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Das Sündenbock-Phänomen

Title: Das Sündenbock-Phänomen

Seminar Paper , 2000 , 24 Pages , Grade: keine Benotung (Scheinerwerb)

Autor:in: Tanja Zielewski (Author)

Psychology - Social Psychology
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Der Ursprung des Ausdrucks "Sündenbock" liegt in einem alten Hebräischen Ritual. Einmal im Jahr wurde ein Ziegenbock ausgewählt, auf dessen Haupt symbolisch die Sünden und die Sorgen der Menschen abgeladen wurden. Anschließend wurde der Bock in die Wüste gejagt. Dadurch wurden die Menschen, zumindest eine Zeitlang, von ihren aufgestauten Versagens- und Schuldgefühlen erlöst.
Im Laufe der Geschichte und auch heute noch, ist eine menschliche Tendenz zu erkennen, anderen Personen oder Objekten, die Schuld für eigene Mißgeschicke oder Vergehen "aufzuladen". Besonders bei wirtschaftlichen Mißständen, "in schlechten Zeiten" o.ä., werden die Beweggründe einen Sündenbock zu suchen verstärkt und die Jagt auf Sündenböcke nimmt zu. Als geschichtliche Beispiele seien hier die Judenverfolgung in Deutschland, die Hexenjagd im Mittelalter oder die Verfolgung der "Neger" durch den Ku Klux Klan in Amerika genannt. Aktuelle Beispiele sind die Überfälle und Ermordungen von Obdachlosen und Asylanten durch Skinheads in den neuen Bundesländern.
Gewöhnlich sind die Opfer Angehörige einer Minderheitengruppe, die unterschiedliche ethnische, religiöse, kulturelle o.a. Merkmale gegenüber der Mehrheitengruppe aufweisen.
Im folgenden möchte ich das Phänomen der Sündenbockjagd näher erläutern. Dabei beziehe ich mich in erster Linie auf das 1951 erschienene Werk "Treibjagd auf Sündenböcke" von GORDON W. ALLPORT.
Einführend werde ich erläutern, welche Bedeutung die Jagt auf Sündenböcke hat. Im gleichen Abschnitt mache einen Exkurs über Vorurteile, da diesen im Zusammenhang mit der Sündenbockjagd eine wichtige Rolle zukommt. Anschließend werde ich mich mit den Ursachen für Sündenbockpraktiken befassen. Es folgt eine Beschreibung verschiedenen Typen von Sündenbockpraktikern und ihrer Opfer, den Sündenböcken. Danach stelle ich unterschiedliche Formen der Sündenbockpraktiken vor. Abschließend befasse ich mich mit Möglichkeiten zur Bekämpfung dieser Praktiken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung der Sündenbockjagd

2.1 Exkurs: Vorurteile

3. Gründe für die Sündenbockjagd

4. Die Sündenbockpraktiker

5. Die Opfer der Sündenbockjagd

5.1 Wahl des Sündenbockes

5.2 Reaktionen des Opfers

6. Arten der Sündenbockpraktiken

7. Präventive Methoden

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Phänomen der Sündenbockjagd theoretisch zu fundieren und zu erläutern. Basierend auf dem Werk von Gordon W. Allport untersucht die Autorin die psychologischen und sozialen Hintergründe, die dazu führen, dass Individuen oder Minderheitengruppen stellvertretend für eigene oder gesellschaftliche Probleme verantwortlich gemacht und diskriminiert werden.

  • Psychologische Ursachen und Motive der Sündenbocksuche
  • Differenzierung verschiedener Menschentypen von Sündenbockpraktikern
  • Die Rolle von Vorurteilen und sozialer Kategorisierung
  • Kriterien für die Auswahl von Opfern und deren Reaktionsweisen
  • Ansätze zur präventiven Bekämpfung von Sündenbockpraktiken

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Sündenbockjagd

Wann und wo auch immer Sündenböcke gesucht werden verdient die betroffene Person diese Strafe oder Maßregelung, zumindest in so schwerer Form, nicht. ALLPORT definiert das Suchen nach einem Sündenbock folgendermaßen: "Eine Erscheinung, bei der einige der angriffslustigen Energien einer Person oder einer Gruppe sich auf ein anderes Einzelwesen, eine andere Gruppe oder ein anderes Objekt konzentrieren, wobei die Stärke des Angriffs und des Vorwurfes entweder teilweise oder gänzlich ungerechtfertigt ist (ALLPORT 1951, S.13)."

Auf einer Skala sozialer Beziehungen würde die Form der Sündenbockpraktik auf der entgegengesetzten Seite zu der einer Zusammenarbeit zwischen Gruppen / Personen liegen (vgl. Abb.1). Damit befindet sie sich am ungünstigsten Ende der Skala, in bezug auf freundschaftliches Verhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den historischen Ursprung des Sündenbock-Begriffs und führt in die Thematik der Sündenbockjagd als menschliche Tendenz zur Schuldzuweisung an Minderheiten ein.

2. Die Bedeutung der Sündenbockjagd: Das Kapitel definiert den Begriff des Sündenbocks nach Allport und ordnet ihn auf einer Skala sozialer Beziehungen als extrem feindseliges Verhalten ein.

2.1 Exkurs: Vorurteile: Dieser Abschnitt beleuchtet die kognitiven Grundlagen wie Stereotype und soziale Kategorisierung, die als Basis für Vorurteile dienen.

3. Gründe für die Sündenbockjagd: Es werden sechs zentrale Motive untersucht, darunter Frustration, Schuldgefühle, Machtstreben und Herdentrieb, die Menschen zur Sündenbocksuche verleiten.

4. Die Sündenbockpraktiker: Hier werden fünf wiederkehrende Menschentypen klassifiziert, die zu Sündenbockpraktiken neigen, vom zwangsläufigen bis zum kaltblütigen demagogischen Typ.

5. Die Opfer der Sündenbockjagd: Dieses Kapitel analysiert, warum bestimmte Minderheiten als Zielscheiben ausgewählt werden und welche Machtverhältnisse dabei eine Rolle spielen.

5.1 Wahl des Sündenbockes: Es wird untersucht, welche Merkmale eine Gruppe für Sündenbockpraktiker als „geeignetes“ Opfer attraktiv machen.

5.2 Reaktionen des Opfers: Hier werden verschiedene Bewältigungs- und Abwehrmechanismen diskutiert, die Opfer gegenüber den Verfolgungen einnehmen können.

6. Arten der Sündenbockpraktiken: Das Kapitel kategorisiert Sündenbockjagd in drei Formen: gedankliche Vorstellungen, mündliche Angriffe und konkrete Terrorhandlungen.

7. Präventive Methoden: Abschließend werden Möglichkeiten zur Bekämpfung von Sündenbockpraktiken aufgezeigt, insbesondere durch Erziehung, soziale Veränderungen und gesetzliche Regelungen.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Sündenbockjagd, Vorurteile, Diskriminierung, Soziale Psychologie, Stereotype, Minderheiten, Frustration, Aggression, Gordon W. Allport, Gruppendynamik, Schuldzuweisung, Soziale Kategorisierung, Feindseligkeit, Prävention, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem psychologischen Phänomen der Sündenbockjagd, bei der unschuldige Individuen oder Gruppen für gesellschaftliche oder individuelle Missstände verantwortlich gemacht werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Sündenbock-Phänomens, die Analyse der Ursachen, die Kategorisierung der Täter (Sündenbockpraktiker), die Situation der Opfer sowie Präventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Phänomen auf Basis der wissenschaftlichen Theorie von Gordon W. Allport zu beleuchten und ein tieferes Verständnis für die Mechanismen hinter Ausgrenzung und Diskriminierung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse der sozialpsychologischen Fachliteratur, insbesondere des Werkes „Treibjagd auf Sündenböcke“ (1951) von Gordon W. Allport.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Motive der Täter, die Auswahlkriterien für Opfer, die verschiedenen Stufen der Feindseligkeit sowie die konkreten Reaktionsweisen der Betroffenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sündenbockjagd, Vorurteile, Diskriminierung, Gruppendynamik und soziale Kategorisierung.

Wie unterscheiden sich die „Sündenbockpraktiker“ laut der Analyse?

Die Arbeit unterscheidet fünf Typen, darunter den zwangsläufigen Praktiker, den durch Enttäuschung motivierten, den konventionell-konservativen Typ, den Mitläufer und den berechnend kalkulierenden Demagogen.

Welche Rolle spielt die „soziale Kategorisierung“ für Vorurteile?

Die soziale Kategorisierung reduziert die Komplexität der Welt, indem sie Individuen in Gruppen einteilt. Dies bildet die kognitive Basis für Stereotype, die wiederum Vorurteile verfestigen können.

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Details

Title
Das Sündenbock-Phänomen
College
Bielefeld University  (Fakultät für Pädagogik)
Course
Seminar: Kommunikation und Gruppenprozesse
Grade
keine Benotung (Scheinerwerb)
Author
Tanja Zielewski (Author)
Publication Year
2000
Pages
24
Catalog Number
V8481
ISBN (eBook)
9783638154383
Language
German
Tags
Vorurteil Gordon Allport soziale Interaktion Stereotype Sündenbock
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Zielewski (Author), 2000, Das Sündenbock-Phänomen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8481
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