Zu: J. H. Pestalozzi - Die Erziehung zur Sittlichkeit


Seminararbeit, 2007
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Pestalozzis Anthropologie

3 Pestalozzis Methode
3.1 Die Erziehung zur Sittlichkeit
3.2 Drei Phasen der sittlichen Erziehung

4 Anwendung der Methode in der heutigen Zeit

5 Literatur

1 Einleitung

Die Biographie des Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) ist durchzogen von Brüchen, Fehlschlägen, von stetigem Neuanfang und dem Festhalten an gesteckten Zielen. Die von ihm errichteten Waisenhäuser waren stets dem finanziellen Bankrott ausgesetzt oder mußten aufgrund politischer Turbulenzen geschlossen werden.

Ebenso war seine pädagogische Arbeit nicht frei von Widersprüchen, seine Methode blieb unvollendet und brachte in ihrer Anwendung oft nicht den gewünschten Erfolg mit sich.[1] Und dennoch gilt Pestalozzi als Klassiker der Pädagogik. Er verdankt diesen Status wohl weniger der Rezeption seiner Methoden in der heutigen Pädagogik, als dem Ideal, welches ebendiese Methoden begleitet. Pestalozzi „hat für die Sache einer besseren, gerechteren Welt gekämpft, Niederlagen einstecken müssen [...] und er ist aufgestanden, hat weitergekämpft, um sein Ziel und das Ziel der Menschlichkeit nicht aus dem Auge zu verlieren“[2]. Seine Idee gilt als bahnbrechend und wegweisend für die Pädagogik der damaligen Zeit. Er legte den Grundstein für eine ständeunabhängige Elementarbildung.

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der von Pestalozzi aufgestellten pädagogischen Methode auseinandersetzen. Da sich Pestalozzis pädagogische Idee aus seiner Anthropologie entwickelt und nur aus ihr verstanden werden kann, ist eine Hinleitung zum Kernthema auf diesem Wege vorgesehen.

Der Darstellung Pestalozzis Idee einer „sittlichen Erziehung“ wird der Versuch folgen, Pestalozzis Methode in die heutige Zeit zu übertragen. Hierbei fokussiert sich das Interesse vornehmlich darauf, ob eine „Erziehung zur Sittlichkeit“ im Kontext des heutigen Erziehungswesens überhaupt möglich oder sogar sinnvoll sein kann.

2 Pestalozzis Anthropologie

Im Jahre 1797, gegen Ende der Französischen Revolution und durchaus als Reaktion auf diese anzusehen, erscheint Pestalozzis philosophisches Werk „Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts“.[3]

Pestalozzi unterscheidet darin drei Zustände des Menschen. Im „Naturzustand“[4], als „reines Kind seines Instinktes“[5], wird der Mensch gänzlich durch seine unbewußten Triebe bestimmt und geleitet. Er befindet sich in einem „tierischen“ oder „sinnlichen“ Zustand und ist in der Lage, all seine Bedürfnisse zu stillen. Es herrscht somit ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen Bedürfnissen und deren Befriedigung.

Diesen „Naturzustand“ verläßt der Mensch mit seinem Eintritt in die Gesellschaft. Im „gesellschaftlichen Zustand“ sieht sich der Mensch einem inneren Spannungsverhältnis ausgesetzt. Seine Instinkte werden überschattet vom Bewußtsein seiner Bedürfnisse und dem Willen, diese zu befriedigen. Es entsteht eine Polarität zwischen dem Drang der Triebbefriedigung und dem Bewußtsein der Eingrenzung dieser durch gesellschaftliche Konventionen, wie Gesetze, Regeln und Pflichten.[6] Der Mensch ist nunmehr weniger „Werk der Natur“[7], als „Werk der Gesellschaft“[8].

Ziel der („sittlichen“) Erziehung ist es nach Pestalozzi, den Menschen zum „Werk seiner selbst“[9] werden zu lassen. Der Mensch soll Maß halten. Er soll sich seiner Bedürfnisse bewußt sein, sich dabei jedoch selbst Grenzen setzen und sich im sozialen Gefüge selbstreflektiert und verantwortungsbewußt bewegen lernen.

Die drei Zustände des Menschen sind keineswegs statisch. Ebenso falsch wäre es, sie als voneinander abgegrenzte Abschnitte des menschlichen Lebens zu betrachten. Zwar haftet den Zuständen eine Prozeßhaftigkeit an, doch gleichsam existieren sie nebeneinander und begleiten den Menschen in unterschiedlicher Ausprägung durch sein gesamtes Leben.[10]

3 Pestalozzis Methode

Pestalozzis Ziel war es, Kindern aus schwierigen ökonomischen Verhältnissen durch eine angemessene Elementarbildung, zu einem „sittlichen“, d.h. anständigen und würdevollen Leben zu verhelfen.

Die Basis für Pestalozzis „Methode“ bilden fundamentale Grundsätze der Pädagogik, wie Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen dem Pädagogen und seinem „Zögling“, einer Hinführung zu „sittlichem Handeln“ und letztendlich der Reflexionsarbeit. Nach Petra Korte weist Pestalozzis Methode „zwei Dimensionen“[11] auf: zum einen handelt es sich um unterrichtspraktische Verfahren, zum anderen um das Ideal einer „umfassenden Menschenbildung“[12].

[...]


[1] vgl. Tenorth, Heinz-Elmar (Hrsg.): Klassiker der Pädagogik, Bd. 1, München 2003, S. 115.

[2] ebenda, S. 18.

[3] Tenorth, S. 110.

[4] Pestalozzi, J.H.: Sämtliche Werke, Berlin/Leipzig/Zürich 1927 - 1979, Bd. 12, S. 68.

[5] ebenda.

[6] vgl. Hebenstreit, Sigurd: Johann Heinrich Pestalozzi, Freiburg 1996, S. 91.

[7] ebenda.

[8] ebenda, S. 76.

[9] ebenda, S. 123.

[10] vgl. Hebenstreit, S. 89.

[11] Korte, Petra: Selbstkraft oder Pestalozzis Methode, in: Daniel Tröhler u.a. (Hrsg.): Der historische Kontext zu Pestalozzis „Methode“, Bern/Stuttgart/Wien 2002, S. 33.

[12] ebenda.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Zu: J. H. Pestalozzi - Die Erziehung zur Sittlichkeit
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Klassiker der Pädagogik
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V84716
ISBN (eBook)
9783638015288
ISBN (Buch)
9783656535232
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pestalozzi, Erziehung, Sittlichkeit, Klassiker, Pädagogik
Arbeit zitieren
Iwa Juschak (Autor), 2007, Zu: J. H. Pestalozzi - Die Erziehung zur Sittlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84716

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