of Potsdam  (Institut für Philosophie)
Course
Mystik
Grade
1,0
Author
Leonard Ameln (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V84416
ISBN (eBook)
9783638005562
Language
German
Tags
Philosophie Heraklits Hegels Rezeption Mystik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leonard Ameln (Author), 2006, Philosophie Heraklits und Hegels Rezeption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84416
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