Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Probleme der Sexualität bei Menschen mit Down Syndrom

Title: Probleme der Sexualität bei Menschen mit Down Syndrom

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Yvonne Schwerdtner (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen muss auch für Menschen mit Down-Syndrom Gültigkeit haben. Deshalb ist auch das Bedürfnis nach Sexualität von geistig behinderten Menschen zu fördern und zu unterstützen. Im Grundsatzprogramm der Bundesvereinigung Lebenshilfe für geistig Behinderte e. V. 1990 steht: "In der zwischenmenschlichen Beziehung ist Sexualität von großer Bedeutung für Werte wie Liebe, Nähe und Wärme, Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Erotik. Sie ist Ausdruck des Grundbedürfnisses, nicht allein sein zu wollen."

In diesem Zusammenhang gilt es nun zu Beginn festzustellen, dass sich das Bild eines Menschen mit Down-Syndrom nicht von dem einer nichtbehinderten Person unterscheidet. Für das sexuelle Verhalten ist diese Tatsache von großer Bedeutung, denn allein durch das Vorliegen einer Behinderung treten nicht automatisch auch behinderungsspezifische Veränderungen in allen menschlichen Funktionen auf. Viele Laien unterstellen dies aber gerade auf dem Gebiet der Sexualität, und sexuelle Verhaltensweisen bedürfen dann oft einer Rechtfertigung.
Aus diesem Grunde bekommen gerade Eltern und/oder Betreuer Probleme, wenn es darum geht, sich mit der Sexualität zwischen geistig behinderten Jugendlichen und Erwachsenen auseinander zu setzen und diese vor der Gesellschaft und sich selbst zu rechtfertigen.
Sicher machen sich Eltern und Betreuer Sorgen und Gedanken, wenn sexuelle Wünsche auftreten und gelebt werden wollen. Sicher können und werden hier auch Probleme entstehen,- nicht anders wie bei nicht behinderten heranwachsenden Menschen auch - aber niemand käme auf die Idee, möglicher Risiken wegen jede zwischenmenschliche Beziehung zu unterbinden. "Wer es bei geistig behinderten Menschen doch versucht, setzt auf ihre Wehrlosigkeit und totale Unmündigkeit, negiert aber ihre Wünsche als Geschlechtswesen und riskiert Lebensglück." ( O. SPECK 1985, zit. n. J. WALTER 1996, 21)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sexualität – ein Begriff im Wandel der Zeit

2.1 Sexualität und Behinderung – ein Tabuthema

3. Down-Syndrom – eine Begriffserklärung

4. Medizinische Aspekte

4.1 genitale Sexualität und Verhütung

5. Probleme der Eltern bei der Sexualerziehung von Jugendlichen mit Down-Syndrom

6. Probleme der Menschen mit Down-Syndrom mit und in ihrer Sexualität

6.1 Mögliche Arten der Hilfestellung in der Entwicklung von Menschen mit Down-Syndrom

7. Beratung von Menschen mit Down-Syndrom in Bezug auf ihre Sexualität

8. Schlussbemerkung

9. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Bedingungen der sexuellen Entwicklung von Menschen mit Down-Syndrom. Das primäre Ziel ist es, den Betroffenen, Eltern und Betreuern Wege aufzuzeigen, wie ein selbstbestimmtes Sexualleben ermöglicht und durch gezielte Erziehung sowie Beratung unterstützt werden kann.

  • Sexualität als wesentlicher Bestandteil der menschlichen Identität und Persönlichkeitsentwicklung
  • Die Auswirkungen gesellschaftlicher Tabus und Vorurteile auf die Sexualität von Menschen mit Down-Syndrom
  • Notwendigkeit einer frühzeitigen und konsequenten Sexualerziehung durch Fachkräfte und Eltern
  • Methoden der Beratung und Hilfestellung bei der persönlichen und sozialen Entwicklung

Auszug aus dem Buch

6.1 Mögliche Arten der Hilfestellung in der Entwicklung von Menschen mit Down-Syndrom

Im Bereich der sexuellen Entwicklung von Menschen mit Down-Syndrom ist es grundlegend, dass sie lernen, was es heißt, ein Mann bzw. eine Frau zu sein. Hierbei sind praktische Anweisungen aller Art (Hygiene, Kleidung etc.) sehr wichtig, dass sich ihre Männlichkeit bzw. Weiblichkeit entwickeln kann und sie sich derer bewußt werden.

Laut den Ausführungen von CAFFREY u.a. ist ein besonders dominanter Charakterzug von Erwachsenen die Einsamkeit. Fertigkeiten wie das schließen von Freundschaft und Beziehungen können dabei unterstützen, die Isolation und Einsamkeit im späteren Leben auszuschalten. Selbständige, freie Jugendliche und Erwachsene mit Down-Syndrom benötigen aber eine klare, deutliche und konsequente Sexualerziehung.

Diese Sexualerziehung sollte schon in der frühen Kindheit beginnen. Sie schließt auch mit ein, dass die Kinder beispielsweise lernen, Freundschaften zu schließen und zu pflegen, so dass sie später in der Lage sind, ihre Freizeit eigenständig zu gestalten und nicht den bereits erwähnten Charakterzug der Isolation anzunehmen. Nur so sind sie auch in der Lage, eine Paarbeziehung aufzubauen, da hierbei gewisse soziale Umgangsformen eine Voraussetzung bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung betont die Notwendigkeit, das Bedürfnis nach Sexualität bei Menschen mit Down-Syndrom als menschliches Grundbedürfnis anzuerkennen, das gesellschaftlich oft unterdrückt wird.

2. Sexualität – ein Begriff im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel erörtert die Komplexität des Sexualitätsbegriffs und die Schwierigkeit, diesen allgemeingültig zu definieren.

2.1 Sexualität und Behinderung – ein Tabuthema: Es wird analysiert, warum Sexualität bei Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft häufig tabuisiert oder als nicht existent betrachtet wird.

3. Down-Syndrom – eine Begriffserklärung: Dieses Kapitel liefert eine medizinische Definition der genetischen Ursachen des Down-Syndroms.

4. Medizinische Aspekte: Hier werden die körperliche Entwicklung und die biologischen Möglichkeiten der Fortpflanzung bei Menschen mit Down-Syndrom thematisiert.

4.1 genitale Sexualität und Verhütung: Es werden Methoden und Herausforderungen der Empfängnisverhütung sowie die Notwendigkeit der Aufklärung dargestellt.

5. Probleme der Eltern bei der Sexualerziehung von Jugendlichen mit Down-Syndrom: Dieses Kapitel beleuchtet die Ängste und Sorgen der Eltern bei der Sexualerziehung ihrer Kinder sowie den Schutz vor sexuellem Missbrauch.

6. Probleme der Menschen mit Down-Syndrom mit und in ihrer Sexualität: Die psychologische Herausforderung, sich in der Pubertät mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen, steht hier im Fokus.

6.1 Mögliche Arten der Hilfestellung in der Entwicklung von Menschen mit Down-Syndrom: Es werden praktische Konzepte der Sexualerziehung und der Förderung sozialer Kompetenzen vorgestellt.

7. Beratung von Menschen mit Down-Syndrom in Bezug auf ihre Sexualität: Dieses Kapitel listet Anlaufstellen und Beratungsmodelle für Betroffene und Angehörige auf.

8. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer für ein gesellschaftliches Umdenken, das jedem Menschen die Entfaltung seiner Persönlichkeit ermöglichen soll.

9. Literatur: Das Literaturverzeichnis führt die relevanten wissenschaftlichen Quellen und Dokumentationen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Down-Syndrom, Sexualität, Sexualerziehung, Behinderung, Persönlichkeitsentwicklung, Pubertät, Verhütung, Lebenshilfe, soziale Kompetenz, Selbstbestimmung, Integration, Partnerschaft, Beratung, Aufklärung, Intimsphäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den sexuellen Bedürfnissen von Menschen mit Down-Syndrom und den damit verbundenen Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die sexuelle Entwicklung, die erzieherische Begleitung durch Eltern, die medizinischen Aspekte sowie die Notwendigkeit von Beratung und Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass ein selbstbestimmtes Sexualleben auch für Menschen mit Down-Syndrom möglich ist, sofern sie die entsprechende Unterstützung und Aufklärung erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, um bestehende Fachmeinungen zu sexualpädagogischen Aufgaben und gesellschaftlichen Vorurteilen zusammenzufassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in medizinische Grundlagen, die spezifischen Erziehungsprobleme der Eltern, die Schwierigkeiten der Betroffenen während der Pubertät sowie praktische Beratungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Down-Syndrom, Sexualerziehung, Selbstbestimmung und soziale Integration charakterisieren.

Warum stellt Selbstbefriedigung ein spezielles Thema für Eltern dar?

Eltern sind oft mit der Frage konfrontiert, wie sie Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit vermitteln sollen, ohne das Bedürfnis der Heranwachsenden als "falsch" oder "beschämend" abzuwerten.

Welche Rolle spielt die Privatsphäre bei der Erziehung?

Die Wahrung der Privatsphäre ist essentiell, damit Menschen mit Down-Syndrom lernen, zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu unterscheiden und eigene soziale Grenzen zu ziehen.

Warum wird ProFamilia im Text als wichtige Instanz genannt?

ProFamilia bietet spezialisierte Informationsangebote für Eltern und Workshops für Jugendliche an, die bei der Bewältigung der spezifischen Probleme in der Pubertät unterstützen können.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Probleme der Sexualität bei Menschen mit Down Syndrom
College
University of Hannover  (FB Erziehungswissenschaften)
Course
Down Syndrom
Grade
sehr gut
Author
Yvonne Schwerdtner (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V8469
ISBN (eBook)
9783638154314
ISBN (Book)
9783638746359
Language
German
Tags
Down Syndrom Sexualität Trisomie 21
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Schwerdtner (Author), 2002, Probleme der Sexualität bei Menschen mit Down Syndrom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8469
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint