Das Ziel eines jeden Unternehmens ist der Erfolg, d.h. wettbewerbsfähig zu sein, auf dem Markt bestehen zu können und Gewinne zu erwirtschaften. Dies gilt natürlich auch für Wirtschaftsprüfer (WP) und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (WPG)1. Eine Grundvoraussetzung, um das zu erreichen, ist, dass der Kunde mit der Qualität des erworbenen Produktes zufrieden ist und damit als solcher erhalten bleibt. Das lässt sich auch auf die Wirtschaftsprüfung übertragen, denn hier ist das Ziel die Gewinnung und Erhaltung von Mandanten. Daher unterliegt der Berufsstand der WP bzgl. der Qualität sehr hohen Anforderungen. Die Diskussionen zur Qualitätssicherung (QS) in der Wirtschaftsprüfung haben sich in den letzten Jahren verstärkt. Sie betrafen hauptsächlich die Einführung einer externen QK, deren Umsetzung durch die am 1.1.2001 in Kraft getretene 4.WPO-Novelle erfolgte.
Aus diesen Gründen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüfung. Dabei wird unter Wirtschaftsprüfung v.a. die Prüfung des Jahresabschlusses (JA) verstanden. Natürlich profitieren auch die anderen Aufgabenbereiche vom Qualitätsmanagementsystem (QMS), doch der Grund für die hohen Anforderungen ist die Tatsache, dass Jahresabschlussprüfungen durchgeführt werden. Darauf sind auch meist die gesetzlichen Vorschriften ausgerichtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wirtschaftsprüfung
2.1. Aufgaben des Wirtschaftsprüfers
2.2. Die Jahresabschlussprüfung
2.3. Wirtschaftsprüfung als Dienstleistung
2.3.1. Potentialorientierung
2.3.2. Prozessorientierung
2.3.3. Ergebnisorientierung
3. Qualität in der Wirtschaftsprüfung
3.1. Dienstleistungsqualität
3.1.1. Der Begriff
3.1.2. Dimensionen der Dienstleistungsqualität
3.2. Wahrnehmung der Qualität des WP durch die Mandanten
3.2.1. Wahrnehmung durch potentielle Mandanten
3.2.2. Wahrnehmung durch aktuelle Mandanten
3.3. Qualitätsmessung
3.3.1. Ansätze zur Qualitätsmessung
3.3.2. Das GAP-Modell
4. Ausgestaltung eines Qualitätsmanagementsystems
4.1. Begriffsklärung
4.2. Qualitätsmanagement als Teil des Risikomanagements
4.3. Qualitätsplanung
4.3.1. Qualitätsphilosophie als Basis für ein Qualitätsmanagement
4.3.2. Entwicklung einer Qualitätsstrategie
4.4. Qualitätslenkung
4.4.1. Qualitätsorientierte Anpassung der Organisation im Unternehmen
4.4.1.1. Anpassungen in der Aufbauorganisation
4.4.1.2. Anpassungen in der Ablauforganisation
4.4.2. Qualitätsorientierte Personalpolitik
4.4.2.1. Mitarbeiterauswahl
4.4.2.2. Aus- und Weiterbildung
4.4.2.3. Mitarbeitermotivation
4.4.3. Qualitätsorientierte Kommunikation
4.4.3.1. Interne Kommunikation
4.4.3.2. Externe Kommunikation
4.5. Qualitätsüberwachung
4.5.1. Interne Überwachung
4.5.1.1. Beaufsichtigung der Mitarbeiter
4.5.1.2. Begleitende Kontrolle
4.5.1.3. Berichtskritik
4.5.1.4. Nachschau
4.5.1.5. Kritische Betrachtung
4.5.2. Externe Überwachung
4.5.2.1. Gründe für eine externe Qualitätskontrolle
4.5.2.2. Möglichkeiten der externen Qualitätskontrolle
4.5.2.3. Externe Qualitätskontrolle in Deutschland - Peer Review
4.5.2.3.1. Ziel und Durchführung des Peer Review
4.5.2.3.2. Prüfer für Qualitätskontrolle
4.5.2.3.3. Organisation durch die WPK
4.5.2.4. Weiterführende und kritische Betrachtung
4.6. Qualitätsmanagementdarlegung
5. Überblick der rechtlichen Grundlagen zur Qualitätssicherung
5.1. Die Wirtschaftsprüferordnung
5.1.1. Voraussetzungen für die Berufsausübung
5.1.2. Rechte und Pflichten der Wirtschaftsprüfer
5.1.3. Organisation des Berufs
5.1.4. Berufsgerichtsbarkeit
5.2. Berufssatzung der WPK
5.3. Satzung für Qualitätskontrolle
5.4. Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
5.4.1. Aktiengesetz
5.4.2. Handelsgesetzbuch
5.5. Verlautbarungen und Stellungnahmen
6. Zusammenfassung
7. Summary
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) in der Wirtschaftsprüfung unter Berücksichtigung sowohl betriebswirtschaftlicher Aspekte als auch der rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den Aufbau und die Funktionsweise eines solchen Systems darzulegen und aufzuzeigen, wie durch gezielte Maßnahmen zur Qualitätssicherung (QS) die Qualität der Jahresabschlussprüfung gesteigert und potenziellen Qualitätsmängeln entgegengewirkt werden kann.
- Grundlagen der Wirtschaftsprüfung als Dienstleistung
- Methoden zur Messung und Wahrnehmung von Dienstleistungsqualität
- Phasen und Instrumente eines Qualitätsmanagementsystems (QMS)
- Bedeutung der Qualitätsüberwachung und der externen Qualitätskontrolle
- Rechtliche Anforderungen an die Qualitätssicherung (z.B. KonTraG, WPO)
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Potentialorientierung
Bei dieser Sichtweise kann die Dienstleistung als „Fähigkeit und Bereitschaft zur Leistungserstellung durch den Dienstleistungsanbieter“ angesehen werden. Die Nachfrager sind auf die Bereitschaft zur Leistungserstellung angewiesen und Anbieter können dafür nur ihre Fähigkeiten nutzen. Vor der Leistung kann der Anbieter kein Objekt vorweisen, wie es bei Sachleistungen der Fall ist. Hieraus lässt sich ein erstes konstitutives Merkmal für Dienstleistungen ableiten, die Immaterialität, d.h. die Nichtgreifbarkeit und Nichtgegenständlichkeit der Dienstleistung; also auch die fehlende Lagerfähigkeit. Das Leistungspotential ist als ein Leistungsversprechen, verbunden mit einem bestimmten Ergebnis, anzusehen. Der Erstellungsprozess dieser Leistung ist daher stets immateriell.
Der WP gibt mit der Annahme des Prüfungsauftrages das Leistungsversprechen ab, den JA ordnungsgemäß zu prüfen und einen entsprechenden Bestätigungsvermerk darüber zu erteilen. Da er zur Leistungserstellung lediglich sein Wissen einsetzt, ist die Immaterialität des Potentials gegeben. Es wird kein materielles Gut erstellt, abgesehen von den Trägermedien, z.B. Papier, auf denen das Ergebnis festgehalten wird. Da sich aber die Verwendung von materiellen Medien nicht vermeiden lässt, geht die Tendenz dahin, nicht mehr nach materiell oder immateriell zu unterscheiden, sondern danach, ob die Leistung „mehr oder weniger materielle oder immaterielle Bestandteile hat.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung der Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung zu analysieren und die notwendigen Maßnahmen für ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) aufzuzeigen.
2. Wirtschaftsprüfung: Das Kapitel führt in den Beruf des Wirtschaftsprüfers ein, erläutert die Jahresabschlussprüfung als Kernaufgabe und betrachtet Wirtschaftsprüfung als eine Dienstleistung mit spezifischen Merkmalen.
3. Qualität in der Wirtschaftsprüfung: Hier werden die Grundlagen der Dienstleistungsqualität, deren Wahrnehmung durch Mandanten sowie methodische Ansätze zur Qualitätsmessung, inklusive des GAP-Modells, erörtert.
4. Ausgestaltung eines Qualitätsmanagementsystems: Das Kernkapitel beschreibt detailliert die Phasen eines QMS – von der Qualitätsplanung über die Lenkung und Überwachung bis hin zur Darlegung – sowie die rechtliche Einbettung.
5. Überblick der rechtlichen Grundlagen zur Qualitätssicherung: Dieses Kapitel fasst die maßgeblichen gesetzlichen Regelungen und berufsrechtlichen Vorschriften zusammen, die den Rahmen für die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung bilden.
6. Zusammenfassung: Abschließend werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit resümiert und die Bedeutung eines ganzheitlichen Qualitätsmanagements betont.
7. Summary: Eine englischsprachige Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte und Ergebnisse der Diplomarbeit.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsprüfung, Qualitätsmanagement, QMS, Jahresabschlussprüfung, Dienstleistungsqualität, Qualitätssicherung, GAP-Modell, externe Qualitätskontrolle, Peer Review, WPO, Risikomanagement, Mandantenorientierung, Berufspflichten, TQM.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Gestaltung eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) im Bereich der Wirtschaftsprüfung, um die Qualität der Dienstleistungen, insbesondere bei Jahresabschlussprüfungen, zu sichern und zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Charakterisierung der Wirtschaftsprüfung als Dienstleistung, die Definition und Messung von Dienstleistungsqualität, die operative Ausgestaltung eines QMS in vier Phasen sowie die relevanten gesetzlichen und berufsethischen Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie ein funktionsfähiges QMS in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aussieht, wie es die Lücken des GAP-Modells schließen kann und welche Maßnahmen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Systematisierung der Fachliteratur sowie auf der Auswertung relevanter gesetzlicher Vorschriften, Verlautbarungen und Standards zur Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption von Qualitätsmanagement als Teil des Risikomanagements, die konkrete Ausgestaltung des QMS in die Phasen Planung, Lenkung, Überwachung und Darlegung sowie die detaillierte Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Wirtschaftsprüfung, Dienstleistungsqualität, externe Qualitätskontrolle, Peer Review, Risikomanagement und Berufspflichten charakterisiert.
Wie spielt das GAP-Modell eine Rolle für den Wirtschaftsprüfer?
Das GAP-Modell dient in der Arbeit als zentrales Instrument zur Qualitätssteuerung, indem es Diskrepanzen zwischen den Erwartungen der Mandanten und der tatsächlich erbrachten Leistung identifiziert, deren Ursachen analysiert und entsprechende Maßnahmen zu deren Reduzierung ermöglicht.
Welche Herausforderungen bestehen bei der externen Qualitätskontrolle (Peer Review)?
Zu den Herausforderungen gehören die hohen bürokratischen Anforderungen, die Kostenbelastung für die betroffenen Gesellschaften, die Notwendigkeit der Vertraulichkeit sowie die kritische Abwägung zwischen der Selbstverwaltung durch den Berufsstand und der staatlichen oder gesetzlichen Aufsicht.
- Citar trabajo
- Monique Ringk (Autor), 2002, Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüfung - Rechtliche und betriebswirtschaftliche Anforderungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8459