Angesprochen auf die Monate September und Oktober des Jahres 1990, würde wohl jedem sofort der dritte Oktober einfallen - der Tag der deutschen Einheit. Dieses Datum ist der Höhepunkt einer rasanten politischen Entwicklung in Deutschland, welche Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft hatte. Auch im Sport galt es, sich der neuen Situation anzupassen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Ereignissen der Vereinigung auf der sportlichen Ebene während der Monate September und Oktober 1990. Dabei soll der erste Teil einen kurzen historischen Überblick geben. Dieser wird sich sowohl auf politische und sportliche, als auch auf sportpolitische Ereignisse beziehen. Anschließend soll es Aufgabe des zweiten Teils sein, die Berichterstattung zu diesen Themen in Ansätzen wieder zugeben. Dafür sollen die Meldungen der Süddeutschen Zeitung (BRD) mit Meldungen des Neuen Deutschlands (DDR) miteinander verglichen werden. Diese beiden überregionalen Tageszeitungen stehen hierbei stellvertretend für die Berichterstattung in Ost und West. Mit Hilfe ihrer Inhalte soll eine Aussage dazu gemacht, wie die sportliche Verei-nigung in der BRD bzw. der DDR betrachtet wurde. Welche Hoffnungen und welche Ängste man hatte. Ob man ihr gegenüber eher offen oder zurückhaltend war.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historischer Überblick
2.1 Politische Höhepunkte
2.2 Sportliche Höhepunkte
2.3 Sportpolitische Höhepunkte
3 Berichterstattung
3.1 Neues Deutschland
3.1.1 Zur Zeitung „Neues Deutschland“
3.1.2 Zur Berichterstattung des Neuen Deutschlands
3.2 Süddeutsche Zeitung
3.2.1 Zur Zeitung „Süddeutsche Zeitung“
3.2.2 Zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung
4 Schlussbetrachtung
5 Quellen
5.1 Sammmelbände
5.2 Internetseiten
5.3 Graue Literatur
5.4 Zeitungen
6 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ereignisse der sportlichen Vereinigung in Deutschland während der Monate September und Oktober 1990. Ziel ist es, anhand eines Vergleichs der überregionalen Zeitungen „Neues Deutschland“ und „Süddeutsche Zeitung“ aufzuzeigen, wie die sportliche Einheit in Ost und West wahrgenommen wurde, welche Hoffnungen und Ängste dominierten und wie die Berichterstattung die sportpolitischen Umbrüche widerspiegelte.
- Historische Einordnung der politischen und sportlichen Ereignisse im Herbst 1990
- Vergleich der medialen Perspektiven zwischen „Neues Deutschland“ und „Süddeutsche Zeitung“
- Analyse der sportpolitischen Umbrüche und Verbandsvereinigungen
- Untersuchung von Einzelschicksalen und existentiellen Sorgen von Athleten und Vereinen
- Auswertung der rhetorischen Veränderungen im Kontext der deutschen Einheit
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Zur Berichterstattung des Neuen Deutschlands
Über die sportlichen Höhepunkte wurde im ND natürlich komplett berichtet. Besonderer Genugtuung erfreute man sich an dem tollen Abschneiden der DDR Athleten bei der Leichtathletik EM in Split. Auch der Sieg der ehemaligen Potsdamerin Uta Pippig beim Berlin Marathon wurde gefeiert. Das letzte Länderspiel der DDR Nationalelf wurde eher negative betrachtet, da sich nur zwölf Nationalspieler einfanden. Das „Spiel der Meister“ fand nur beiläufig Erwähnung.
Die Art der Berichterstattung war sehr DDR-lastig. Das überrascht nicht, musste doch das ND seinen Lesern gerecht werden. Man darf auch nicht vergessen, dass die Redakteure des ND in extremer Weise von der SED Führung beeinflusst wurden und sich meist stark mit der DDR identifizierten. So hatte man in erster Linie Angst vor der Zukunft. Berichte das nur 50 von 550 Leichtathletik Trainern übernommen werden wechselten sich mit Sorgen um die Zukunft der Kinder- und Jugendsportschulen ab.
Auch Einzelschicksale, wie die des zahlungsunfähigen DDR Abonnement Basketballmeister AdW Berlin oder dem Radsport Verein von Klaus Ampler, dem die Talente davon laufen, zeigen die Verzweiflung die teilweise in der Berichterstattung zum Vorschein kamen. Dennoch war man weiter hin stolz auf Erfolge der eigenen Athleten. Matthias Sammer wurde keinesfalls beneidet, weil er nun Geld in der Bundesliga verdiente. Viel mehr wurden seine Tore gefeiert und man war stolz auf ihn. Und auch Vergleiche mit der Bundesrepublik konnte man sich nicht immer verkneifen. So erschien nach der Leichathletik EM ein Artikel der in der Überschrift zwar beschrieb, dass allein der SC Neubrandenburg erfolgreicher als Italien war, liest man den Text, wird man aber auch darauf hingewiesen, dass dieser Club ebenfalls besser abschnitt als die komplette westdeutsche Nationalmannschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt den historischen Kontext der deutschen Einheit im Herbst 1990 und erläutert die methodische Herangehensweise des Medienvergleichs.
2 Historischer Überblick: Dieses Kapitel liefert eine komprimierte Zusammenfassung politischer, sportlicher und sportpolitischer Meilensteine im Zeitraum von September bis Oktober 1990.
3 Berichterstattung: Hier werden die Profile des „Neuen Deutschlands“ und der „Süddeutschen Zeitung“ skizziert und deren Berichterstattung über den Prozess der Sporteinheit inhaltlich analysiert.
4 Schlussbetrachtung: Das Kapitel vergleicht die Sichtweisen beider Zeitungen und stellt fest, dass beide Medien die Probleme des Umbruchs thematisierten, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten bezüglich Finanz- und Existenzsorgen.
5 Quellen: Ein Verzeichnis der verwendeten Sammelbände, Internetressourcen, grauen Literatur und Zeitungsartikel.
6 Anhang: Eine tabellarische Chronik, die die Berichterstattung über spezifische Ereignisse im September und Oktober 1990 zeitlich auflistet.
Schlüsselwörter
Deutsche Einheit, Sporteinheit, Neues Deutschland, Süddeutsche Zeitung, DDR, BRD, Sportpolitik, DTSB, DSB, Berichterstattung, Sportler, Medienanalyse, Transformationsprozess, Wiedervereinigung, Sportverbände
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ereignissen der sportlichen Vereinigung zwischen Ost und West in den Monaten September und Oktober 1990.
Welche Medien werden als Vergleichsgrundlage herangezogen?
Der Fokus liegt auf dem Vergleich der Berichterstattung der Tageszeitungen „Neues Deutschland“ (DDR) und der „Süddeutschen Zeitung“ (BRD).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll analysiert werden, wie die Sporteinheit in den Medien wahrgenommen wurde und welche Hoffnungen, Ängste sowie rhetorischen Veränderungen damit einhergingen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Quellen- und Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln, ergänzt durch eine chronologische Aufarbeitung der Ereignisse im Anhang.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick und eine detaillierte Analyse der jeweiligen Zeitungsberichterstattung, inklusive der Gegenüberstellung ihrer politischen Tendenzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die sportliche Vereinigung, die Rolle der Sportverbände, Existenzängste der DDR-Sportler und der Wandel des gesamtdeutschen Sportsystems.
Warum wurde ausgerechnet der Zeitraum September/Oktober 1990 gewählt?
Dieser Zeitraum markiert den Höhepunkt der politischen Ereignisse rund um den Tag der Deutschen Einheit und umfasst die intensivste Phase der sportpolitischen Umbruchverhandlungen.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Berichterstattung?
Der Autor stellt fest, dass beide Zeitungen den Prozess der Einheit zwar wohlwollend begleiteten, jedoch das „Neue Deutschland“ stärker von Zukunftssorgen geprägt war, während die „Süddeutsche Zeitung“ den Fokus auf die Auswirkungen für den westdeutschen Sport legte.
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- Nico Meissner (Author), 2005, Die Einheit im Deutschen Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84459