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Der donatistische Streit - Ursachen und Verlauf bis zum Tod Konstantius' II (361)

Title: Der donatistische Streit - Ursachen und Verlauf bis zum Tod Konstantius' II (361)

Term Paper , 2004 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anni Neumann (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Thematik des Donatistischen Streites war im 4. Jahrhundert nicht neu und ist auch in der Zeitgeschichte ein mehrfach aufgetretenes Problem.
Bereits nach der Verfolgung unter Decius im Anfang des 3. Jahrhunderts stellte man kritische Fragen an Amtsträger, die sich der Verfolgung entzogen oder den Göttern geopfert hatten. Direktes Ziel der Kritik war damals der Bischof Cyprian von Karthago. Dieser war der Verfolgung entgangen, in dem er auf sein entlegenes Landgut reiste und von dort aus versuchte die Gemeinde zu leiten.
Cyprian musste sich nach der Verfolgung vielen kritischen Fragen stellen, warf man ihm neben Feigheit doch auch Verantwortungslosigkeit vor. Er versuchte seine Stellung dadurch zu sichern, dass er angab, gerade die Verantwortung für die Gemeinde gebot ihm sich ihr zu erhalten und zu retten.
Nicht zuletzt wegen seiner eigenen Vergangenheit stimmte Cyprian deshalb dafür, dass eine Buße der „gefallenen“ Christen möglich sein müsse, allerdings sollte es strenge Prüfungen durch die „standhaften“ Amtsträger geben.
Neben dieser allgemeinen Problematik trat auch die Frage auf, ob die Sakramente, die von „gefallenen“ Amtsträgern oder Häretikern gespendet wurden, auch gültig seien. Auf einer Synode Mitte des 3. Jahrhunderts wurde die Taufe durch Häretiker für ungültig erklärt, da die Wirksamkeit der Sakramente an der moralischen Reinheit des Spendenden hinge.
Eine ähnliche Frage trat in Deutschland nach dem Dritten Reich auf, denn viele Christen fragten sich, ob eine Taufe durch Nazi-Pfarrern gültig sei oder nicht. Damals entschied die Kirchenleitung anders als im sogenannten „Ketzertaufstreit“ im 3. Jahrhundert: die Taufe durch dem Nationalsozialismus treue Pfarrer war gültig – solange die trinitarische Taufformel verwendet wurden war – denn die Wirksamkeit der Sakramente hinge nicht an dem direkt Spendenden, sondern an dem eigentlichen Spender – Jesus Christus.
Dieses Beispiel zeigt, die Relevanz, welche die Thematik des Donatistischen Streites hatte - und in Zeiten des moralischen Verfalls der Kirchen immer noch hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die Ursache des Donatistischen Streites

2. Der Verlauf des Donatistischen Streites

Nachwort

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Ursachen und den geschichtlichen Verlauf des donatistischen Streites von seinen Anfängen nach der Christenverfolgung unter Diokletian bis zum Tod von Konstantius II. im Jahr 361. Im Zentrum steht dabei die kirchengeschichtliche Frage nach der Gültigkeit von Sakramenten, die von als sündig oder „gefallen“ geltenden Amtsträgern vollzogen wurden.

  • Theologische Hintergründe und Ursprünge der donatistischen Bewegung.
  • Die Rolle von Bischof Mensurius und die Entstehung der Partei des Donatus.
  • Politischer und wirtschaftlicher Einfluss des Streites auf das Römische Reich.
  • Die kaiserlichen Eingriffe durch Konstantin den Großen (Konzil von Rom, Synode von Arles).
  • Die zeitgeschichtliche Relevanz der Streitfrage über die Reinheit der Kirche.

Auszug aus dem Buch

1. Die Ursache des Donatistischen Streites

Der Donatistische Streit nahm seinen Lauf nach der Christenverfolgung unter Diokletian, die in den Jahren zwischen 303 und 305 n. Chr. stattfand. Diese Verfolgung traf in ihrer gesamten Härte vor allem den Osten des Römischen Reiches. Diokletian forderte von den Amtsträgern der Kirche unter anderem die Abgabe der heiligen Schriften, da diese Texte aus seiner Sicht mitschuldig daran waren, dass die Christen an ihrem Glauben festhielten und sich weigerten „zur Religion ihrer Vorfahren“ zurückzukehren.

Obwohl die Verfolgung wesentlich mehr Menschen im Osten als im Westen betraf, kam es im Westen im nachhinein zu großen Problemen, denn anders als im Osten galt hier nicht nur das Opfer, sondern auch die Auslieferung der Texte als Abfall vom Glauben und damit als große Sünde. Einige Christen im Westen dachten darum auch, dass eine laxere Haltung suggerieren könnte, dass die „Märtyrer ihre Standhaftigkeit übertrieben hätten.“ Die Märtyrer hätten also ein Opfer – ihr Leben – gebracht, dass nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Ins Visier dieser Christen kam Mensurius, der Bischof von Karthago, der zwar keine heiligen Schriften abliefert hatte, aber „insoweit mit den Behörden zusammen[arbeitete], als er keinen öffentlichen Gottesdienst hielt“. Vor allem die strenggläubigen Christen in Numidien sahen Mensurius sehr kritisch. Allerdings akzeptierte Mensurius diese offene Kritik nicht, sondern kritisierte seine Gegner indem er sie „bloße Provokateure“ bezeichnete.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Autor erläutert die theologische Relevanz der Sakramentenfrage, die bereits im 3. Jahrhundert beim sogenannten „Ketzertaufstreit“ auftrat und die Integrität der Amtsträger in den Mittelpunkt stellte.

1. Die Ursache des Donatistischen Streites: Dieses Kapitel beschreibt die Eskalation nach der diokletianischen Christenverfolgung, bei der die Frage der „traditores“ (Schriftenauslieferer) zu einer Spaltung der Gemeinde in Karthago führte.

2. Der Verlauf des Donatistischen Streites: Der Fokus liegt auf dem Eingreifen Kaiser Konstantins, der aufgrund wirtschaftlicher und politischer Instabilität versuchte, das Schisma durch gerichtliche Instanzen wie das Konzil von Rom und die Synode von Arles zu beenden.

Nachwort: Eine reflektierende Zusammenfassung, die betont, dass die Wirksamkeit der Sakramente nach christlicher Auffassung nicht an der moralischen Perfektion des Spenders, sondern an Jesus Christus hängen muss.

Schlüsselwörter

Donatistischer Streit, Christentum, Christenverfolgung, Diokletian, Karthago, Sakramente, Traditor, Confessores, Konstantin der Große, Schisma, Kirchengeschichte, Bischof, Ketzertaufstreit, Theologie, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Ursprung und den zeitlichen Verlauf des donatistischen Schismas im 4. Jahrhundert nach Christus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die moralische Reinheit der Kirche, die Anerkennung von Sakramenten nach Verfolgungssituationen sowie die Rolle des Kaisertums in kirchlichen Streitfragen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen des Konfliktes zwischen den sogenannten „Traditoren“ und den „Confessores“ darzulegen und aufzuzeigen, wie dieser Streit den Zusammenhalt des Römischen Reiches gefährdete.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Arbeit nutzt eine kirchengeschichtliche Analyse auf Basis vorhandener Literatur und zeitgenössischer Quellen, um den theologischen Kern des Streits zu beleuchten.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Vordergrund?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung der Gegenpartei um Donatus in Karthago und den vergeblichen Versuchen Kaiser Konstantins, den Streit durch rechtliche Instanzen beizulegen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „traditor“, „Sakramentenlehre“, „Donatisten“, „Konzil von Rom“ und „Konstantinische Wende“ geprägt.

Warum war der Streit zwischen Donatisten und der offiziellen Kirche auch für den Kaiser ein Problem?

Der Streit drohte eine Spaltung des Reiches herbeizuführen und bedrohte zudem die wirtschaftliche Versorgung Roms mit Getreide und Öl aus Nordafrika.

Welche Rolle spielte die Frage nach der „Ketzertaufe“ für die Donatisten?

Da die Donatisten davon überzeugt waren, dass ein sündiger Priester den Heiligen Geist nicht weitergeben konnte, erklärten sie Sakramente dieser Geistlichen für ungültig und vollzogen bei Übertritten Neu-Taufen.

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Details

Title
Der donatistische Streit - Ursachen und Verlauf bis zum Tod Konstantius' II (361)
College
Martin Luther University
Grade
2,0
Author
Anni Neumann (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V84681
ISBN (eBook)
9783638009645
ISBN (Book)
9783638915007
Language
German
Tags
Streit Ursachen Verlauf Konstantius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anni Neumann (Author), 2004, Der donatistische Streit - Ursachen und Verlauf bis zum Tod Konstantius' II (361), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84681
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