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Wechselnde Interpretationen religiöser Freiheiten nach Einführung der Pancasila in Indonesien

Title: Wechselnde Interpretationen religiöser Freiheiten nach Einführung der Pancasila in Indonesien

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl. Betriebswirtin Claudia Draemann (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit sich die Interpretationen religiöser Freiheiten der wichtigsten religiösen Gruppierungen nach der Einführung der Pancasila in Indonesien verändert haben.

Dazu werden im zweiten Kapitel zunächst die grundlegenden Fakten zur Einführung der Pancasila in Indonesien vorgestellt. Kapitel drei beschreibt die besondere religiöse und soziale Situation, um zu erklären, inwieweit Toleranz von religiösen Freiheiten eine bedeutende Rolle in Indonesien spielt. Kapitel vier erläutert anschließend die Sichtweisen der wichtigsten religiösen Gruppierungen unter der alten Ordnung der Pancasila, um im folgenden Kapitel fünf die Unterschiede im Vergleich zur neuen Ordnung der Pancasila aufzuzeigen. Kapitel sechs gibt einen Ausblick auf Maßnahmen, die die Religionsfreiheit zukünftig gewährleisten könnten.

Indonesien ist nicht nur eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde, sondern auch hinsichtlich seiner geographischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Situation eines der vielseitigsten. Seit seiner ersten Besiedlung vor ca. 500.000 Jahren zeigte sich, dass die geographische Lage und die damit verbundenen Interessen der eigenen Bevölkerung und die der übrigen Länder der Erde zu einer ständigen Auseinandersetzung um Rechte und Freiheiten, sowohl in persönlichen als auch öffentlichen Bereichen, führten. Dies spiegelte sich in Belagerungen durch Piraten, wirtschaftlichen Einflussnahmen durch andere Länder im Zuge der Kolonialisierung (z.B. durch die Niederlande), in zahlreichen politischen Umbrüchen, aber auch in der Vielfältigkeit seiner religiösen Gruppierungen wider, die versuchten, sich miteinander zu arrangieren.

Bis zum heutigen Tage gibt es in Indonesien eine weltweit einzigartige Verfassung (Pancasila), die festlegt, dass alle Menschen in Indonesien ihre eigenen spezifischen religiösen Freiheiten leben dürfen und sollen. Bis zur Verabschiedung dieser Verfassung sind der Staat und die Bevölkerung einen weiten Weg gegangen. Auch nach der Einführung der Pancasila ist kein Ende des Weges in Sicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Einführung der Pancasila in Indonesien – Ein historischer Überblick

2.1. Wesentliche Inhalte der Pancasila

2.2. Unterschiedliche zeitliche Bedeutung der Pancasila

3. Toleranz von religiösen Freiheiten – Die besondere gesellschaftliche und religiöse Situation in Indonesien

3.1. Die gesellschaftliche Situation in Indonesien

3.2. Die religiöse Situation in Indonesien

4. Religiöse Freiheiten unter der alten Ordnung

4.1. Die muslimische Sichtweise

4.2. Die Sichtweise der christlichen Gruppierungen

4.3. Die Sichtweise der Kebatinan-Gruppierungen

4.4. Die kommunistische Sichtweise

5. Religiöse Freiheiten unter der neuen Ordnung

5.1. Veränderungen und Entwicklungen im Vergleich zur alten Ordnung

5.2. Der christlich-muslimische Dialog

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht, inwieweit sich die Interpretationen religiöser Freiheiten der wichtigsten religiösen Gruppierungen in Indonesien nach der Einführung der staatlichen Ideologie „Pancasila“ verändert haben und analysiert dabei den historischen Wandel sowie das Spannungsfeld zwischen staatlicher Vorgabe und gesellschaftlicher Praxis.

  • Historische Genese und ideologische Grundlagen der Pancasila.
  • Die religiöse und gesellschaftliche Pluralität Indonesiens.
  • Sichtweisen verschiedener Glaubensrichtungen (Muslime, Christen, Kebatinan, Kommunisten) unter der „alten Ordnung“.
  • Transformationen der Religionspolitik und interreligiöse Dynamiken unter der „neuen Ordnung“.
  • Herausforderungen für den interreligiösen Dialog und den religiösen Frieden in der Gegenwart.

Auszug aus dem Buch

4.4. Die kommunistische Sichtweise

Sukarno führte 1959 die 1945 Verfassung wieder ein. Diese Verfassung räumte ihm weitreichende Möglichkeiten ein, die drei politischen Kräfte (die indonesische kommunistische Partei (PKI), die Armee und sich selbst) zu bündeln. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre orientierte er sich „links“. Insbesondere seine Innenpolitik kennzeichnete sich durch den Versuch, einen Ausgleich zwischen den Kommunisten und der Armee zu schaffen. Seine Außenpolitik sollte ihn als Führer der neuen Welt, frei von Kaltem Kriegs Antagonismus, darstellen. Sukarno selbst war der Ansicht, dass die Verehrung des Göttlichen und die Projektion der eigenen Wünsche auf dieses in der Geschichte stets ein fester Bestandteil des indonesischen Lebens waren. Deswegen war es unumgänglich, dies bei der Entwicklung der indonesischen Nation zu berücksichtigen.

Sukarno wendete sich der marxistischen Evolutionstheorie zu, die er als Grundphilosophie für die Vereinigung der Indonesier zu einer Nation betrachtete. Dort wurde der vielfältige Gottesglaube im geschichtlichen Verlauf mit der Entwicklung von Produktionskräften gleichgestellt. Die menschliche Entwicklung wird in fünf Stufen eingeteilt. In der ersten Stufe lebten die Indonesier als Jäger und Sammler und glaubten an Geister, die mit den Naturressourcen wie z.B. Flüsse, Bäume etc. verbunden waren. In der zweiten Entwicklungsstufe domestizierten die Menschen Tiere und verehrten diese als Götter. In der dritten Stufe war der Ackerbau zentraler Lebensmittelpunkt. Die Verehrung der Tiere machte der Verehrung von anthropomorphischen Gottheiten Platz, wie z. B. der javanischen Dewi Sri. Die vierte Stufe kennzeichnete sich durch Arbeitsteilung, Massenproduktion und Handel. Die Menschen entwickelten ein Gottesbild, welches Gott unfassbar und unsichtbar machte. Die fünfte und letzte Stufe basierte auf der Industrie. Hier betrachteten die Menschen sich selbst als Gott, da sie selbst Dinge schaffen konnten, die sie in den Stufen zuvor Gott zuschrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die geographische und soziale Vielfalt Indonesiens sowie die aktuelle Problematik mangelnder Religionsfreiheit trotz der Verfassungsgrundlage der Pancasila.

2. Die Einführung der Pancasila in Indonesien – Ein historischer Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der fünf Prinzipien der Pancasila als demokratische Grundphilosophie und ihren historischen Wandel von einem Kompromiss bis hin zu einer staatlichen Pseudoreligion.

3. Toleranz von religiösen Freiheiten – Die besondere gesellschaftliche und religiöse Situation in Indonesien: Es wird die geographische Zerstreutheit und die extreme ethnische sowie religiöse Pluralität des Landes als Basis für das dortige Spannungsfeld zwischen Toleranz und Konflikt dargestellt.

4. Religiöse Freiheiten unter der alten Ordnung: Das Kapitel analysiert die divergierenden Positionen von Muslimen, Christen, Kebatinan-Gruppierungen und Kommunisten unter der Regierung von Sukarno hinsichtlich ihrer Auslegung religiöser Freiheiten.

5. Religiöse Freiheiten unter der neuen Ordnung: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Regierungszeit Suhartos, in der muslimische Gruppierungen stärkeren Einfluss ausübten und neue Verhaltensrichtlinien das interreligiöse Leben sowie den christlich-muslimischen Dialog prägten.

6. Schlussfolgerungen: Das Fazit resümiert die aktuelle Bedrohung der Religionsfreiheit durch Extremismus und betont die Verantwortung von Regierung und religiösen Führern, den interreligiösen Dialog zur Sicherung des sozialen Friedens zu fördern.

Schlüsselwörter

Pancasila, Indonesien, Religionsfreiheit, Islam, Christentum, Sukarno, Suharto, Alte Ordnung, Neue Ordnung, interreligiöser Dialog, Kebatinan, Kommunismus, Radikalismus, Pluralismus, religiöse Toleranz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselhafte Interpretation und Umsetzung der Religionsfreiheit in Indonesien im Kontext der staatlichen Ideologie Pancasila über verschiedene politische Epochen hinweg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind der historische Wandel der indonesischen Religionspolitik, die Rolle der wichtigsten religiösen Gruppierungen und der Einfluss der politischen Führung auf die Ausübung religiöser Praktiken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche religiöse und politische Akteure die Pancasila interpretierten und wie sich diese Deutungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben und die Religionsfreiheit auswirkten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und analytischen Dokumentenanalyse, die staatliche Vorgaben, religiöse Positionen und Berichte internationaler Organisationen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Sichtweisen verschiedener religiöser Gruppierungen unter Sukarno (alte Ordnung), vergleicht diese mit den Entwicklungen unter Suharto (neue Ordnung) und untersucht den christlich-muslimischen Dialog.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pancasila, religiöse Toleranz, Pluralismus, staatliche Ideologie und interreligiöse Spannungen charakterisiert.

Wie wurde die Rolle der Kommunistischen Partei (PKI) unter Sukarno bewertet?

Unter Sukarno kooperierte die PKI zeitweise mit der Regierung, wobei sie sich ein atheismus-nahes marxistisches Paradigma zu eigen machte, was zu scharfen Spannungen mit muslimischen Organisationen führte.

Was passierte unter der „neuen Ordnung“ mit den Religionsrichtlinien?

Unter Suharto wurden durch Regierungsdekrete restriktive Verhaltensregeln eingeführt, die den Kirchenbau, das Missionieren und interreligiöse Ehen einschränkten, um eine stärkere Trennung und Kontrolle der Glaubensgruppen zu erreichen.

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Details

Title
Wechselnde Interpretationen religiöser Freiheiten nach Einführung der Pancasila in Indonesien
College
University of Marburg  (Religionswissenschaften)
Course
Staat und Religion im islamisch geprägten Indonesien
Grade
1,7
Author
Dipl. Betriebswirtin Claudia Draemann (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V84898
ISBN (eBook)
9783638009942
ISBN (Book)
9783638915151
Language
German
Tags
Interpretationen Freiheiten Pancasila Indonesien Staat Religion religiöse Freiheiten Religionsfreiheit religiöse Toleranz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Betriebswirtin Claudia Draemann (Author), 2007, Wechselnde Interpretationen religiöser Freiheiten nach Einführung der Pancasila in Indonesien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84898
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