In der folgenden Arbeit wird das Streitschlichterprojekt betrachtet, das an verschiedenen Schulen in Mecklenburg - Vorpommern vor einigen Jahren gestartet wurde. Eine von der Universität Greifswald in Auftrag gegebene Interviewreihe, mit dafür entworfenen Fragebögen für Schlichter, Betreuer und Schulleitung wird ebenfalls ausgewertet.
Zuerst werden wir uns mit der definitorischen und grundlegenden Erarbeitung des Themas der Konfliktschlichtung und Schülerstreitschlichtung befassen. Darauf folgen die Auswertung der Fragebögen, die kritische Auseinandersetzung mit dem Projekt der Schülerstreitschlichtung und schließlich nennen wir Lösungs- und Änderungsvorschläge.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Konflikt – Die Konfliktschlichtung – Die Mediation
2.1. Gewalt an Schulen
3. Die Schülerstreitschlichtung
3.1. Ziele der Streitschlichtung in der Schule
3.2. Inhalte und Methoden der Schülerstreitschlichtung
3.2.1. Der Methodische Einsatz – Die Friedensbrücke
3.3. Das Trainingsprogramm
3.3.1. Das Paraphrasieren
3.3.2. Rollenspiele
3.3.3. Erfolgskontrolle
3.3.4. Rahmenbedingungen
4. Auswertung der Interviews
4.1. Bestandsaufnahme
4.2. Arbeitsweise
5. Kritikpunkte am Projekt der Schülerstreitschlichtung
6. Lösungsvorschläge
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Implementation und Wirksamkeit von Schülerstreitschlichtungsprojekten an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, durch eine fundierte theoretische Aufarbeitung und die Auswertung von Interviews mit Beteiligten an einer Rostocker Schule die Erfolgsfaktoren sowie die praktischen Hindernisse dieses mediationsbasierten Ansatzes zur Gewaltprävention zu identifizieren.
- Theoretische Grundlagen von Konflikt, Mediation und Gewaltbegriffen im schulischen Kontext.
- Analyse der Ziele, Methoden und Rahmenbedingungen von Streitschlichterprogrammen.
- Empirische Auswertung eines konkreten Schlichtungsprojekts mittels Expertenbefragungen.
- Kritische Reflexion über Fluktuationsursachen und Akzeptanz bei Schülern und Lehrkräften.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Projektimplementierung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Der Methodische Einsatz – Die Friedensbrücke
Die Friedensbrücke hat einen symbolischen Charakter und ist ein bewehrtes Hilfsmittel der Streitschlichtung. Die „Streithähne“ sollen mit Unterstützung der Schlichter eine „Brücke“ zueinander bauen. Die Schlichter beachten dabei, dass alle vorher vereinbarten Regeln und Schritte der Streitschlichtung eingehalten werden. Die Streitenden sind aber für ihre Konfliktlösung selbst verantwortlich. Für jüngere Schüler kann die Friedensbrücke auch visuell und daher die Konfliktschlichtung anschaulich und überschaubar gemacht werden. Auf der „Brücke“ kommen sich die Streitenden je nach Konfliktlösungsfortschritt immer näher.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das betrachtete Streitschlichterprojekt in Mecklenburg-Vorpommern und das methodische Vorgehen der Untersuchung.
2. Der Konflikt – Die Konfliktschlichtung – Die Mediation: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie interpersonellen Konflikt, Gewalt und Mediation und erörtert deren Bedeutung für die Schule.
2.1. Gewalt an Schulen: Hier wird das Spektrum schulischer Gewalt und struktureller Gewalt anhand von Studienergebnissen analysiert und die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen begründet.
3. Die Schülerstreitschlichtung: Dieser Abschnitt behandelt die Ziele, die notwendigen Kompetenzen für Schlichter und die pädagogische Bedeutung der Streitschlichtung.
3.1. Ziele der Streitschlichtung in der Schule: Es werden die positiven Auswirkungen auf das Schulklima und die soziale Kompetenzentwicklung der Schüler dargestellt.
3.2. Inhalte und Methoden der Schülerstreitschlichtung: Dieses Kapitel beschreibt die essenziellen Ausbildungsinhalte und Methoden, wie etwa die Perspektivenübernahme.
3.2.1. Der Methodische Einsatz – Die Friedensbrücke: Dieses Unterkapitel erläutert die symbolische Funktion und die praktische Anwendung der Friedensbrücke als visuelles Hilfsmittel.
3.3. Das Trainingsprogramm: Hier werden die Struktur, die Etappen und die Übungsformen der Schlichterausbildung beschrieben.
3.3.1. Das Paraphrasieren: Fokus auf die Technik des Wiedergebens von Inhalten zur verbesserten Kommunikation.
3.3.2. Rollenspiele: Darstellung des Einsatzes von Rollenspielen zur Simulation von Schlichtungssituationen und zur Kompetenzentwicklung.
3.3.3. Erfolgskontrolle: Erörterung der Notwendigkeit und der Merkmale einer Erfolgskontrolle für das Schlichtungsprojekt.
3.3.4. Rahmenbedingungen: Auflistung der organisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Realisierung des Schlichtungsprogramms.
4. Auswertung der Interviews: Dokumentation und Analyse der Ergebnisse der Befragungen von Schülern und Lehrern an einer Rostocker Schule.
4.1. Bestandsaufnahme: Vorstellung des konkreten Projektkontextes und der beteiligten Akteure an der Baltic-Gesamtschule.
4.2. Arbeitsweise: Analyse der tatsächlichen Durchführung des Projekts, inklusive Herausforderungen wie Fluktuation und organisatorischer Abläufe.
5. Kritikpunkte am Projekt der Schülerstreitschlichtung: Zusammenfassung der subjektiven Bewertung der Autoren zu Gründen des Scheiterns und zu Verbesserungspotenzialen.
6. Lösungsvorschläge: Konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation, der Lehrerunterstützung und der langfristigen Projektverankerung.
Schlüsselwörter
Schülerstreitschlichtung, Mediation, Konfliktlösung, Gewaltprävention, Schulklima, Soziale Kompetenz, Friedensbrücke, Ausbildungsprogramm, Evaluation, Konfliktparteien, Schulsozialarbeit, Baltic-Gesamtschule, Perspektivenwechsel, Projektbegleitung, Schlichter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht das Projekt der Schülerstreitschlichtung an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, mit einem besonderen Fokus auf die praktische Auswertung an der Baltic-Gesamtschule in Rostock.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Konflikten und Mediation, der pädagogische Nutzen von Streitschlichtung, die Anforderungen an Ausbildungsprogramme sowie die kritische Analyse der praktischen Umsetzung und der Rahmenbedingungen vor Ort.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Erfolg sowie die Hindernisse des Schlichtungsprojekts zu identifizieren, um fundierte Lösungs- und Änderungsvorschläge für eine nachhaltige Implementierung zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Evaluation verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturarbeit und einer empirischen Erhebung in Form von Interviews mit Schülern (den Streitschlichtern) sowie der verantwortlichen Lehrkraft an der Baltic-Gesamtschule.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen der Mediation und des Trainingsprogramms als auch die empirische Bestandsaufnahme und Arbeitsweise des Projekts detailliert analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mediation, Schülerstreitschlichtung, Gewaltprävention, soziale Kompetenz, Projektfluktuation und schulisches Umfeld.
Warum ist laut der Studie die Rolle der Lehrkräfte für den Projekterfolg so entscheidend?
Die Studie zeigt, dass eine mangelnde Unterstützung durch Lehrkräfte oder eine zu routinierte, autoritäre Konfliktlösung durch Lehrer den Lernprozess der Schüler behindert und die Institutionalisierung der Streitschlichtung erschwert.
Welche Rolle spielt die „Friedensbrücke“ bei der praktischen Schlichtung?
Die Friedensbrücke dient als symbolisches und visuelles Hilfsmittel, um den Schlichtern und Streitenden Struktur sowie Anschaulichkeit während des Schlichtungsprozesses zu verleihen.
Was sind laut den befragten Schülern die Hauptgründe für die hohe Fluktuation im Schlichterteam?
Zu den genannten Gründen gehören ein rasches Abnehmen des allgemeinen Interesses, der Schulwechsel von ausgebildeten Schlichtern, Zeitmangel sowie eine gewisse Mutlosigkeit und häufige Wechsel der Projektbegleiter.
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- Matthias Endlich (Author), Karsten Herfarth (Author), 2002, Schülerstreitschlichtung - Interview und Auswertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8457