Unter dem Begriff Globalisierung ist „die zunehmende Internationalisierung und weltweite Vernetzung der Wertschöpfung im Bereich von Industrie und Dienstleistung, insbesondere der Finanzdienstleistungen“ (LESER 2001, S. 282) zu verstehen. Diese Vernetzung stellte somit auch eine Verflechtung der Volkswirtschaften dar (vgl. POLLERT 2004, S.224). Der Verflechtungs- bzw. Vernetzungsprozess der Märkte wird maßgeblich durch neue Technologien im Bereich von Kommunikation, Information und Transport katalysiert. Die Betrachtung von ökonomischen Auswirkungen schien lange Zeit bedeutender, als z. B. die kulturellen, sozialen und ökologischen Aspekte. Im Folgenden soll neben den Voraussetzungen die die Globalisierung möglich machten v. a. die die wichtigsten Auswirkungen auf ökonomischem und ökologischem Gebiet dargelegt und reflektiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Voraussetzungen
3 Ökonomische Auswirkungen der Globalisierung
3.1 Die Verteilung des globalen Bruttoinlandsproduktes
3.2 Rohstoffpreise
3.3 Ernährung, Land- und Forstwirtschaft und Fischerei
3.4 Reale Austauschverhältnisse
3.5 Auslandsschulden ökonomisch sich entwickelnder Staaten
3.6 Globalisierter Tourismus
3.7 Ökonomische Macht
4 Ökologische Auswirkungen der Globalisierung
4.1 Weltprimärenergieverbrauch
4.2 Maßgebliche Folgen von Emissionen
4.3 Veränderung der Waldbestände
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen ökonomischen und ökologischen Folgen der globalen Vernetzung und analysiert, inwieweit die zunehmende Internationalisierung von Märkten und Produktion sowohl Chancen als auch signifikante Herausforderungen für unterschiedliche Volkswirtschaften schafft.
- Analyse der globalen Verteilung von Wohlstand und Bruttoinlandsprodukt
- Untersuchung der Dynamiken von Rohstoffpreisen und Terms of Trade
- Auswirkungen des Welthandels auf Ernährungssicherung und Fischerei
- Zusammenhang zwischen Globalisierung, Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen
- Reflektion der Machtverhältnisse transnationaler Unternehmen im Vergleich zu staatlichen Ökonomien
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Verteilung des globalen Bruttoinlandsproduktes
Für das Jahr 2004 hat nach UN- Berechnungen das weltweite Bruttosozialprodukt eine Höhe von 40,96 Bio. US-$ erreicht (s. Abb. 7). Dieses entspricht einem Pro- Kopf- BIP von ca. 6.400 US-$(s. ebd.). Spitzenreiter mit dem höchsten BIP pro Kopf ist Luxemburg mit über 69.000 US-$, bei einer Bevölkerung von weniger als einer halben Millionen Menschen (s. ebd.). Dem folgen Norwegen mit ca. 54.000 US-$, die Schweiz mit über 49.000 US-$, Dänemark mit ca. 44.500 US-$, knapp gefolgt von Irland und erst auf Platz sechs die USA mit 39.650 US-$. Deutschland liegt mit einem BIP pro Kopf von 32.708 US-$ auf Rang 16 (s. ebd.).
Bemerkenswert bei dieser Auflistung ist die Tatsache, dass die ersten fünf Länder allesamt aus Europa stammen. Diese Länder des Nordens (gemeint ist hier die geographische Lage auf der Nordhalbkugel mit ihren klimatisch begünstigten Standorten) bilden lediglich 23 Mio. Menschen der knapp 6,4 Mrd. zählenden Erdbevölkerung ab. Das mit Abstand niedrigsten BIP pro Kopf weist dagegen Burundi mit 93 US-$ auf (s. ebd.).
Würde man die Länder der Erde in ökonomisch entwickelte, ökonomisch sich entwickelnde und die Staaten der GUS und Südosteuropas einteilen, so entfiele auf erstere mehr als ¾ des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Weltwirtschaft. Knapp 20% wären den sich entwickelnden Staaten zu zuschreiben und ca. 2% würde auf die letzte Länderkategorie entfallen (s. ebd.). Wo allerdings die Grenze zwischen der ersten und zweiten Kategorie genau zu ziehen ist und ob diese Grenze einer kritischen Betrachtung standhalten könnte, bleibt allerdings offen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definition der Globalisierung als zunehmende weltweite Vernetzung von Wertschöpfungsketten und Einführung in die ökonomischen und ökologischen Fragestellungen.
2 Voraussetzungen: Analyse der technischen Entwicklungen wie Kommunikation und Transport, die eine massive Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels erst ermöglichten.
3 Ökonomische Auswirkungen der Globalisierung: Untersuchung verschiedener Indikatoren wie BIP-Verteilung, Rohstoffmärkte, Handelsbedingungen (Terms of Trade) und die Machtkonzentration bei transnationalen Unternehmen.
4 Ökologische Auswirkungen der Globalisierung: Darstellung der ökologischen Lasten des globalen Wachstums durch steigenden Energieverbrauch, Emissionen und den Rückgang der globalen Waldbestände.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Welthandel, Bruttoinlandsprodukt, Rohstoffpreise, Terms of Trade, Auslandsschulden, Tourismus, Transnationale Unternehmen, Primärenergieverbrauch, CO2-Emissionen, Waldvernichtung, Klimawandel, Welternährung, Export, Import.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen ökonomischen und ökologischen Konsequenzen, die sich aus dem Prozess der globalen wirtschaftlichen Integration ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Verteilung von globalem Wohlstand, die Entwicklung von Rohstoffmärkten, die Auswirkungen des Handels auf die Umwelt sowie die wachsende Macht transnationaler Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wichtigsten Auswirkungen der Globalisierung auf ökonomischem und ökologischem Gebiet darzulegen und kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Auswertung von Statistiken, Wirtschaftsdaten und Fachliteratur, um die Trends seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse (BIP, Rohstoffe, Schulden, Macht) und eine ökologische Betrachtung (Energie, Emissionen, Waldbestände).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Wohlstandsverteilung, Terms of Trade, Energieverbrauch und ökologische Nachhaltigkeit geprägt.
Welche Rolle spielen transnationale Unternehmen laut dem Autor?
Transnationale Unternehmen agieren als Hauptantriebskraft des Handels und verfügen über eine ökonomische Macht, die teils die Stärke ganzer Nationalstaaten übersteigt und politischen Einfluss nimmt.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Globalisierung auf Entwicklungsländer?
Der Autor zeigt durch Daten zur Verschuldung und zu den Terms of Trade auf, dass die ökonomischen Vorteile der Globalisierung oft ungleich verteilt sind und ärmere Länder häufiger vor strukturellen Herausforderungen stehen.
- Quote paper
- Bachelor of Science Alexander Fricke (Author), 2007, Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84546