Veränderte Tätigkeitsmerkmale führen in unserer Gesellschaft zunehmend zu erhöhten Sehanforderungen. Aus den unterschiedlichsten soziokulturell bedingten Erfordernissen resultiert heute eine extreme Beanspruchung des visuellen Systems. Das Sehen ist für den Menschen sicherlich der wichtigste Organisator der Wahrnehmung, nahezu 80 % aller Reize laufen über den visuellen Kanal. Diese Tendenz ist in unserem multimedialen Zeitalter steigend, denn man geht von einer quantitativen Zunahme der visuellen Informationen in den letzten hundert Jahren um das 700-fache aus. Wenn also bereits nichtsehbehinderte Menschen in ihrem Alltag unter einer verstärkten physischen, psychischen und umweltbedingten Belastung des visuellen Systems leiden, muss man sich erst recht die Frage stellen, welche erhöhten objektiven Erfordernisse heutzutage an einen Menschen mit Sehbehinderung gestellt werden?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1 Pädagogische Aspekte
- 1.1 Die Aufgabe der Sehgeschädigtenpädagogik hinsichtlich technischer Rehabilitationshilfen
- 1.2 Elektronische Hilfen für Sehbehinderte als optisch-physiologische Kompensationsmaßnahmen
- 1.3 Visuelle Wahrnehmung
- 1.3.1 Der visuelle Wahrnehmungsprozess bei unbeeinträchtigten Sehfunktionen und bei Sehbehinderung
- 1.3.2 Ableitungen für die Notwendigkeit einer elektronischen Low-Vision-Brille
- 1.4 Grundlegende Aspekte von Sehschädigung
- 2 Optometrische, medizinische und funktionale Aspekte - Sechs Sehfunktionsstörungen
- 2.1 Verminderte Sehschärfe
- 2.1.1 Über die Sehschärfe
- 2.1.2 Ophthalmologische Faktoren
- 2.1.3 Funktionale Auswirkungen
- 2.1.4 Sehschärfeparameter
- 2.2 Eingeschränktes Gesichtsfeld
- 2.2.1 Über das Gesichtsfeld
- 2.2.2 Ophthalmologische Faktoren
- 2.2.3 Funktionale Auswirkungen
- 2.2.4 Gesichtsfeldparameter
- 2.3 Verminderte Kontrastempfindlichkeit
- 2.3.1 Über den Kontrast und die Kontrastempfindlichkeit
- 2.3.2 Ophthalmologische Faktoren
- 2.3.3 Funktionale Auswirkungen
- 2.3.4 Kontrastparameter
- 2.4 Farbsinnstörung
- 2.4.1 Über Störungen des Farbsinns
- 2.4.2 Ophthalmologische Faktoren
- 2.4.3 Funktionale Auswirkungen
- 2.4.4 Parameter des Farbsinns
- 2.5 Erhöhte Lichtbedürftigkeit
- 2.5.1 Über das Licht und die Lichtbedürftigkeit
- 2.5.2 Ophthalmologische Faktoren
- 2.5.3 Funktionale Auswirkungen
- 2.5.4 Beleuchtungsparameter bei Lichtbedürftigkeit
- 2.6 Blendungsempfindlichkeit
- 2.6.1 Über die Blendung
- 2.6.2 Ophthalmologische Faktoren
- 2.6.3 Funktionale Auswirkungen
- 2.6.4 Beleuchtungsparameter bei Blendung
- 2.7 Anmerkungen zu psycho-visuellen Phänomenen
- 2.1 Verminderte Sehschärfe
- 3 Technische Aspekte
- 3.1 Simulationen von Sehbehinderung als Voraussetzung für die Entwicklung einer elektronischen Brille
- 3.2 Mögliche Funktionsweisen der geplanten Low-Vision-Brille
- 3.3 Bereits existierende Elektronikbrillen
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung einer elektronischen Low-Vision-Brille für Menschen mit Sehbehinderung. Ziel ist es, die Funktionsweise dieser Brille aus pädagogischer, opto-medizinischer und technischer Perspektive zu beleuchten und die Bedeutung der Parameter von Sehfunktionsstörungen in diesem Zusammenhang zu analysieren.
- Bedeutung von Sehfunktionsstörungen für Menschen mit Sehbehinderung
- Entwicklung einer elektronischen Low-Vision-Brille als Kompensationshilfe
- Pädagogische, opto-medizinische und technische Aspekte der Brillenentwicklung
- Simulation von Sehbehinderung als Voraussetzung für die Entwicklung der Brille
- Analyse bestehender Elektronikbrillen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Sehbehinderung und die Notwendigkeit von Kompensationshilfen ein. Sie erläutert die Bedeutung des Sehens für den Menschen und die gestiegenen visuellen Anforderungen in der heutigen Gesellschaft.
- Kapitel 1: Pädagogische Aspekte: Dieses Kapitel behandelt die Rolle der Sehgeschädigtenpädagogik bei der Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderung. Es analysiert die Einsatzmöglichkeiten elektronischer Hilfen als optisch-physiologische Kompensationsmaßnahmen und beleuchtet den Prozess der visuellen Wahrnehmung bei unbeeinträchtigten und sehbehinderten Menschen.
- Kapitel 2: Optometrische, medizinische und funktionale Aspekte - Sechs Sehfunktionsstörungen: In diesem Kapitel werden sechs verschiedene Sehfunktionsstörungen detailliert analysiert, darunter verminderte Sehschärfe, eingeschränktes Gesichtsfeld, verminderte Kontrastempfindlichkeit, Farbsinnstörung, erhöhte Lichtbedürftigkeit und Blendungsempfindlichkeit. Für jede Störung werden die ophthalmologischen Faktoren, funktionale Auswirkungen und relevante Parameter erläutert.
- Kapitel 3: Technische Aspekte: Dieses Kapitel befasst sich mit den technischen Aspekten der Brillenentwicklung. Es beschreibt Simulationen von Sehbehinderung als Voraussetzung für die Entwicklung der Brille und erläutert mögliche Funktionsweisen der geplanten Low-Vision-Brille. Außerdem werden bereits existierende Elektronikbrillen betrachtet.
Schlüsselwörter
Sehbehinderung, Low-Vision-Brille, Sehfunktionsstörungen, visuelle Wahrnehmung, Kompensationshilfen, Optometrie, Medizin, Technik, Simulation, Elektronikbrillen, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Low-Vision-Brille?
Eine elektronische Sehhilfe, die Sehfunktionsstörungen durch optisch-physiologische Kompensation ausgleicht, um die visuelle Wahrnehmung zu verbessern.
Welche Sehfunktionsstörungen werden in der Arbeit analysiert?
Analysiert werden verminderte Sehschärfe, Gesichtsfeldeinschränkungen, Kontrastempfindlichkeit, Farbsinnstörungen, Lichtbedürftigkeit und Blendungsempfindlichkeit.
Warum ist Kontrastempfindlichkeit für Sehbehinderte so wichtig?
Oft ist nicht die Sehschärfe das Hauptproblem, sondern die Unfähigkeit, Objekte vor ihrem Hintergrund zu unterscheiden, was durch elektronische Brillen verstärkt werden kann.
Welche Rolle spielt die Sehgeschädigtenpädagogik?
Sie untersucht, wie technische Rehabilitationshilfen pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden können, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.
Wie helfen Simulationen bei der Entwicklung von Sehhilfen?
Simulationen erlauben es Entwicklern, die funktionalen Auswirkungen von Augenerkrankungen zu verstehen und die Brillenparameter optimal darauf abzustimmen.
- Arbeit zitieren
- Thomas Schumacher (Autor:in), 2004, Zur Bedeutung der Parameter von Sehfunktionsstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84743