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Die "Leerstellentheorie"

Zur Möglichkeit und Problematik ihrer didaktischen Implementierung

Título: Die "Leerstellentheorie"

Trabajo de Seminario , 2007 , 23 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Juliana Hartwig (Autor)

Didáctica de la asignatura Alemán - Pedagogía, Lingüística
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Durch die rezeptionsästhetische Schule ist der Lesevorgang als bedeutungs-konstruierender Prozess in der didaktischen Literaturforschung allgemein anerkannt. Als ebenso selbstverständlich gilt es heutzutage, dass der Leser bei der Lektüre auf sein Vorwissen zurückgreift. Während die zentrale Aussage eines Sachtextes noch weitgehend durch die Dekodierung der einzelnen Bedeutungselemente und -ketten, also der Wörter und Sätze, verstanden werden kann, lässt sich die Intention eines literarischen Textes nur durch das Hinzuziehen von bestimmtem Weltwissen, literarischem Vorwissen und persönlichen Erfahrungen erfassen. Lesen ist somit ein aktiver Vorgang, bei dem der Leser Schlussfolgerungen ziehen, geschilderte Situationen miteinander in Bezug setzen und sie an sein Vorwissen anknüpfen muss. Wolfgang Iser bezeichnet diese offenen Bezüge in seinem Aufsatz „Die Appellstruktur von Texten“ von 1970 als „Leerstellen“ . In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, wie weit der Begriff „Leerstelle“ bei Iser und in nachfolgenden Theorien gefasst ist – und inwiefern das Wissen um den Umgang des Lesers mit Leerstellen zur Förderung des Textverstehens im Unterricht beitragen kann.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Relevanz offener Stellen für die Intention literarischer Texte - am Beispiel der Kurzgeschichte „Nacht schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert

1.1. Zum Inhalt

1.2. Zur literarischen Gestaltung

1.2.1. Der Aufbau

1.2.2. Die Erzähltechnik

1.2.3. Sprachliche Stilmittel

1.3. Die Intention des Textes und ihre Abhängigkeit vom Ausfüllen offener Stellen

2. Theoretische Grundlage: Die von Wolfgang Iser begründete „Leerstellen“ -Theorie

2.1. Die „Leerstelle“ auf syntagmatischer Ebene

2.2. Die „Leerstelle“ auf der paradigmatischen Ebene

2.3. Notwendige Ergänzungen für eine didaktische Anwendung der Theorie

3. Analyse der Leerstellen und Unbestimmtheiten in Borcherts „Nachts schlafen die Ratten doch“

4. Schlussfolgerungen

5. Zur Möglichkeit und Problematik einer didaktischen Implementierung - am Beispiel einer Übung zur Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ für eine 7. und 8. Gymnasial- Klasse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der „Leerstellen-Theorie“ von Wolfgang Iser im Literaturunterricht. Dabei wird analysiert, inwiefern das Verständnis und das aktive Ausfüllen dieser offenen Textstellen durch Schüler zur Förderung des Textverstehens beitragen kann und welche Herausforderungen sich dabei für die Literaturdidaktik ergeben.

  • Rezeptionsästhetische Grundlagen nach Wolfgang Iser
  • Differenzierung zwischen syntagmatischen und paradigmatischen Leerstellen
  • Analyse von Leerstellen in Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“
  • Didaktische Möglichkeiten und Grenzen der Leerstellen-Arbeit im gymnasialen Unterricht
  • Bedeutung von Lektüreerfahrung und Vorwissen für den Leseprozess

Auszug aus dem Buch

3. Analyse der Leerstellen und Unbestimmtheiten in Borcherts „Nachts schlafen die Ratten doch“

- Zwischen dem Titel und dem Anfang der Kurzgeschichte besteht kein formulierter Zusammenhang, dort ist also eine durch die Textstruktur entstandene Leerstelle. Der Titel kann nur insofern mit Bedeutung gefüllt werden, als dass die Aussage als unwahr erkannt wird. Dafür benötigt der Schüler allgemeines Weltwissen über Ratten, die nachtaktiv sind. Der Titel kann zu Beginn der Lektüre jedoch noch nicht mit dem Anfang der Geschichte in Verbindung gebracht werden. Die Leerstelle zwischen Titel und Eingangsszene kann nur durch den Zusammenhang „düstere Stimmung“ teilweise ausgefüllt werden. Dazu müssen die Ratten mit negativen Assoziationen verbunden und die geschilderte Landschaft als düster und unheilvoll interpretiert werden.

- Unbestimmt ist der Beginn der Geschichte, weil der Schüler keine Information darüber erhält, was zuvor geschehen ist. Damit der Schüler sich auf das weitere Geschehen einlässt und die textnahe Lektüre nicht aufgrund mangelnder Informationen verweigert, sollte er über literarisches Vorwissen zur Gattung Kurzgeschichte verfügen. Wenn er den unvermittelten Beginn als Stilmittel erkennt, wird er wissen, dass das Thema der Geschichte sich im Laufe der Lektüre entfalten wird. Die Unbestimmtheit lässt ihm zwar die Freiheit, über die Vorgeschichte zu spekulieren. Doch sollte der Schüler nicht nur für eine Erweiterung, sondern auch für die Korrektur seines ersten Verständnisses offen sein.

- Die Eingangsszene enthält auch die inhaltliche Leerstelle, wo sich die Geschichte abspielt. Der Text gibt keine genauen Informationen über den Schauplatz her. Dass es sich dabei um eine im zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt handelt, kann zu Beginn der Lektüre nur durch literarisches Wissen erschlossen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die rezeptionsästhetische Theorie und die Fragestellung zur Rolle von Leerstellen beim Textverstehen im Unterricht.

1. Die Relevanz offener Stellen für die Intention literarischer Texte - am Beispiel der Kurzgeschichte „Nacht schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert: Analyse der Kurzgeschichte als Praxisbeispiel zur Identifizierung offener Textstellen und ihrer Bedeutung für die erzählerische Intention.

2. Theoretische Grundlage: Die von Wolfgang Iser begründete „Leerstellen“ -Theorie: Fundierte Auseinandersetzung mit Isers Konzept der Leerstellen, unterteilt in syntagmatische und paradigmatische Ebenen, ergänzt durch neuere Rezeptionsforschung.

3. Analyse der Leerstellen und Unbestimmtheiten in Borcherts „Nachts schlafen die Ratten doch“: Detaillierte Untersuchung konkreter Leerstellen im Text, die einen Interpretationsspielraum eröffnen und eine aktive Leserleistung erfordern.

4. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse, die verdeutlicht, dass systematisches Leerstellen-Training für Schüler der 7./8. Klasse aufgrund erforderlicher Lektüreerfahrung problematisch bleibt.

5. Zur Möglichkeit und Problematik einer didaktischen Implementierung - am Beispiel einer Übung zur Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ für eine 7. und 8. Gymnasial- Klasse: Kritische Evaluierung konkreter Unterrichtsübungen und die Notwendigkeit der Vermittlung von Lektüreerfahrung zur Überwindung von Wissenslücken.

Schlüsselwörter

Leerstellen-Theorie, Wolfgang Iser, Textverstehen, Rezeptionsästhetik, Kurzgeschichte, Wolfgang Borchert, Literaturdidaktik, Unbestimmtheit, Textintention, Lektüreerfahrung, Schüler, Gymnasialunterricht, Interpretation, Leseprozess, Wissenslücken

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie literarische Texte durch „Leerstellen“ (offene Stellen) wirken und wie Schüler dazu angeleitet werden können, diese sinnvoll zu füllen, um das Textverstehen zu vertiefen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rezeptionsästhetische Literaturtheorie von Wolfgang Iser, die Analyse von Borcherts Kurzgeschichte sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte im Literaturunterricht der Mittelstufe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit das Konzept der Leerstellen didaktisch nutzbar ist und ob eine gezielte Förderung der Fähigkeit, diese Lücken zu schließen, die Interpretation von literarischen Texten bei Schülern verbessern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer praktischen Analyse der Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“, unterstützt durch Erkenntnisse aus der aktuellen Leseforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Leerstellen-Theorie erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Unbestimmtheiten in Borcherts Text und einer kritischen Reflexion didaktischer Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Leerstellen-Theorie, Rezeptionsästhetik, Textverstehen, Literaturdidaktik und Lektüreerfahrung.

Warum hält die Autorin ein Training für Leerstellen bei 7. und 8. Klassen für problematisch?

Die Autorin argumentiert, dass das erfolgreiche Ausfüllen von Leerstellen ein hohes Maß an literarischem Vorwissen und Lektüreerfahrung voraussetzt, über das Schüler dieser Altersstufe oft noch nicht in ausreichendem Maße verfügen.

Welche Rolle spielt das Hintergrundwissen über den Zweiten Weltkrieg für das Textverständnis?

Das historische Vorwissen ist essenziell, um die Schilderungen in der Geschichte (wie die Ruinenlandschaft oder das Motiv des Rauchens) korrekt einzuordnen und den emotionalen Zustand der Hauptfigur zu verstehen.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Die "Leerstellentheorie"
Subtítulo
Zur Möglichkeit und Problematik ihrer didaktischen Implementierung
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Fachbereich Germanistik)
Curso
Literarische Sozialisation im Sekundarbereich. Schwerpunkt: Textverstehen
Calificación
2,0
Autor
Juliana Hartwig (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
23
No. de catálogo
V84518
ISBN (Ebook)
9783638008594
Idioma
Alemán
Etiqueta
Leerstellentheorie Literarische Sozialisation Sekundarbereich Schwerpunkt Textverstehen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Juliana Hartwig (Autor), 2007, Die "Leerstellentheorie", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84518
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