Für Aristoteles ist der Mensch ein zoon politikon, ein politisches Lebewesen und es wäre für ihn schlechthin ebenso absurd, ein eremitisches Dasein zu führen, das man glückseligmachend nennen könnte, wie auch die homogen gleichmachend -„kommunistische“ Sichtweise seines Lehrers Platon in dessen „Politeia“.
Dass die NE und die Politik aufeinander bezogen sind, kann man schon darin erkennen, dass der letzte Satz der NE zur Politik hin überleitet.
Inhaltlich ist die spannende Frage, ob und ggf. inwieweit die "eudaimonia" des Einzelnen und die des Staates vergleichbar sind. Dies versucht diese Hausarbeit zu erarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. VON DEN BÜCHERN...
3.1. WIE KOMMT ARISTOTELES ZU DEM SCHLUSS, DIE GLÜCKSELIGKEIT SEI DAS ENDZIEL?
3.2. WELCHER BIOS IST NUN VORZUZIEHEN?
3.3. ERGON UND DAS POLITISCHE WESEN
4. ZUR POLIS
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Aristoteles’ "Nikomachischer Ethik" und der "Politik", mit dem Ziel zu ergründen, ob die Eudaimonia (Glückseligkeit) für den Einzelnen und den Staat als identisch betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, wie sich das menschliche Streben nach dem guten Leben innerhalb der staatlichen Gemeinschaft entfaltet.
- Verhältnis von Ethik und Politik bei Aristoteles
- Das Konzept der Eudaimonia als Endziel
- Die Bedeutung der verschiedenen Bioi (Lebensweisen)
- Das Wesen des Menschen als zoon politikon
- Normative Bestimmung von Staat und Polis
Auszug aus dem Buch
3.1. Wie kommt Aristoteles zu dem Schluss, die Glückseligkeit sei das Endziel?
Aristoteles bedient sich hierbei auf der normativen Seite eines Ausschlussverfahrens. Ziel des Handelns muss es sein, um seiner selbst wegen gewollt zu werden (NE I 13, 1094 a18), doch hierbei sind die architektonischen, leitenden Verrichtungen, die Staatskunst nämlich (NE I 1, 1094 a25), die das sittlich Gute und Gerechte untersucht (NE I 1, 1094 b 7), der anderen Wissenschaften übergeordnet. Denn das Ziel der Staatskunst umfasst alle Einzelziele (NE I 1, 1094 b 7) denn die Aufgabe des Staates ist es „die Bürger in den Besitz gewisser Eigenschaften zu setzen, sie nämlich tugendhaft zu machen und fähig und willig, das Gute zu tun“ (NE I 10, 1099 b 28). Der Glückseligkeit wohnen eine vollendete Tugend und ein volles Leben lang beständige tugendhafte Handlungen inne (NE I 11, 1100 b 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung verortet die aristotelischen Werke "Nikomachische Ethik" und "Politik" im Kontext der antiken Philosophie und skizziert das Forschungsinteresse am Zusammenhang beider Schriften.
2. VON DEN BÜCHERN...: Dieses Kapitel erörtert den Übergang von der Ethik zur Politik und begründet die Notwendigkeit einer diäretischen Untersuchung des Politikbegriffs.
3.1. WIE KOMMT ARISTOTELES ZU DEM SCHLUSS, DIE GLÜCKSELIGKEIT SEI DAS ENDZIEL?: Hier wird durch ein normatives Ausschlussverfahren dargelegt, warum die Glückseligkeit das oberste Ziel allen menschlichen Handelns und der Staatskunst darstellt.
3.2. WELCHER BIOS IST NUN VORZUZIEHEN?: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Lebensformen (Bioi) und diskutiert, inwiefern das betrachtende Leben (bios theoretikos) gegenüber anderen Formen vorzuziehen ist.
3.3. ERGON UND DAS POLITISCHE WESEN: Untersuchung der anthropologischen Fundamente, insbesondere des Menschen als zoon politikon, der seine Vervollkommnung in der Gemeinschaft findet.
4. ZUR POLIS: Dieses Kapitel beleuchtet die Struktur und das Wesen der Polis als notwendige Gemeinschaft zur Erreichung des vollendeten Lebens.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten zwischen dem Glück des Einzelnen und dem des Staates zusammen und bekräftigt die Bedeutung der Selbstgenügsamkeit für beide.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Politik, Eudaimonia, Glückseligkeit, Polis, zoon politikon, Tugend, Bios, Staatskunst, Gemeinschaft, Telos, Selbstgenügsamkeit, Praktische Philosophie, Logos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die philosophische Verknüpfung zwischen der aristotelischen Ethik und der Politik, speziell im Hinblick auf das angestrebte Endziel des Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen das Konzept der Eudaimonia, die verschiedenen Lebensweisen des Menschen sowie die Rolle des Staates bei der Förderung eines tugendhaften Lebens.
Welches primäre Ziel verfolgt die Hausarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die Glückseligkeit für den Einzelnen und für den Staat als identisch anzusehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse und vergleichende Betrachtung der Primärquellen, ergänzt durch die Einbeziehung zeitgenössischer philosophischer Rezeption.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Endziels, die Bewertung verschiedener Lebensformen (Bioi) und die Analyse des Menschen als staatliches Wesen (zoon politikon).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eudaimonia, Polis, Tugend, zoon politikon und Staatskunst charakterisiert.
Wie unterscheidet sich laut Aristoteles das Handeln des Staates vom Handeln des Individuums?
Aristoteles sieht das Handeln des Staates als übergeordnete Staatskunst, die das Ziel hat, die Bürger zu Tugend und Glückseligkeit zu führen, wodurch beide Ebenen eng miteinander verschränkt sind.
Warum ist das zoon politikon für Aristoteles so wesentlich?
Es definiert den Menschen als ein Wesen, das von Natur aus auf die Gemeinschaft angewiesen ist, um sein volles Potenzial und die menschliche Bestimmung zu realisieren.
Welche Rolle spielt die Muße in der aristotelischen Glücksauffassung?
Die Muße ist Voraussetzung für die theoretische Betrachtung, die für Aristoteles die höchste Form der Glückseligkeit darstellt.
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- Gunnar Müller (Author), 2006, Aristoteles: Die Nikomachische Ethik und die Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84832