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Stadtumbau Ost - Gibt es eine Alternative zum Abriss?

Eine Bewertung der Aufwertungspraxis am Beispiel ausgewählter sächsischer Kommunen

Title: Stadtumbau Ost - Gibt es eine Alternative zum Abriss?

Master's Thesis , 2007 , 97 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Master of Science Claus Michelsen (Author)

Economics - Case Scenarios
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Summary Excerpt Details

Im Jahr 2000 gab es rund eine Million leerstehende Wohnungen in Ostdeutschland. Dies stellte die Kommission „Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den neuen Bundesländern“ fest und empfahl der Bundesregierung die Unterstützung eines flächenhaften Rückbaus von mindestens 350.000 Wohneinheiten.
Seit 2001 wird im Rahmen des Bund-Länder- Programms „Stadtumbau Ost“ die Umgestaltung der Städte bezuschusst. Neben einer Abrissförderung sind dabei auch Instrumente für die qualitative Aufwertung von Wohnquartieren vorgesehen. Die Überzeugung, den Problemen auf dem ostdeutschen Wohnungsmarkt mit einer Mengenreduktion des Angebotes zu begegnen, musste jedoch erst reifen. Noch 1994 war die damalige Bundesregierung davon überzeugt, die sich abzeichnenden Probleme vor allem in den Großwohnsiedlungen mit qualitativen Verbesserungen des Angebotes lösen zu können. Tatsächlich war der ostdeutsche Wohnungsmarkt zur Zeit der Wende durch große Knappheiten geprägt. Zwar war die Zahl der vorhandenen Wohnungen mehr als ausreichend, jedoch hatte vor allem die Qualität des Altbaubestandes aufgrund mangelnder Instandsetzung schwer gelitten. Großzügige Fördermaßnahmen für den Ausbau und die Modernisierung des Immobilienbestandes sollten diese Engpässe beseitigen. Im Ergebnis sind aktuell Leerstandsquoten von teilweise über 40% in einzelnen Vierteln ostdeutscher Städte zu registrieren. Neben einer starken staatlich induzierten Neubautätigkeit ist für viele Städte ein Rückgang der Wohnungsnachfrage zu beobachten.
Welche Alternativen stehen jedoch einem Rückbau gegenüber? Bisherige Erfahrungen mit lokaler Schrumpfung der Bevölkerung waren in erster Linie mit strukturellem Wandel verbunden. Hier konnten neben einer Ansiedlungspolitik für neue Industriezweige auch mit Instrumenten der Stadtsanierung Nachfragepotentiale zurückgewonnen werden. Aufwertungen des Immobilienbestandes und des Wohnumfeldes konnten unter Wachstumsbedingungen entsprechende Wirkungen entfalten. In den neuen Bundesländern ist jedoch mit einer anderen Qualität der Schrumpfung umzugehen. Hier gilt es, Strategien zu entwickeln, die den Folgen des demographischen Wandels begegnen. Neben Abwanderung und Suburbanisierung ist ein beträchtlicher Teil der städtischen Bevölkerungsverluste auf ein strukturelles Geburtendefizit zurückzuführen, das auch zukünftig insgesamt zu sinkenden Bevölkerungszahlen führen wird. Ob die bisherigen Stadtsanierungsstrategien hier greifen, ist fraglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 VORBEMERKUNGEN

1.2 FORSCHUNGSGEGENSTAND UND ZIELE

1.3 AUFBAU, METHODIK UND GRENZEN DER ARBEIT

1.4 DATENGRUNDLAGE, -QUALITÄT UND DATENSCHUTZ

1.5 AUSWAHL DER ZU UNTERSUCHENDEN KOMMUNEN

2 URSACHEN UND FOLGEN DES LEERSTANDES

2.1 ENTWICKLUNGEN AUF DEM SÄCHSISCHEN WOHNUNGSMARKT

2.1.1 Entwicklungen der Nachwendezeit

2.1.2 Zukünftige Entwicklungen

2.2 ENTWICKLUNGEN SÄCHSISCHER STÄDTEGRUPPEN IM VERGLEICH

2.2.1 Entwicklung der Nachfrage nach städtischem Wohnraum

2.2.2 Entwicklung des Wohnungsangebotes

2.3 ZWISCHENFAZIT: AUSMAß UND URSACHEN DES LEERSTANDES

2.4 FOLGEN DES LEERSTANDES UND DER SCHRUMPFUNG

2.4.1 Folgen des Angebotsüberhanges für die Wohnungswirtschaft

2.4.2 Externe Effekte des Wohnungsleerstandes

2.4.3 Schrumpfung und ihre Konsequenzen für die Effizienz städtischer Strukturen und deren Finanzierung

2.5 THEORIEN DER WOHNSTANDORTENTSCHEIDUNG

2.5.1 Gravitationsmodelle und makroökonomische Erklärungsansätze

2.5.2 Individuelle Entscheidungskalküle der Wohnstandortwahl

2.6 ZWISCHENFAZIT: LOKALE EINFLUSSMÖGLICHKEITEN

3 DAS PROGRAMM „STADTUMBAU OST“

3.1 DAS BUND – LÄNDER – PROGRAMM „STADTUMBAU OST“

3.1.1 Ziele

3.1.2 Förderinstrumente

3.1.3 Finanzielle Ausstattung

3.2 AUFWERTUNG ALS STRATEGIE DER SICHERUNG VON NACHFRAGEPOTENTIALEN IN STÄDTISCHEN WOHNQUARTIEREN

3.2.1 Empirische Befunde der Wohnstandortzufriedenheit und Wanderungsmotivationen

3.2.2 Instrumente der Aufwertung im Rahmen des Programms „Stadtumbau Ost“ im Einzelnen

Exkurs: „Gute Beispiele“ aus der Förderpraxis des Stadtumbaus

3.3 ZWISCHENFAZIT: POTENTIALE DER AUFWERTUNG IM RAHMEN DES PROGRAMMS „STADTUMBAU OST“

4 BEWERTUNG DER AUFWERTUNGSPRAXIS SÄCHSISCHER STÄDTE

4.1 BEWERTUNG DER ALLGEMEINEN EFFIZIENZ

4.1.1 Kriterien der Effizienzbewertung im Einzelnen

4.1.2 Effizienzbewertung

4.1.3 Ergebnisse

4.2 BEWERTUNG DER EFFEKTIVITÄT

4.2.1 Allgemeine Effektivitätsanalyse – Bewertung der Mittelverteilung

4.2.1.1 Einschätzung der Aufwertungspotentiale

4.2.1.2 Ergebnisse der allgemeinen Effektivitätsanalyse

4.2.2 Bewertung der Mittelverwendung

4.2.2.1 Methodischer Aufbau und Kriterien der Bewertung

4.2.2.2 Der differenzierte Zielkatalog des Programms „Stadtumbau Ost“

4.2.2.3 Kriterien der Effektivität

4.2.2.4 Ergebnisse der Effektivitätsbewertung verfügbarer Aufwertungsmaßnahmen

4.2.3 Bewertung der realisierten Mittelverwendung in den Städtetypen

4.2.3.1 Aufwertungsstädte

4.2.3.2 Wohnstädte

4.2.3.3 Rückbaustädte

4.3 ZWISCHENFAZIT: EFFIZIENZ UND EFFEKTIVITÄT DER FÖRDERUNG

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Effektivität und Effizienz des Förderprogramms „Stadtumbau Ost“ in Sachsen. Ziel ist es, zu analysieren, ob durch Aufwertungsmaßnahmen – unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung – die Probleme schrumpfender Wohnungsmärkte in sächsischen Kommunen nachhaltig adressiert werden können, um eine Stabilisierung zu erreichen.

  • Analyse von Ursachen und Folgen städtischer Leerstände
  • Evaluierung der Ziele und Förderinstrumente des Programms „Stadtumbau Ost“
  • Entwicklung eines Bewertungsschemas zur Effizienz- und Effektivitätsmessung von Aufwertungsmaßnahmen
  • Vergleichende Bewertung sächsischer Städtegruppen hinsichtlich ihrer Aufwertungspotentiale
  • Untersuchung der Mittelverwendung in verschiedenen Städtetypen

Auszug aus dem Buch

1.2 Forschungsgegenstand und Ziele

In Reaktion auf die Probleme der ostdeutschen Wohnungsmärkte wurde im Jahr 2001 das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“ beschlossen. Darin sind umfangreiche Fördermittel für den Rückbau bestehender Überkapazitäten und für die Aufwertung städtischer Quartiere vorgesehen. Verfolgt wird damit ein Zielkatalog, der neben der Bereinigung des Wohnungsmarktes auch die Attraktivität ostdeutscher Städte steigern und die Folgen der demographischen Entwicklung mildern soll.

Öffentliche Fördermittel für Städtebau und Stadtentwicklung stehen aus ökonomischer Sicht stets in dem Verdacht, einer ineffizienten und ineffektiven Verwendung zugeführt zu werden. Dies resultiert aus der Annahme, dass Entscheidungs- und Kostenträger keine Einheit bilden und es so unter Missachtung des Konnexitätsprinzips zu einer übermäßigen Inanspruchnahme fremder Mittel kommt. Das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ bildet in diesem Zusammenhang keine Ausnahme. Insbesondere Maßnahmen zur Gestaltung des Wohnumfeldes oder des öffentlichen Raumes erscheinen aufgrund von Schwierigkeiten bei der Erfolgsbilanzierung problematisch. Im Gegensatz zu Maßnahmen, die auf eine Reduzierung des Wohnungsbestandes abzielen, können hier nur bedingt Kennzahlen wie Abriss- oder Leerstandsquoten als Maßstab der Bewertung herangezogen werden. Für eine Einzelbewertung der unternommenen Schritte wäre es notwendig, unter anderem kleinräumige Wanderungsanalysen und Befragungen zur Wohnstandortzufriedenheit durchzuführen. Bisherige Betrachtungen konzentrierten sich überwiegend auf die Untersuchung einzelner Teilaspekte des Stadtumbaus. Geringere Aufmerksamkeit wurde der generellen Verwendung und Vergabepraxis der Fördermittel für Aufwertung gewidmet. Dies erscheint jedoch notwendig, da ohne eine vergleichende Bewertung nur eingeschränkte Erkenntnisse über effektive und effiziente Alternativen der Verwendung von Fördermitteln möglich sind.

Die vorliegende Arbeit schließt an dieser Problematik an. Unter der zentralen Fragestellung „Können bestehende Ansätze der Aufwertung, unter Berücksichtigung der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung, einen effektiven und effizienten Beitrag zur Lösung der Probleme auf städtischen Wohnungsmärkten leisten?“ soll eine Systematik für eine vergleichende Bewertung von Aufwertungsmaßnahmen am Beispiel sächsischer Städtegruppen entwickelt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Problem des Wohnungsleerstands in Ostdeutschland ein, definiert das Forschungsziel und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Datenbasis der Arbeit.

2 URSACHEN UND FOLGEN DES LEERSTANDES: Hier werden die Entwicklungen auf dem sächsischen Wohnungsmarkt analysiert, Ursachen und Folgen der Schrumpfung untersucht und theoretische Konzepte der Wohnstandortwahl diskutiert.

3 DAS PROGRAMM „STADTUMBAU OST“: Dieses Kapitel detailliert die Ziele, Förderinstrumente und die finanzielle Ausstattung des Programms sowie die Strategie der Aufwertung als Mittel zur Sicherung von Nachfragepotentialen.

4 BEWERTUNG DER AUFWERTUNGSPRAXIS SÄCHSISCHER STÄDTE: Der Hauptteil bietet eine methodische Bewertung der Effizienz und Effektivität der eingesetzten Fördermittel in unterschiedlichen sächsischen Städtegruppen.

5 FAZIT: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bewertet die Aufwertungspraxis kritisch und gibt Empfehlungen für eine zielgenauere Mittelverwendung.

Schlüsselwörter

Stadtumbau Ost, Sachsen, Wohnungsleerstand, demographischer Wandel, Aufwertung, Rückbau, Wohnstandortwahl, Nutzwertanalyse, Fördermittel, Stadtentwicklung, Leerstandsursachen, Nachfragepotentiale, Infrastruktur, Stadtplanung, Mittelverwendung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit des Förderprogramms „Stadtumbau Ost“ in Sachsen und untersucht, inwieweit Aufwertungsmaßnahmen dazu beitragen können, die Probleme schrumpfender städtischer Wohnungsmärkte zu lösen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Analyse der Leerstandsursachen, die Darstellung der Förderinstrumente, die Bewertung der Mittelverteilung nach Städtetypen sowie die theoretische Fundierung der Wohnstandortwahl.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet, ob bestehende Aufwertungsansätze vor dem Hintergrund der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung einen effektiven und effizienten Beitrag zur Lösung der Wohnungsmarktprobleme leisten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Masterthese verwendet?

Die Autorin nutzt eine modifizierte Kosten-Nutzwertanalyse, um die Effektivität und Effizienz der Fördermittelverwendung in verschiedenen sächsischen Städtegruppen vergleichend zu bewerten.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse der Ursachen und Folgen von Leerstand, eine detaillierte Darstellung des Stadtumbau-Programms sowie eine empirische Bewertung der tatsächlichen Aufwertungspraxis in sächsischen Kommunen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Stadtumbau, Wohnungsmarkt, demographischer Wandel, Leerstand, Aufwertung, Rückbau, Fördermittel und Stadtentwicklung.

Warum wird im Bereich der „Rückbaustädte“ eine zögerliche Umsetzung der Aufwertung beobachtet?

In diesen Kommunen liegt der Fokus naturgemäß stärker auf dem physischen Rückbau überzähliger Bestände als auf einer qualitativen Aufwertung, was die dort geringere Auszahlungsquote erklärt.

Was wird im Hinblick auf die Mittelverwendung in „Wohnstädten“ kritisiert?

Die Arbeit kritisiert, dass ein Großteil der Fördermittel in diesen Städten in periphere Lagen fließt, was im Sinne einer effizienten, auf Stadtkerne fokussierten Stadtentwicklung als kontraproduktiv angesehen wird.

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Details

Title
Stadtumbau Ost - Gibt es eine Alternative zum Abriss?
Subtitle
Eine Bewertung der Aufwertungspraxis am Beispiel ausgewählter sächsischer Kommunen
College
Martin Luther University  (Institut für Volkswirtschaftslehre und Bevölkerungsökonomie)
Grade
1,3
Author
Master of Science Claus Michelsen (Author)
Publication Year
2007
Pages
97
Catalog Number
V84492
ISBN (eBook)
9783638882453
ISBN (Book)
9783638883184
Language
German
Tags
Stadtumbau Gibt Alternative Abriss
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Science Claus Michelsen (Author), 2007, Stadtumbau Ost - Gibt es eine Alternative zum Abriss?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84492
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