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Methodologischer Individualismus, soziologische Erklärung, Rational Choice, homo oeconomicus und gesellschaftliche Individualisierung

Title: Methodologischer Individualismus, soziologische Erklärung, Rational Choice, homo oeconomicus und gesellschaftliche Individualisierung

Presentation (Elaboration) , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Schultze (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Rational Choice matters. Die Verwendung von „Rational Choice“-Ansätzen spielt nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften, sondern auch zunehmend in der Soziologie und Politikwissenschaft eine immer größere Rolle. In den USA nehmen theoriebezogene Veröffentlichungen zur rationalen Wahl in den wichtigsten politikwissenschaftlichen Zeitschriften bereits einen Anteil von ca. 25 % ein (Vgl. Kunz/Druwe 1996: S. 7).

In dieser Verschriftlichung soll verdeutlicht werden, dass „Rational Choice“-Ansätze auf einer bestimmten Variante des Methodologischen Individualismus – unter Einbeziehung der objektiven Logik der Situation – basieren. Hierzu wird zunächst erklärt, was Methodologischer Individualismus ist, welche Varianten unterschieden werden können und wie demnach sozialwissenschaftliche Erklärungen auszusehen haben. „Rational Choice“-Ansätze sind dabei nur ein Teil im Konzept der soziologischen Erklärung und verdeutlichen die Selektion der Handlungsmöglichkeiten von Individuen. Die geläufigste Variante für diese Form der Selektion ist dabei das Verwenden des Verhaltensmodells des homo oecomomicus, welches einen bestimmten Begriff des Individuums impliziert. In einem zweiten Schritt soll das Verhältnis zwischen gesellschaftlicher Individualisierung und Methodologischem Individualismus bzw. soziologischer Erklärung charakterisiert werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodologischer Individualismus, soziologische Erklärung und Rational Choice

3. Das Modell des homo oeconomicus

3.1 Charakteristika des homo oeconomicus

3.2 Menschenbild oder Verhaltensmodell? Empirische Hypothese oder methodologische Fiktion?

3.3 Kritik am homo oeconomicus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die Anwendungsmöglichkeiten von "Rational Choice"-Ansätzen innerhalb der Soziologie. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern das Modell des methodologischen Individualismus sowie das Verhaltensmodell des homo oeconomicus als adäquate Instrumente zur Erklärung komplexer gesellschaftlicher Phänomene und des Prozesses der Individualisierung dienen können.

  • Grundlagen des methodologischen Individualismus und der soziologischen Erklärung
  • Struktur und Funktionsweise des homo oeconomicus Modells
  • Methodologische Debatte: Empirische Hypothese versus theoretische Fiktion
  • Kritische Analyse der Rational Choice-Theorie und ihrer Grenzen
  • Verhältnis von gesellschaftlicher Individualisierung zu individualistischen Analysemodellen

Auszug aus dem Buch

3.3 Kritik am homo oeconomicus

Es müssen mehrere Ebenen der Kritik unterschieden werden. Meistens richtet sich die Kritik an das klassische Konzept, dass den Menschen vollkommene Rationalität unterstellt. Dies wird als unrealistisch und lebensfern eingeschätzt. Eine Kritik daran folgte z.B. von Ralf Dahrendorf:

„Die Sozialwissenschaft hat uns bisher zwei neue, höchst problematische Menschen beschert, denen wir in der Wirklichkeit unserer Alltagserfahrung kaum je begegnen dürften. Der eine ist der viel umstrittene homo oeconomicus der neueren Wirtschaftswissenschaft, der Verbraucher, der vor jedem Einkauf Nutzen und Kosten sorgsam abwägt und Hunderte von Preisen vergleicht, bevor er seine Entscheidung trifft; der Unternehmer, der alle Märkte und Börsen in seinem Kopf vereinigt und sämtliche Entschlüsse an diesem Wissen orientiert, der vollständig informierte, durch und durch „rationale“ Mensch. Für unser naives Erleben ist dies eine seltsame Kreatur“ (Dahrendorf 1958: S. 178).

Aufgrund dieser augenscheinlichen Schwäche wurde das Rationalitätsprinzip aufgeweicht. In neueren Varianten des homo oeconomicus hingegen gibt es - durch die Auffassung eines unterschiedlichen methodologischen Status des Konzeptes - verschiedene Arten von Kritik. Wird das ökonomische Verhaltensmodell als methodologische Fiktion angesehen, lautet der Vorwurf, darauf aufbauende „Rational Choice“-Konzepte hätten keinen empirischen Gehalt, keinen Bezug zur Wirklichkeit und könnten damit nur als formales Konzept angesehen werden. Bei der Annahme einer empirischen Hypothese wird eingewendet, dass trotz der schwachen Rationalitätsannahme das Menschenbild weiterhin unrealistisch bleibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steigende Bedeutung von Rational Choice-Ansätzen in der Soziologie und Politikwissenschaft ein und skizziert das Ziel der Arbeit, deren theoretische Basis zu erläutern.

2. Methodologischer Individualismus, soziologische Erklärung und Rational Choice: Das Kapitel erläutert die Grundlagen sozialwissenschaftlicher Erklärungen von Makrophänomenen über die Mikroebene und diskutiert verschiedene Varianten des methodologischen Individualismus.

3. Das Modell des homo oeconomicus: Dieser Abschnitt analysiert die Charakteristika des Modells, die Debatte um seinen Status als Verhaltensmodell oder Menschenbild sowie die verschiedenen Ebenen der Kritik an diesem Konzept.

Schlüsselwörter

Methodologischer Individualismus, Rational Choice, homo oeconomicus, soziologische Erklärung, gesellschaftliche Individualisierung, Nutzenmaximierung, Situationslogik, Handlungsmodell, Wert-Erwartungstheorie, Mikro-Makro-Problem, Theorie des rationalen Handelns, Rationalitätsprinzip, Risiko, Entscheidungsspielraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die theoretische Verortung von "Rational Choice"-Ansätzen innerhalb der soziologischen Theorie, insbesondere in Verbindung mit dem methodologischen Individualismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Logik der soziologischen Erklärung, die Funktionsweise des homo oeconomicus als Verhaltensmodell und die Dynamiken gesellschaftlicher Individualisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rational Choice-Ansätze auf dem methodologischen Individualismus basieren und inwiefern sie geeignet sind, komplexes soziales Handeln zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Klassifikation soziologischer Erklärungsmodelle auf Basis von Autoren wie Hartmut Esser und Lars Udehn.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des methodologischen Individualismus, die tiefgehende Analyse des homo oeconomicus samt seiner Kritik sowie den Bezug zur gesellschaftlichen Individualisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie methodologischer Individualismus, homo oeconomicus, Nutzenmaximierung und Situationslogik charakterisiert.

Welche Kritikpunkte werden am homo oeconomicus geäußert?

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Annahme vollkommener Rationalität, den Mangel an Realitätsnähe und die Vernachlässigung psychologischer sowie sozialer Anreize.

Wie bewertet der Autor den methodologischen Individualismus?

Der Autor hinterfragt, ob dieser Ansatz eine universelle Methode für alle sozialen Phänomene darstellt, und warnt vor einer einseitigen Ablehnung anderer theoretischer Ansätze.

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Details

Title
Methodologischer Individualismus, soziologische Erklärung, Rational Choice, homo oeconomicus und gesellschaftliche Individualisierung
College
University of Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Course
Individualisierung
Grade
1,3
Author
Martin Schultze (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V84600
ISBN (eBook)
9783638010290
Language
German
Tags
Methodologischer Individualismus Erklärung Rational Choice Individualisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Schultze (Author), 2007, Methodologischer Individualismus, soziologische Erklärung, Rational Choice, homo oeconomicus und gesellschaftliche Individualisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84600
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