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Auf der Suche nach einem Weltwohlfahrtssystem

Eine systemtheoretische Annäherung an den Bereich der Wohlfahrt

Title: Auf der Suche nach einem Weltwohlfahrtssystem

Term Paper , 2007 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Herrmann (Author), Martin Fuhrmann (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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In einer sich globalisierenden Welt, in der Bereiche wie die Wirtschaft sich funktional aus nationalstaatlichen Kontexten herauslösen und internationale politische Institutionen immer mehr an Einfluss gewinnen, stellt sich die Frage, ob dies irgendwann alle Politikfelder betreffen wird. Was im politischen, wirtschaftlichen oder umweltpolitischen Bereich schon deutlich hervortritt ist in anderen Politikfeldern erst in Ansätzen erkennbar.
Ist die Idee einer nach innen abgeschlossenen Sozialpolitik in Deutschland noch brauchbar, oder treten neue aus dem globalen Raum definierte Formen von Wohlfahrt an die Stelle der nationalstaatlichen Definition?
Welche Rolle spielt nun die Sozialpolitik im globalen Maßstab. Existiert etwas wie globale Sozialpolitik? Gibt es Tendenzen, die etwas in der Art belegen?
In dieser Hausarbeit soll der Versuch gewagt werden sich dem Thema der Wohlfahrt in einer systemtheoretischen Sichtweise zu nähern. Es soll darum gehen, ob sich Wohlfahrt in die Form eines eigenständigen Funktionssystems pressen lässt und ob sich dieses Funktionssystem im Ansatz eines von Helmut Willke konzipierten lateralen Weltsystems in den globalen Raum bewegt.
Hierzu werden zunächst die Idee der funktionalen Differenzierung und die Definitionen von Systemen erläutert. Im Anschluss an diese grundlegende konzeptionelle Einordnung wird eine Definition des Systems der sozialen Hilfe stattfinden. Um eine Überleitung in den globalen Kontext herzustellen, wird die Theorie der lateralen Weltsysteme erläutert und auf das System der sozialen Hilfe angewandt.
Wie wirken sich die Konzepte der lateralen Weltsysteme jedoch auf das politische System und damit auch auf die Sozialpolitik in Deutschland aus? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, wenden wir uns einem empirischen Beispiel aus dem Bereich der Bildung, der Pisa Studie, zu. Mag es zunächst befremdlich erscheinen, die Themen Wohlfahrt und Bildung zu verknüpfen, so gelingt es unter einer systemtheoretischen Analyse der Wohlfahrt beides doch zu vereinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Funktionale Differenzierung

1. Die Funktionslogik

2. Folgen für die Wohlfahrt

III. Wohlfahrt als Funktionssystem?

IV. Lateralität der Funktionssysteme

1. Das Ausbrechen der Wirtschaft

2. Soziale Hilfe als laterales Weltsystem

V. Die Pisastudie

1. Definition

2. Ergebnisse der Pisa-Studie

3. Fazit des Pisa-Vergleichs

VI. Das Funktionssystem Bildung differenziert sich heraus

VII. Laterales Bildungssystem Pisa

VIII. Auswirkungen der Pisastudie

1. Wie könnten sich die Standards verändern?

2. Bildungsstandards von der KMK

IX. Ist Pisa ein Beispiel für ein Weltwohlfahrtssystem?

X. Alternative Ausblicke

XI. Fazit

1. Die Expansion einzelner Wohlfahrtsbereiche ins globale System

2. Einfließen der Wohlfahrtsemantiken in andere Funktionssysteme

3. Auswirkungen auf die Nationale Sozialpolitik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht systemtheoretisch, ob Wohlfahrt als eigenständiges globales Funktionssystem verstanden werden kann und ob sie sich im Konzept der lateralen Weltsysteme nach Helmut Willke verorten lässt. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern globale Institutionen und Standards, exemplifiziert am Beispiel der Pisa-Studie, nationale Sozialpolitik beeinflussen oder gar steuern.

  • Systemtheoretische Grundlagen funktionaler Differenzierung
  • Analyse von Wohlfahrt und sozialer Hilfe als (partielle) Funktionssysteme
  • Konzeptualisierung lateraler Weltsysteme
  • Die Pisa-Studie als Fallbeispiel für globale Bildungsstandards
  • Wechselwirkungen zwischen globalen Irritationen und nationaler Sozialpolitik

Auszug aus dem Buch

1. Die Funktionslogik

Diese Form der gesellschaftlichen Ordnung birgt eine neue Betrachtung der Funktion in sich. Um zu klären, warum Wohlfahrt als Folge der funktionalen Differenzierung wirken kann, muss erläutert werden, wie die Funktionslogik wirkt und welche Folgen diese Logik für die Wohlfahrt hat. Zunächst sollen die von Luhmann beschrieben Spezifikationen der Systeme geklärt werden.

Nach Luhmann übt jedes Funktionssystem seine Funktion exklusiv aus (Luhmann, 1983: 242).

Das bedeutet, dass die Systeme nicht mehr wie beschrieben, an eine interdependente Struktur gebunden sind. Die Wirtschaft übt nun ihre Funktion der Wirtschaft exklusiv aus, muss sich also nicht der Codierung moralisch gut oder moralisch schlecht stellen. Diese Frage verbleibt in dem nun entstehenden Religionssystem und wird ihrerseits ohne wirtschaftliche oder politische Einflüsse geklärt.

Festzuhalten bleibt der Umstand, der exklusiven Funktionsausübung der Systeme. Doch damit die Systeme tatsächlich exklusiv operieren können, fehlt ein wichtiger Mechanismus, den Luhmann mit dem Begriff ihre Autopoiesis beschreibt.

Autopoiesis stellt darauf ab, dass sich Systeme aus Elementen zusammensetzen, die ihre Bedeutung erst durch die Emergenzebene des jeweiligen Systems, also erst durch die Existenz des Systems selber erlangen können (Luhmann, 1984: 60 ff u. 191/192.).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die systemtheoretische Fragestellung und den geplanten Untersuchungsrahmen anhand der Pisa-Studie.

II. Funktionale Differenzierung: Erläuterung des gesellschaftlichen Wandels von stratifikatorischer zu funktionaler Differenzierung und deren Auswirkungen auf die Wohlfahrt.

III. Wohlfahrt als Funktionssystem?: Theoretische Prüfung, ob Wohlfahrt bzw. soziale Hilfe die Kriterien eines autopoetischen Funktionssystems erfüllt.

IV. Lateralität der Funktionssysteme: Vorstellung des Konzepts lateraler Weltsysteme nach Willke als Antwort auf die Grenzen des nationalstaatlichen Modells.

V. Die Pisastudie: Vorstellung der Studie als empirisches Beispiel für globale Bildungsstandards und die Herausforderung der klassischen Hilfe-Semantik.

VI. Das Funktionssystem Bildung differenziert sich heraus: Analyse der historischen Entwicklung des Bildungssystems und seines Übergangs zur autopoietischen Steuerung.

VII. Laterales Bildungssystem Pisa: Untersuchung von Pisa als globale Institution, die Bildung durch Vergleich "herstellt" und nationale Systeme irritiert.

VIII. Auswirkungen der Pisastudie: Darstellung der politischen Reaktionen und der formalen Einwirkung globaler Regulierungsregime auf nationalstaatliche Bildungsstrukturen.

IX. Ist Pisa ein Beispiel für ein Weltwohlfahrtssystem?: Kritische Diskussion der Befunde hinsichtlich der Anwendbarkeit des Begriffs auf das Gesamtsystem Wohlfahrt.

X. Alternative Ausblicke: Betrachtung des Ansatzes der "Weltwohlfahrtsstaatlichkeit" nach Lutz Leisering als ergänzende Perspektive.

XI. Fazit: Resümee über die begrenzte Systembildung der Wohlfahrt und die Bedeutung globaler Irritationen für nationale Sozialpolitik.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, funktionale Differenzierung, Wohlfahrt, soziale Hilfe, laterales Weltsystem, Pisa-Studie, Bildungssystem, Autopoiesis, globale Sozialpolitik, Weltgesellschaft, Inklusion, Exklusion, Irritation, Bildungsstandards, nationale Sozialpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht aus systemtheoretischer Perspektive, inwieweit Wohlfahrt als eigenständiges globales Funktionssystem existiert und wie globale Prozesse nationale Sozialpolitik beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die funktionale Differenzierung der Gesellschaft, die Theorie lateraler Weltsysteme nach Helmut Willke, die Analyse des Bildungssystems und die empirische Einordnung der Pisa-Studie im Kontext globaler Wohlfahrt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob sich Wohlfahrt in die Form eines eigenständigen Funktionssystems pressen lässt und ob dieses System den nationalen Kontext verlässt, um als laterales Weltsystem zu agieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systemtheoretische Analyse angewandt, die insbesondere auf den Konzepten von Niklas Luhmann (Funktionale Differenzierung, Autopoiesis) und Helmut Willke (Laterale Weltsysteme) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, diskutiert das System "Soziale Hilfe", stellt die Pisa-Studie als Fallbeispiel für eine globale Bildungssteuerung vor und untersucht deren Auswirkungen auf das politische System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Systemtheorie, funktionale Differenzierung, laterales Weltsystem, Wohlfahrt, Autopoiesis und globale Sozialpolitik.

Warum wird die Pisa-Studie als Beispiel für Wohlfahrt herangezogen?

Obwohl Bildung traditionell nicht direkt unter die Leitdifferenz "Hilfe/Nicht-Hilfe" fällt, wird sie als Teil des Wohlfahrtskomplexes betrachtet. Pisa dient als empirisches Beispiel, das globale Standards setzt und das nationale politische System durch Irritation beeinflusst.

Wie verändert die Globalisierung die nationale Sozialpolitik?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass nationale Sozialpolitik nicht mehr isoliert agiert, sondern durch globale Kommunikation und Standards (wie durch Pisa oder internationale Organisationen) irritiert wird, ohne dass dies jedoch zu einer vollständigen Steuerung durch ein globales Wohlfahrtssystem führt.

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Details

Title
Auf der Suche nach einem Weltwohlfahrtssystem
Subtitle
Eine systemtheoretische Annäherung an den Bereich der Wohlfahrt
College
Bielefeld University
Course
Sozialpolitik
Grade
1,3
Authors
Patrick Herrmann (Author), Martin Fuhrmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V84538
ISBN (eBook)
9783638008785
Language
German
Tags
Suche Weltwohlfahrtssystem Sozialpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Herrmann (Author), Martin Fuhrmann (Author), 2007, Auf der Suche nach einem Weltwohlfahrtssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84538
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