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Das Ende des deutschen Sozialstaatskonsenses?

Die "zweifache" Legitimationskrise bundesdeutscher Sozialstaatlichkeit

Titel: Das Ende des deutschen Sozialstaatskonsenses?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mathias Buhtz (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ausgehend von der Feststellung, dass es in der Bundesrepublik Deutschland spätestens seit den Montagsdemonstrationen im Zuge der Hartz IV Reformen zu einer Rückkehr der Gerechtigkeitsfrage in Deutschland (vgl. Leisering, 2003) gekommen ist, stellt sich die Frage worin die Ursachen für eine derartige Entwicklung zu sehen sind. Offen ist also, warum die angesprochenen Hartz- Reformen in der Bevölkerung auf solch negative Resonanz stießen.

Dabei wird hier die These vertreten, dass es dafür zweierlei Ursachen gibt. Zum einen handelt es sich sich bei dieser Krise des Sozialstaates um eine strukturelle Krise, insofern der bundesdeutsche Sozialstaat es nicht mehr schafft, Einkommensunterschiede und Vermögensungleichheiten auszugleichen, im Gegenteil, die soziale Polarisierung bei Einkommen und Vermögen steigt, wie Kapitel 2.1 zeigt.

Da es sich bei Fragen der Verteilung immer auch um Fragen von Gerechtigkeit handelt (ein Gedanke den Kapitel 2.2 ausformuliert) bedarf es immer auch der politischen Legitimation derartiger Verteilungen. Insofern wird in Kapitel 2.3 gezeigt, wie sich Verteilungsgerechtigkeit im bundesdeutschen Sozialstaat legitimatorisch entwickelt hat. Kapielt 2.4 zeigt dann gegenwärtige Diskurspositionen zu Arbeit und Einkommen auf und kommt zu dem Schluss, dass die Krise des bundesdeutschen Sozialstaates auch legitimatorisch ist. Im Fazit erfolgt eine Zusammenfassung und die Formulierung offener Fragestellungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Ende des deutschen Sozialstaatskonsenses?

2.1 Einkommens- und Vermögensentwicklung in der Bundesrepublik

2.1.1 Einkommen, Vermögen und soziale Polarisierung- eine Begriffsbestimmung

2.1.2 Skizzierung der Entwicklung von Einkommen und Vermögen

2.2 Verteilungsgerechtigkeit- eine konzeptionelle Betrachtung

2.3 Verteilungsgerechtigkeit und ihre politische Realisierung in der BRD

2.3.1 Die Konstitutionsphase des Sozialstaates (1949-1966)

2.3.2 Die Modernisierung des Sozialstaates 1966-1975

2.3.3 Sozialstaat in Bedrängnis 1975-1995

2.3.4 Die Krise des Sozialstaates seit Mitte der 1990er Jahre

2.3.5 Das Wesen des Werte- und Interessenkonsenses

2.4 Die Rückkehr der Gerechtigkeitsfrage oder quo vadis Sozialstaat?

2.4.1 Diskurspositionen zu Arbeit und Einkommen

2.4.2 Neue Gerechtigkeitsideale

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Krise des bundesdeutschen Sozialstaatsmodells. Dabei wird die zentrale These vertreten, dass die Krise nicht primär aus zunehmender sozialer Polarisierung resultiert, sondern eine zweifache Legitimationskrise darstellt, die aus der Konfrontation des traditionellen Sozialstaatskonsenses mit neuen Gerechtigkeitsvorstellungen im gesellschaftlichen Diskurs erwächst.

  • Analyse der Einkommens- und Vermögensentwicklung in der Bundesrepublik
  • Konzeptionelle Auseinandersetzung mit Verteilungsgerechtigkeit
  • Historische Rekonstruktion der politischen Realisierung des Sozialstaats
  • Untersuchung der aktuellen Legitimationskrise und ihrer diskursiven Ursachen
  • Debatte um neue Gerechtigkeitsideale wie Leistungs-, Bedarfs- und Teilhabegerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Einkommen, Vermögen und soziale Polarisierung- eine Begriffsbestimmung

Wie in jeder empirisch fundierte Untersuchung, auch wenn sie nur auf andere Untersuchungen rekurriert, muss zunächst geklärt werden, was man unter Einkommen und Vermögen als solches versteht. Erst diese begriffliche Klarheit ermöglicht es zudem dann eine genauere Entwicklung dieser beiden Größen nachzeichnen zu können. Zudem muss noch bestimmt werden, was denn soziale Polarisierung meint.

Richard Hauser unterscheidet im Rahmen eines Beitrages zwischen mindestens sechs unterschiedlichen Vermögensbegriffen und beinahe noch einmal so vielen Einkommensbegriffen. Um sich hier nicht weiter in einer eher rein definitorischen Abhandlung zu verlieren seien hier nur einige Einkommens- und Vermögensbegriffe genannt. Zum genaueren Verständnis jedoch, lohnt ein Blick in die angegebene Literatur. (vgl. Hauser, Becker 2001; vgl. auch Becker, 2003) Einkommens- und Vermögensbegriffe unterscheiden sich hierbei meist hinsichtlich zweier Dimensionen. Zum einen in bezug auf das Verteilungsobjekt und zum anderen im Hinblick auf das Vereilungssubjekt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Proteste gegen die Hartz-IV-Reformen und führt in die wissenschaftliche Debatte um die Krise der bundesdeutschen Sozialstaatlichkeit ein.

2 Das Ende des deutschen Sozialstaatskonsenses?: Dieses Kapitel hinterfragt, ob soziale Polarisierung oder ein Legitimationsverlust des bisherigen Sozialstaatskonsenses die Ursache für aktuelle Verteilungskonflikte sind.

2.1 Einkommens- und Vermögensentwicklung in der Bundesrepublik: Es wird analysiert, ob eine zunehmende soziale Polarisierung statistisch belegbar ist oder ob eher stabile Ungleichheitsstrukturen vorliegen.

2.2 Verteilungsgerechtigkeit- eine konzeptionelle Betrachtung: Eine theoretische Auseinandersetzung mit Prinzipien wie Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit sowie deren Verankerung in der politischen Ordnung.

2.3 Verteilungsgerechtigkeit und ihre politische Realisierung in der BRD: Rekonstruktion der historischen Phasen der Sozialstaatsentwicklung von 1949 bis heute zur Offenlegung des zugrundeliegenden Werte- und Interessenskonsenses.

2.4 Die Rückkehr der Gerechtigkeitsfrage oder quo vadis Sozialstaat?: Untersuchung der aktuellen Diskurspositionen und der Entstehung neuer Gerechtigkeitsideale, die den traditionellen Sozialstaat legitimatorisch unter Druck setzen.

3 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These einer zweifachen Legitimationskrise und Reflexion über die Zukunft des Sozialstaates unter Bedingungen des globalen Wettbewerbs.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Verteilungsgerechtigkeit, Soziale Polarisierung, Legitimationskrise, Einkommensentwicklung, Vermögensverteilung, Leistungsprinzip, Bedarfsgerechtigkeit, Hartz IV, Arbeitsmarktpolitik, Sozialstaatskonsens, Gerechtigkeitsideale, Politische Soziologie, Bundesrepublik Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Krise des deutschen Sozialstaates, insbesondere mit Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz und die Legitimität seiner Strukturen nach den Hartz-IV-Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung von Einkommen und Vermögen, das Konzept der Verteilungsgerechtigkeit, die historische Entwicklung der bundesdeutschen Sozialpolitik und die Verschiebung diskursiver Gerechtigkeitsideale.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu belegen, dass die Krise des Sozialstaates nicht allein aus ökonomischer Polarisierung resultiert, sondern eine "zweifache" Legitimationskrise darstellt, die durch neue Gerechtigkeitsvorstellungen im Diskurs befeuert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die empirische Daten zur Einkommensentwicklung mit theoretischen Diskursanalysen und historischen Rekonstruktionen sozialstaatlicher Phasen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die empirischen Ungleichheitsstrukturen, diskutiert theoretische Grundlagen der Gerechtigkeit und arbeitet die verschiedenen historischen Phasen der Sozialstaatsentwicklung sowie die aktuellen Diskurspositionen heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Sozialstaat, Legitimationskrise, Verteilungsgerechtigkeit, soziale Polarisierung und Gerechtigkeitsideale.

Wie unterscheidet der Autor zwischen den Phasen des Sozialstaats?

Der Autor orientiert sich an Lutz Leisering und unterscheidet vier Phasen: die Konstitutionsphase (1949-1966), die Modernisierung (1966-1975), den Sozialstaat in Bedrängnis (1975-1995) und die Krise seit Mitte der 1990er Jahre.

Was bedeutet in diesem Kontext eine "zweifache" Legitimationskrise?

Die zweifache Krise besteht aus der Wahrnehmung zunehmender sozialer Polarisierung einerseits und der inhaltlichen Herausforderung des etablierten Sozialstaatskonsenses durch neue, konkurrierende Gerechtigkeitsideale andererseits.

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Details

Titel
Das Ende des deutschen Sozialstaatskonsenses?
Untertitel
Die "zweifache" Legitimationskrise bundesdeutscher Sozialstaatlichkeit
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Soziale Polarisierung
Note
1,3
Autor
Mathias Buhtz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V84590
ISBN (eBook)
9783638018043
ISBN (Buch)
9783638919326
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ende Sozialstaatskonsenses Soziale Polarisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mathias Buhtz (Autor:in), 2005, Das Ende des deutschen Sozialstaatskonsenses?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84590
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Leseprobe aus  22  Seiten
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