Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer


Seminararbeit, 2004
20 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Tabellenverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung und Hintergrund

2 Klassifikation der verschuldeten Entwicklungsländer
2.1 Geographische Klassifikation
2.2 Klassifikation mittels Verschuldungsindikatoren

3 Entwicklung der Verschuldung

4 Lösungsansätze

5 Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Literaturquellen

Internetquellen

I Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Klassifikation der Entwicklungsländer (1998) anhand von Pro-Kopf Einkommen und Verschuldungsindikatoren

Tabelle 2: Klassifikation der Entwicklungsländer 1998 (SILICs, SIMICs, MILICs, MIMICs)

Tabelle 3: Gesamtverschuldung der Entwicklungsländer 1980 - 2000

Tabelle 4: Durchschnittlicher Anstieg der gesamten Auslandsverschuldung per anno

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wachsende Verschuldung der Entwicklungsländer 1980 - 1997

III Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung und Hintergrund

„Das einzige, was man ohne Geld machen kann, sind Schulden.“[1]

Die vorliegende Arbeit wird in der Folge das Thema Schulden behandeln. Genauer gesagt die Auslandsschulden bzw. die Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer.

Anschließend folgt eine kurze Einführung in den Problemkreis – wie ist der geschichtliche Hintergrund der Auslandsverschuldung, warum gibt es sie, wie ist sie entstanden und gibt es in diesem Zusammenhang Probleme. In Kapitel 2 Klassifikation der verschuldeten Entwicklungsländer werden die Kriterien der Weltbank zur Kreditvergabe vorgestellt, anhand deren eine Klassifikation der Länder durchgeführt wird. Wie die Entwicklung der Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer in den letzten 20-25 Jahren aussieht, ist Inhalt des 3. Kapitels Entwicklung der Verschuldung. Kapitel 4 soll einen Ausblick in die Zukunft geben, Chancen und Risiken aufzeigen und Lösungsansätze des Problems aufzeigen.

Warum verschulden sich Staaten eigentlich im Ausland? „ Auslandsverschuldung ist grundsätzlich ein Mittel, den Engpaß einer zu geringen Kapitalbildung im Inland durch Rückgriffe auf Auslandskapital zu mildern und sich über eigene Exporterlöse hinaus Devisen, also Geld in fremden Währungen, für den Import zum Beispiel ausländischer Investitionsgüter (Maschinen usw.) zu verschaffen.[2]

Großteils fließt im internationalen Kreditmarkt Kapital in Form von Krediten von den Industrieländern in die Entwicklungsländer, da zwischen den zwei großen Staatengruppen eine wirtschaftliche Ungleichheit besteht.

Diese wirtschaftliche Ungleichheit zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern hat ihren Ursprung schon in der Kolonialzeit,[3] wo die heutigen Entwicklungsländer als Rohstofflieferanten ausgebeutet wurden. Doch die Auslandsverschuldung in dem Maße, wie sie heute existiert, begann erst im 20. Jahrhundert nach dem 2. Weltkrieg.

Bereits Ende der sechziger Jahren im Zeitalter der Dollarschwemme („dollar overhang“) begann der Anstieg der Verschuldung der Entwicklungsländer. Damals wurden bis zu zwei Drittel der veröffentlichten Kredite von Entwicklungsländern aufgenommen. Zu diesem Umstand führten einerseits eine hohe internationale Liquidität und andererseits eine zurückhaltende Nachfrageentwicklung in den Industriestaaten. Durch die Vielzahl an Krediten an Entwicklungsländer wurde versucht, in den Industriestaaten Arbeitsplätze – vor allem in der exportorientierten Industrie wie z.B. der Maschinen- und Chemieindustrie – zu sichern.[4]

Später (ab 1973/74) trugen die gestiegenen Ölpreise (= gestiegene Ölimportpreise) zu einer weiteren Erhöhung der Gesamtverschuldung bei und führten andererseits auch zu einer Erhöhung der Liquidität der Ölexporteure, die damit wieder leichter Kredite vergeben konnten. Anscheinend wird aber der Einfluss der Ölpreiserhöhungen auf die Auslandsverschuldung überschätzt, da der Schuldenzuwachs in den Jahren 1974-76 und auch in der „Zweiten Ölkrise“ 1978-81 nur zu einem geringen Anteil aus den Ölhandel resultiert.[5]

Als Zeitpunkt des Ausbruches der Schuldenkrise (also der exorbitanten Steigerungen der Auslandsverschuldung) wird im Allgemeinen der 20. August 1982 angesetzt, als die mexikanische Regierung gegenüber ihren Gläubigern eingestehen musste, dass sie nicht mehr in der Lage ist, die Schulden vertragsgemäß zu bezahlen. Dieser Umstand wurde durch einen Verfall der Rohstoffpreise zu Beginn der achtziger Jahre sowie ein gleichzeitig stark gestiegenes internationales Zinsniveau herbeigeführt.[6]

Der Verfall der Rohstoffpreise konnte die Entwicklungsländer nur deshalb so hart treffen, da sie in der Weltwirtschaft strukturell benachteiligt sind und ihnen vielfach die Rolle als Rohstofflieferant festgeschrieben wird. Ebenso ist die Exportpalette der meisten

Entwicklungsländer sehr einseitig mit einem überwiegenden Anteil agrarischer und mineralischer Rohstoffe und nur einem geringen Anteil an Halb- und Fertigprodukten und Industrieerzeugnissen zusammengesetzt. In einigen Fällen stammt der überwiegenden Teil der Exporterlöse nur aus dem Export eines Produktes, was naturgemäß die Abhängigkeit und Empfindlichkeit dieser Staaten auf internationale Nachfrageschwankungen extrem erhöht. Durch den Preisverfall bei Rohstoffen verschlechterten sich auch die Terms of Trade, das in gleichen Währungen ausgedrückte Verhältnis von Importen und Exporten eines Landes. Das bedeutet, dass die durch das Sinken der Rohstoffpreise geringeren Exporterlöse entweder durch die wertmäßige Abnahme der Importe oder durch die Aufnahme von Krediten kompensiert werden musste.[7]

Die gesunkenen Rohstoffpreise bedeuteten z.B. für Mexiko als Rohstoffexportland geringere Deviseneinnahmen und auf der anderen Seite hatte der Staat, dessen Kredite zum Großteil in Dollars mit variablen Zinssätzen aufgenommen worden waren, sprunghaft gestiegene Zinszahlungsverpflichtungen.[8]

Der Auslöser für den Zinsanstieg war eine restriktive Geld- sowie eine defizitäre Fiskalpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika unter Präsident Reagan. Dieser Fall zeigt deutlich, welche nachhaltigen Auswirkungen die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Industrieländer auf die Entwicklungsländer haben können.[9]

Doch ist die rasante Zunahme der Auslandsverschuldung, die ab dem besagtem 20. August 1982 in eine Schuldenkrise mündete, nicht nur ein Problem der Fremddeterminierung der Entwicklungsländer durch die Industriestaaten. Viele Probleme sind auch durch innerstaatliche Misswirtschaft entstanden, wodurch letztlich gesagt werden kann, dass die Schuldenkrise bzw. das Verschuldungsproblem durch ein Zusammenspiel von internen und externen Faktoren hervorgerufen wurde. Schon allein die internen Faktoren, die in der Folge behandelt werden, zeigen, wie komplex die Zusammenhänge der unterschiedlichen Funktionen sind.

Im Prinzip ist das System relativ trivial: Ein Entwicklungsland nimmt einen Kredit bei einem Industriestaat, einer Bank oder einem sonstigen Investor auf, mit dem Ziel, die eigene Situation zu verbessern, indem in verschiedenste Projekte investiert wird. In vielen Fällen waren diese Investitionen jedoch nicht rentabel; d. h. die Erträge daraus erreichten die Höhe der Zins- und Tilgungszahlungen oft bei weitem nicht, was vor allem bei Infrastrukturprojekten der Fall war, die nicht die erwarteten und benötigten Devisenmehreinnahmen einbrachten. Gründe dafür waren oft einfach Fehlplanungen, wobei die Wirtschaftlichkeit der Projekte nicht ausreichend überprüft wurde. Auch wurde in den Planungen teilweise zu ehrgeizig kalkuliert und diese Planzahlen dann nie erreicht. In einigen Fällen wurde in Prestigeprojekte investiert, die letztendlich dann nur den Zulieferfirmen in den Industriestaaten dienten, die davon profitierten.[10]

Die Situation wurde oft noch durch Verschwendung und Korruption zusätzlich verschärft. Teilweise flossen (in einigen extremen Fällen) aufgenommene Kredite direkt auf Privatkonten der Führungselite. Als Beispiele seien hier Mobutu (ehemaliger Präsident der Demokratischen Republik Kongo), Suharto (ehemaliger Präsident der Republik Indonesien) sowie Marcos (ehemaliger Präsident der Republik der Philippinen) genannt. Hier kommt hinzu, dass diese Umstände den Industriestaaten bekannt waren und geduldet wurden, um die Finanzgeschäfte nicht aufs Spiel zu setzen, oder in der Zeit des Kalten Krieges, um bestimmte Regime an der Macht zu halten. Viele Kredite flossen auch direkt in die Rüstungswirtschaft, wo großteils Unternehmen aus den Industriestaaten und somit indirekt wiederum die Industriestaaten profitierten. In vielen Fällen war auch die nationale Wirtschafts- und Finanzpolitik der Entwicklungsländer schlichtweg falsch und verschlimmerte so die Schuldenproblematik. Auswirkungen waren vielerorts eine enorme Kapitalflucht aufgrund unattraktiver Zinsen, unsicherer Anlagemöglichkeiten, Abwertungsbefürchtungen und auch aufgrund der herrschenden politischen und wirtschaftlichen Instabilität.[11]

Wie zu sehen, ist die Problematik der Verschuldung der Entwicklungsländer vielfältig begründet. Um einen besseren Überblick zu haben, werden die Staaten nach verschiedenen Kriterien eingeteilt und klassifiziert. Das folgende Kapitel gibt dazu nähere Informationen.

[...]


[1] Heinz Schenk (*1924), dt. Schauspieler, Conferencier u. Schriftsteller.

[2] Andersen, U., http://www.bpb.de/publikationen/07894368384812776978945205507946,1,0,Grundlegende-
_Probleme_der_Entwicklungsl%E4nder.html, Zugriff am 16. 11. 2004.

[3] Vgl. Südwind e. V., http://www.suedwind-institut.de/3-011-02.htm, Zugriff am 15. 11. 2004.

[4] Vgl. Zapotoczky/Griebl-Sehata (1996), S. 41 f., übereinstimmend vgl. ebenda, S. 117 f.

[5] Vgl. ebenda.

[6] Vgl. ebenda, S. 41.

[7] Vgl. Südwind e. V., http://www.suedwind-institut.de/3-011-02.htm, Zugriff am 15. 11. 2004, übereinstim-
mend vgl. Andersen, U., http://www.bpb.de/publikationen/07894368384812776978945205507946,1,0,-
Grundlegende_Probleme_der_Entwicklungsl%E4nder.html, Zugriff am 16. 11. 2004.

[8] Vgl. Zapotoczky/Griebl-Sehata (1996), S. 41 f.

[9] Vgl. ebenda, übereinstimmend vgl. Südwind e. V., http://www.suedwind-institut.de/3-011-02.htm, Zugriff
am 15. 11. 2004.

[10] Vgl. Südwind e. V., http://www.suedwind-institut.de/3-011-02.htm, Zugriff am 15. 11. 2004.

[11] Vgl. ebenda.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte)
Veranstaltung
Seminar Ökonomie der Entwicklungsländer
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V84531
ISBN (eBook)
9783638008730
ISBN (Buch)
9783638918237
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auslandsverschuldung, Seminar, Entwicklungsland, Entwicklungsländer, BIZ, BSP, CRS, DRS, HIPC, IWF, MILIC, MIMIC, OECD, PV, SILIC, Kredit, Kreditmarkt, Weltbank
Arbeit zitieren
MMag. Bernhard Höfler (Autor), 2004, Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84531

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