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Zum Verschuldungsproblem der Entwicklungsländer

Title: Zum Verschuldungsproblem der Entwicklungsländer

Term Paper , 2000 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Chise Onuki (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Den Anlaß für mein starkes Interesse an dem Verschuldungsproblem der Entwicklungsländer (EL) bildete mein zufälliger Besuch einer kleinen Ausstellung der Pekinger Weltfrauenkonferenz im September 1995. Dort wurde u.a. über die Zuteilung von Geldmitteln für Entwicklungsprogramme in bezug auf die weltweit wachsende Armut der Frauen diskutiert, proklamiert wurden jedoch lediglich Umschichtungen zugunsten von Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. Eva Rose, die Autorin eines von mir in der Ausstellung aufgefundenen Dokumentationsheftes zur Konferenz, dagegen machte darauf aufmerksam, daß eine der wichtigsten Ursachen der Entwicklungshindernisse für Frauen und für die Ausbeutung von Frauenarbeit, nämlich das Verschuldungsproblem / die Verschuldungskrise und die dadurch verursachte Armut der EL, bei der Debatte über die wirtschaftlichen Strukturanpassungs-maßnahmen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Weltbank übersehen wurde. Sie schilderte in ihrem Text zwar die konkrete Lage des
Verschuldungsproblems der EL nicht, führte aber an, daß die wirtschafts-politisch neoliberalen Strukturanpassungsprogramme aus Angst der Industrieländer (IL) davor, daß die internationale Wirtschaftsstruktur durch die Zahlungsunfähigkeit der EL gefährdet werden würde, zugunsten der IL eingeführt wurden und in deren Rahmen unhumanistische Weltmarktfabriken zu blühen begannen. Diese Maßnahmen liegen eindeutig im Interesse der westlichen IL. So schilderte Eva Rose die Situation der sehr jungen Frauen, konkret gesagt der Mädchen im schulpflichtigen Alter, wie sie durcharbeiten müssen und unter einer strikten Kontrolle stehen, die sogar gebietet, „wann und wie lange sie zur Toilette gehen dürfen“ ( Rose 1997 : 30 ). Mehrere Todesfälle von Arbeiterinnen in Weltmarktfabriken sind bekannt geworden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Struktur und Umfang der Auslandsschulden der Entwicklungsländer

2.1 Begriff

2.2 Struktur und Umfang der Verschuldung

3 Verschuldung als Entwicklungshemmnis

4 Verschuldungsprobleme und die Ursachen des Anstiegs der Verschuldungskrise

4.1 Interne Ursachen der Auslandsschulden der EL

4.2 Historischer Verlauf und Ursachen der Verschuldungskrise auf der internationalen Ebene

5 Fortsetzung der Problematik und die Rolle der IL bzw. Banken

6 Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Verschuldungsproblem der Entwicklungsländer und dessen Rolle als Entwicklungshemmnis sowie als Ursache für die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Dabei steht die kritische Analyse der ökonomischen und politischen Einflussfaktoren durch Industrieländer und internationale Banken im Fokus, wobei Lösungsansätze explizit ausgeklammert werden.

  • Strukturelle Analyse der Auslandsschulden und deren Gläubigergruppen
  • Zusammenhang zwischen hoher Verschuldung und gehemmter wirtschaftlicher Entwicklung
  • Interne sowie internationale Ursachen für den Anstieg der Verschuldungskrise
  • Die Rolle der westlichen Industrieländer und Großbanken im globalen Kreditsystem

Auszug aus dem Buch

4.2 Historischer Verlauf und Ursachen der Verschuldungskrise auf der internationalen Ebene

Die Verschuldungskrise begann mit dem Ölpreisboom im Jahre 1973. Die ölexportierenden Länder bekamen dadurch so viel Geld, daß sie in den Privatbanken der USA, Japans und Europas deponierten. Da die Banken dafür Zinsen zahlen müssen, suchten sie potentielle Kreditkunden. Durch den zweiten Ölpreisschock von 1978 gerieten die IL zu Beginn der 80er Jahre noch dazu in eine weltweite Rezession. Die Ungleichgewichte der Wirtschaftskräfte der Länder erreichten ein weit größeres Ausmaß als während der 1. Ölpreiskrise, die den höheren Leistungsbilanzdefiziten bei den ölimportierenden Ländern zugrunde lagen. Während die IL wegen des Importsoges der Überschußländer als Anpassungsmaßnahme an die Leistungsbilanzungleichgewichte ihre Exporte steigern konnten, profitierten die EL nur indirekt über die Impulse in den IL. Für die EL stiegen die Preise für die Einfuhr von Industriegütern infolge des Ölpreisschocks an, wohingegen die Preise der Ausfuhrgüter ( Rohstoffe ) infolge der Rezession sanken. Zudem waren sie aufgrund ihrer inländischen Rohölnachfrage nur begrenzt in der Lage, ihre Öleinfuhren zu reduzieren.

Desweiteren bestanden deutliche Unterschiede in der Ausrichtung der Wirtschaftspolitik zwischen Lateinamerika und den IL. Die lateinamerikanischen Länder verfolgten erst eine stark expansive Geldpolitik, so daß die jährliche Zunahme der Geldmengen bis 1976 auf über 50% stieg, während die Staatsausgaben unverändert blieben (Cornehl 1991: 58ff). Im Vergleich dazu war die Fiskalpolitik der IL zunächst restriktiv ausgerichtet, und wirkte so auf die wirtschaftliche Entwicklung. In Lateinamerika wurde als Folge der Politik das Binnennachfrageniveau aufrechterhalten, ihre Exporte nahmen infolge der niedrigen Wachstumsrate in den IL und ihrer restriktiven Politik ab. Preisverfall folgte. Infolgedessen verschlechterten sich die `Terms of Trade´ der lateinamerikanischen Länder drastisch. Die IL reagierten mit Protektionismus auf die Rezession, was sich nur `stabile´, sich in einer wesentlich besseren Situation befindende Länder leisten können. Das Resultat: Die Leistungsbilanzdefizite in Lateinamerika vergrößerten sich stark. Ihre außenwirtschaftliche Anpassungslast wurde dadurch erhöht, so daß es zur Verschuldungskrise kam.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation dar, die durch die Verbindung von Frauenarmut und der Verschuldung von Entwicklungsländern geprägt ist, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2 Struktur und Umfang der Auslandsschulden der Entwicklungsländer: Es werden grundlegende Begriffe der Staatsverschuldung erläutert und die verschiedenen Gläubigertypen sowie die Entwicklung des Schuldenstandes analysiert.

3 Verschuldung als Entwicklungshemmnis: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Zusammenhänge zwischen Kreditaufnahme, Transformationsproblemen und daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Binnenwirtschaft und öffentliche Infrastruktur.

4 Verschuldungsprobleme und die Ursachen des Anstiegs der Verschuldungskrise: Die Untersuchung befasst sich mit internen Faktoren der Schuldnerländer und dem historischen internationalen Kontext, der die Krise begünstigte.

5 Fortsetzung der Problematik und die Rolle der IL bzw. Banken: Hierbei wird die Rolle der Industrieländer und global agierender Banken bei der Aufrechterhaltung und Verschärfung des Schuldenproblems kritisch hinterfragt.

6 Schlußbetrachtung: Es wird festgehalten, dass sowohl öffentliche als auch private Akteure der Industrieländer maßgeblich zur Misere beigetragen haben, wobei die Zukunftsperspektive im Kontext neuer Technologien kooperative internationale Lösungsansätze fordert.

Schlüsselwörter

Auslandsschulden, Entwicklungsländer, Verschuldungskrise, Schuldendienst, IWF, Weltbank, Strukturanpassung, Kapitalflucht, Rohstoffpreise, Industrieländer, Weltmarktfabriken, Leistungsbilanzdefizit, Transformationsproblem, Schuldendienstrelation, Globalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Problem der Auslandsverschuldung von Entwicklungsländern und der daraus resultierenden Verschuldungskrise.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Schuldentypen, den Ursachen der Verschuldung, den negativen Auswirkungen auf die Entwicklung sowie der Rolle westlicher Banken und Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Mechanismus des "Ausbeutungsmoments" innerhalb der Verschuldungsthematik zu beleuchten und aufzuzeigen, wie hohe Schulden als Entwicklungshemmnis fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse von Fachliteratur sowie Dokumentationen, um die ökonomischen und politischen Zusammenhänge der Verschuldungskrise darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die theoretische Darstellung der Verschuldung als Hemmnis, die Untersuchung interner und externer Ursachen der Krise sowie eine kritische Betrachtung des Verhaltens der Industrieländer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Auslandsschulden, Verschuldungskrise, IWF, Weltbank, Schuldendienst, Industrieländer und strukturelle Anpassung.

Welchen Einfluss hatte der Ölpreisboom auf die Verschuldung der Entwicklungsländer?

Der Ölpreisboom von 1973 führte zu einer Ansammlung von Kapital bei privaten Banken in den Industrieländern, die dieses Kapital in Form von Krediten an Entwicklungsländer weitergaben, was den Grundstein für die spätere Krise legte.

Warum wird die Rolle der "Money Center Banks" besonders hervorgehoben?

Sie werden thematisiert, weil diese Banken durch den Kauf von Geld auf dem Euro-Dollar-Markt eine neue, risikoreichere Form der Kreditvergabe praktizierten, die wesentlich zur Verschärfung der Krise beitrug.

Welche Rolle spielt die Politik der USA in den 80er Jahren für die Verschuldung?

Die Zinspolitik und die neoliberale Ausrichtung unter Reagan wirkten als Verstärker der Krise, da durch steigende Zinsen der Kapitalabfluss aus Entwicklungsländern in die USA forciert wurde.

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Details

Title
Zum Verschuldungsproblem der Entwicklungsländer
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Chise Onuki (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V84734
ISBN (eBook)
9783638010382
Language
German
Tags
Verschuldungsproblem Entwicklungsländer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chise Onuki (Author), 2000, Zum Verschuldungsproblem der Entwicklungsländer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84734
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