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Über "Unsichtbare Religion" von Thomas Luckmann

Título: Über "Unsichtbare Religion" von Thomas Luckmann

Trabajo , 2003 , 25 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Chise Onuki (Autor)

Sociología - Religión
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Die bisherige deutsche Religionssoziologie nach der Tradition von M. Weber und E. Durkheim hatte stillschweigend vorausgesetzt, Kirche und Religion seien identisch, und insofern war ihre Forschung eigentlich die Kirchensoziologie. Ihre wissenschaftliche Analyse erfolgte methodologisch dann, wenn sie organisiert und institutionalisiert sind. Die Forschung konzentrierte sich auf Pfarreien und Kirchengemeinden, und ihre Verwaltungsweise und Normen. Jedoch ist offensichtlich, daß diese kirchliche Religiosität nicht gleichzusetzen ist mit den wirklichen religiösen Bedürfnissen und Phänomenen der Individuen des heutigen Zeitalters. Das Christentum (als Religion) und die Kirche sind eher ein religiöses Phänomen bzw. eine soziale Form der Religion, die in der Gegenwart lediglich von einigen der vielen sozialen Teilgruppen vertreten wird. In Anbetracht dieses kritischen Gesichtspunktes stellte Luckmann fest, daß Forschungen, die sich lediglich mit diesem begnügen, alleine keine hinreichenden Antworten liefern können zu jenen Fragestellungen, die er für die sozialwissenschaftliche Forschung über das Verständnis der Beziehung zwischen dem einzelnen, der Religion und Gesellschaft im allgemein und über die Bedeutung der
Religion in der modernen Gesellschaft als erforderlich sieht. Diese wären:
• Welches sind allgemeine anthropologische Bedingungen für die Religion und für das, was als Religion institutionalisiert werden kann?
• Welche Realität hat die Religion als soziale Tatsache, bevor sie eine historische Form religiöser Institution annimmt?
• Welches sind dominierende Werte, die sich durch die gegenwärtige Kultur ziehen?
• Welche sozial-strukturelle Grundlage haben diese Werte?
• Welche Funktion erfüllen sie im Leben der Menschen?1

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

1.1. Ausgangspunkt der Luckmann´schen Theoriebildung

1.2. Biographie

II. Über die Bestimmung der Religion

2.1. Die anthropologische Bestimmung der Religion

2.2. Die sozialen Formen der Religion

2.3. Als Person in der modernen Gesellschaft

III. Problemstellungen der Theorie und Analysen

3.1. Religion – Über ihre Bedeutung und Funktion

3.2. Thematik der Transzendenz und Transzendenzerfahrung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Thomas Luckmanns religionssoziologischem Hauptwerk „Die unsichtbare Religion“ auseinander. Das primäre Ziel besteht darin, Luckmanns phänomenologische und funktionalistische Theorie der Religion zu erläutern, ihren anthropologischen Ausgangspunkt zu prüfen und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Verständnis von Religion, Gesellschaft und Identität in der Moderne zu analysieren.

  • Anthropologische Grundlagen und Begriffe der Transzendenzerfahrung
  • Die gesellschaftliche Konstruktion und Institutionalisierung von Religion
  • Der Wandel der Religion zur „unsichtbaren“ bzw. privatisierten Form in der modernen Industriegesellschaft
  • Kritische Auseinandersetzung mit der funktionalistischen Religionsdefinition und Debatten mit anderen Wissenschaftlern

Auszug aus dem Buch

2.1. Die anthropologische Bestimmung der Religion

Das Individuum lebt zusammen mit anderen Individuen, d.h. sein soziales Leben wird (langsam) in Face-to-Face-Situationen und -Kommunikationen durch Handlungen in Erlebnissen und Erfahrungen herausgebildet. Laut der Theorie über die Bewußtseins und Identitätsbildung einer Person von Ch. H. Cooley und G. H. Mead erfährt der einzelne das, was er ist, durch die Reaktionen des sozialen Gegenüber auf sein Handeln wie in einem Spiegel. Dies geschieht prozessual in einer Folge, genauer: im sich stets bildenden und umbildenden Bewußtsein entsteht indessen das Moment der Zeitlichkeit mit wechselseitigen Verhältnissen von Vorher und Nachher bei der Konstitution der Identität. Die zeitliche Abfolge geschieht durch eine Auswahl der Erinnerungen der verschiedenen, ständig beobachteten Akte in einer Kommunikation, die je nach der Gedächtniswürdigkeit erfolgt, wobei auch gleichzeitig subjektive, ungeschehene und zukunfterblickende Vorstellungen des Bewußtseins entsprechend der Kommunikationsbildung eine Rolle spielen.

Das Selbst eines einzelnen wird in dieser Weise in Momenten seiner Biographie von seiner sozialen Umgebung dergestalt beeinflußt, daß sie ihn sowohl seine Vergangenheit als auch Zukunft mitbestimmt. Dieser Ablauf kommt in einem gewissen Horizont innerhalb eines sozialen Bezugsrahmens vor und hängt mit seinen Regelungen zusammen. Individuelle Handlungen sind zugleich eine Reaktion mit Regelungen auf erfahrene Geschehnisse, die mit Vorhersehbarkeit und Intention getrieben werden.

Dabei ergibt sich der Sinn seines Tuns aus diesem Zusammenhang der Akte und des Lebens innerhalb des Bezugsrahmens. Weil dieser Sinnzusammenhang im oben erwähnten Verhältnis zustande kommt, wo Regelungen und Ordnungen schon vorhanden sind, werden sie aus sozialen Deutungszusammenhängen als eine von diesen mitgeprägten Bedeutung dem Individuum gegeben, auch wenn man als ein Akteur an diesem Bezugsrahmen mitwirken kann. Das passiert in seinem inneren Prozeß, Gedankengänge und Handlungswünsche beurteilend, durch individuelle Erfahrungen Handlungen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Dieses Kapitel verortet Luckmanns Ansatz innerhalb der Religionssoziologie, kritisiert die einseitige kirchensoziologische Perspektive und stellt die zentrale Fragestellung nach der Beziehung zwischen Individuum, Religion und Gesellschaft vor.

II. Über die Bestimmung der Religion: Hier werden die anthropologischen Grundlagen der Transzendenzerfahrung dargelegt sowie die historische Entwicklung religiöser Sozialformen von archaischen Gesellschaften über Hochkulturen bis hin zur modernen, säkularisierten Industriegesellschaft analysiert.

III. Problemstellungen der Theorie und Analysen: Dieses Kapitel widmet sich der kritischen Debatte um Luckmanns funktionalistische Definition, untersucht die inhaltliche Inkompatibilität zwischen soziologischer Religionserklärung und theologischer Sichtweise und vertieft die Problematik der Transzendenzerfahrung.

Schlüsselwörter

Thomas Luckmann, Religionssoziologie, Unsichtbare Religion, Transzendenzerfahrung, Gesellschaftliche Konstruktion, Identitätsbildung, Privatisierung, Säkularisierung, Heiliger Kosmos, Funktionalismus, Sinnstiftung, Moderne Industriegesellschaft, Anthropologie, Symbolische Universa, Weltanschauung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die religionssoziologische Theorie von Thomas Luckmann, insbesondere sein Konzept der „unsichtbaren Religion“ und dessen Bedeutung für die moderne Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die anthropologische Bestimmung der Religion, die Entwicklung sozialer Formen der Religion, die Privatisierung religiöser Inhalte und der Zusammenhang zwischen individueller Identität und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Luckmanns theoretisches Konzept gründlich zu erläutern, seinen Religionsbegriff präziser zu fassen und eine kritische Auseinandersetzung mit seinem funktionalistischen Ansatz im Lichte anthropologischer Erkenntnisse zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine phänomenologische und theoretisch-analytische Herangehensweise, um Luckmanns Konzepte sowie die darauf bezogene wissenschaftliche Kritik darzustellen und zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine anthropologische Fundierung der Religiosität, eine Analyse historischer gesellschaftlicher Formen der Religion bis hin zur modernen Industriegesellschaft sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der funktionalistischen Religionsdefinition.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Transzendenzerfahrung, Privatisierung, Heiliger Kosmos, soziale Konstruktion der Wirklichkeit und Sinnstiftung.

Wie unterscheidet Luckmann zwischen archaischen Gesellschaften und modernen Industriegesellschaften?

In archaischen Gesellschaften ist Religion umfassend mit dem Alltag verwoben, während sie in der modernen Gesellschaft funktional ausdifferenziert und in den privaten Bereich des Individuums zurückgezogen („privatisiert“) ist.

Welche Kritik äußert Robert Spaemann an Luckmanns Ansatz?

Spaemann kritisiert die Inkompatibilität zwischen der funktionalistischen Religionssoziologie, die den Wert der Religion auf eine bloße Funktion reduziert, und dem Selbstverständnis der Religion, die einen absoluten, unantastbaren Kernbereich beansprucht.

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Detalles

Título
Über "Unsichtbare Religion" von Thomas Luckmann
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Chise Onuki (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
25
No. de catálogo
V84703
ISBN (Ebook)
9783638009805
Idioma
Alemán
Etiqueta
Unsichtbare Religion Thomas Luckmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Chise Onuki (Autor), 2003, Über "Unsichtbare Religion" von Thomas Luckmann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84703
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