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Das deutsche orthodoxe Judentum im Roman "Tohuwabohu" von Sammy Gronemann

Titel: Das deutsche orthodoxe Judentum im Roman "Tohuwabohu" von Sammy Gronemann

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Irina Pohlan (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Roman Tohuwabohu von Sammy Gronemann (1875-1952) sei nicht nur ein Kunstwerk sondern auch ein Dokument, ein Querschnitt durch die jüdische Geschichte der Jahrhundertwende (19.-20.Jh.), so einer seiner Kritiker. Die Arbeit analysiert anhand des Romans und der Literatur rund um den Text und den Autor die Situation und die Problematik des deutschen orthodoxen Judentums der damaligen Zeit sowie die Wichtigkeit dieses Themas für den als Zionisten bekannten Autor.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vertreter und Bilder der deutsch-jüdischen Orthodoxie im Roman Tohuwabohu

1.1. Allgemeines

1.2. Professor Hirsch

1.2.1. Hintergrund

1.2.1.1. Rabbinerseminar

1.2.1.2. Wissenschaft des Judentums

1.2.2. Begegnung mit Professor Hirsch: Kuratoriumssitzung

1.2.2.1. Hirsch und Lehnsen: Orthodoxie und Abkehr vom Judentum

1.2.2.2. Prof. Hirsch und Dr. Magnus: Orthodoxie vs. Reformjudentum

1.3. Die orthodoxe Gemeinde in Berlin

1.3.1. Allgemeines

1.3.2. Rabbiner Rosenbacher

1.3.2.1. Bild des orthodoxen Rabbiners

1.3.2.2. Essensvorschriften

1.3.3. Seelsorge-Szene

1.3.3.1. Erwerbsleben

1.3.3.2. Errungenschaften „jüdischer Technik“

2. Widersprüche in der Darstellung der deutsch-jüdischen Orthodoxie

3. Gronemann und Orthodoxie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Darstellung der deutsch-jüdischen Orthodoxie im Roman „Tohuwabohu“ von Sammy Gronemann, untersucht die Repräsentation durch zentrale Romanfiguren und vergleicht diese mit der historischen Realität der Jahrhundertwende.

  • Analyse der Romanfiguren Professor Hirsch und Rabbiner Rosenbacher als Repräsentanten der Orthodoxie.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen religiöser Tradition und den Anforderungen der Moderne.
  • Gegenüberstellung des zionistischen Standpunktes Gronemanns und seiner Haltung zur orthodoxen Lebensweise.
  • Aufarbeitung der Konflikte zwischen orthodoxen und liberalen jüdischen Strömungen.
  • Einordnung des Romans als „Dokument“ der jüdischen Kulturgeschichte.

Auszug aus dem Buch

1.2.2.1. Hirsch und Lehnsen: Orthodoxie und Abkehr vom Judentum

Der Wirrwarr, das jüdische Tohuwabohu ist in dieser einen Szene großartig zusammengefasst. Ein Aspekt des Problems wird illustriert durch den Konflikt zwischen Magnus und Hirsch, ein anderer Punkt der innerjüdischen Konfrontation findet seine Widerspiegelung im Verhalten des Judentums seinen entjudaisierten und christianisierten Brüdern gegenüber. Akzeptieren wollen es die beiden vertretenen jüdischen Parteien nicht, sogar der liberale Magnus bei all seiner Toleranz und Menschenliebe: [...] Ich kann Ihnen nur sagen, als ich von Ihrem Übertritt hörte, hat es in mir einen schmerzlichen Riß gegeben – Ich verurteile den Schritt, den Sie getan, auf das allerentschiedenste – mindestens ebenso wie der Professor [...]

In der Tat ist das eine Übertreibung: Magnus äußert seine Position, im Gegenteil zu Professor, auf seine sanfte, nicht penetrante Art: es sei ihm schade, er habe das Haus zu den sozusagen besseren Zeiten gekannt, als einer „unserer Besten“ noch zum Judentum gehörte, - während Hirschs Position und Reaktion im Gegenteil ganz radikal sind. Mit der für ihn typischen Explosivität bringt er seine Empörung zum Ausdruck: „[...] Direkt widerlich, daß mich die Umstände nötigen, das Haus dieses Täuflings zu betreten.“[...] „Ich bin nicht der Hausnarr des Täuflings.“[...] „Wenn es nicht wäre, um dem braven Keiser das Stipendium zu retten, brächten mich keine zehn Pferde her.“[...]

An sich würde er einen weiten Bogen um das Haus machen, wenn nicht diese Mitgliedspflicht und der Wunsch da wären, einem jungen Rabbinerkandidaten zum Stipendium zu verhelfen. Anstößig ist für ihn sogar das Angebot Lehnsens, eine Zigarre zu probieren, impulsiv lehnt er es ab: er rauche seine Marke, seinen Protest äußert er selbst dadurch, wie er raucht: „Der kleine weißbärtige Professor paffte wütend drauflos; jede der kleinen Rauchwolken, die er heftig ausstieß und die langsam gegen die Decke zu verflatterten, schien einen Protest darzustellen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vertreter und Bilder der deutsch-jüdischen Orthodoxie im Roman Tohuwabohu: Dieses Kapitel führt in die kritische Auseinandersetzung des Romans mit der jüdischen Orthodoxie ein und beleuchtet die Rolle von Professor Hirsch sowie die Berliner Gemeindeumstände.

2. Widersprüche in der Darstellung der deutsch-jüdischen Orthodoxie: Hier werden die Ambivalenzen in Gronemanns Darstellung analysiert, die zwischen beißender Satire und dem Respekt vor dem Erhalt der Tradition schwanken.

3. Gronemann und Orthodoxie: Das abschließende Kapitel beleuchtet den persönlichen Werdegang des Autors vom orthodox geprägten Umfeld hin zum zionistischen Engagement und seine Hoffnung auf eine Wiedergeburt des Judentums.

Schlüsselwörter

Sammy Gronemann, Tohuwabohu, deutsch-jüdische Orthodoxie, Zionismus, jüdische Identität, Rabbiner, Jahrhundertwende, jüdische Tradition, Assimilation, Satire, Reformjudentum, Gemeindeleben, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Sammy Gronemann die deutsch-jüdische Orthodoxie in seinem Roman „Tohuwabohu“ darstellt und bewertet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die innerjüdischen Konflikte, das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne sowie die Rolle der Orthodoxie im Kontext des aufkommenden Zionismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Romanbild der Orthodoxie zu analysieren und zu prüfen, inwieweit es die historische Wirklichkeit widerspiegelt und wie der Autor dieses Bild durch seine zionistische Perspektive formt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman als Dokument jüdischer Kulturgeschichte betrachtet und mit zeitgenössischen Quellen und Sekundärliteratur in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung spezifischer Romanfiguren (Professor Hirsch, Rabbiner Rosenbacher) und den Umgang mit dem jüdischen Gesetz (Ernährungsvorschriften, Erwerbsleben).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sammy Gronemann, Orthodoxie, Zionismus, Identitätskrise und die jüdische Lebenswelt um die Jahrhundertwende.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Rabbiners Rosenbacher?

Der Autor zeigt den Rabbiner als eine Figur, die trotz satirischer Überzeichnung den schwierigen Versuch unternimmt, die jüdische Tradition in einer chaotischen Großstadt zu bewahren.

Welche Funktion hat die „Seelsorge-Szene“ für die Argumentation?

Die Szene dient als Schlüsselelement, um die Doppelmoral und die alltäglichen Probleme bei der Einhaltung religiöser Gesetze im säkularen Umfeld aufzuzeigen.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das deutsche orthodoxe Judentum im Roman "Tohuwabohu" von Sammy Gronemann
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Juden in Deutschland - deutsche Juden. Ausprägungen jüdischer Identität in der deutschen Kultur
Note
1,0
Autor
Irina Pohlan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
32
Katalognummer
V84473
ISBN (eBook)
9783638008228
ISBN (Buch)
9783638914161
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judentum Roman Tohuwabohu Sammy Gronemann Juden Deutschland Juden Ausprägungen Identität Kultur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Irina Pohlan (Autor:in), 2003, Das deutsche orthodoxe Judentum im Roman "Tohuwabohu" von Sammy Gronemann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84473
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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